Ankh: Kampf der Götter

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Xider Games
Entwickler
Deck13
Genre
Andere
PC: Ankh: Kampf der Götter

Gesamtwertung

9/10

PC: Ankh: Kampf der Götter

Ankh: Der Kampf der Götter zu spielen, ist wie die dritte Staffel einer TV-Serie zu gucken oder den dritten Teil einer Buchreihe zu lesen: Man kennt die Charaktere mittlerweile in- und auswendig, weiß schon vorab ungefähr, wie sich die Geschichte entwickeln wird, und ahnt bereits zu Beginn einer Szene, welcher Gag jetzt als nächstes kommt.

Hin und wieder gelingt es den Autoren noch, Zuschauer, Leser oder Spieler zu überraschen, doch solche Momente sind selten geworden. Als Fan bekommt man so häufig zwar genau das serviert, was man sich wünscht, aber eben auch nicht mehr. Optimale Voraussetzungen sind etwas anderes.

Dennoch ist das dritte Ankh den ersten beiden Teilen deutlich überlegen. Aus vielen Gründen.

Erinnern wir uns kurz an die Vorgänger: Ausgabe eins lässt sich vielleicht am Besten als so eine Art Versuchsballon betrachten. Das kleine und bis dato nahezu unbekannte Entwicklerstudio Deck13 probierte sich an einem Comic-Adventure im Stile der LucasArts-Klassiker. Es war lustig - insbesondere für deutsche Verhältnisse -, die Rätsel hübsch konstruiert, es sah ganz ordentlich aus. Nur die Ehrfurcht vor dem großen Monkey Island, bei dem es sich manchmal zu offensichtlich bediente, konnte es nie abschütteln.

Dies gelang dem Herz des Osiris im vergangenen Herbst schon besser, das sich jedoch wiederum nicht ausreichend von seinem eigenen Vorläufer distanzieren konnte. Zuviele bekannte, höchstens marginal veränderte Locations, spielerisch kaum erkennbare Fortschritte. Kurz, Stagnation. Mit manch einem Add-on hat sich bereits mehr getan.

Warum ich das alles aufzähle? Weil Der Kampf der Götter sämtliche dieser Schwächen und Probleme behebt.

Zum ersten Mal fühlt es sich wie ein richtig eigenständiges Spiel an. Ein Spiel, das selbstbewusst genug ist, Euch nicht ständig daran erinnern zu müssen, dass es so ein bisschen wie dieser Titel ist, den Adventure-Fans bis heute vergöttern. Es ist vielmehr ein erwachseneres Ankh, mit dem sogar Protagonist Assil ein Stück weit seine jugendliche Naivität und Tollpatschigkeit verliert.

Das gilt nicht zuletzt für seine Beziehung mit Thara, die sich erfreulicherweise nicht zu einer dieser klischeehaften On-&-Off-Partnerschaften entwickelt. Die beiden zanken sich weiterhin gerne, logisch, aber wohnen zu Beginn sogar in einem eigenen Haus zusammen - auch wenn das blöderweise gleich einem Feuer zum Opfer fällt.

Diese Flammen sind allerdings nicht auf Assils Mist gewachsen, sondern ein Vorzeichen dessen, was uns erwartet: Ägypten steht der namensgebende Kampf der Götter ins Land. Und wieder einmal ist es Seth, der die Macht an sich reißen will, was Ihr selbstredend verhindern müsst. Denn was wir bislang nicht wussten, ist Folgendes: In Assils Ankh wurde vor tausend Jahren ein Gott verbannt, an dem es nun liegt, die Welt zu retten. Als flaschenförmiges Metallstück tut man sich da aber ein wenig schwer, weshalb der Träger eben seinen Teil zum Erfolg beitragen muss. Auf nach Luxor, heißt es für ihn und Thara also.

Luxor? Genau, denn dort befindet sich ein Portal, das unseren Helden ins Reich der Götter führt. Luxor ersetzt damit gewissermaßen das aus den Vorgängern bekannte Kairo als Mittelpunkt von Assils Mission; Ihr verbringt mehrere Kapitel in den verschiedenen Vierteln der Stadt - inklusive einer Pyramide, die in ein Kasino umgewandelt wurde. Wie immer müsst Ihr zahlreiche Aufträge erledigen, für etliche Charaktere kleinen Arbeiten nachgehen und Euch auf diese Weise langsam zu Eurem jeweiligen Hauptziel vorarbeiten.

Seine wahre Stärke spielt Kampf der Götter überraschend aber nicht in dieser Weitläufigkeit aus, weil die Ketten der Linearität dafür zu eng anliegen: Die Reihenfolge, wie Ihr etwas erledigen müsst, ist stets klar festgelegt, zumal die einzelnen Abschnitte relativ kurz sind. Wie gut, wie intelligent das Rätseldesign tatsächlich ist, merkt Ihr daher vor allem, wenn die Situation den Spielraum - im wörtlichen Sinne - begrenzt.

Zum Beispiel gleich am Anfang in Assils und Tharas brennendem Haus: Dort findet Ihr Euch zu Beginn im obersten Stockwerk wieder, müsst Euch dann schrittweise nach unten vorarbeiten und naturgemäß stets auf sehr kleiner Fläche agieren. Ihr findet dadurch alle zur Lösung eines Puzzles notwendigen Gegenstände in ein, zwei Räumen und kommt trotzdem gewaltig ins Grübeln. Unter anderem, weil beide Charaktere zusammen arbeiten müssen und dabei ihren eigenen Willen zeigen. Assil etwa meidet jegliches Wasser wie die Pest, selbst wenn überall um ihn herum ein bedrohliches Feuer lodert. Ich habe selten so gute Rätsel in so kleiner Umgebung gesehen wie hier.

Noch schöner ist, dass es über das ganze Spiel hinweg keinen einzigen echten Aussetzer gibt, nichts Unlogisches - höchstens ein paar Rätsel, die diesen Namen nicht verdient haben: Eine Katze sitzt auf einem Baum über einem Swimming Pool. Neben dem Swimming Pool lehnt ein Kescher am Zaun. Wie bekommen wir die Katze jetzt wohl vom Baum? Hmm...

Aber das stellt, wie gesagt, die absolute Ausnahme dar. Denn ein Großteil der Rätsel ist nicht nur intelligent und fordernd, sondern zugleich frisch und erfrischend. Nur wenige hat man nahezu identisch schon in zig anderen Adventures gesehen. Gleiches gilt für die komplett neuen Locations, die darüber hinaus vor Anspielungen auf Vergangenheit und Gegenwart strotzen; Der Kampf der Götter ist das witzigste Ankh, keine Frage. Dafür sorgt auch die gewohnt gute Sprachausgabe, obwohl Thara anders klingt als in den Vorgängern. Warum auch immer.

Der einzige Bereich, in dem sich der Titel trotz einiger neuer Effekte nicht nennenswert von der Stelle bewegt, ist die Grafik. Die knallig-bunten Umgebungen können nicht über einen Mangel an Feinheiten hinwegtäuschen, der Charme der Figuren nicht über ihre kantigen Gliedmaßen. Doch man merkt jederzeit, dass Liebe in diesem Spiel steckt, und das entschuldigt zumindest für manche technische Schwäche.

Zum Abschluss kann ich mich nur wiederholen: Der Kampf der Götter ist das beste Ankh. Ein rundum schönes, faszinierendes, lustiges Spiel, das einfach von der ersten bis zur letzten Sekunde Spaß macht. Es ist nicht innovativ für Adventures im Allgemeinen, aber durchaus wegweisend für die Reihe an sich. Habt Ihr bisher nicht Bekanntschaft mit Assil und Thara gemacht, tut es jetzt - einen besseren Einstieg kann es kaum mehr geben!

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

Final Fantasy XI
PS3: Indiana Jones weiterhin auf Kurs
Archlord
PC: Diablo 3: Viel zu entdecken
Diablo 3 kommt - Update
X360: 360: Street Fighter II Beta ab heu...
Star Trek Online
PC: Erste Infos zu Crysis: Warhead
PC: Jumpgate Evolution: Beta-Anmeldung
Battlefield: Bad Company
Metal Gear Solid
Sacred 2: Fallen Angel
Games Academy
X360: Gears of War 2: Multiplayer-Detail...
X360: IL-2 Sturmovik kommt für Konsolen

Weitere Spiele Reviews:

PS3: Gran Turismo 5 Prologue
PC: Warhammer: Mark of Chaos - Battle Ma...
King of Clubs [WII , looki.de]
Die Geheimnisse der Spiderwicks [PC , lo...
Kabus 22 [PC , looki.de]
[X360 , looki.de]
PSP: Crisis Core Final Fantasy VII
Turok [PC , looki.de]
Rainbow Six: Vegas 2 [PC , looki.de]
DS: Soul Bubbles
DS: Zoo Tycoon 2, Sega Superstars Tennis
Tabaluga: Grünland in Gefahr [DS , ...
Race Driver: GRID [PS3 , looki.de]
PSP: God of War: Chains of Olympus
Lost Planet: Extreme Condition [PS3 , lo...

Vorschau auf neue Spiele:

Condemned 2: Bloodshot [PS3 , looki.de]
PC: Age of Conan: Hyborian Adventures
PS3: Valkyria Chronicles
SEGA Rally [PC , looki.de]
Medieval II: Total War [PC , Justgamers]
PC: Race Driver: GRID
Grand Theft Auto IV [X360 , looki.de]
Tom Clancy's HAWX [X360 , looki.de]
PS3: Alone in the Dark
X360: Halo 3
Red Steel [Wii , Justgamers]
Canis Canem Edit [PS2 , looki.de]
PS3: White Knight Story
X360: Age of Conan: Hyborian Adventures
Das Schwarze Auge: Drakensang [PC , look...