PC: Aliens vs. Predator
Wenn ab Februar wieder unheimliche Geräusche an eure Ohren dringen, ein bestialisches Kreischen etwa, und ihr einer nur aus Zähnen zu bestehend scheinenden, bösartigen Kreatur in den schleimtriefenden Schlund blickt, kann das nur einen Grund haben: Ihr gruselt euch gerade mit Aliens vs. Predator. Zwölf Stunden Spielzeit soll die Neuauflage bieten.
Es war spätestens seit unserer ersten Vorschau zu Aliens vs. Predator (eurogamer.de)klar, dass ihr beim Titel der Entwicklerschmiede Rebellion – anders als im ebenfalls angekündigten Aliens: Colonial Marines (eurogamer.de)– nicht nur in die Rolle eines Soldaten schlüpft. Allerdings haben die Macher erst jetzt Szenen aus der Alien-Kampagne gezeigt. Ein Resümee daraus: Die Darstellung des berühmten Giger-Monsters geriet außerordentlich grausam.
Aliens folgen nur ihrem tödlichen Instinkt. Sie riechen den Feind auch – oder besser: ihre Opfer. Rebellion visualisiert diese Tatsache: Wer in die enorm widerstandsfähige Haut des extraterrestrischen Räubers schlüpft, erblickt seine Speisen sogar hinter etwaigen Hindernissen. Menschen leuchten grünlich, zusätzliche Sichtmodi hat das Alien deshalb nicht nötig. Ihr seht die am dritten Teil des Films orientierte rostige, düstere Optik gewohnt aus der Ego-Perspektive, leicht verzerrt wie durch ein Fischauge.
Flink huscht ihr an Wänden und kopfüber an Decken entlang. Der Präsentator bei der gamescom weist auf den mittigen Cursor hin, dessen Spitze stets nach oben zeigt. Orientierung ist für das 360-Grad-Gameplay überlebenswichtig: Jene charakteristische Spielmechanik entpuppt sich als derart temporeich, dass bei Drehungen und anderen Bewegungen gelegentlich auch eure Klauen, der Schwanz und die widerlichen Füßchen kurz ins Blickfeld wischen.
Interaktive Objekte werden durch die Software grafisch hervorgehoben, Zugänge zu Versteckmöglichkeiten etwa. Einfach den Blick darauf richten und die Sprungtaste drücken, schon katapultiert sich eure Kreatur zielsicher dorthin. „Das Hirn eines Aliens ist primitiv aufgebaut, deshalb sind die Missionsziele im Vergleich zu den Marine- und Predator-Kampagnen simpler“, erklärt der Mann am Gamepad. Immerhin ist eure Kreatur so intelligent, dass sie Lampen zerstört, um sich ins Dunkel zu hüllen. Darüber hinaus lautet das Hauptziel, wehrlose Zivilisten zu „sammeln“ und ihnen die sogenannten Facehugger zu verpassen. Diese Parasiten saugen sich bekanntlich im Gesicht fest, sorgen dank des lebenden Wirts für Nachkommen und damit fürs Überleben der eigenen Art.
An einer Stelle bricht der Vorführer mit den Krallen seines Alter Ego eine Tür auf. Im dahinter liegenden Raum verbirgt sich ein panisch schreiender Mensch. Ehe das Alien ihn erreicht, zieht der Mann eine Pistole und schießt sich in den Kopf. Heftig!
Doch es geht noch brutaler. Das Alien schleicht von hinten an einen Soldaten heran, packt ihn, und treibt seinen Schwanz durch die Polygonfigur, sodass er vorne am Unterleib wieder austritt. In einer zweiten Szene schneidet die fremde Spezies einem Mann mit der knochig-scharfkantigen Rute die Kehle durch. Gurgelgeräusche sorgen für noch größeres Schaudern. Bereits aus dem Vorgänger bekannt ist, dass das Alien Köpfe abbeißt, um Lebensenergie zu generieren. In der Neufassung blicken euch die Augen des Opfers kurz zuvor verrückt vor Angst an.
Angedeutet wurde, dass sich die drei Storystränge wie 2001 im Vorgänger überlappen und ihr auch wieder die Entwicklungsstadien eines Aliens durchlebt. Allerdings stammte gerade dieser Teil der Reihe von Monolith Productions und nicht von Rebellion, das sich nun erst wieder beweisen muss. Immerhin liegt deren bislang letzter Knaller zehn Jahre zurück und Alien vs. Predator: Requiem für die PSP war 2007 ein Reinfall. Ich drücke deshalb fest die Daumen.
Ein flotter Dreier muss nicht immer von BMW sein. Doch noch ist Skepsis angesagt: Im Vergleich zu den Vorgängern waren während der Präsentation noch nicht viele neue Impulse spürbar, und die Grafik ist ordentlich, aber nicht außerirdisch gut. Kollege Metzger hat zudem schon bei seiner Vorschau im Juli leichte potenzielle Schwächen ausgemacht. Ein Totalausfall wird der Titel aber garantiert nicht. Allein eine Neuauflage in besserer Optik würde viel Spaß versprechen. Trotzdem hoffe ich auf mehr, weil die ersten Alien-Spiele mich stärker in Angst und Schrecken versetzt haben als jede Moderation mit Marianne und Michael. Und das will was heißen.
Aliens vs. Predator soll im Februar 2010 für PC, Xbox 360 und PlayStation 3 erscheinen. Es wird übrigens nicht für Deutschland lokalisiert (eurogamer.de).


