NiGHTS: Journey of Dreams

Preview
Vertrieb
Sega Of Europe
Genre
Abenteuer
WII: NiGHTS: Journey of Dreams

WII: NiGHTS: Journey of Dreams

Wenn Euch jemand sagen würde, dass Segas NiGHTS: Journey of Dreams ein Rennspiel wird, würdet Ihr ihn einen Lügner nennen? Wahrscheinlich schon, aber warum? Liegt es an den Screens oder Videos, in denen ein seltsamer Clown durch phantastische Traumlandschaften rauscht und nichts, aber auch gar nichts auf den ersten Blick an die Merkmale eines Racers erinnert?

Vielleicht muss man sich ein wenig strecken, um diesen Vergleich zu ziehen, doch eine grundsätzliche Beschreibung des Spielprinzips zwingt ihn fast schon auf. Ihr steuert den Jester, ein verspieltes Traumwesen, auf festen Kursen durch drei Runden. Mit jeder Runde verändert sich der Ablauf der Flugbahn ein wenig und neue Teile der seltsamen Welten von Journey of Dreams eröffnen sich Euch. Es gibt sogar eine Karte, die Eure Position auf dem Kurs zeigt, und ein Zeitlimit hält Euch von Tändeleien am Wegesrand ab.

Zugegeben hören an dieser Stelle die Ähnlichkeiten schnell auf. In nur wenigen Rennspielen geht es in erster Linie um das Sammeln von Kugeln und das Durchfliegen von schwebenden Ringen zum Punktesammeln. Auch ein Kombosystem für geschickte Scorejäger wurde nicht vergessen.

Vorsicht solltet Ihr allerdings in den Träumen schon walten lassen, schließlich lauern Gefahren in Form zahlreicher Gegner allerorten. Der Jester verfügt über keine echten Waffen und muss sich mit artistischen Kunsttücken behelfen.

Im Sturzflug geht Ihr auf einen Albtraum nieder und umkreist ihn. So entsteht ein Strudel, der den Widersacher auf Nimmerwiedersehen und Sega-allein-weiß-wohin zerrt. Ihr dagegen setzt den Flug des Jesters fort, immer auf der Suche nach neuen Geheimnissen in einer phantastischen Welt, die sich permanent um Euch herum neu erfindet und mit Geschick neue Wege eröffnen lässt. Eben noch ging es im halsbrecherischen Tempo über grüne Wiesen, schon steckt der Jester – oder auch Flute, wie er mit richtigem Namen heißt - nur wenig später in einem Delphin-Outfit und erkundet die nicht weniger erstaunliche Welt tief im Ozean.

Nach drei Runden wird der Spieltrieb des Jesters durch einen der besonders fiesen Albträume, allgemein als Endgegner bekannt, ausgebremst. Ein einfaches Umfliegen dieser Widersacher reicht nicht und geschickte Manöver werden nötig sein, um nicht unsanft mit dem Game-Over-Screen vor Augen zu erwachen.

Sega veränderte die simple Formel kaum, die dem Original auf dem Saturn vor mehr als zehn Jahren eine bis heute bekennende Fangemeinde bescherte. Nach wie vor zeigen sich die wilden Level komplett in 3D, letztendlich findet die Reise aber auf einer zweidimensionalen Bewegungsebene statt. Dieser Ansatz nimmt Euch die Freiheit, alle Flecken der Träume nach eigenem Gutdünken zu bereisen.

Als Entschädigung könnt Ihr Euch ganz auf die vor Euch liegenden Aufgaben, sprich das Punktesammeln und Geheimnisse entdecken, konzentrieren. Auch das hohe Tempo und die fließend wechselnden Perspektiven lassen Euch wahrscheinlich häufig genug vergessen, dass nicht Ihr, sondern letztlich Sega den Weg des Jesters bestimmt.

Damit blieben die Japaner dem Saturn-Vorbild treu und Fans freuen sich sicher, das zu hören. Es wird sie ebenfalls beruhigen, dass man bei der Steuerung weit weniger Experimente einging, als zunächst zu vermuten – oder zu fürchten? - war. Wenn Ihr Eure Träume richtig Retro bevorzugt, dürft Ihr einfach den Classic-Controller anschließen und so dem damals revolutionären Saturn-Analogcontroller sehr nahe kommen. Wobei man anmerken sollte, dass dies noch nicht in Stein gemeißelt ist.

Moderne Kids setzen natürlich auf Wii-Mote und Nunchuck und solltet Ihr nicht von diesem dynamischen Duo lassen können, macht Euch NiGHTS keinen Strich durch die Rechnung. Etwas seltsam könnte es anmuten, dass Ihr die Bewegungsrichtung komplett mittels des Nunchuck vorgebt und die Wiimote als reiner Tastenlieferant herhalten muss. Ob sich diese Kombination dann im fertigen Spiel bewährt, wird sich zeigen.

Nach einer sicheren Sache sieht dagegen die farbenfrohe, lebensbejahende und im besten Sinne an das Original erinnernde Grafik aus. Die düsteren Passagen bieten einen geschliffenen Look, der Euch mit einem stets vorhandenen Augenzwinkern nie in zu ernste Stimmungen verfallen lässt, ohne dabei albern zu wirken.

Die lichten Areale dürften ebenfalls durch kräftige Farben und die mögliche Einbindung des Wetterchannels

Eure Laune beim Spielen aufhellen, zumindest bis das große Ruckeln beginnt. Ihr wisst alle, dass die Wii nicht gerade das Powerhouse der aktuellen Generation darstellt und der Flug des Clowns scheint die weiße Box bis an die Grenze zu treiben.

In den gezeigten Ausschnitten machten sich deutlich Abfälle in die niederen Regionen der Framezahlen bemerkbar, etwas, das Sega bis zum Release dringend optimieren sollte. Ansonsten dürfte der eigenwillige Stil deutlich leiden und das wäre wirklich schade.

Diejenigen unter Euch, die sich schon seit Monaten mit Sorgen tragen, dass der neue Jester alles umkrempeln würde, was sie vor einer Ewigkeit auf dem Saturn liebten, dürfen ein klein wenig aufatmen. Sega schien Gefallen an dem alten Spielprinzip zu haben und reicherte die Flüge nur mit wenigen dezenten Innovationen an. Und eigentlich, wenn man mit sich selbst ehrlich ins Gericht geht, will man doch häufig nichts anderes. Das, was man liebte, nur ein wenig hübscher. Und wenn Sega noch die Frameratenprobleme in den Griff kriegt, könnte das durchaus klappen.

NiGHTS: Journey of Dreams wird derzeit in Europa für Januar 2008 avisiert, die US-Wii´ler gehen schon im Dezember auf die traumhafte Reise.

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?