Ghostbusters

Preview
Vertrieb
Vivendi Games
Entwickler
Terminal Reality
Genre
Action
X360: Ghostbusters

X360: Ghostbusters

"Hört nur, ich glaube, ich rieche was!"

If there's something strange in the neighbourhood. Who you gonna call? Ghostbusters!

Jeder kennt sie, jeder liebt sie. In den 80er Jahren begeisterten sie mit ihren beiden Filmen Millionen, doch in diesem Jahr beglücken sie uns Videospieler mit einer weiteren Fortsetzung, die man durchaus als dritten Teil der Reihe bezeichnen könnte. Und das zurecht, denn Dan Aykroyd und Harold Ramis - die bereits das Script für die Filme schrieben - steuern die Story zum Spiel bei. Und das Beste daran: Diesmal dürft Ihr sogar selbst im Geschehen mitmischen. Davon haben wir doch schon alle mal geträumt.

Obwohl die Technik des Titels aus dem neuen Jahrtausend stammt, ist in Sachen Geschichte bei weitem nicht so viel Zeit vergangen. Ghostbusters spielt im Jahr 1991, also zwei Jahre nach dem letzten Kinofilm. In New York gelten die Geisterjäger noch immer als Helden, aber es hat sich einiges verändert. Der gute alte Marshmallow-Mann bekam beispielsweise eine eigene Zeichentrickserie, während die Bürger der Stadt von Gozer - dem Bösewicht aus dem ersten Film - und allem, was damit zu tun hat, äußerst fasziniert sind. Das geht sogar so weit, dass alsbald eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet werden soll. Interessanterweise kurz nach dem Beginn des Spiels. Zufall? Wahrscheinlich eher weniger.

Neben den vier geliebten Geisterjägern bringt man auch noch einige andere namhafte Charaktere zurück, beispielsweise Empfangsdame Janine Melnitz (Annie Potts) oder Walter Peck (William Atherton), der im Film den Laden der Ghostbusters nur zu gerne dichtmachen wollte. Weitere Auftritte, etwa von Rick Moranis alias Louis Tully (anderen wiederum bekannt als Lord Helmchen), sind bislang leider noch nicht bestätigt oder dementiert worden.

Eines ist indes jedoch sicher: Dana Barrett (Sigourney Weaver) spielt in der Story keine Rolle. Immerhin führen die Entwickler im Gegenzug eine andere weibliche Persönlichkeit ein. Selbst Vigo - Fürst der Finsternis - hat einen kleinen Auftritt, allerdings muss hier für die Synchronisation ein ähnlich klingender Sprecher gefunden werden, da Vigo-Darsteller Norbert Grupe junior (Prinz Wilhelm von Homburg) bereits im Jahr 2004 verstarb.

Ihr selbst kontrolliert keine dieser berüchtigten Figuren, sondern ein unbeschriebenes Blatt. Oder anders ausgedrückt: Einen Frischling. Der heuert nämlich bei den Ghostbusters an, um Geister zu jagen, Frauen aufzureißen und Geld zu verdienen. Das Übliche eben. Könnte man dafür bessere Lehrer als die etablierte Truppe haben? Wohl kaum, und deswegen absolviert Ihr mit ihnen diverse Aufträge in New York City. Also schnappt man sich den guten alten Ecto aus der Garage, düst durch die große Stadt und erledigt hier und da ein paar Missionen.

Klingt zwar eigentlich ganz gut, aber Ghostbusters ist kein Spiel mit offener Welt á la Grand Theft Auto. Ihr säubert die einzelnen Areale daher erstmal schön bis ins letzte Eck, bevor es weiter zum nächsten Einsatz geht. Das bedeutet aber keineswegs etwas Schlechtes, denn so muss man keine komplette Metropole bis ins letzte Detail gestalten und mit irgendwelchen Nebenmissionen füllen, sondern kann sich auf einige bestimmte Bereiche konzentrieren.

Die eigentlichen Einsätze laufen nach gewohntem Schema ab: Ghostbusters durchstöbern das Gebäude, finden einen Geist und zerlegen den Schauplatz in seine Einzelteile. So zumindest die Kurzfassung. Es werden Euch dabei ein paar gute alte Bekannte über den Weg laufen, etwa der gefräßige Slimer oder der Geist in der Bibliothek (aus dem ersten Film). Und wie weist man sie in ihre Schranken? Richtig, mit dem Proton Pack! Das verfügt gleich über mehrere Feuermodi, zum Beispiel Proton, Electron oder Slime.

Im Laufe des Spiels kommen sogar neue Eigenschaften hinzu, Egon ist schließlich alles andere als untätig. Zu den Erweiterungen zählt unter anderem der Shot-Blast, quasi eine Schrotflinte. Der eignet sich wiederum besonders für eine satte Ansammlung von Gegner oder zur Beseitigung von Objekten, die durch Geister in die Luft befördert werden. Generell geht es aber natürlich darum, die einzelnen Geister per Strahler zu greifen und einzufangen. Eben ganz wie in den Filmen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr sie sogar direkt ins Jenseits schicken.. also endgültig. Bei dieser Methode müsst Ihr Euch dann später ohne eine Belohnung zufrieden geben.

Es versteht sich von selbst, dass bei den herumwirbelnden Strahlern kein Raum so bleibt, wie er vorher war. Hunderte von Objekten lassen sich dank der Physik-Engine zerstören, durch die Lüfte schleudern oder als Geschoss missbrauchen. Und was wäre ein Ghostbusters-Spiel ohne dieses Feature? Sicherlich ein gutes Stück langweiliger.

Ähnliches kann man von den Menschenmassen behaupten, die in den Filmen stets die Geisterjäger anfeuern und selbstverständlich ebenso nicht fehlen dürfen. Die Engine ist dazu auf jeden Fall in der Lage, die Entwickler selbst konnten nach eigenen Angaben schon mehrere tausend Charaktere gleichzeitig auf einer Straße darstellen. Letztendlich dürfte es aber wohl eher auf ein paar hundert Stück hinauslaufen, schließlich soll Ghostbusters keineswegs ruckeln.

Die Grafikfetischisten unter Euch dürften jedenfalls gut auf ihre Kosten kommen: Die Engine beherrscht zahlreiche technische Spielereien und läuft auf Xbox 360 sowie PlayStation 3 sogar in der Auflösung 1080p und mit Full-Screen Anti-Aliasing. Ob dann noch 60 Frames pro Sekunde drin sind, muss sich erst zeigen.

Dank des ausgefeilten Material-Systems können Charaktere mitunter vollständig von Schleim bedeckt werden. Und stellt Euch vor, wie dann erst der Häuserblock aussieht, nachdem der Marshmallow-Mann sich - nach einer kleinen Grillparty mit den Geisterjägern - in seine Einzelteile auflöst. Sicherlich zum Anbeißen, oder so ähnlich. Auf jeden Fall hat die Stadtreinigung anschließend eine Menge zu tun.

Wenn Ihr unser Interview

zu Dead Space gelesen habt, dann wisst Ihr sicherlich, dass die Entwickler von Electronic Arts kein Interface benutzen, sondern alle wichtigen Informationen direkt auf dem Charakter darstellen. Ein ähnliches System verwenden auch die Macher von Ghostbusters. Das soll vor allem dazu dienen, um die Atmosphäre eines Kinofilms beizubehalten. Wenn Euer virtuelles Alter Ego verwundet ist, färbt sich dementsprechend der Bildschirmrand rot ein. Mittlerweile kennt man so etwas schon aus vielen anderen Titeln. Den Status Eurer Waffe erfahrt Ihr durch einen Blick auf das Proton Pack, das die Jungs am Rücken tragen. Darauf wird neben dem gerade aktivierten Feuermodus ebenso eine mögliche Überhitzung des Geräts angezeigt.

Freunde kooperativer Spielmodi dürften derweil von Ghostbusters ein wenig enttäuscht sein. Trotz der mehr als geeigneten Vorlage wird es wohl keine solche Variante zur Auswahl geben. Stattdessen konzentriert sich das Team vollständig auf die Story. Man möchte einfach das komplette Spielerlebnis darauf ausrichten, dass Ihr als Neuling die alten Hasen bei der Arbeit beobachten und ihnen helfen könnt. Und das funktioniert offensichtlich am besten alleine, denn in die Haut der berüchtigten Figuren will man Euch nur ungern stecken. Vielleicht überdenkt man diese Meinung ja irgendwann bei einem möglichen Nachfolger.

Ich persönlich freue mich schon wie ein Schnitzel auf die neue Versoftung von Ghostbusters, da beide Streifen zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Optisch und storytechnisch macht das Spiel bereits jetzt einen außerordentlich guten Eindruck, schließlich wirken Dan Aykroyd und Harold Ramis daran mit. Und das merkt man dem Projekt durchaus an.

Ein fehlender CoOp-Modus ist zwar äußerst schade, allerdings kann das eine gute Kampagne im Optimalfall wieder wettmachen. Am interessantesten dürften aber wahrscheinlich folgende Fragen sein: Geht das Konzept der nicht-offenen Welt auf? Überzeugt das Gameplay? Die schönste Optik und die tollste Story nützen wenig, wenn die Spielmechanik versagt. Ghostbusters steht oder fällt damit. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

Geister sollten sich ab Herbst 2008 lieber verstecken, dann erscheint Ghostbusters für Wii, PS3, PS2, Xbox 360, PC und DS.

 

 

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