In der unten folgenden Übersicht wirst du viele hilfreiche Informationen finden, aber die Bedienung erlernt man am besten, indem man einfach ein bisschen drauflos spielt!
So steht es schwarz auf weiß im Handbuch von Harvest Moon: Magical Melody geschrieben........
.....und neun Stunden später wusste ich immer noch nicht, wie ich meinen kleinen Bauern auf den Rücken seines Gauls verfrachte.
Dabei waren nun wirklich alle mir denkbaren Voraussetzungen erfüllt: Das Pferd stand in voller Blüte, graste friedlich auf dem Hof, lief mir beim Pfeifen fröhlich hinterher. Nur als nützlichen Untersatz wollte, oder besser gesagt, konnte es mir nicht dienen. Tja, wie hätte ich auch ahnen können, dass das Problem nicht bei der vage gehaltenen Reit-Erklärung zu suchen ist, sondern bei der Steuerung selbst.
Jegliche Aktion, die Ihr in der kunterbunten Bauernsimulation vollführt – und davon gibt es nicht gerade wenige –, wurde nämlich recht eigenwillig auf die Tasten von Wiimote und Nunchuck gepresst. Steuerkreuz wechselt die Werkzeuge (Hacke, Gießkanne, Hammer, etc.), Z zieht selbige zwecks Nutzung hervor. B zum Werkzeug ablegen, A zum Bestätigen, Unterhalten, Suchen, Greifen, Loslassen. Pfeifen mittels Minus, C fürs Menü, in dem Ihr mit 2 ins Bett hüpft. Und mit Plus erscheint eine Markierung, die das anvisierte Feld umrandet. Dann noch 1 für die Grundstücks-Grenzen und zu guter Letzt den Control Stick zum Bewegen Eures Kerlchens.
Angesichts dieser, nennen wir es, stattlichen Belegung sollte man meinen, dem Sprung auf den Gaul ist mit A oder Z beizukommen. Stimmt, Z-Button ist richtig. Allerdings übernimmt selbiger erst dann die Funktion, wenn Ihr Euch von hinten oder der Seite so nah an das Pferd heranpirscht, dass Ihr mit der Pixelnase bereits im Fell hängt. Solltet Ihr vor dem Klepper stehen oder die Entfernung ist dem Spiel zu groß, greift Euer Bauer zum Werkzeug und rammt dem armen Viech unter Umständen sogar Axt und Co. in den Leib. Resultat: Die gute Beziehung zu Eurem Tier nimmt Schaden. Also wieder eine Runde Striegeln, Füttern und Zureden.
Von der Sam Fisher-Taktik abgesehen, begegnen Euch in der Wii-Umsetzung des zwei Jahre alten Gamecube-Originals (lediglich als US- oder Japan-Import) leider noch einige kleine Ungereimtheiten, die den Spielspaß merklich ankratzen. Beziehungsweise das unschöne Gefühl bescheren, bei der Portierung sei etwas falsch gelaufen. Bestes Beispiel: Irgendwann im ersten Jahr trefft Ihr auf einen Bewohner, der Euch rät, die R-Taste zu drücken. Wo bitte findet die sich auf der Wii-Mote respektive dem Nunchuk?! An anderer Stelle wurden Dialoge nicht vollständig oder gar nicht ins Deutsche übersetzt. Und die Schüttel- und Rüttelaktionen, die man bei der Feldarbeit alternativ zur Buttonbelegung nutzen kann, unterliegen einer derart großen Verzögerung, dass man sie nach zwei, drei Versuchen vollends ignoriert.
Der schlimmste Makel steckt aber beim Hauptcharakter. In der Gamecube-Fassung durftet Ihr wählen, ob Ihr als Bube oder Mädel den Acker bestellt, den zahlreichen Bewohnern den Kopf verdreht und Eurem Rivalen Jamie zeigt, wo die Harke hängt. Die Wii-Version beschränkt Euch hingegen ausschließlich auf den Jungen. Damit fallen kurzerhand 11 der 22 Heiratswilligen weg – Jamie passte das Geschlecht entsprechend an - und die Möglichkeit, das Spiel aus einer zweiten Sicht zu erleben. Was zur Beschneidung führte, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. An der Technik lag es sicherlich nicht, die entspricht 1:1 der Vorlage.
Zu behaupten, die Entwickler haben das Spiel auf der Wii total vergeigt, wäre dennoch maßlos übertrieben. Denn bis auf diesen ärgerlichen Einschnitt, etwaige Mini-Patzer und das Kontrollschema, das nebenbei erwähnt nach einer mehr oder minder langen Eingewöhnungszeit keinerlei Hürde mehr darstellen sollte – zumindest kam ich binnen 2 Stunden wunderbar damit klar, ausgenommen die Pferde-Nummer -, bleibt alles beim freudigen Alten.
Ihr sucht Euch eine von drei Landparzellen aus, jeweils mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen gesegnet (größere Laufstrecke, kaum fruchtbarer Boden, wenig Platz), kauft später die übrig gebliebenen hinzu und betreibt voller Eifer Ackerbau und Viehzucht. Kühe melken, Eier in die Brutmaschine (hier übrigens als Brütmaschine betitelt!) schleppen, Tomaten gießen, Mais rupfen, Gras schnippeln. Eben das, was auf einem Hof so ansteht.
Mit Geräten zur Weiterverarbeitung stellt Ihr alsbald Butter, Käse und Mayonnaise her, die Ihr wiederum an den Mann bringt oder zur eigenen Speisezubereitung in der heimischen Küche nutzt. Mal ein Spiegelei, ein Makrelen-Sushi (Angeln ist ebenfalls angesagt) oder ein deftiger Gemüse-Eintopf gezaubert und die zu Beginn knappe Ausdauer-Leiste ist wieder aufgefrischt.
Befindet sich ein Schaf in Eurem Stall, könnt Ihr zudem Wolle produzieren und das gesponnene Garn mit wild wachsenden Kräutern in gelb, orange, lila und blau einfärben. Oder Ihr freundet Euch mit Eurem Schwein an und sucht in den Waldgebieten nach Trüffeln.
Ähnlich dem DS-Endlosspiel Animal Crossing ziehen auch hier im Verlauf mehr und mehr Leute ins Dorf. Und verlassen es wieder, solltet Ihr ihnen zwischen Haus ausbauen, stetem Gemüse ernten und dem Besuch zahlreicher Festlichkeiten nicht die Aufmerksamkeit zollen, die sie einfordern.
Habt Ihr beispielsweise eine ausreichende Menge an Beeren oder Blumen zum Kauf feil geboten, eröffnet die schnuckelige Lyla ihren Blumenladen und verlangt weitere Lieferungen. Der Schmied rückt indes mit seiner Werkstatt an, wenn Ihr in den zwei Minen Erze schürft und in die Versandkiste legt. Selbiger wertet Euch übrigens gegen seltene Edelsteine die sofort verfügbaren Eisenwerkzeuge auf. Statt nur noch ein Feld nach dem anderen zu bearbeiten und sich durch den Tag zu hetzen, besprenkelt Ihr plötzlich 28 Felder auf einen Schlag, pflügt eine ellenlange Schneise in den Boden und räumt mit mächtigem Rumms riesige Gesteinsbrocken aus dem Weg.
Als wären all die Arbeiten, die Ihr Stund um Stund erledigen müsst, nicht schon umfangreich genug ausgefallen, wartet obendrein noch eine Aufgabe auf Euch. Im Gegenzug zum SNES-Klassiker, bei dem nach 2,5 Jahren die Eltern anrückten, um den finalen Zustand begutachten, müsst Ihr in Magical Melody die Erntefee aus ihrer Versteinerung befreien. Mit, wie der Titel schon verrät, magischer Musik.
Insgesamt gilt es 50 Musiknoten heranzuschaffen, die Ihr mit teils witzigen, teils simplen und teils kniffligen Tätigkeiten ergattert. Etwa ein paar Minuten ganz ruhig auf der Stelle verweilen, zehn Stiefel angeln, zwei verirrte Kinder wiederfinden oder das holde Weib schwängern.
Ich liebe Magical Melody, das ist Fakt. Es ist ein wunderbarer, endlos spielbarer Titel, gespickt mit zahlreichen Ideen und dem Charme des SNES-Klassikers. Für mich definitiv der beste Vertreter der Harvest Moon-Reihe. Aber: Gleichzeitig ärgere ich mich auch maßlos darüber, dass wir hierzulande nicht die Fassung erhalten, die seit 1,5 Jahren mein Regal ziert. Stattdessen spendiert man uns nach der langen Wartezeit eine Portierung, die nicht nur mitunter nachlässig behandelt wurde und diverse Fehler beinhaltet. Sondern ebenso eines, der für mich besten Elemente vermissen lässt, die das Spiel mit sich brachte: als Frau das harte Bauern-Dasein bestreiten zu können.
Auf dem Gamecube hätte ich Magical Melody, ohne mit der Wimper zu zucken, eine dicke 8 gegeben. In Anbetracht aller Gegebenheiten reicht es auf der Wii dafür nicht. Leider!
Harvest Moon: Magical Melody ist für die Wii im Handel erhältlich und kostet knapp 40 Euro.
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Harvest Moon: Magical Melody im Test.
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