THQ schickt Euch in den Zoo und SEGA auf den Tenniscourt. Lohnt sich der Ausflug mehr, als vor allem das „Tycoon“ im Namen es erahnen lässt?
Ein neuer Tag, ein neuer Tycoon. Nach den Fischen (eurogamer.de)kann ich nicht behaupten, dass mich die erneute Mischung aus Tieren und Geldscheffeln beim Anblick des Covers mit Freude erfüllte, aber schon die Startmenüs reichten aus, um meine schlimmsten Sorgen zu besänftigen.
Zoo Tycoon 2 DS kann man einiges vorwerfen, das Fehlen einer professionellen Aufmachung aber ganz sicher nicht. Klar strukturierte Menüs und eine auf den Stylus angepasste Struktur – auch wenn ich mir das Spielmenü auf der rechten Seite gewünscht hätte –, verkürzen die Einarbeitungszeit auf ein absolutes Minimum.
Innerhalb kürzester Zeit werdet Ihr die ersten Gehege gezogen, ein paar Zebras, Kamele und Kängurus darin verstaut und mit individuellen Gehege-Designs, passend zur Gattung, versehen haben. Dann noch ein paar Wege hier und da, ein Getränkestand bei den Affen, eine Restaurant nahe am Löwenkäfig, hier ein Wegweiser, dort ein Klo, fertig ist Zoo. Die Besucher gehören ein dankbaren Gattung an, Fördergelder fließen und eigentlich hält Euch nicht viel vom schnellen Durchmarsch im Endlos-Modus ab.
Die Herausforderungen halten sich schlicht in Grenzen, sei es nun im Challenge oder im Endlos-Modus. Ihr bekommt genau gesagt, was welches Tier mag, Ihr haltet Euch daran, verteilt die Buden zur Versorgung der Besucher in halbwegs regelmäßigen Abständen und schaut zu, wie der Rubel rollt. Freischaltbare Extras für Eure Käfige sorgen für Laune – wer will nicht den Yeti oder Dinosaurier präsentieren? –, aber insgesamt kratzt das Spiel nur sehr vorsichtig an der Oberfläche von Zoomanagement und Tierpflege.
Es hilft da auch nicht, dass sich mit der Zeit noch der beste Freund der Routine, die Monotonie, dazu gesellt. Ein neues Tier zum Park hinzuzufügen, bedeutet stets ein und denselben Ablauf: Baut einen Zaun, wählt die dem Tier entsprechende Vegetation, einen Tierpfleger dazu und schon könnt Ihr diese Ecke des Zoos getrost sich selbst überlassen. Dauert fünf Minuten, die sich immer auf die gleiche Art wiederholen.
Lediglich in den späteren Leveln werdet Ihr gelegentlich aus heiterem Himmel mit der Game-Over-Message überfallen, wenn Ihr zu lange braucht oder gewisse Siegbedingungen zum Ende eines Spieljahres nicht richtig beziehungsweise nicht so, wie es das Spiel will, erfüllt habt. Mit ein wenig Zielstrebigkeit lässt sich dies jedoch stets gut verhindern.
Die Pfleger ersetzen übrigens auch weitestgehend die Liebe, die Ihr den Tieren aus der Nahansicht angedeihen lassen könnt. Mit dem DS gilt es, entweder, weil Ihr keine Pfleger engagieren möchtet oder aus Lust und Laune, in Minispielchen Eure Schützlinge zu füttern, streicheln oder zu pflegen. Was auf wildes Herumrubbeln mit dem Stylus auf dem Screen hinausläuft und eigentlich nur als Extra und nicht als großes spielerisches Moment zu verstehen ist.
Die Probleme der steten Wiederholungen haben alle Tycoons irgendwann, und auch das Phänomen, dass es zu leicht wird, sobald erst einmal ein positiver Cashflow etabliert wurde, kennt Ihr aus anderen Games der Art. Zoo Tycoon 2 DS liegt sicher weit vor dem spaßfreien Vorgänger, macht vieles richtig, reißt aber auch nirgendwo besondere Bäume aus. Kann man spielen, aber wenn Ihr es nicht tut, verpasst Ihr in Eurem Leben nichts.
SEGA Superstars Tennis hat auf dem DS einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Versionen für Xbox 360 und PS3 (eurogamer.de): Hier gibt es kein Virtua Tennis 3 als großen Konkurrenten aus dem eigenen Haus. Damit schwingt es sich zum besten Tennisspiel auf dem DS auf. Was gegen die Konkurrenten Ralf Nadal und Top Spin 2 auch nicht so schwer war. Und so groß, wie er sein könnte, ist der Abstand zu den beiden leider auch nicht.
Sega hat das Meiste oder zumindest das Wichtigste aus den Heimversionen mit auf Nintendos Kleinsten genommen und auch wenn der Superstar-Modus mit acht Arealen weit kleiner ausfiel, bleibt doch genug Ablenkung und Spaß beim Freischalten von Courts und Charakteren. Und nicht zu vergessen: Der schlichte und ehrliche Fun, den Ihr bei jeder Runde PuyoPop oder Virtua Squad mit einem Tennis Racket haben werdet, hat es unbeschadet auf den Doppelscreen geschafft.
Beim eigentlichen Tennis scheint eine seltsame Transformation stattgefunden zu haben, die gleichzeitig mehr und weniger Realismus in das Duell von Sega-Größen wie Sonic, Amy, den Monkeyball- und Sambaaffen, Nights oder Beat bringt. Einerseits wirken die Figuren optisch kleiner im Verhältnis zum Court, was mehr der Wirklichkeit entspricht. Auf der anderen Seite spielt es sich fast noch einfacher und zügiger als auf den großen Konsolen. Auch das Virtua-typische „Aufladen“ des Schlages scheint hier noch weniger Auswirkung zu haben.
Dies schränkt Eure Kontrolle über das Feld noch mehr ein und so freut Ihr Euch über einen guten Cross mit Tempo zwar immer noch, nur so wahnsinnig viel Einfluss auf sein Gelingen hattet Ihr letztlich nicht. In völlige Legasthenie scheinen die Spieler zu verfallen, sobald sich der Ball erst einmal hinter ihnen befindet. Einen Lob aus der Luft zu schmettern oder überhaupt ihn noch zu retten, wie auch immer, gelingt praktisch und aus unerfindlichen Gründen nicht.
Genauso wenig zeigen sich die Computergegner in irgendeiner Weise von den Supermoves, die Ihr während des Ballwechsels aufladet, beeindruckt. Während Ihr unter dem pervers schnellen Schmetterbällen von Eggman leidet und spätestens dem zweiten davon nur noch traurig nachguckt, werden Eure eignen Attacken genauso gut oder schlecht pariert, als hättet Ihr den Ball normal geschlagen.
Im Duell gegen einen menschlichen Mitspieler sieht das natürlich ganz anders aus und hier glänzt SEGA Superstars Tennis DS dann doch ziemlich hell. Schnelle, leicht zu lernende Ballwechsel für Zwischendurch, immer mal für eine Runde nett und launig. Eine Sache werdet Ihr aber von vornherein, sei es allein oder zu zweit, außen vor lassen: Die Stylus-Steuerung. Ehrlich gesagt kann ich nicht nachvollziehen, wie irgendjemand mit diesem planlosen Gewische und Geziehe steuern soll, aber glücklicherweise spielt das keine Rolle. Mit dem Steuerkreuz funktioniert alles präzise und flüssig, so dass Ihr den Stylus beruhigt stecken lassen könnt.
Dass SEGA Superstars Tennis das derzeit beste DS-Tennis bietet, liegt eher an einem Mangel an Konkurrenz als an seinen echten Fähigkeiten. Habt Ihr erst einmal die hinreißend charmanten Minispielchen hinter Euch, bleibt ein Tennis, das sich zwar flüssig, aber keineswegs fehlerfrei spielt. Verschenkte Lobs, nervige Supermoves, zu wenig Ballkontrolle, die wirklich bei Euch liegt. Für Zwischendurch sehr nett und immer wieder mal unterhaltsam, als Herausforderung für tennishungrige Profisportler leider eine zu leichte Kost.
Zoo Tycoon 2 DS und SEGA Superstar Tennis DS könnt Ihr für rund 40 Euro pro Spiel bei dem Händler Eurer Wahl ergattern.
Zoo Tycoon 2 im Test.
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