Mass Effect Galaxy

Review
Plattform
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
BioWare
Genre
Andere
Monkey Island SE & Mass Effect

Gesamtwertung

3/10

Monkey Island SE & Mass Effect

Seit ich bei Eurogamer anfing, warte ich auf meine 10. Ein echte, große 10. Ein paar Mal dachte ich, es wäre so weit, aber immer fehlte was. Dann kam die Monkey Island Special Edition. Aber da hatte ich keine Zeit und musste den Test zähneknirschend abgeben. Aber man sieht sich im Leben immer zweimal und jetzt auf dem iPhone kann ich endlich meine 10 Punkte zücken. Oder eben auch nicht. !Monkey Island: Special Edition! Größe:351 MB Preis: 5,99 Euro (Stand 6.8.) Entwickler: LucasArts Testversion: Nein Seit dem ersten PDA mit Windows CE gehört SCUMM, diese kleine, elegante Freeware, zum festen Reisegepäck. Die All-Time Top 10 der Adventures stets bei Bahnfahrten griffbereit, perfekt mit einem Stylus gesteuert, dazu legendäre Soundtracks über Kopfhörer. So schön kann Wartezeit sein. Und jetzt auf dem iPhone, grafisch überarbeitet, das MUSS es einfach werden. Kennt ihr dieses MUSS? Wenn es ein solchen MUSS ist, dann geht es meistens schief oder zumindest war der Preis zu hoch. Letzteres ist kaum ein Problem. Ganze 6 Euro für eines der besten Spiele der bisherigen Historie des Mediums, billiger als die Remakes auf anderen Plattformen und ganz sicher preiswerter als der Versuch, ein Original auf 3,5 Zoll zu erbeuten. Genau das solltet ihr aber tun, wenn ihr unterwegs Monkey Island spielen wollt. Seit Jahren klappt das auf SCUMM perfekt. Mit dem Stylus lässt es sich schnell und elegant tippen, kaum schlechter als mit einer Maus. Nur, so ein iPhone hat keinen Stylus. Wird auch nie einen haben. Macht normalerweise nichts. Wenn man es richtig anpasst. Ist hier leider nicht ganz gelungen. Prinzipiell läuft es kaum anders als auf der 360, nur dass es sich mit dem Finger viel unpräziser steuern lässt. Damit könnte man aber leben. Sobald es jedoch an den Rand des Screens geht, wird es frustrierend. Der Cursor ist ein Kreis mit einem Pfeil. Die Spitze zeigt an die Stelle, zu der sich Guybrush bewegt. So weit, so gut. Nur zeigt sich der Pfeil sehr störrisch, wenn es darum geht, auf die Kanten zu zeigen. Wollt ihr durch den roten Vorhang in der Bar gleich zu Beginn treten, dann ist das ein Problem, aber ihr habt ja alle Zeit der Welt. Irgendwann klappt es. Wer kennt hier die Möwe? Die Planke? Es wird euch in den Wahnsinn treiben, zumal ihr den Cursor nicht einfach platzieren könnt, sondern die Hälfte der Zeit versehentlich das Item-Menü am unteren rechten Rand aufruft und das Icon wie eine Maus ziehen müsst. Wie eine sehr träge Maus. Dieses Problem bleibt auch in der mit einem Doppelfingerzeig jederzeit erreichbaren Klassikversion bestehen. Ein Wusch und schon sieht es aus wie 1990, Verben, Items und alles. Und mit diesem Verben lassen sich solche, leicht unter Zeitdruck aufbebauten Rätsel gerade so bewältigen. Aber Spaß machen sie auch nicht wirklich. Man kann es leider nicht anders sagen: Auf dem iPhone hat LucasArts die Steuerung des vielleicht besten Adventures überhaupt verbockt. Den Rest allerdings haben sie gut hinbekommen. Rein optisch gibt es hier nichts auszusetzen. Die neuen Charaktere gefallen mir persönlich zwar immer noch nicht wirklich, aber die Hintergründe wurden geschmack- und respektvoll mit Liebe zum Detail überarbeitet. Der Sound erfuhr eine minimale – zumindest im Vergleich zur alten CD-Rom Fassung – Frischzellenkur und die Sprecher passen gut zu Ambiete und Persönlichkeiten. Und solltet ihr es noch nicht gehört haben: Was Humor, Story und vor allem Rätsel angeht, macht dem Spiel seit fast 20 Jahren so schnell keiner was vor. Tja, hätte, könnte, sollte. Ist aber nicht. Die Freeware SCUMM auf einem alten PDA installiert, liegt, wenn es um portables LucasArts geht, deutlich vorn. Die Grafik ist ein wenig angestaubter, aber die problemlose Steuerung wiegt dieses kleine Manko locker auf. Monkey Island rettet sich auf dem kleinen Apple durch seine komplett unverwüstlichen inneren Werte, aber keine andere Version baut einen solchen Sichtschutz um selbige auf. Es bleibt ein gutes Spiel, aber zum ersten Mal hat sich Frust hier eingeschlichen. Große Namen zweite Runde, aber hier ist alles offen. Oder habt ihr schon vorher von der iPhone-Version Mass Effects gehört? Wie bringt man so ein Epos angemessen auf den kleinen Screen? Gar nicht, wie es aussieht. !Mass Effect Galaxy! Größe: 141 MB Preis: 2,39 Euro (Stand 6.8.) Entwickler: Electronic Arts Testversion: Nein Statt den wohl sowieso hoffnungslosen Versuch zu starten, ein Riesen-RPG in den App-Store zu zwängen, versuchte man sich an einer Kreuzung aus Diplomatie-Adventure und Ballergame. Gelungen ist leider keines davon. Der Ballerteil enttäuscht dabei am meisten und es dürfte schwer sein, sich weiter von Mass Effect zu entfernen, als es mit diesem Chaos gelang. Jeder Kampf findet auf einem Screen statt, der als kleines Pac-Man-artiges Labyrinth aufgebaut ist. Irgendwelche nicht identifizierbaren Hindernisse – Wände? Tische? – stehen herum. Dazwischen wuseln zwei bis X Feinde. Eure eigene Figur lenkt ihr wie eine Murmel mittels Kippen des iPhones durch dieses Labyrinth und das, was gerade rot markiert ist, wird beballert. Ganz automatisch. Leider wählt die Möchtegern-KI gerne irgendwas, aber selten das, was euch direkt vor der Nase steht und Schild- und Lebensenergie dezimiert. Wenigstens lässt sich per Tippen das Ziel wechseln und bei Feinden klappt das ordentlich, bei zerstörbaren Kisten dagegen furchtbar. Das war es dann auch schon. Packt noch ein paar Sammelextras wie Lebensenergie dazu und einen zeitlich begrenzten Special-Angriff, und ihr habt etwas, wo Mass Effect draufsteht, aber garantiert nicht drin ist. Dieser Teil des Spiels könnte vielleicht aber auch nur als Auflockerung für das “““Adventure“““ gedacht sein. Nach der nichtssagenden Murmelbahn wirken die zumindest technisch sauberen Comicgrafiken geradezu erfrischend, auch wenn sie kaum über das Niveau des Kinderfrühstücksprogramms hinauskommen. Ein Anführungszeichen bei Adventure reichte aber leider nicht. Alles, was ihr hier durchrätselt, sind dröge Gespräche zwischen dem Helden – einer Weltraum-Pissnelke ersten Grades, deren Existenz schon nach Minuten beleidigt – und einer diversen Ansammlung unwichtiger Randgestalten. Erwähnenswert wäre da noch eine Schmalspur-Space-Mata-Hari, aber auch nur, weil sie zusammen mit dem Helden im kommenden Mass Effect 2 auftauchen wird. Welch eine Freude. Der Verlauf der Debatten wird über ein unübersichtliches Dreh-Menü gelenkt, in dem ihr zwischen verschiedenen Antworten wählt. Die Umständlichkeit des Ganzen verschleiert ein wenig die Belanglosigkeit der Handlung um eine mittelmäßige Verschwörung im Weltraum. Gut, wie sollte eine Verschwörung auch so richtig in Fahrt kommen, wenn das Ganze schon nach anderthalb Stunden wieder vorbei ist. Kurz und schmerzhaft. So lässt sich Mass Effect Galaxy auf dem iPhone zusammenfassen. Widerliche Charaktere in einer unbedeutenden Story, geführt durch ermüdende Dialoge und aufgelockert durch triste Actionsequenzen. Egal wie Mass Effect 2 am Ende ausfällt, besser als sein Teaser wird es sicher. !Zombies vs. Sheep! Größe: 8,9 MB Preis: 0,79 Euro (Stand 6.8.) Entwickler: Clickgamer Technology Testversion: Nein 80 Cent sind nicht viel, aber ein paar Sachen bekommt man schon dafür. Einen leckeren Schokoriegel, der viele Endorphine im Körper verteilt. Ein gebrauchtes Taschenbuch auf dem Flohmarkt. In manchen Onlineshops sogar einen guten Song, den man dann den ganzen Tag vor sich hinsummen kann. Man sollte den Wert von 80 Cent wirklich nicht unterschätzen, wenn man anführt, dass Zombies vs. Sheep vielleicht furchtbar, aber dafür ja billig sei. Es gibt einen Screen, auf dem von oben erhängte Skelette, Fledermäuse, Zombies und andere Viecher hereinbaumeln und euer Schaf am unteren Ende mit brennendem Zeugs bewerfen. Das Schaf weicht aus, indem ihr das iPhone nach links oder rechts kippelt. Dabei sammelt ihr auch die Extras ein, die die bösen Gestalten fallen lassen, während ihr durch Antippen auf sie ballert. Das Spielprinzip hätte 1982 echt was reißen können, als Nintendo mit Game&Watch ankam. Heute könnt ihr nur hoffen, dass der Bus schnell kommt, denn wie so viele Flashgames wird auch das hier schnell dröge. Der größte Unterschied besteht darin, dass Zombies vs. Sheep Geld kostet. Nur wert ist es halt keines. Schade um den lustigen Namen. Monkey Island: Special Edition, Mass Effect und Zombies vs. Sheep sind für iPhone/iPod über den Apple Store erhältlich.

 

 

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