F.E.A.R. 2: Project Origin

Preview
Vertrieb
Warner Bros. Interactive
Entwickler
Monolith Productions
Genre
Andere
PC: F.E.A.R. 2: Project Origin

PC: F.E.A.R. 2: Project Origin

Eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das entscheidende Element eines Shooters ist das so genannte Gunplay. Die Kombination aus Sound, Präzision, Rückstoß und Glaubhaftigkeit führt zu einer Symbiose zwischen den Spielern und ihrer Waffe. Das satte Einrasten nach dem Durchladen, das tiefe Wummern, wenn die Treibladung losgeht, und das richtige Feedback vom digitalen Gegner, wenn er mit der Gewalt einer Lokomotive vom Geschoss getroffen wird, ergeben ein nur schwer zu beschreibendes Gefühl von Befriedigung. Eine Emotion, die auf den ersten Blick falsch wirkt, doch selbst einen Pazifisten, Warmduscher, Sitzpinkler und Frauenversteher wie mich in seinen Bann zieht.

Ein Spielgefühl, das bei Titeln wie Counter-Strike, Black, Call of Duty und vor allem dem ersten F.E.A.R.-Vertreter einen großen Teil der Faszination ausmacht. So ist es nicht verwunderlich, dass man sich auch beim Nachfolger nach wenigen Minuten wie Zuhause fühlt. Erstmals hatten wir die Gelegenheit, eine nahezu fertige Version anzuspielen und waren begeistert: Unterstützt durch die ikonographische Zeitlupe entsteht auch bei F.E.A.R. 2: Project Origin ein Ballett aus Kugeln, Körpern und herumfliegenden Trümmerteilen, das jede Auseinandersetzung zu einem Ereignis macht.

Mit viel Liebe zum Detail inszenieren die Entwickler von Monolith die beinharte Action. Jedes Streicheln des Abzugs löst eine zerstörerische Salve aus, die sich mit vernichtender Wirkung in die Gegner bohrt, jede Granate sorgt für eine massive Schockwelle, die Gegner und Gegenstände gleichermaßen durch die Luft wirbelt. Es mag grausam klingen, aber Gameplay und Präsentation greifen hier perfekt ineinander, pressen den Spieler in seinen Sitz und entlassen ihn erst ganz am Ende aus ihrem knallharten Griff.

Eingesponnen in eine düstere Geschichte um das paranormale Phänomen Alma, entfaltet Project Origin schon im ersten Level eine dichte Atmosphäre, die mit noch mehr Nachdruck an Monoliths mittlerweile indizierten Grusel-Shocker erinnert. Es wird die Geschichte des F.E.A.R.-Soldaten Becket erzählt, der auf der Jagd nach den Drahtziehern des Notstandes mit eigenen Augen den Ausbruch Almas erleben muss. Gezeichnet und verändert, entwickelt er die gleichen Fähigkeiten wie der Hauptdarsteller des ersten Teils. Auf Knopfdruck kann er die Zeit verlangsamen und so die Gegner mit gezielten Schüssen um die Ecke bringen.

Die brachialen, sehr linearen Action-Abschnitte werden immer wieder durch verstörende Zwischensequenzen unterbrochen, die in traumatischen Bildern die Leidensgeschichte der mächtige Psionikerin nachzeichnen. Machten sich diese Sequenzen beim ersten Teil nach dem hervorragenden Einstieg rar, stürzen sie sich diesmal über die ganze Länge auf Euren Verstand. Schatten, Visionen und blutige Bilder erzeugen einen Mahlstrom der Gefühle und peitschen Euch immer weiter durch die im Vergleich deutlich abwechslungsreicheren Level.

Langweilten Euch bei F.E.A.R. noch die tristen, grauen Bürogebäude und unspektakulären Level-Konstruktionen, hat Monolith aus seinen letzten beiden Schockern gelernt. Jede der vier gezeigten Missionen sprühte nur so vor wunderschönen Bildern. Gleich zu Beginn sorgt ein prächtiges Apartmentgebäude mit strahlenden Wasserspeiern und wunderschönen Spiegelsälen für Sprachlosigkeit. Waffen-Design, Gegner und die Architektur wirken wie aus einem Guss.

Später begeistert eine heruntergekommene Grundschule mit ihren gruseligen Unterrichtsräumen, eine gigantische Forschungsanlage mit bombastischen Maschinen und die Stadt selbst, in deren zerstörten Straßenzügen man die Auswirkungen von Almas Ausbruch mit eigenen Augen bestaunen kann. An manchen Stellen hätte man sich zwar eine klarere optische Abgrenzung zu SEGAs indizierten Grusel-Schockern und eine etwas reichhaltigere Farbpalette gewünscht, trotzdem für die Serie ein großer Schritt nach vorne.

Auf dem PC spielt Project Origin zwar nicht ganz in der ersten Liga mit, dafür steuern sich die packenden Feuergefechte mit Maus und Tastatur nochmal ein ganzes Stück flüssiger. Und mehr als eine höhere Auflösung und ein paar knackigere Texturen darf man 2009 sowieso kaum erwarten. Überraschend ist dagegen die gelungene Umsetzung für die Xbox 360 (PS3 konnten wir noch nicht bestaunen). Der Titel sieht auf der vier Jahre alten Hardware fantastisch aus und muss sich nicht hinter der PC-Fassung verstecken. Allein die sehr eingeschränkte Zerstörbarkeit der Level-Umgebung will nicht so ganz zu dem Blockbuster-Image passen. Die Physik-Engine ist in die Jahre gekommen und sollte so schnell wie möglich ausgetauscht werden.

Auch die starke Linearität ist wohl eher Geschmackssache. Um die Inszenierung zu unterstützen, lässt Monolith dem Spieler nur wenig Freiheiten. Viel Story, kleine eingestreute Rätsel á la „Drehe den Gashahn zu“, immer wieder Level-Schläuche und Feuergefechte, so weit das Auge reicht. F.E.A.R. 2 setzt über weite Strecken auf die Spielmechanik des Vorgängers.

Dafür beeindrucken die Computergegner auch 2009 mit ihrer Intelligenz und sorgen für spannende Auseinandersetzungen. Geschickt arbeiten die Feinde zusammen, flankieren Eure Position oder werfen Euch Granaten vor die Füße. Ist keine Deckung zur Hand, schmeissen sie kurzerhand einen Tisch um und verbarrikadieren sich dahinter – ein Trick, den Ihr auch selbst anwenden könnt.

Abseits dieser gewohnt brillanten Gefechte sorgen ein paar neue Gegner für ein paar unschöne Überraschungen. Besonders hervorzuheben ist hier ein Psioniker, der tote Soldaten mit seinen telekinetischen Fähigkeiten wieder zum Leben erweckt und, wie ein paar seiner Kollegen, nur mit dem Einsatz der Zeitlupenfunktion zu besiegen ist. Eine große Erleichterung ist der Ausbau Eures Waffenarsenals. Euer Alter Ego kann vier statt zwei Waffen tragen, bekommt ein paar neue Schießeisen geliefert - zum Beispiel eine mächtige Energiekanone, die nur rauchende Skelette hinterlässt - und darf auch die Schmuckstücke aus dem ersten Teil benutzen – noch immer mein Favorit: Die Nagel-Kanone. Doch die wohl mächtigste Neuerwerbung stellt der EPA-Mech (Elite Powered Armor) dar. Wie im Monolith-Shooter-Klassiker Shogo nehmt Ihr in einem gewaltigen Kampfanzug Platz und metzelt Euch durch die Gegnerhorden.

Das mächtige Ungetüm zerlegt mit seinen Maschinenkanonen und Raketenwerfern die Gegner in blutige Einzelteile – die deutsche Fassung besitzt ein USK-Rating, ist aber geschnitten. Beginnt Ihr zu feuern, bricht die Hölle los und das Level-Inventar wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Damit das Massaker nicht langweilig wird, werfen sich Euch feindliche EPAs entgegen. Bei den titanischen Auseinandersetzungen gilt es dann, Deckung auszunutzen und mit Raketensalven langsam die feindlichen Schilde auszuschalten.

Auch in diesen Abschnitten stimmt das Gunplay. Ihr fühlt Euch richtig mächtig und bekommt einen Eindruck davon, was diese Maschine im Multiplayer anrichten kann. Ja, Ihr habt richtig gehört, Monolith lässt das Monster auf menschliche Mitspieler los. In einem Spielmodus werden zwei Seiten mit jeweils einem Mech aufeinander gehetzt, was schon auf dem Papier fantastisch klingt.

Damit sich die normalen Mitstreiter im Modus "Armored Front" nicht so wehrlos fühlen, sind sie mit schwerem Gerät wie Laserkanonen und Raketenwerfern ausgerüstet. Abseits dieses Spektakels warten klassische Deathmatch-Varianten, ein Conquest-Modus á la Battlefield und der Blitz-Modus auf Euch. In letzterem müssen beide Teams abwechselnd Kanister stehlen und für das eigene Team sichern.

Das Ganze spielt sich wie Capture the Flag, nur mit mehreren Flaggen. Dazu noch ein Erfahrungspunkte-System ähnlich Call of Duty 4, die Möglichkeit, vor dem Spiel Eure Ausrüstungs zusammenzustellen, und eine Mini-Map - und schon bewegt sich F.E.A.R. 2 auch beim Multiplayer auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

In meiner ersten Vorschau war ich ja etwas enttäuscht. Keine neuen Psi-Kräfte, ein sehr lineares Level-Design und eine etwas veraltete Grafik-Engine klingen eigentlich nicht nach ganz großem Kino. Nach dem ausführlichen Anspielen habe ich meine Meinung wieder geändert. Dank der packenden Inszenierung, den fordernden Feuergefechten und dem gelungenen Grafik-Design verzeiht man F.E.A.R. 2: Project Origin seine konservative Vorgehensweise nur allzu gern. Vor allem, da Monolith bei den Leveln und den EPA-Einsätzen viel Abwechsung bietet, schluckt man selbst die dicke Linearitätspille.

Natürlich muss der Multiplayer noch beweisen, dass er gegen die Konkurrenz bestehen kann. Und vier Level reichen wohl kaum, um sich ein finales Urteil zu erlauben. Trotzdem sieht alles nach einem routinierten Blockbuster aus, der gerade bei der Inszenierung die Messlatte mal wieder ein Stückchen höher legt. Nach den ganzen Querelen um Namensrechte und Inhalte ein gelungenes Ergebnis, für dessen Nachfolger ich mir aber schon jetzt mehr Bewegungsfreiheit sowie eine neue Grafik- und Physik-Engine wünsche. Dann klappts bestimmt auch mit dem Genre-Thron.

F.E.A.R. 2: Project Origin erscheint am 13. Februar für Xbox 360, PC und PS3.

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

3D Multiplayer-Games: Popstars The Game

Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...

Yahoo! Spiele-Forum

F.E.A.R. 2: Project Origin in der Vorschau. Was halten Sie vom neuen Spiel von Monolith Productions?

Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.

Link zum Forum

Zum Games Guide-Forum · Zum Online-Spiele-Forum

 

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

Brütal Legend
Alarmstufe Rot fürs iPhone erhältlich
PS3: Fat Princess: Patch mit neuer Karte
PS3: Borderlands: PS3-Probleme behoben
GC: Miyamoto ist enttäuscht, dass Star F...
X360: Neuer Alice-Trailer ist ein Fan-Pr...
Age of Conan
Mario & Sonic bei den Olympischen Sp...
PC: Lenton: Modern Warfare 2 'ist sowas ...
X360: Stranglehold: Ex-Produzent kritisi...
PS3: Darksiders: Ungeschnitten und ab 18
GTA IV: The Ballad of Gay Tony
God of War 3
Need for Speed: Nitro
Brothers in Arms-Reihe

Weitere Spiele Reviews:

Marvel Ultimate Alliance 2
NBA 2k10
Overlord: Minions
X360: Tales of Vesperia
Dissidia: Final Fantasy
Infamous
WII: Gradius ReBirth
PC: The Secret of Monkey Island: Special...
Mario & Sonic bei den Olympische...
DS: The Dark Spire
Sports Island 2
Marbles! Balance Challenge
PS3: Fairytale Fights
PC: Sacred 2: Ice & Blood
PS3: Batman: Arkham Asylum

Vorschau auf neue Spiele:

WII: Need for Speed: Nitro
WII: House of the Dead: Overkill
X360: R.U.S.E.
Tropico 3
PC: Dantes Inferno
Ceville
Empire: Total War
PS3: Quantum Theory
E3 09: SAW: The Game - First Facts
PS3: Brütal Legend
PC: Pristontale 2: The 2nd Enigma
X360: Fight Night Round 4
PC: Batman: Arkham Asylum
Haunted
PC: Pro Evolution Soccer 2010