WII: Super Smash Bros. Brawl
Super Smash Bros. war schon auf N64 und GameCube der Traum eines jeden Nintendo-Fans: Nahezu alle wichtigen Helden, von Mario über Samus bis hin zu Link, in einem Spiel versammelt - was kann es Schöneres geben? Lustigerweise dürften die ersten beiden Teile der Reihe aber auch etliche Spieler vor die Konsole gelockt haben, die Nintendo sonst nicht allzuviel abgewinnen können.
Warum, fragt Ihr? Na, weil man in dem actionreichen Beat'em Up Mario, Luigi, Peach und all den anderen knuddeligen Figuren mal so richtig die Fresse polieren kann. Wenig verwunderlich also, dass schon Ausgabe zwei zu einem der meistverkauften GameCube-Titel avancierte und Nintendo für das kommende Weihnachtsgeschäft große Hoffnungen auf den Nachfolger setzt.
Dieser dritte Teil hört auf den Namen Super Smash Bros. Brawl und behält das zu Grunde liegende Konzept der Vorgänger selbstverständlich bei: In verschiedensten Arenen treten in der Regel zwei bis vier Charaktere gegeneinander an, schlagen sich die Rübe ein und müssen letztendlich versuchen, sämtliche Kontrahenten aus dem Level zu schleudern. Je mehr Schaden ein Spieler erlitten hat, desto weiter fliegt er - und eben irgendwann so weit, dass er sich nicht auf festen Boden zurück retten kann. So einfach ist das.
Neue Konkurrenten
Weil bei jedem Sequel natürlich alles besser, schöner und vor allem größer sein muss, wird Nintendo für Brawl die Auswahl der Charaktere noch einmal deutlich erhöhen. Zu den bereits bestätigten Neulingen zählen unter anderem Pit aus dem NES-Klassiker Kid Icarus, Marios Dauergegner Wario und sogar Solid Snake, wohl beinahe jedem bekannt aus Konamis Metal-Gear-Solid-Reihe. Wacker hält sich weiterhin das Gerücht, Segas Sonic werde dieses Mal mit von der Partie sein, doch bestätigt ist das noch nicht. Auf jeden Fall zurückkehren werden dafür unter anderem Pikachu, Fox McCloud und die wichtigsten Mario-Figuren, so dass fast jeder seinen persönlichen Liebling finden sollte.
Als obligatorisch darf man wahrscheinlich bezeichnen, dass jeder dieser Charaktere über ganz eigene Fähigkeiten verfügt, die Kenner nicht überraschen werden. Solid Snake etwa hat eine seiner legendären Kisten zum Schutz gegen feindliche Angriffe dabei, Yoshi rollt seine Widersacher mit einem Ei platt, Mario springt besonders hoch und schießt mit Feuerbällen um sich, Link ist sowohl mit einem Schwert als auch mit Pfeil und Bogen bewaffnet, Kirby kann seine Gegner einsaugen und Bowser grillt jeden mit seinem feuerigen Atem.
Zusätzlich zu diesen verschiedenen Nah- und Fernangriffen trefft Ihr im Spiel aber auf allerlei Items, die in Kisten oder Fässern versteckt sind und dem Ganzen erst den richtigen Pepp verleihen. Mit einer Kanone haut Ihr Euren Gegnern ein schmerzvolles Feuerwerk um die Ohren, klebende Bomben sorgen erst recht für einen gewaltigen Schaden und sogar die in ihrer Funktion überwiegend ziemlich unorthodoxen Pokébälle sind zurück. Findet Ihr einen und werft ihn in die Nähe eines Gegners, kommt Euch eines von zahlreichen Pokémons zu Hilfe, die wiederum allesamt über Spezialfähigkeiten verfügen.
Zu den Gegenständen zählen wie in den Vorgängern darüber hinaus ganz gewöhnliche Schusswaffen - mit einem ganz entscheidenden Unterschied: Dieses Mal dürft Ihr Euch beim Abfeuern dieser Items bewegen und müsst nicht mehr auf der Stelle stehen bleiben. Sogar Sprungschüsse sind möglich, was Pistolen und Gewehre noch einen Tick stärker machen dürfte als zuvor. Ebenfalls neu ist der so genannte Smash-Ball, ein extrastarkes Item, das Euch eine einzigartige und selbstredend äußerst zerstörerische Spezialtechnik ausüben lässt. Ein Finishing Move, gewissermaßen.
Mit viel Liebe zum Detail will Nintendo außerdem die zahlreichen Stages gestalten, also die kleinen Levels, in denen die Kämpfe ausgetragen werden. So gibt es beispielsweise eine Arena, die den typischen Wachsmalstil von Yoshi's Island trägt, eine Welt im hellen, bunten Look von Super Mario Sunshine, aber ebenso düstere Umgebungen, etwa aus der Metroid-Serie.
Wie bereits in den Vorgängern sehen diese Stages nicht nur alle sehr unterschiedlich aus, sondern stellen Euch auch spielerisch vor ganz eigene Herausforderungen: Manche stehen still, andere drehen sich oder kippen mit der Zeit, häufig gibt es zudem vermeintliche Hintergrundobjekte, die sich plötzlich bewegen, Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen und einen Kampf so auf dem Kopf stellen können. Ganz neu sind Veränderungen wie Tag- und Nacht- oder sogar Jahreszeitenwechsel.
Wie bei jedem nahezu jedem Wii-Spiel durfte man bei Super Smash Bros. Brawl gespannt sein, was die Entwickler mit der neuartigen Steuerung anstellen - und ob diese mit dem eher klassischen Spielprinzip anständig funktioniert. In dieser Hinsicht gibt es gute Nachrichten, denn das Beat'em Up wird nicht eine, nicht zwei, nicht drei, sondern sagenhafte vier verschiedene Möglichkeiten anbieten, um wirklich jeden Spieler zufrieden zu stellen.
Wer es gerne traditionell mag, scheucht Mario & Co. mit einem GameCube- oder einem Classic-Controller über den Bildschirm - ganz wie in den Vorgängern. Wer beides nicht besitzt, kann stattdessen einfach zur Wiimote greifen und sie waagerecht wie ein NES-Gamepad halten. In diesem Fall lenkt Ihr Euren Helden nicht mit einem Analogstick sondern mit dem Steuerkreuz.
Option Nummer Vier ist, wie könnte es anders sein, die Bedienung mit Nunchuk und Wiimote, wobei aller Voraussicht nach die Bewegungserkennung mehrere Funktionen haben wird. Genauere Details muss Nintendo aber erst noch bekannt geben, da es in der Vergangenheit hieß, eine solche Steuerung wäre für den schnellen Spielablauf möglicherweise nicht perfekt geeignet.
Einen vielleicht nicht perfekten, aber immerhin sehr guten Eindruck macht hingegen bereits die Grafik, die den GameCube-Vorgänger deutlich überbieten wird: Sämtliche Charaktere besitzen nicht nur mehr Polygone, sondern auch wesentlich detaillierte Texturen und sehen dadurch "realistischer" aus als jemals zuvor. Ähnliches gilt für die Stages, bei denen aber vor allem die Abwechslung Trumpf ist, weil beinahe jeder Charakter mindestens ein eigenes, ihm typisches Level spendiert bekommt - samt zugehöriger Musikuntermalung, versteht sich.
Noch Unklarheit herrscht in den Punkten Singleplayermodi und Online-Multiplayer: Klar ist, dass sich bis zu vier Spieler gemeinsam an einer Konsole ins Getümmel stürzen dürfen. Aber ob darüber hinaus Internetpartien unterstützt werden, ist eine ganz andere Frage. Vor gut einem Jahr schienen die Entwickler von dieser Idee nicht gänzlich überzeugt zu sein. Nicht zuletzt wohl, weil sie befürchteten, dass Lags und schwache Verbindungen den Spielablauf stören könnten. Auf der anderen Seite ist Smash Bros. aber nunmal ein Spiel, bei dem der Schwerpunkt ganz klar auf dem Mehrspielerpart liegt. Insofern wäre es schon verwunderlich, wenn Nintendo nicht irgendeine Online-Unterstützung einbauen würde. Welche das sein wird, bleibt abzuwarten.
Obwohl noch einige Fragen offen bleiben, stehen die Chancen doch gut, dass Super Smash Bros. Brawl der erhoffte Hit wird und seinen schon sehr starken Vorläufer noch einmal übertreffen kann: Dank mehr Helden, mehr Stages, mehr Items, mehr Steuerungsmöglichkeiten, einer besseren Grafik - allem, was ein Sequel braucht, eben. Die einzige Frage ist, ob es Nintendo auch gelingt, die größten Schwächen der Vorgänger zu beseitigen und nicht nur die Stärken auszubauen. Insbesondere der ziemlich lahme Singleplayerpart könnte eine Runderneuerung vertragen. Spätestens im Herbst sollten wir mehr wissen.
Super Smash Bros. Brawl erscheint voraussichtlich im Herbst exklusiv für Wii.
