Tron

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Disney Interactive
Entwickler
Backbone Entertainment
Genre
Andere
X360: XBLA: Tron, Omega Five, Metal Slug 3

X360: XBLA: Tron, Omega Five, Metal Slug 3

Aus dem aktuellen Dreiergespann der Neuzugänge für die „Minispielesammlung“ Xbox Live Arcade zählt historisch gesehen Tron sicher zum spannendsten. Nicht weil es die Umsetzung eines halbvergessenen Automaten aus dem Jahr 1982 bietet. Das machte auch Tempest, ohne dabei ernsthaft an Relevanz zu gewinnen. Tron war aber ein erster Versuch, dessen erfolgreicher Verlauf uns bis heute in der Spielewelt verfolgt.

Es ist praktisch selbstverständlich, dass zu jedem wichtigen Hollywood-Blockbuster am Starttag ein Spiel zur Nachverkostung zu Hause bereit steht. Solch Perlen wie Golden Compass oder Beowulf zeigen auch eindrucksvoll, warum solche Spiele einen gewissen Ruf weg haben.

Tron erschien 1982 als Experiment in diese Richtung. Der Automat wurde zeitgleich mit dem Film veröffentlicht – ein echtes Novum –, der im Gegensatz zu heute natürlich noch keinen Kultstatus genoss. Auch Arcade-Automaten waren noch nicht der ganz sichere Deal. Es hat geklappt. Für Jahre war die Tron-Maschine ein Renner, sie spielte zu Anfang mehr Geld ein als der Film und ging wie dieser in die Computergeschichte ein. Und dieser Erfolg macht sich bis heute bemerkbar.

Tron

Entwickler: Disney Interactive Studios

Kostenfaktor: 400 Punkte (4,80 Euro)

Spielerzahl: 1 bis 2 (offline, online)

USK: Freigegeben ab 6 Jahren

Downloadgröße: 47 MB

Mit einem Unterschied: Für 1982 war Tron ein komplexes Biest, das den Spieler eine Reihe verschiedenster Minispiele bot, alle mit Bezug auf die Szenen des Films. Lightcyclerace, ein Labyrinth mit den Panzern und noch einiges mehr musste in freier Reihenfolge absolviert werden, um zum Finale das böse MCP zu besiegen. Ein furioser Actiontrip nach Maßstäben der frühen 80er, der in dieser Version leider an einem einzigen und absolut essentiellem Punkt scheitert: Die Steuerung.

In einigen der Abschnitte dürft Ihr Eure Waffe oder das Geschütz des Panzers um 360 Grad drehen. Am Automaten ließ sich dies in Sekundenbruchteilen bewerkstelligen, mit dem rechten Analogstick passiert dies nicht nur zu langsam, zu verwirrend, sondern auch noch unpräzise. Da das Spiel auch so schon bockeschwer geriet, wird es nun in höheren Leveln schlicht unfair.

Angesichts der netten Umsetzung mit dem optionalen, leicht aufgeputschtem, aber immer noch wunderbar minimalistischen Look, dem kleinen Preis und dem gelungenen Einfügen von Multiplayermodi, schmerzt diese schlichte Tatsache umso mehr. Aber eine echte Empfehlung kann es nicht geben. Leider.

Wertung: 2 / 5

Omega Five

Entwickler: Natsume

Kostenfaktor: 800 Punkte (9,60 Euro)

Spielerzahl: 1 bis 2 (offline)

USK: Freigegeben ab 12 Jahren

Downloadgröße: 47 MB

Als Ballerspieler der alten Schule wird mir beim Anblick des Hudson-Logos mit der Biene immer wohlig warm ums Herz. Erinnerungen an eine einfachere Spielewelt in der Vergangenheit umwehen mein in diesen Momenten von Nostalgie umwölktes Hirn. Und ein wenig Dankbarkeit für die Existenz von XBLA, denn ohne eine solche Plattform würde eine Shoot´em´Up–Perle wie Omega Five von Natsume / Hudson wohl nie zu uns finden.

Und das wäre sehr schade, denn was hier geboten wird, ist furiosestes Old School im besten Sinne. Keine Story wird Euch belästigen. Eine leicht bekleidete Amazone und ein schwer gepanzerter Koloss stehen zur Wahl, los geht es ohne ermüdende Ausführungen über das Was und Wieso und geschossen wird zuerst, Fragen hat sowieso keiner. Pate stand dabei offensichtlich der Capcom Klassiker Forgotten Worlds und auch hier wird von links nach rechts geflogen und mittels rechten Stick in alle Richtungen geballert.

So gar nicht Old School präsentiert sich die Optik. Wunderschöne HD-Backgrounds, riesige Polygongegner und ein wahres Lichtgewitter lassen schnell vergessen, ein kleines Downloadspielchen vor sich zu haben. Lediglich der missratene, weil nicht vorhandene Onlinemodus schmälert den guten Gesamteindruck. Seht es so: Es unterstreicht den Alte Zeiten–Charme, wenn Ihr mit einem Freund zusammen vor der Konsole sitzt und diesen modern angestrichenen, nebenbei gesagt hammerharten, Ausflug in eine simplere Zeit genießt.

Wertung: 4 / 5

Metal Slug 3

Entwickler: SNK / Playmore

Kostenfaktor: 800 Punkte (9,60 Euro)

Spielerzahl: 1 bis 2 (offline, online)

USK: Freigegeben ab 16 Jahren

Downloadgröße: 45 MB

Wie oft kann man ein und dasselbe Spiel immer neu herausgeben? Metal Slug 3 könnt Ihr – natürlich – auf dem Neo Geo, der Playstation 2, der PSP, der Wii, dem PC, der alten Xbox und seit letztem Mittwoch auch auf der neuen Xbox spielen. Immer das gleiche, inzwischen fast acht Jahre alte Game. Glück für SNK/Playmore, dass es ein so verdammt gutes Game ist.

Sollte trotz der hartnäckigen Neuauflagen einer noch nicht mitbekommen haben, was Metal Slug darstellt: Ein Sidescroller-Action-Festeranza der allerersten Klasse, ein Super-KABOOM, Contra mit Humor und überhaupt einer der Gründe, warum 2D niemals ganz aussterben wird. Eine Säule im Museum perfekter Spielbarkeit, ein Happening der wirren Ideen und vieles mehr noch dazu. Wahrscheinlich werden noch in den nächsten Dekaden Umsetzungen dieses Arcade-Meilensteins auftauchen.

Solltet Ihr das gute Stück aber schon in einer anderen Form Euer Eigen nennen, könnt Ihr diese Umsetzung eigentlich auslassen. Nicht dass dieser sehr getreue Rom-to-Download Port irgendwelche Mängel hätte. Er bietet halt nur nichts Neues. Im Gegenteil, nicht einmal die Bonusstages der Xbox-Disc-Version wurden übernommen. Wenigstens dürft Ihr zu zweit per Live spielen, nur bin ich mir nicht sicher, ob die Ruckeleinlagen dabei auf den derzeit etwas angeschlagenen Zustand von Live oder auf das Spiel generell zurückzuführen sind. Besser Ihr sitzt zu zweit vor dem Monitor und genießt eine der zeitlos genialsten Shooterorgien zusammen.

Wertung: 5 / 5

Randnotiz der Woche: Der Name „Tron“ wurde für das Überwachungsprogramm in dem Film nicht zufällig gewählt. In der inzwischen etwas außer Mode gekommen Programmiersprache Basic steht „tron“ für „trace on“, dem Befehl zur Ablaufverfolgung und Kontrolle beim Debuggen.

 

 

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