Fallout 3: Broken Steel

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Bethesda Softworks
Entwickler
Bethesda Softworks
Genre
Andere
PC: Fallout 3: Broken Steel

Gesamtwertung

7/10

PC: Fallout 3: Broken Steel

Man sagt, das Beste kommt immer zum Schluss. Wenn dem wirklich so ist, hoffe ich, dass Broken Steel nicht das Ende der zusätzlichen Download-Inhalte darstellt. Nach der deutlichen Steigerung mit The Pitt schafft es Bethesda leider nicht, die mit Abstand beste Erweiterung für Fallout 3 abzuliefern. Und das, obwohl es doch endlich mit der Hauptstory weitergeht und das abgeschlossene Ende aufgelöst wird. Was machen eigentlich all die Leute, die die tollen Nebenaufgaben des Hauptprogramms gestaltet haben? Scheinbar nicht an zusätzlichem Content arbeiten.

Wenigstens macht Broken Steel da weiter, wo Fallout 3 letztendlich auch aufhört. Jedenfalls mehr oder weniger. Bevor man sich überhaupt an die neuen Aufgaben heranwagen kann, muss man erstmal die Story abschließen. Alten Spielstand laden, zur Zitadelle marschieren und ab geht die Post. Nach dem bekannten Ende gehen die Lichtlein aus, der Abspann flimmert über den Bildschirm. „Zwei Wochen später“ heißt es anschließend. Die Bruderschaft hat den einsamen Helden in Sicherheit gebracht und wieder Gesund gepflegt.

Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn der Kampf gegen die Enklave dauert trotz erster Erfolge weiter an. Die Pläne zur endgültigen Vernichtung der Widersacher verlaufen jedoch alles andere als geplant, wodurch einmal mehr Hilfe von Nöten ist. So ist eben als Held des Ödlands. Tritt man dem Feind einmal ordentlich in den Hintern, sind die eigenen Dienste sehr gefragt.

Broken Steel orientiert sich dabei am Tempo und der Gangart der letzten Quest von Fallout 3. Soll heißen: Es geht actionreich und schnell zur Sache. Zu einem stupiden Geballer wie in Operation: Anchorage verkommt das dritte Add-On aber glücklicherweise nicht. Trotzdem mangelt es der Story-Fortführung wieder an verschiedenen moralischen Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen. The Pitt hat sich in diesem Punkt bisher am besten geschlagen.

Auch die Gelegenheiten, eine alternative Lösung zur Erfüllung des Ziels zu finden, halten sich leider in Grenzen. Eine abweichende Vorgehensweise ist während der Hauptstory kaum möglich. Und wenn, dann beschränkt es sich zumeist darauf, ob man zum Beispiel mit ausreichender Hacken-Fähigkeit in einen wichtigen Raum kommt oder den gefährlicheren, etwas längeren Weg nehmen muss. Bei den kleinen Nebenaufgaben, die man später zusätzlich absolvieren kann, sieht es da schon etwas besser aus.

Die vielen Kämpfe in Broken Steel erweisen sich dabei als gute Herausforderung – die letzte Bastion der Enklave ist schließlich gut bewacht. Feindliche Soldaten teilen mit ihrem Arsenal ordentlich aus und machen die Missionen alles andere als leicht. Auf jeden Fall sollte man viele Stimpaks in der Tasche haben. Man wird sie brauchen.

Die künstliche Intelligenz schwankt hingegen teilweise recht stark. Fieslinge verstecken sich in ihren hellen Momenten hinter Ecken und Objekten, wechseln die Position und nehmen den Helden beständig unter Feuer. Dann wiederum gibt es auch Augenblicke, in denen sie grundlos nach vorne in die freie Schussbahn stürmen. In solchen Augenblicken fehlt nur noch die große Zielscheibe auf ihrer Rüstung.

Besonders dämlich stellen sich die Mitstreiter der Bruderschaft an, mit denen man kurzzeitig unterwegs ist. Selbige bieten sich gerne als Kanonenfutter an, laufen sie doch einfach so durch die Gegend, meistens genau vor das eigene Fadenkreuz. Die Konsequenz daraus ist, dass sie vermehrt den Beschuss der Gegner einstecken, während man selbst darum bemüht ist, eine freie Schusslinie zu finden. Da freut man sich gleich doppelt, wenn man wieder alleine unterwegs.

Da Broken Steel die Levelgrenze auf 30 erhöht, gesellen sich einige frische Extras zum Spiel hinzu. Wie gewohnt muss man sich bei Erreichen der nächsten Stufe zwischen mehren Möglichkeiten entscheiden. Dank „Welpen!“ bekommt man etwa einen neuen Hund, wenn Dogmeat mal wieder ins Gras beißt. Level 30 beschert einem hingegen auf Wunsch die „Atomare Anomalie“, mit der man jedes Mal, wenn die eigene Gesundheit auf 20 oder weniger sinkt, in einer verheerenden Atomexplosion in die Luft fliegt. Da vergisst man doch gerne mal zufällig ein Stimpak. Außerdem mit von der Partie sind natürlich wieder neue Waffen und andere Ausrüstung. Insbesondere die Tesla-Kanone macht mit Gegnern kurzen Prozess und lässt sogar die Fluggeräte der Enklave mit einem Treffer explodieren.

Bis zum Ende von Broken Steel bringt man es im Normalfall auf Level 24 oder 25. Dumm nur, wenn man dann schon alle anderen Quests erledigt hat. In dem Fall heißt es: Wahllos dutzende Gegner über den Haufen ballern oder auf weitere Inhalte warten.

Broken Steel bewegt sich im Grunde genommen irgendwo zwischen Operation: Anchorage und The Pitt, allerdings ein gutes Stück weiter näher an letzterem. Im Hinblick auf die abschließende Mission des Hauptprogramms ist es eine durchaus konsequente Fortführung dessen, was man dort geboten bekam.

Ich persönlich fand das Finale aber vergleichsweise schwach und werde demzufolge auch mit Broken Steel nicht gänzlich warm. Ich wünsche mir einfach mal ein paar neue und umfangreichere Nebenaufgaben in der offenen Welt des vorhandenen Ödlands, die dadurch mehr Platz zur freien Entfaltung bieten und verschiedene Vorgehensweisen erlauben. Eben so, wie man es aus Fallout 3 kennt. In der riesigen Welt ließen die sich mit Sicherheit noch unterbringen.

Broken Steel ist alles in allem eine gute Erweiterung, obwohl es noch hätte mehr sein können. Ich warte immer noch auf DAS Add-On, das mich wirklich vom Hocker haut. The Pitt hat bereits gezeigt, in welche Richtung es gehen sollte. Man muss nur die richtige Mischung finden. Und bitte mehr moralische Entscheidungen!

Broken Steel ist ab sofort zum Preis von 800 Microsoft Punkten für die Xbox 360 und den PC erhältlich.

 

 

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