EverQuest II: The Shadow Odyssey

Preview
Entwickler
Sony Online Entertainment
Genre
Andere
PC: EverQuest II: The Shadow Odyssey

PC: EverQuest II: The Shadow Odyssey

Vor rund 4,5 Jahren gehörte ich zu den Glücklichen, die sich zur ungefähr gleichen Zeit in zwei MMOG-Betaphasen tummeln durften. Auf der einen Seite verbrachte ich unzählige Nächte in Blizzards World of WarCraft, erfreute mich an den nachgebildeten Gebäuden, Kreaturen und Landstrichen, erledigte einen witzigen Auftrag nach dem anderem. Auf der anderen Seite verzückte mich Everquest II mit seinen wahrhaft herrlichen Zauber-Animationen, dem Ideenreichtum in punkto Handwerk und dem Nostalgie-Effekt, der jeden ereilt, der eine Weile mit dem Vorgänger anbändelte.

Wie sich das Lied für die beiden Titel nach der Veröffentlichung weiterspielte, kennt man dank diverser News-Geschichten. World of WarCraft lockte mittels Franchise und Zugänglichkeit eine riesige Schar von Spielern aus aller Welt vor die Bildschirme, knackte kürzlich sogar die 11 Millionen Zocker-Marke. Everquest II, tja, das mimte im Vergleich dazu den traurigen Ladenhüter und konnte aufgrund seiner Komplexität nur wenige bei sich behalten.

Verständlicherweise. Everquest II war, und das lässt sich nicht von der Hand weisen, zu Anfang wirklich ein kleines Biest. Außerhalb der Stadtmauern von Queynos und Freeport lungerten etliche verlinkte Gegner-Horden herum; ehe man sich versah, hatte man statt einem Widersacher plötzlich vier an seinem Stiefel. Beim Schmieden musste man vorsichtig hantieren, um nicht schnell eines heißen Todes zu sterben. Und der Erfahrungsverlust, der sich beim Ableben eines Party-Mitgliedes auf die restlichen Gruppen-Teilnehmer verteilte, führte zu einer recht angespannten Stimmung.

Das Resultat: Als Spieler ließ man sich nicht mehr auf Experimente ein, fokussierte sich bei der Zusammenstellung seiner Recken ausschließlich auf bestimmte Klassen und starrte dann während des Gemetzels vornehmlich auf auftauchende Zeichen, die den Beginn einer Fertigkeiten-Combo symbolisierten. Oftmals war es nämlich nur damit möglich, diesen oder jenen Fiesewicht über den Jordan zu bugsieren.

Mittlerweile - und satte drei Adventure Packs, vier Erweiterungen und unzählige Updates später - hat sich der Titel beträchtlich aufgelockert, gestaltet sich anziehender. Das Handwerk ist bedienerfreundlich, der Erfahrungsverlust bindet sich lediglich an die Verstorbenen, die Möglichkeit, alleine durch die Gefilde zu räubern, ist in nahezu jeder Außenzone gegeben. Features, wie die Jagd nach Alternate Achievements, die neue Techniken und Sprüche freisetzen beziehungsweise vorhandene mit passiven Boni unterstützen, unterhalten auch abseits des 80ten Levels. Dann noch die Tinker- und die Trasmute-Zunft, die sich als Nebenhandwerk anbieten. Ein frisches Startgebiet, Timerous Deep (ebenfalls aus EQ1), in dem man mit Leichtigkeit seinen Lowlevel-Spross aufsteigen lässt. Sowie kleine Schmankerl in Form von erfahrungssteigernden Tränken und Haus-Untensilien für all jene, die dem Spiel treu geblieben sind. Oder zumindest zwischen einer Woche und vier Jahren in den zerklüfteten Weiten von Norrath verweilen.

Kurz: Sony versteckte sich angesichts des World of WarCraft-Booms nicht in der hintersten Ecke, sondern feilte, fummelte und frisierte, bis Everquest II im Großen und Ganzen das wurde, was es schon beim Release hätte sein sollen: Ein spaßiges Gesamtpaket, das etliche Herausforderungen offeriert und sich auf einige Stärken von Everquest 1 beruft. Seines Zeichens die Liebe zum Detail, kuriose Gegenstände, World und Ring-Events. Und obendrein weiß, wie es seine, leider immer noch eher dürftig anmutende Spielerschaft verwöhnt.

Zum Beispiel mit kreativen Aufgaben, die sich hier der Physik verschreiben oder dort einen die Gestalt wechseln lassen. Einem integrierten Kartenspiel namens Legends of Norrath, das in den erwerbbaren Boosterpacks besondere Reittiere und Gegenstände mit sich führen kann. Der Suche nach nunmehr weit über 200 Sammlungen, die in viele kleine Teile aufgesplittet überall in den Zonen leuchtend am Boden verstreut sind. Dem alternativen Aussehen anhand einer zweiten Ausrüstungsschiene. Und und und.

Über den Daumen gepeilt bräuchte man vermutlich sechs bis sieben Artikelseiten, um wirklich jeden Bereich abzudecken, der seit dem Start verbessert, erneuert und mit eingebracht wurde. Und da Sony Mitte nächster Woche, genauer gesagt am 18. November, noch einmal kräftig drauf schaufelt, beenden wir an dieser Stelle die kurze Exkursion in Vergangenes und Gegenwärtiges – reinschnuppern lohnt sich - und wenden uns nun dem Zukünftigen zu.

Der Erweiterung The Shadow Odyssey, die wir uns vorab im Rahmen einer dreistündigen Guided Tour einverleiben durften. Ähnlich Rise of the Kunark wagen die eifrigen Mannen abermals einen Spagat zwischen Nostalgie-Bonus und Unbekanntem, paaren frische Elemente mit Alteingesessenem und streuen Bereiche ein, die sich speziell an Spielerwünsche richten.

Letzteres machte sich während der Ingame-Präsentation durch eine ausgetüftelte Raidzone im Herzen einer Gnomen-Fabrik bemerkbar, in der nicht das Vernichten etwaiger Schergen, sondern die Anfertigung von Gegenständen die wichtigste Rolle einnimmt. Gemeinsam mit anderen Bastlern dürft Ihr tagein tagaus Eurer Lieblingsbeschäftigung frönen, kreiert Erzeugnisse aus jedem verfügbaren Handwerkszweig und heimst Euch so nach und nach das Vertrauen der Gnome ein. Bis die Knirpse Euch schließlich mit „richtiger Arbeit“ bedenken.

In einem Gruppen-Quest gilt es beispielsweise, eine komplette Zwergen-Armee mit Rüstung und Waffen zu versorgen, damit sich diese in den Kampf gegen eine Untoten-Horde stürzen kann. In einem anderen baut Ihr ein gewaltiges Schiff für die Far Seas Trading Agency. Und dann wäre da noch das große Problem der Fabrik-Insassen: Der Haywire Mechanoliberator Mark 3. Ein epischer Robo-T-Rex, der just unter einer Fehlfunktion leidet und alles zu Kleinholz schnetzelt, was ihm in den Weg kommt. Abseits neuer Rezepte finden sich übrigens etwaige Belohnungen in Form von Token, einem gnomischen Tauchschmittel, bis hin zu unterstützender Arbeiterkluft.

Die nostalgisch angehauchten Regionen servieren Euch wiederum eine stattliche Anzahl bekannter Everquest 1-Gebiete. Euren Ausgangspunkt bekleiden die Moore von Ykesha inklusive Innothule. Hier könnt Ihr diverse Aufgaben (laut Aussage über 400) bewältigen, durchlauft eine neue Crafting-Questlinie und deckt Euch mit einer weiteren Art von Token ein, die Euch Zugriff auf legendäre Rüstungssets gestatten. Alsbald stehen Guk und Lower Guk auf dem Plan, schicken Euch durch verrottete Gewölbe, angereichert mit Froglok-Zombies, giftigen Pilzen und reanimierten Händen.

In Befallen, einer gewaltigen Festung unterhalb der Commonlands, hausen wie eh und je rastlose Seelen und Dutzende von untoten Rittern, die einst unter der Fahne der Order of Marr's Fist ritten. Ein wahrlich düsterer Ort, der nur durch die rot leuchtenden Knochen der Schauerkrieger erhellt wird. Der nächste Stopp führt nach Mistmoore. Anders als Castle Mistmoore in den Looping Plains gibt sich der Schauplatz gewaltiger, erstreckt sich über etliche Etagen, spielt mit Farben und Formen.

Im Eingangsbereich nehmt Ihr etwa rotierende Decken- und Bodenglyphen wahr, könnt einen Blick auf die oberen und unteren Stockwerke erhaschen. Seht vielleicht den Drachen, der die Gemäuer bewacht. Zieht Ihr weiter ins Innere, stoßt Ihr auf die Libant, die Euer Questlog mit Aufgaben füllen. Und ganz tief in Mistmyr Manor, in einer Instance Mistmoore's Ravenscale Repository genannt, haust der Obervampir selbst – Mayong Mistmoore. Umsäumt von hünenhaften Steinstatuen, die nur darauf lauern, dass ein unbedachter Abenteurer einen falschen Schritt macht, sich gar an den sechs Schätzen vergreift, die ringsum in den Kammern schlummern.

Najena hingegen wirft Euch bereits beim Eintreten Steine in den Weg. Oder genauer gesagt: einen Lavastrom, der unaufhörlich durch die Tunnel fließt. Nur wenn es Euch gelingt, Euch der Feuerelemente, Riesen und Djinn-artigen Luft-Kreaturen zu erwehren und bestimmte Schalter umzulegen, öffnet sich der geschwungene Pfad in unteren Passagen. Die ihrerseits in drei groß angelegte Abschnitte geteilt sind und unterhalb von Lavastorm ansiedeln. Wie man während der Führung übrigens anmerkte, unterliegt Najena der Levelgrenze von 50 bis 80. Der Schwierigkeitsgrad verhält sich gemäß der Stufe der ersten Person, die die Zone betritt.

In Everfrost entfaltet sich das vierte Dungeon, Miragul, gedacht für jene Recken zwischen 40 und 55. Getreu der äußeren Umgebung sind alle Hallen und Gänge mit spiegelglattem Eis bedeckt und warten sogar mit einer kleinen Besonderheit auf. In den anfänglichen vier Bereichen der eisigen Phylactery konfrontiert Euch der aus EQ1: Lost Dungeons of Norrath bekannte Magier jeweils mit einer anderen Zauberschule. Hetzt Euch mal verzauberte Minotauren und Valkyrien auf den Hals, mal animierte Bücher und Elemente. Bis hin zu zwei gefährlichen Sphinxen, die in Miragul's Menagerie ihren manifestierten Meister beschützen.

Der Anchor of Bazuul und der Obelisk of Akhzul, die letzten beiden Anlaufstellen, die wir auf unserer Tour näher betrachten konnten, behandeln schlussendlich die Void-Geschichte. Und sie sind die bislang optisch ansprechendsten Gebiete der Shadow Odyssey, zumal sie stellenweise an eine H. R. Giger-Schöpfung (Alien) erinnern. Genauso bedrückend und nicht minder skurril gestrickt.

Überall auf den Wänden befinden sich ominöse Einkerbungen, alles ist in ein dunkles Lila und Blau getaucht, während links und rechts in der Halle blitzende Kugeln umher schwirren. Geisterhafte Schemen mit roten Umrandungen blicken einem bedrohlich entgegen und ein fieses Biest mit glühenden Augen und Scherenklauen stampft durch die Mitte. Inwiefern sich die Story um das Nichts auflöst, wollte man nicht verraten. Fakt ist jedoch, dass beide Abschnitte, so geräumig sie auch anmuten, lediglich einen Teil der großen Void-Zone darstellen. Genügend zum Erforschen und Beharken also.

Ein Thema fehlt natürlich noch: Die neuen Alternate Achievements. Unter der Bezeichnung „Shadows“ finden sich insgesamt 30 frische Achievements ein, unterteilt in einen allgemeinen Zweig (bessere Konstitution, erhöhte Reittier-Geschwindigkeit, mehr Energie, etc.) sowie drei spezielle Ausrichtungspfade für Eure jeweilige Klasse. Jeder Zweig baut dabei einerseits auf dem vorherigen auf. Ihr benötigt folglich zunächst 10 Punkte im allgemeinen Pfad und arbeitet Euch von da im 10er-Schritt weiter. Und setzt zum anderen eine vorgegebene Anzahl an Punkten in den drei regulären AA-Fenster voraus. Der erste Pfad schaltet sich ab 60 verteilten Punkten frei, der nächste ab 120 und Nummero 3 mit ganzen 170.

Zuzüglich lockt am Ende jedes Zweigs, die allgemeinen ausgenommen, ein besonderer Spruch, eine besondere Technik beziehungsweise ein passiver Bonus. Wie etwa 5 Prozent mehr kritischer Schaden bei allen feurigen Zaubern des Wizards. Und das in fünf Ausbaustufen. Und bevor ich es vergesse: Ein neues Reittier gibt es obendrauf - den Direbear. Gerüchte zufolge dürfen sich Crafter zudem auf ein Einhorn freuen, eines der Reittiere, die man bis dato nur über das Kartenspiel ergattern kann.

Mag sein, dass World of WarCraft Millionen an Spielern vorweisen kann, aber mein Herz schlägt nach einer längeren Unterbrechung wieder für Everquest II. Weil man merkt, wie viel Mühe sich die Entwickler mit jedem Update, jeder Erweiterung geben. Und das, obwohl die Zahl an Spielern im Vergleich verschwindend gering ist. Weil die Fülle an Möglichkeiten einfach gewaltig ist. Vom Einrichten seines Appartements über stundenlanges, richtiges Craften (und nicht nur automatisches Zusammensetzen), bis hin zu langwierigen World-Events, bei denen man Geheimnissen, tief vergraben in den Sinking Sands auf die Spur kommen muss. Oder beim Bau etwaiger Gebäude hilft. Weil es schlicht und ergreifend Spaß macht UND fordert. Und was ich bisher von The Shadow Odyssey sehen konnte, bestärkt diesen Eindruck nur noch. Ich freue mich drauf.

Everquest II: The Shadow Odyssey startet am 18. November!

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

3D Multiplayer-Games: Popstars The Game

Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...

Yahoo! Spiele-Forum

EverQuest II: The Shadow Odyssey in der Vorschau. Was halten Sie vom neuen Spiel von Sony Online Entertainment?

Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.

Link zum Forum

Zum Games Guide-Forum · Zum Online-Spiele-Forum

 

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

PC: WoW: Details zum neuen Dungeon-Syste...
Star Trek Online
Fussball Manager 10
PC: Der letzte Widerstand: Neuer DoW-II-...
PS3: Beta zu BF: Bad Company 2 geplant
Call of Duty 4: Modern Warfare
Nintendo DSi
Sozioland-Umfrage 2009
PC: Lenton: Modern Warfare 2 'ist sowas ...
XBOX: Halo Waypoint wird aufgeteilt
Warhammer 40k: Space Marine
Killerspiele
PC: SEGA kündigt Total War: Anthology an
Videospielsucht
Dead or Alive 4

Weitere Spiele Reviews:

FIFA 10
X360: Marvel vs. Capcom 2
X360: Tekken 6
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser
PC: Velvet Assassin
MySims Racing
X360: CellFactor: Psychokinetic Wars
NBA 2k10
Wet
PS3: Trine
DS: Catan
DS: Kingdom Hearts 358/2 Days
PS3: J! Megazone 23 - Blue Garland
PC: S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat
PS2: Indiana Jones und der Stab der Köni...

Vorschau auf neue Spiele:

PS3: Unreal Tournament 3: Titan Pack
PC: Command & Conquer 4: Tiberian Tw...
PC: Final Fantasy XIV Online
Max Payne 3
X360: Brütal Legend
PC: Disciples III: Renaissance
PS3: Darksiders
PC: Left 4 Dead 2
GC09: First Facts - Fable 3
PC: Virtua Tennis 2009
PC: Section 8
PS3: Resident Evil 5
Split/Second
X360: Forza Motorsport 3
X360: Risen