Gesamtwertung8/10 |
Bereits seit September dürfen sich PC-Spieler auf den Schlachtfeldern des Nachfolgers zum hervorragenden und kostenlosen Wolfenstein: Enemy Territory austoben. Nach einigen Monaten Wartezeit ziehen nun auch Konsoleros mit Quake Wars in den virtuellen Krieg und schlagen sich auf die Seite der Global Defence Force oder der Strogg.
Selbst auf den Konsolen hält der Titel das, was er verspricht: Schnelle, taktisch angehauchte Gefechte. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer das eher gemächliche und realistische Vorgehen aus der Battlefield-Reihe gewohnt ist, fühlt sich hier vermutlich wie in einem Geschwindigkeitsrausch. Herzstück von Quake Wars sind dabei nach wie vor die Missionsziele. Kein stupides und gewöhnliches Deathmatch oder Team Deathmatch. Eure Aufgabe besteht darin, nacheinander verschiedene Aufgaben zu erledigen, um letztendlich den Sieg auf der jeweiligen Karte zu erringen. Anschließend werden die Seiten getauscht und es geht wieder von vorne los.
Bei diesem Vorhaben kommt es vor allem auf die insgesamt fünf Charakterklassen an, da man diese für bestimmte Aktionen zwingend benötigt. Brücken baut zum Beispiel lediglich der Techniker, während Geheimagenten einen Schildgenerator hacken und somit unbrauchbar machen. Diese Tatsache erfordert ein gutes Zusammenspiel der jeweiligen Gruppen, denn ohne Deckung wird der Teamkollege nicht lange an der Brücke herumschrauben können, sondern stattdessen vermutlich recht schnell ins Gras beißen. Ebenso kann der Soldat nur schwer einen Sprengsatz platzieren, wenn er inmitten der Feindbasis ohne Deckung agiert.
Dementsprechend unterschiedlich spielen sich die jeweiligen Klassen. Der Soldat marschiert mit schweren Waffen wie dem Raketenwerfer und Explosivstoffen aufs Schlachtfeld. Der Geheimagent setzt dank Maschinengewehr inklusive Zielfernrohr und Scharfschützengewehr eher auf Kämpfe über größere Entfernungen. Offiziere und Techniker platzieren derweil verschiedene Objekte im eigenen Territorium.
Dazu zählen beispielsweise Automatikgeschütze, Artillerie, Haubitzen oder Raketenwerfer, die den eigenen Soldaten im Gefecht hilfreich zur Seite stehen und den Gegnern das Leben schwer machen. Mitunter entstehen so durchaus schwer zu knackende Verteidigungslinien. In solchen Situationen muss man als Angreifer schon äußerst überlegt vorgehen und nicht einfach blind nach vorne ins Verderben stürmen. Obwohl man das im Zweifelsfall natürlich auch tun könnte, um die Geschütze abzulenken.
Aber nicht nur zwischen den einzelnen Klassen existieren Abweichungen. Beide Fraktionen verfügen zwar über im Prinzip identische Berufe, jedoch erfordert es ein wenig Anpassung an deren speziellen Eigenschaften. Die GDF spielt sich logischerweise etwas konventioneller und vertrauter – schließlich nutzten die Menschen bekanntes Material wie Panzer, Raketenwerfer oder Jeeps. Im Gegenzug greifen die Strogg auf ein futuristisches Arsenal mit Mechs, Jetpacks und Anti-Grav-Panzern zurück.
Damit hört es jedoch keineswegs auf. Der menschliche Sanitäter befördert mit Hilfe seines Defibrillators seine gefallen Kameraden sofort wieder zurück ins Leben, während der Strogg-Versorger zwar ein wenig länger benötigt, dafür aber auch getötete Gegner in mobile Spawnpunkte verwandelt – die sind allerdings nur einmalig nutzbar. Zudem offerieren seine Medipacks nicht ausschließlich neue Lebensenergie, sondern ebenso Munitionsnachschub.
Die Soldaten der GDF müssen zudem regelmäßig nachladen. Ihre Strogg-Widersacher sollten hingegen lediglich darauf achten, dass sich das Schießeisen nicht überhitzt. Ansonsten ist eine kleine Pause fällig. Ein winziger Nachteil der Invasoren: Ihr Zielfernrohr benötigt grob geschätzt knapp eine Sekunde, um das Geschehen in voller Schärfe darzustellen. Auf Seiten der Menschen sieht man sofort alles glasklar, was mitunter durchaus entscheidend sein kann.
Je besser und effektiver man sich dabei auf dem Schlachtfeld anstellt, desto mehr Punkte fließen auf das eigene Konto. Innerhalb einer Kampagne bleiben diese über mehrere Maps hinweg bestehen und gewähren somit Zugriff auf spezielle Fähigkeiten oder Ausrüstung, zum Beispiel schnellere Sprints. Nach dem Ende des jeweiligen Feldzuges verschwinden die gesammelten Zähler allerdings wieder, wodurch beim nächsten Durchlauf alle Teilnehmer mit gleichen Voraussetzungen an den Start gehen.
Apropos Kampagnen. Die darf man sogar alleine ausprobieren, bevor man sich ins Online-Getümmel stürzt. Leider haben die Entwickler nur die einzelnen Mehrspieler-Karten aneinandergereiht – sortiert nach verschiedenen Kontinenten. Story, Zwischensequenzen oder wirkliche Verbindungen sucht man hier vergeblich. Aber Quake Wars ist nun mal primär ein Online-Shooter. Der Solo-Part dient da eher als Einstiegshilfe beziehungsweise Training für Neuanfänger.
Eine Aufteilung der maximal 16 Spieler in mehrere Squads ist übrigens nicht möglich. Sehr Schade, denn Battlefield 2 und Battlefield 2142 haben vorgemacht, dass sowas recht gut funktioniert. Sogar die PC-Version von Quake Wars ermöglicht es dank eines Updates. Die jeweiligen Teams könnten somit zum Beispiel leichter zusammenbleiben. Immerhin steht dafür ein integrierter Voice-Chat zur Verfügung, mit dem die Kommunikation ein wenig einfacher vonstatten geht.
In Sachen Technik vertraut Splash Damage auf die Engine von Doom 3. Überzeugend sind vor allem die schicken Texturen, das Leveldesign und die Größe der einzelnen Karten. Dennoch merkt man dem Grafikgrundgerüst sein Alter mittlerweile auf jeden Fall an. Es gibt durchaus schönere Spiele, allerdings sieht Quake Wars größtenteils noch immer recht gut aus, wenn auch das Innere von Gebäuden zumeist eher langweilig anmutet.
Ebenso erfreulich: Das Spiel läuft einwandfrei auf den Konsolen und gerät im normalen Ablauf zu keinem Zeitpunkt ins Stocken. Ruckler treten lediglich auf, wenn die Internetverbindung schwächelt und dadurch der Datenfluss gestört wird.
Generell kann man die Umsetzung von Quake Wars auf die Konsolen als durchgehend gelungen bezeichnen. Eine besondere Herausforderung war hierbei wohl die Steuerung, aber auch diese Hürde hat man mit Bravour gemeistert. Prinzipiell funktioniert die Kontrolle so, wie man es von einem Konsolen-Shooter gewohnt ist. Bewegen mit dem linken Analog Stick. Umschauen mit dem rechten Analog Stick. Linker Trigger für den Zoom. Rechter Trigger zum Schießen. Einige wenige Befehle, etwa die Anforderung eines Sanitäters, werden über den so genannten „Schnellchat“ aktiviert. Taste drücken. Order wählen. Fertig.
Die Fahrzeuge lenkt man derweil unabhängig von der Kameraperspektive, was aufgrund der direkten Steuerung zwar anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, später aber wunderbar funktioniert. Ein wenig mehr Übung erfordern hingegen die Flugzeuge, die wirklich alles andere als einfach zu beherrschen sind.
Ja, Quake Wars ist kein Battlefield. Aber das will es eigentlich auch gar nicht sein. Es ist schneller. Hektischer. Und dadurch fast schon ein wenig aufregender.
Ein großer Vorteil von Splash Damages Multiplayer-Shooter ist das Spielprinzip. Aufgrund der strikt vorgegebenen Missionsziele bündeln sich die Gefechte stets an meist einem einzigen Punkt. Man muss seine Gegner nicht erst suchen, sondern wird gleich in Frontnähe befördert und bleibt im Normalfall vielleicht gerade Mal einige Sekunden ohne Feindkontakt.
Für den Erfolg ist jedoch gerade in diesem Fall stets ein gutes Zusammenspiel nötig. Was leider nicht immer reibungslos klappt. Das Problem haben allerdings auch andere Spiele. Mit dem richtigen Team sorgt Quake Wars jedenfalls für mächtig Spielspaß – wenn auch die Optik mittlerweile ein wenig angestaubt wirkt und Komfortfunktionen wie Squads weiter fehlen.
Ihr dürft bereits über die Schlachtfelder marschieren.
Enemy Territory: Quake Wars im Test.
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