PS3: Ratchet & Clank: A Crack in Time
Clank wurde entführt! Okay, okay, das sind jetzt keine schockierenden Neuigkeiten für euch, wenn ihr Tools of Destruction gespielt habt. Vor zwei Jahren trennten sich die Wege der beiden Hauptprotagonisten. In Quest for Booty machte sich Ratchet schließlich auf die Suche nach Hinweisen über den Verbleib seines Roboterkumpels, die er letztendlich auch gefunden hat. Die Zeit der Rettung ist also gekommen...
A Crack in Time, das neueste Abenteuer der Reihe, dreht sich demzufolge um die Rettung des kleinen Blechkameraden, doch dafür braucht Ratchet Hilfe. Die bekommt er auch, und zwar vom übermütigen, von sich selbst überzeugten und weiterhin in seinem hautengen, grünen Outfit steckenden Captain Qwark, dessen Hilferuf Ratchet und Clank in Tools of Destruction überhaupt erst ins Spiel brachte. Gemeinsam durchqueren beide die Galaxis und stoßen dabei unter anderem auf General Azimuth, einen alten Lombax, der schon seit einiger Zeit im Exil lebt. Auch er steht Ratchet bei seinem Vorhaben mit Rat und Tat zur Seite.
Die Geschichte von A Crack in Time wird sowohl aus der Sicht von Ratchet als auch aus der Perspektive von Clank erzählt. Das Geschehen wechselt immer wieder zwischen den jeweiligen Schauplätzen hin und her, während beide auf ihr entsprechendes Ziel hinarbeiten. Die Ratchet-Abschnitte legen dabei mehr wert auf Action und Kämpfe. Der Lombax löst kleinere Rätselaufgaben und schlägt sich mit den Schergen von Dr. Nefarious herum. Nebenbei sammelt man wie gewohnt Schrauben und Muttern ein, die sich an Waffenterminals in frische Schießeisen investieren lassen.
„Wir haben legale, halb-legale und aus der Galaxie verbanntes, Illegales“, heißt es in einem der Werbeslogans der Verkaufsmaschinen. Auf jeden Fall sind die paar Wummen, die man in der eingeschränkten Preview-Version schon erwerben konnte, mitunter recht verrückt - wie man es eben von Ratchet & Clank kennt. Da hätten wir beispielsweise Mr. Zurkon, ein fliegender Roboter, der dazu „neigt, unwürdige Gegner (d.h. jeden) verbal niederzumachen“. Davon abgesehen kreist er um Ratchet herum und feuert auf Widersacher.
Ebenfalls ungewöhnlich ist der Schall-Eruptor. Der benutzt einen „genetisch mutierten Xenegoten, dessen Paarungsruf für jeden in Hörweite tödlich ist“. Mit durchschlagendem Erfolg. Nette Idee: Wartet man ab, bis das Frosch-ähnliche Wesen gerade einatmet, kann man mit Betätigung der Feuertaste einen noch stärkeren Paarungsruf auslösen.
Neben den Ausflügen auf die größeren Planeten, auf denen man die Hauptaufgaben des Spiels absolviert, kann Ratchet zwischendurch immer mal wieder mit seinem Raumschiff durchs Weltall düsen. Das ist nicht nur ein optisches Gimmick, sondern dient für gewisse Zeit als sinnvolle Nebenbeschäftigung. In den einzelnen Sektoren kommt es zu Gefechten mit Nefarious' Jägern, außerdem kontaktiert man beispielsweise das eine oder andere zivile Schiff und hilft ihnen bei der Bewältigung eines Problems, etwa wenn diese angegriffen werden.
Darüber hinaus kann Ratchet auf diversen, im System verteilten kleinen Monden landen. Hier findet der Lombax entweder zusätzliche Schrauben beziehungsweise Muttern, Waffenterminals, Questgeber oder auch Zoni. Fängt er letztere ein, verbessert sich nach einer bestimmten Anzahl sein Schiff. Später bekommt es zum Beispiel einen Boost spendiert.
Das Ganze ist aber wiederum auch nur optional. Soll heißen: Man muss nicht überall landen, nicht jeden Winkel durchsuchen. Ratchet kann auch einfach die Triebwerke anwerfen, ins nächste System springen und die Story fortsetzen, die sich übrigens in schick gestalteten Zwischensequenzen präsentiert. Der Pixar-Vergleich drängt sich speziell bei der Darstellung und dem Detailgrad der Charaktere auf, denn die sehen wirklich gelungen aus – wie auch der Rest des bunten Abenteuers.
Action fehlt indes auch in den Clank-Abschnitten nicht, allerdings kommt es hier auch vermehrt auf die Lösung von Rätseln an. Die Manipulation der Zeit steht dabei im Vordergrund. An bestimmten Stellen hat man beispielsweise die Möglichkeit, seine Bewegungen aufzuzeichnen. Dazu dienen wiederum farbige Platten auf dem Boden. Mit ein wenig logischem Denken ist die Vorgehensweise offensichtlich. Erstmal startet man eine Aufzeichnung, geht zu einem Schalter am Boden und speichert die Bewegung ab.
Startet man nun seine zweite Aufzeichnung auf der daneben befindlichen Platte, läuft gleichzeitig Aufnahme Nummer 1 ab, durch die dann eben jener Schalter ausgelöst wird und man eine zuvor unerreichbare Stelle erklimmen kann. Sind beide Varianten im Kasten, startet man nochmal eine weitere Aufzeichnung auf einem beliebigen Startpunkt. Jetzt laufen beide zuvor gespeicherten Vorgänge ab und der echte Clank kann die Hindernisse überwinden, da seine Alter Egos ihren vorher festgelegten Bahnen folgen und ihm so den Weg ebnen.
Zugegeben, auf den ersten Blick kann das ein wenig verwirrend sein. Wer aber ein wenig damit herumspielt, hat schon bald den Dreh raus. Bei zwei Aufzeichnungen bleibt es jedoch nicht immer, mitunter rennen sogar vier abgespeicherte Clank-Varianten durch die Gegend und erfüllen ihre Aufgaben, damit man unbeschwert vorankommen kann. Zudem erhält der kleine Roboter später eine Art Zepter, mit dem sich beschädigte Objekte wiederherstellen lassen. Des Weiteren kann er damit ein Energiegeschoss abfeuern, das sich schnell drehende Objekte derart verlangsamt, dass man sie überqueren kann. Nebenbei macht es Feinde praktisch wehrlos, da sich diese im Wirkungsradius nur mehr sehr langsam fortbewegen.
Obwohl unsere Preview-Version noch unter einigen technischen Problemen litt – etwa stellenweise Tonprobleme oder nicht-lippensynchrone Zwischensequenzen – macht das neue Abenteuer des Duos eine Menge Spaß, was nicht zuletzt an dem unkomplizierten, angenehmen Gameplay, dem Humor und den abgedrehten Waffen liegt. Die Weltraumabschnitte sorgen für eine willkommene Abwechslung zwischen den Storyabschnitten und laden gewillte Spieler dazu ein, jeden Winkel zu erkunden und jedes Geheimnis aufzudecken. Fans werden von A Crack in Time sicher nicht enttäuscht werden. Alle anderen sollten sich das Spiel anhand der geplanten Demo(s) definitiv einmal ansehen. Es lohnt sich.
Ratchet & Clank: A Crack in Time erscheint im 4. Quartal für die PlayStation 3.


