X-Men Origins: Wolverine

Review
Plattform
PS3
Vertrieb
Activision
Entwickler
Raven Software
Genre
Andere
PS3: X-Men Origins: Wolverine

Gesamtwertung

7/10

PS3: X-Men Origins: Wolverine

Mit Wolverine hat der gute Richard B. Riddick schon vor einer Weile ernsthafte Konkurrenz um den Titel „Coolste Sau unter den Actionhelden“ bekommen. Ich persönlich mag beide. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, durch (fast) nichts aus der Fassung zu bringen und zuweilen einfach nur eiskalt. Einen größeren Unterschied gibt es aber dann doch: Wolverines Vorgehen ist weitaus mehr „over the top“. Und zwar in vielerlei Hinsicht.

Nach maximal fünf Minuten wird einem zum Beispiel klar, warum es X-Men Origins: Wolverine nicht in die deutschen Händlerregale geschafft hat. Wolverine setzt seine scharfen Adamantiumklingen mehr als gekonnt ein, zum Leidwesen seiner vielen Gegner. Es spritzt jede Menge Blut, Körperteile fliegen, Widersacher werden in zwei Hälften geteilt. Ein ziemliches Gemetzel. Zuweilen wirkt das ganze Geschehen recht übertrieben, allerdings nicht im negativen Sinne. Irgendwie hat man das Gefühl, dass es eben einfach zu diesem Charakter, diesem Tier im Manne passt. Und genau dazu wird Wolverine eben, wenn man auf ihn einschlägt oder ihn mit Blei durchsiebt.

Diese einprägsamen, übertriebenen Momente ziehen sich durch das gesamte Spiel. Im Grunde genommen ist Wolverine eine wilde Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Unbestrittenes Highlight ist zweifelsohne der Kampf gegen einen riesigen Sentinel-Roboter, mit dem man es am Boden und in der Luft aufnimmt.

Andernorts hüpft er etwa zum Cockpit eines fliegenden Helikopters, zerschlägt kurzerhand dessen Frontscheibe und zerrt den Piloten hinaus. Nachdem er ihn in die Rotorblätter gehalten und somit einen Kopf kürzer gemacht hat, verabschiedet er sich zum nächsten Felsvorsprung, während das Fluggerät einige Meter unter ihm in die Wand crasht und in Flammen aufgeht. Und das alles, ohne sein weißes Hemd großartig zu verschmutzen. In diesem Punkt kann er noch einiges von John "Mein Hemd ist am Ende des Films schwarz und blutig" McClane zu lernen.

Leider sind aber nicht sämtliche Bosskämpfe so dermaßen spektakulär inszeniert. Die mitunter rebenfalls recht dicken Zwischenbosse werden mit der Zeit regelrecht zur nervigen Routine, da die Vorgehensweise hier stets gleich ist. Auf den Rücken springen, mit den Klingen drauf rumhacken und mehrfach wiederholen. Sehr schade, dann da hätte Raven Software deutlich mehr Variation einbringen müssen.

Unter der recht blutigen Haube von X-Men Origins verbirgt sich ein Actionspiel im Stil von Devil May Cry und God of War. Wolverine schnetzelt sich von einem Feind zum nächsten. Ruhepausen gibt es zwar auch mal, doch die Auseinandersetzungen stehen klar im Vordergrund. Für jeden getöteten Gegner und gesammelte Dog Tags bekommt man Erfahrungspunkte, mit denen der Protagonist wiederum im Level aufsteigt. Dadurch erhält er anfangs ausschließlich mehr Gesundheit, später kommen Skillpunkte hinzu.

Erwartungsgemäß werden damit die eigenen Fähigkeiten aufgewertet, darunter auch wieder die maximale Lebensenergie oder der durch die Klingen angerichtete Schaden. Zusätzlich schaltet man im Spielverlauf drei Slots für so genannte Mutagene frei. Diese „Upgrades“ sind in den einzelnen Abschnitten verteilt – manchmal auch gut versteckt – und bescheren bei einem Einsatz unterschiedliche Boni.

Je nach Auswahl erhält man mehr Erfahrungspunkte durch das Töten von Gegnern, verbessert seine Kampfreflexe zügiger als normal oder lässt Wolverines Selbstheilung schneller eintreten. Aufgrund der limitierten Anzahl muss man sich dementsprechend entscheiden, welchen kleinen Vorteil man für sich einsetzen möchte.

Des Weiteren stehen diverse Kombos zur Verfügung, mit denen Wolverine für ein schnelles Ableben seiner Kontrahenten sorgt. Die Standardaktionen teilen sich in normale und starke Angriffe auf, zudem kann er einen Gegner packen und weitere Dinge mit ihm anstellen. Hat man ein Opfer im Griff, erhält man per Druck auf die Y-Taste die Möglichkeit eines Quick Kills. Sobald der Bildschirm beziehungsweise Wolverines Krallen aufleuchten, muss man nur nochmals den gleichen Button drücken und darf sich den äußerst unschönen Abtritt des Ziels anschauen.

Wenn entsprechende Objekte in der Umgebung vorhanden sind, nutzt man selbige schamlos für seine Zwecke. Spitze Pfeiler im Boden? Wolverine packt einen der Fieslinge und rammt in mitten hindurch. Gabelstapler in der Ecke? Prima, genügend Platz, um zwei Schurken an dessen Gabel zu befestigen. Gelegentlich trifft es einen sogar selbst, wenn man von stärkeren Gegnern durch die Gegend geschleudert wird und beispielsweise an einem Baumstamm landet. Dank Wolverines Heilung ist das aber kein größeres Problem. Lediglich in einem Mini-Quicktime-Event einige Male auf die B-Taste hämmern, sich dadurch befreien und weiter geht's.

Die dafür in Frage kommenden Plätze lassen sich mit Hilfe des „Feral Sense“ recht simpel ausmachen. Aktiviert man diesen über das D-Pad, wird die Umgebung verschwommen dargestellt. Feinde, für eine Interaktion geeignete Stellen oder zerstörbares Mobilar wird hier farblich hervorgehoben. Zudem sieht man einen blau leuchtenden Pfad, der die einzuschlagende Richtung anzeigt, Fallen werden rot markiert und für Rätsel notwendige Objekte sind sofort zu erkennen. Ein nützliches Hilfsmittelchen, das man jedoch nicht zwingend einsetzen muss.

Bester Freund des Helden ist der „Lunge“-Angriff. Mit diesem visiert er ein Ziel an, fliegt über teils größere Entfernungen mit den Krallen voraus auf es zu und bohrt sich in dessen Oberkörper. Je nach betätigtem Button lässt er mehrere schnelle Schläge und eine starke Attacke folgen. Oder er schleudert den armen Kerl im Handumdrehen weiter durch die Gegend.

All das geht nahtlos ineinander über und sieht auf seine eigene Art und Weise fast schon ästhetisch aus. Die meiste Zeit setzt man dieses Manöver regelmäßig ein, da es einfach in Sachen Effektivität zu den wirkungsvollsten Angriffen zählt. Allerdings können nicht alle bösen Jungs so einfach überrumpelt werden. Einige haben Schilde und schlagen Wolverine zurück, andere halten ihn per Schrotflinte auf Entfernung. Speziell gegen Ende kommt das häufiger vor.

Im Rahmen der Geschichte erzählt X-Men Origins, wie der Name bereits erahnen lässt, mehr über die Ursprünge von Wolverine. Im Endeffekt gerät die Story aber eher zur Nebenhandlung, da Raven es verpasst, echte Spannung aufzubauen und den Spieler mitzureißen. Kategorie "nett", mehr leider nicht.

Dank Unreal Engine 3 zaubern die Macher dafür wahrlich schön anzuschauende und riesige, lineare Level mit langer Spieldauer auf den Bildschirm. Schauplätze wie die Weapon X Facility, ein Forschungslabor in der Wüste oder der Dschungel Afrikas sind nachvollziehbar aufgebaut und bieten immer mal wieder kleinere Rätseleinlagen. Man öffnet beispielsweise Tore, indem man schwere Objekte auf Schaltern platziert, oder Durchgänge, die sich nach kurzer Zeit wieder schließen. Auch eine kleine Klettereinalge wird manchmal gefordert. Insbesondere im Dschungel kommt dabei ein klein wenig Tomb Raider-Feeling auf. Alles in allem befinden sich darunter aber keine harten Kopfnüsse, die das Vorankommen unnötig in die Länge ziehen.

Was in puncto Story ein wenig merkwürdig anmutet, sind die zur Verfügung stehenden Fähigkeiten von Wolverine. Die Geschichte in Afrika wird immer wieder in spielbaren Flashbacks eingestreut. Und wenn Wolverine in der Zukunft seine Fähigkeiten verbessert, neue Attacken lernt oder hilfreiche Mutagene findet, kann man diese plötzlich auch in der Vergangenheit einsetzen. Das klingt vielleicht nach Erbsenzählerei und ist nicht wirklich großartig störend, ergibt aber nun mal, rein logisch betrachtet, eigentlich keinen Sinn.

Letztendlich ist man auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad mindestens zehn Stunden mit dem ersten Durchgang beschäftigt. Wer stärkere Herausforderungen sucht, alle Bonusgegenstände oder Erfolge einsammeln will, kann noch einige Stunden dazurechnen. Eine deutsche Übersetzung hat die englische Version des Spiels indes nicht anzubieten.

Mit Star Trek Voyager: Elite Force und Jedi Knight 2: Jedi Outcast hat Raven Software zwei meiner liebsten Spiele geschaffen. X-Men Origins: Wolverine darf sich nun ebenfalls in diese fröhliche Runde gesellen. Es ist unkompliziert, schnell und speziell für Leute, die auf übertriebene Action und coole Charaktere stehen, genau der richtige Zeitvertreib.

Der Gewaltgrad des Spiels ist hingegen wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack, zudem wird der Kampf gegen Ende mehr und mehr zur Routine. Meistens vertraut man auf die gebräuchlichsten Angriffe, um seine Gegner in die Knie zu zwingen. Ähnliches gilt für viele Zwischenbosse und Obermacker. Hier scheint es, als wären die Entwickler nicht in der Lage gewesen, etwas mehr Abwechslung einzubringen. Und man hat auch nicht das Gefühl, als versuchten sie ernsthaft, den Spieler zur Nutzung des gesamten Repertoires an Angriffen zu bewegen.

Am Ende bleibt daher ein durchaus gelungenes Spiel mit etwas verschenktem Potential, in dem Ihr Euch nichtsdestotrotz mal so richtig austoben und die Sau rauslassen könnt. Ein Spiel zum Film, das sich überdies nicht so anfühlt. Wenn Ihr also ein Fan von Wolverine und diesem Genre nicht abgeneigt seid, lohnt es sich definitiv, trotz der kleineren Schwächen einen genaueren Blick darauf zu werfen.

X-Men Origins: Wolverine ist für Xbox 360, PC und PlayStation 3 nicht in Deutschland erhältlich.

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

3D Multiplayer-Games: Dark Orbit

Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...

Yahoo! Spiele-Forum

X-Men Origins: Wolverine im Test. Was halten Sie vom neuen Spiel von Raven Software?

Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.

Link zum Forum

Zum Games Guide-Forum · Zum Online-Spiele-Forum

 

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

New Super Mario Bros. Wii
PS3: Lost Planet 2: Zuversichtliche Prog...
FIFA 10
Brink-Entwickler
Super Street Fighter IV
X360: Borderlands: Bug löscht Skills
PC: Dragon Age: PC-Version nicht verscho...
Bayonetta
PC: Civilization Network für Facebook
PC: SEGA kündigt Total War: Anthology an
WII: Nächstes Zelda nutzt MotionPlus
PS3: Gewinnspiel: Fahrt am 30. Oktober z...
Warhammer 40k: Space Marine
Uncharted 2: Among Thieves
PS3: Borderlands: Bug löscht Skills

Weitere Spiele Reviews:

PS3: J! Megazone 23 - Blue Garland
PC: Time Gentlemen, Please!
PS3: WWE SmackDown vs. RAW 2010
PC: Risen
Blood Bowl
PS3: EyePet
X360: NHL 10 vs. NHL 2K10
PS3: Fat Princess
Black Mirror 2
GearGrinder
Geheimakte 2: Puritas Cordis
PC: Anno 1404
One Piece: Unlimited Cruise 1 - Der Scha...
NBA 2k10
Harvest Moon: Baum der Stille

Vorschau auf neue Spiele:

PC: R.U.S.E.
PC: Risen
PS3: Tekken 6
E3 09: SAW: The Game - First Facts
PC: Command & Conquer: Alarmstufe Ro...
PC: Pro Evolution Soccer 2010
X360: Mass Effect 2
PC: Drakensang: Am Fluss der Zeit
PC: Bionic Commando
Dantes Inferno
WII: Silent Hill: Shattered Memories
PSP: LittleBigPlanet
Serious Sam HD
WII: Wii Sports Resort
WII: Final Fantasy IV: The After Years