Gesamtwertung5/10 |
Es fällt wirklich nicht leicht, Spiele auf dem iPod zum Testen herauszupicken. Wo auf anderen Konsolen bestenfalls alle fünf Tage ein Spiel herein flattert, sind es hier fünf am Tag. Und das ist an den meisten Tagen keine Übertreibung. Dem kommt sicher entgegen, dass die Programmierung zumindest in ihren Grundzügen weit einfacher fällt als bei der Konkurrenz und dank Micropayment auch Minis für 80 Cent eine Chance bekommen. Wir werden hier in Zukunft uns einfach ein wenig von großen Namen und ansonsten von der Macht leiten lassen, wenn es darum geht, aus dem Riesen-Sammelsurium ein paar Kandidaten herauszupicken. Fangen wir mit den Namen an. !Metal Gear Solid Touch! Größe: 85 MB Preis: 4,99 Euro Entwickler: Konami Testversion: Nein Metal Gear Solid Touch ist die perfekte Ergänzung zu Metal Gear Solid 4 und zwar für alle, die zu ungeduldig sind, um sich die ausufernden Sequenzen des großen Metal Gears anzugucken. Auf dem iPod wird Euch zwischen den Stages die gesamte Geschichte in kurzen Texten und im stark reduzierten Schnelldurchlauf zusammengefasst, so dass Ihr danach im großen Spiel fast alles skippen könnt und trotzdem ungefähr wisst, worum es geht. Was allerdings auch bedeutet, dass Touch mit keinem eigenen Handlungsstrang aufwartet und damit Enthusiasten der Serie ein wenig enttäuschen dürfte. Als Spiel müsste man es eigentlich mit „Snakes kleiner Schießbude“ betiteln. Jeder Stage zeigt Euch ein wirklich hübsches Landschaftsbildchen, angelehnt an die romantischen Lokalitäten des Originals. In diesem poppen böse Soldaten auf, die nach kurzer Zeit das Feuer eröffnen. Ihr müsst jetzt mit dem Finder das Fadenkreuz auf den Fiesling ziehen und dann auf den Screen zum Feuern tippen. Hebt Ihr die Finger weg, geht Snake in Deckung. Nach einer definierten Anzahl Soldaten folgt der nächste Abschnitt. Ein wenig variiert das Spiel im Laufe seiner recht kurzen 90 Minuten das Konzept, fügt Sniper-Attacken und ein paar Feindtaktiken dazu, im Grunde bleibt es jedoch ein Rail-Shooter ohne Rails. Und so etwas ist einfach kein Metal Gear, was wohl die größte Enttäuschung sein dürfte. Als simpler, hübscher und kurzer Fun für Zwischendurch geht es gerade so in Ordnung, dem Namen wird es in seiner Schlichtheit allerdings in keiner Weise gerecht. Und Träger großen Titel müssen nun mal damit rechnen, ein wenig strenger herangenommen zu werden. Wertung: 5 !Elemental Monster TD! Größe: 42 MB Preis: 2,99 Euro Entwickler: Hudson Testversion: Nein Ich kann, um ehrlich zu sein, gar nicht mal so genau sagen, warum ich dieses Spiel kaufte. Es muss wohl die Macht gewesen sein oder vielleicht doch der Name Hudson, der mich leitete. Am Ende spielt es keine Rolle, denn Elemental Monster TD ist ein echter Gewinner. Gutes Tower Defense allein macht schon Spaß, es aber mit Sammelkarten, Fantasy und leichten Rollenspielelementen zu würzen, verwandelt es in eine Suchtmaschine veritabler Größenordnung. Auf insgesamt fünf Karten mit jeweils drei Härtegraden gilt es, die bösen Horden von irgendwas – eine Story ist da, sie zu lesen bleibt optional – aufzuhalten. Zu diesem Zweck müsst Ihr aus einem immer größer werdenden Pool von Spielkarten mit Monstern drauf ein Fünfer-Kartendeck zusammenstellen und mit diesem die 50 Wellen von Feinden eines Stages stoppen. Auf dem Schlachtfeld seht Ihr die Wege, die sie kommen müssen, und positioniert Eure Monster so, dass sie möglichst viel davon im Blick haben. Gekämpft wird genretypisch automatisch und jeder kleine Sieg gibt Euch Punkte, mit denen Ihr neue Monster platzieren oder schon gesetzte hochleveln dürft. Der Levelaufstieg wird schnell der Schlüssel zum Triumph, da die meisten Biester erst nach ein paar Upgrades wirklich zeigen, was sie können. Eine komplette 50er-Runde dauert etwa 15 kurze Minuten, Ihr dürft speichern und selbst wenn Ihr es nicht packen solltet, bekommt Ihr Punkte zum Kauf neuer Karten gutgeschrieben, so dass kein Spiel umsonst war. Das richtige Maß an Taktik, Level- und Sammelwahn plus gutes Kartendesign, hübsche Biester und ein kleiner Preis machen Elemental Monster TD zu meinem offiziellen Geheimtipp unseres ersten Apple-Monats. Wertung: 9 !Attack from the Dead! Größe: 10MB Preis: 0,79 Euro Entwickler: CDE Testversion: nein Ein Zombieshooter mit schicker Optik, Splatterblut und alles für weniger als einen Euro? Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es aber. Mit Attack from the Dead bekommt Ihr alles, was ich gerade sagte. Nur ein gutes Spiel sucht Ihr leider vergeblich. Jeder Stage sieht sich sehr, sehr ähnlich. Auf der linken Seite steht eine Jill Valentine für Arme, auf der rechten rücken die Zombies gegen Eure Barrikade vor. Ihr ballert per Tippen, bevorzugt auf die Zombieköpfe für schnelle Kills, und bewegt Euch von oben nach unten, um ein besseres Schussfeld zu bekommen. Diese Bewegung ist es, die das kleine Spielchen ruiniert. Viel zu langsam und frustrierend zuckelt das Sprite in Schussposition und bevor Ihr da seid, haben die Untoten schon längst wertvolle Teile der Barrikade weggenagt. Für ein paar billige Splatter-Minuten reicht es, dann werdet Ihr merken, dass der Spielspaß selber schon längst zum Zombie mutierte und das Ganze keines weiteren Blickes mehr würdigen Wertung: 3 !Edge! Größe: 15 MB Preis: 3,99 Euro Entwickler: Mobigames Testversion: ja Könnt Ihr Euch Marble Madness mit einem Würfel statt mit einer Kugel vorstellen? Ja: Klasse, ich muss nichts weiter über Edge erzählen. Nein: Mist. Ok, los gehts. Aus einer Iso-Ansicht blickt Ihr auf ein aus Würfeln zusammengesetztes, frei im Raum schwebendes Labyrinth herab. Eure Figur ist ebenfalls ein Quader und lässt sich mit ein wenig Schwung des Fingers über seine Kanten kippen und weiterbewegen. Führt den Würfel von Start zu Ziel und Euer Lohn sollen viele Punkte und tiefe innere Zufriedenheit sein. Was in den ersten Stages zur Eingewöhnung noch locker startet, artet schnell zu einer Herausforderung an Geist, noch mehr aber den Fingern aus. So ein Würfel kippt halt nicht so schnell, und das richtige Maß an Schwung zu finden, um ihn nicht ein Feld zu weit und damit in den Abgrund oder eine der tausend verschiedenen Fallen zu kippen, gerät zu einer kleinen Kunst. Wirklich Mutige nutzen die Bewegungssensoren des iPod und lenken den Würfel durch Kippen des Geräts. Das funktioniert und sogar erstaunlich präzise, letztlich klappt es durch das Fingerziehen aber dann doch genauer und in höheren Leveln, in denen jeder Verkippler tödlich endet, fahrt Ihr doch besser damit. Audiovisuell mixte man stylischen Minimalismus mit Eleganz und das Ergebnis passt wunderbar zu Apples Designphilosophien. Und sieht trotzdem gut aus. Fast jeder Level fordert Euch neu und wie die unzähligen Vorbilder birgt Edge ein gewaltiges „nur ein Versuch noch“-Suchtpotential. Das Spiel harmoniert perfekt mit der Hardware und wird Euch bis zur Neige der Batterien an Pod und Phone fesseln. Und ich glaube nicht, dass irgendjemand auf dem DS gezögert hätte, dafür den zehnfachen Preis zu verlangen. Wertung: 9 !Tap Tap Revenge 2! Größe: 10 MB (+ Songs) Preis: Nüscht Entwickler: Gogo Apps Das Konzept allein sollte reichen, um die Marketing-Abteilungen von Rock Band und Guitar Hero in Verwirrung und Wahnsinn zu stürzen: Das Spiel wird verschenkt und alle Songs, mehr als 150, gleich noch dazu. Ganz umsonst. Für lau und nichts. Stattdessen gibt es nur einen dezenten Link, der zum Shop führt, wo der Spieler einen Song ganz normal kaufen kann, wenn er ihm so gut gefallen sollte. Genau das macht Tap Tap Revenge 2. Es verpackt eine Wagenladung für das Spiel frei runterladbare Songs in einen kleinen Guitar Hero-Verschnitt mit drei statt fünf Saiten und Ihr tippt die erstaunlich gut in fünf Härtegraden arrangiert heranschießenden Noten an. Habt Ihr keine Lust dazu, könnt Ihr es auch lassen und die Musik genießen. Das Tippen bringt nämlich nur Punkte und modifiziert die Musik nicht, was wohl dem Grundgedanken eines kleinen, eleganten Musikmarketing-Spielchens entgegenkommt. Die Scores dürft Ihr dann auf internationale Leaderboards hochladen. Fassen wir zusammen: Ihr bekommt ein nettes Rhythmusspiel, über 150 Songs von einer breiten Auswahl an mal mehr – Papa Roach, NIN, Crystal Method –, mal weniger bekannten Bands, jede Woche kommen neue dazu und alles komplett kostenlos. Noch Fragen? Nein? Dachte ich mir. Fangt an zu laden, tippen und genießen. Wertung: 10 !Weitere kostenlose Games! Ehrlich, warum das hier umsonst ist, verstehe ich nicht ganz. Weit Schlechteres findet sich im App-Store, das weniger Inhalt bietet, unprofessioneller gemacht ist und Euch Geld kostet. Also fragt am besten nicht groß, sondern ladet Euch Gamebox Classics herunter (PDAmill / 16 MB). Die leicht anders betitelten Versionen von Arkanoid, Tanks und Bejeweled überzeugen ohne Vorbehalte. Tetris und Columns kranken leider unter den vier, etwas zu kleinen Steuerungstasten und Snake... naja, Snake halt, wer's mag. Egal, einem zur Hälfte perfekten, zur anderen Hälfte erträglichen und vor allem geschenktem Gaul zählt man nicht die grauen Haare. (Wertung: 8) Solltet Ihr absolute Newbies mit den grafischen Fertigkeiten des iPod und dem Bewegungssensor beeindrucken wollen, müsst Ihr kein Geld für eines der Rennspiele ausgeben. Seat Ibiza Cupra Race ( Futurelink / 16 MB ) mag zwar nur eine Strecke, ein Auto und keinen Rückwärtsgang haben, als kleiner Arcade-Fun für den Quickie zwischendurch macht es Laune, sieht gut dabei aus und lässt sich wunderbar per Herumkippeln lenken. Auch wenn es mich noch nicht überzeugte, einen Seat zu kaufen. (Wertung: 7) Kennt Ihr noch Wizardry 1? Apple Tandy? Anything? Macht nichts, selbst ich bin zu jung dafür. Eine Party von sechs, ein komplexes System von Zaubern, ein monströser Dungeon. Alles da? Nicht ganz. Was fehlt sind Automapping, Polygonwände, die wenigstens ausgefüllt sind, sowie moderner Komfort jeder Art. Seid Ihr wirklich Hardcore oder tut Ihr nur so? Es gibt nur einen Weg, es herauszufinden. Besiegt den bösen Magier in Sorcerer #1 ( Naoya Yoshimura / 1 MB ) und wir reden weiter. (Wertung: 8) Und im nächsten iPhone & iPod Touch Roundup schauen wir mal, was sich mal wieder Frisches durch den Store schlängelt.
In Seafight erforschst Du die abenteuerliche Karibik auf der Suche nach versteckten Schätzen und leicher Beute. 10.000 € auf den besten Spieler! zum Spiel...
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