Gesamtwertung7/10 |
Damals habe ich das allererste Star Wars Battlefront geliebt. Endlich ein spaßiger und guter Multiplayer-Shooter im Star-Wars-Universum, das sich dafür regelrecht anbietet. Noch heute zählt der Titel neben Battlefield 1942 zu meinen liebsten Online-Schlachtfeldern. Leider hat LucasArts nach Battlefront 2 PC und Konsolen etwas vernachlässigt und verlagerte das intergalaktische Kriegsgeschehen auf die Handhelds. Anfangs ausschließlich für Sonys PSP und nun auch für den DS. So richtig vertragen will sich Battlefront mit Nintendos Kleinem allerdings nicht.
Battlefront steht ja eigentlich für umfangreiche Multiplayer-Schlachten, in denen sich große Armeen ins Gefecht stürzen. Und auf dem DS fehlt allen voran überhaupt mal ein Online-Modus. Mit bis zu vier Spielern kann man hier lediglich lokal im Multi-Karten-Match zocken, jeder Teilnehmer braucht also sein eigenes Exemplar. Sollten keine Freunde Zeit haben, tritt man einfach gegen Bots an, was aber spätestens nach einer halben Stunde an Reiz verliert. Dem Spiel gelingt es auf dem DS nicht, wie seine großen Brüder ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass man sich inmitten einer gewaltigen Schlacht befindet.
Für ein wenig Beschäftigung sorgt indes die Singleplayer-Kampagne, die den beiden Klonen X1 und X2 folgt. Keine gewöhnlichen Klone, die auf Grundlage von Jango Fett erschaffen wurden, sondern spezielle Exemplare, die man mit Hilfe der DNA eines Jedi zum Leben erweckt hat. Gemeinsam kämpfen sie anfangs auf Seiten der Republik gegen die Separatisten, nach Ausführung der Order 66, also der Vernichtung nahezu sämtlicher Jedi, trennen sich ihre Wege. X1 arbeitet sich im Imperium nach oben und übernimmt nach der Zerstörung des zweiten Todessterns, woran X2 maßgeblich beteiligt ist, die Kontrolle über die verbliebenen Streitkräfte und will die Macht wieder an sich reißen. Und nun ratet mal, wer das verhindern soll.
Im Gegensatz zu den bisherigen Battlefront-Teilen sieht man das Geschehen auf dem DS in der Schräg-von-oben-Perspektive. Mit dem Steuerkreuz schickt man seinen Recken durch Korridore oder lenkt seinen Raumjäger auf einer 2D-Ebene durch das Weltall, die Zielerfassung geht dabei automatisch vonstatten. Gut so, denn zumindest die gegnerischen, recht pixeligen Schiffe würde man ohne sie nur schwer erkennen. Immerhin bietet man aber ordentlich Abwechslung. X2 kämpft an diversen Schauplätzen der Galaxie, unter anderem auch in der Schlacht von Coruscant. Hier muss er etwa ein feindliches Schiff entern und mit dessen Geschützen wiederum die Verteidigung von General Grievous' Flagschiff Invisible Hand zerstören, damit Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi darauf landen und Kanzler Palpatine befreien können. Leider ist das Ganze aber recht schnell vorbei. Mehr als drei bis vier Stunden sind nicht drin.
Gleiches gilt für die Kampagne der PSP-Version, die der DS-Variante im Großen und Ganzen ähnelt – abgesehen von kleineren Abweichungen. Einer der größten Unterschiede auf Sonys Handheld ist aber die Perspektive an sich. Wie im Vorgänger Renegade Squadron steuert man seinen Charakter aus der Third-Person-Sicht durch die – für PSP-Verhältnisse – optisch wirklich ansehnlichen Level. Die Steuerung wurde dabei nahezu unverändert aus dem letzten Teil übernommen. Soll heißen: Bewegungen des Kämpfers und der Kamera (nur horizontal) laufen gemeinsam über den Analog Stick, gefeuert oder gesprungen wird über die Buttons.
Wieder mit dabei ist die Lock-on-Funktion, mit der man einen Gegner bequem über die rechte Schultertaste ins Visier nimmt und sich so ganz auf ihn konzentrieren kann. Speziell die Steuerung über den Analog Stick ist insgesamt aber doch recht gewöhnungsbedürftig und erfordert eine gewisse Zeitspanne, bis man gut damit zurechtkommt. In engen Korridoren kann es außerdem vereinzelt zu Übersichtsproblemen kommen, aber alles in allem wurden sämtliche Funktionen sinnvoll aufgeteilt, obgleich es natürlich mit zwei Analog Sticks deutlich besser funktionieren würde.
Durch die größeren Schlachtfelder, die Fahrzeuge, den passenden Soundtrack im Hintergrund und insbesondere der Möglichkeit, mit mehr Spielern zu zocken, entsteht hier auch gleich von Beginn an dieses Mittendrin-Gefühl, das man auf dem DS schmerzlich vermisst. Um einen herum zischen Laserschüsse durch die Gegend, AT-STs stampfen feuernd durch das Areal und am Himmel kreisen Kampfjäger umher. Es kracht, es rummst und Befehle beziehungsweise Meldungen zum aktuellen Geschehen ertönen aus dem Lautsprecher. Neu in Elite Squadron ist die fast nahtlose Verknüpfung von Boden- und Weltraumgefechten. Sitzt man in einem Jäger, kann man – dargestellt durch eine kurze Zwischensequenz, in der der jeweilige Abschnitt geladen wird – entweder in den Orbit düsen oder hinunter in die Atmosphäre fliegen und landen. Und das ist nicht nur eine optische Spielerei.
Im Grunde genommen bietet das Spiel Gefechte an drei Fronten: Am Boden, im Weltraum und im Inneren des jeweiligen Großkampfschiffes beider Seiten. Aktionen auf der Oberfläche eines Planeten haben sogar Einfluss auf die Auseinandersetzung über den Wolken - und umgekehrt. Wer die Ionenkanone erobert, kann den großen Pott ins Visier nehmen und so schnell dessen Schilde senken. Ist das erledigt, fliegt man nach oben, geht an Bord und versucht, den Reaktor zu sprengen, woraufhin das Schiff kurze Zeit später in tausend Stücke explodiert. In dem Fall sollte man schnellstmöglich die Beine in die Hand nehmen und entweder in eine Rettungskapsel springen oder ein Schiff aus dem Hangar klauen. Im Gegenzug bombardiert man mit den Bordkanonen der fliegenden Festungen die Truppen am Grund und säubert dadurch zum Beispiel verbissen verteidigte Stellungen, bevor die Verbündeten eintreffen.
Wie gewohnt erobert man auf seinem Weg mehrere dieser Kontrollpunkte, die gleichmäßig auf den Karten verteilt sind. Vor allem um die meist in der Mitte befindliche Ionenkanone entstehen bittere Gefechte, da man selbige erstmal eine gewisse Zeit lang im Besitz halten muss, bevor sie feuerbereit ist. Siegreich geht schließlich derjenige aus einem Gefecht hervor, der durch eben jene eroberten Stellungen, getötete Gegner oder ein zerstörtes Raumschiff zuerst das festgelegte Punktelimit erreicht.
Neben der kurzen Kampagne und dem Online-Multiplayer-Modus mit bis zu 16 Spielern steht dann auch noch die etwas strategisch angehauchte Variante „Eroberung der Galaxis“ zur Verfügung, in der man bei steigendem Schwierigkeitsgrad in den drei Zeitperioden, die das Spiel abdeckt, verschiedene Szenarien absolviert. In selbigen kämpft man sich von Planet zu Planet voran, wirbt neue Truppen an, rüstet seine Technologien auf und erobert so langsam aber sicher die Galaxis. Herzstück des Spiels bleibt aber nichtsdestotrotz weiterhin der Multiplayer-Modus.
Wie schon im Vorgänger kann man auch in Elite Squadron sein Aussehen und die Ausrüstung individuell anpassen. Speziell im Hinblick auf die Gestaltung des Kämpfers sind die Möglichkeiten jedoch weiterhin eher begrenzt, das technische Equipment lässt aber kaum Wünsche offen. Man hat mehrere Slots für Waffen und zusätzliche Extras, die man nach eigenem Belieben füllen kann. Dafür steht eine bestimmte Obergrenze an Credits zur Verfügung, jedes einzelne Schießeisen – vom Blastergewehr über die Shotgun bis hin zur Laser-Gatling – und jedes Extra, darunter Schilde, Medi-Kits oder Granaten, verschlingt eine bestimmte Menge davon. Es ist also nicht möglich, sich den Superkämpfer zusammenzuschrauben, man muss immer irgendwo Kompromisse eingehen.
Gleich vorweg: Star Wars Battlefront passt einfach nicht auf den DS. Jedenfalls nicht in der Form. Ohne Multiplayer via Internet, mit maximal vier lokalen Spielern und einer recht kurzen Kampagne lässt es insbesondere die Langzeitmotivation vermissen. Genauer gesagt mangelt es der DS-Fassung exakt an dem, was Battlefront eigentlich ausmacht und groß gemacht hat. Und das sind eben einfach die Online-Schlachten um die Vorherrschaft der Galaxis.
Deutlich besser verhält sich das Ganze auf der PSP, obwohl die Kampagne hier auch nicht sehr viel länger ist. Abgesehen von der sinnvollen, gelungenen Verknüpfung von Boden- und Weltraumkämpfen, die das Zusammenspiel an den einzelnen Fronten noch mehr fördert und die Schlachtfelder nochmal deutlich vergrößert, bietet man aber vergleichsweise wenig entscheidende Neuerungen. Natürlich gibt es neue Level und dergleichen, doch andererseits macht sich auch ein kleines Gefühl der Stagnation breit. Versteht mich aber nicht falsch: Auch Elite Squadron ist ein gutes Spiel mit anfangs gewöhnungsbedürftiger Steuerung geworden, das wie sein Vorgänger speziell online eine Menge Spaß macht und euch über längere Zeit hinweg an die PSP fesseln wird. Und das ist genau das, was ich mir von einem Star Wars Battlefront erwarte.
Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man das volle Potential der Marke auf den Handhelds einfach nicht ausschöpfen kann. Ich hoffe daher, dass das Projekt Battlefront 3 nicht gestorben ist und wir demnächst auch auf PC und Konsole wieder in den Krieg der Sterne eingreifen können. Und mit der Meinung stehe ich wahrscheinlich nicht alleine da.
PSP:
DS:
Star Wars Battlefront: Elite Squadron ist bereits für PSP und DS erhältlich.
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