Soul Bubbles

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Eidos
Genre
Andere
DS: Soul Bubbles

Gesamtwertung

9/10

DS: Soul Bubbles

Es gibt Spiele, die schlagen praktisch aus dem Nichts wie eine Bombe ein. Bis vor einem knappen Monat war mir Soul Bubbles etwa völlig unbekannt. Das änderte sich allerdings, als ich eine Preview-Version des Titels anspielen durfte. Seitdem konnte ich den Release kaum noch erwarten. Und auch Ihr werdet wahrscheinlich nicht mehr die Finger von diesem Spiel lassen, sobald Ihr einmal damit angefangen habt.

Im Grunde genommen ist das Spielprinzip von Soul Bubbles recht trivial. Es geht nämlich nur um eine einzige Sache: Blasen. Nein, der Titel ist nicht erst ab 18 Jahren freigegeben. Stattdessen gilt es, eine Blase durch den Level bis zum Ausgang zu pusten. In diesem Transportmittel verstaut man Seelen. Der Spieler ist also gewissermaßen ein Seelenfänger und muss dafür sorgen, dass sie endlich sicher diese Welt verlassen können.

Zu diesem Zweck treibt man seine Blase durch die verzweigten Level, die zuvor allerdings nicht aufgedeckt sind – Strategiespieler würden dazu vermutlich „Fog of War“ sagen. Insgesamt bewegt Ihr Euch übrigens durch drei Tutorials, sieben verschiedene Welten sowie mehrere freischaltbare Bonuspassagen.

Die Kontrolle behält man dabei mit Hilfe des Touchscreens. Sofern man mit dem Stylus auf eine beliebige Stelle klickt, springt die Spielfigur sofort an eben jene Position. Wände oder sonstige Abgrenzungen stellen nur für die Blase ein Problem dar. Ähnlich unkompliziert funktioniert das Blasen an sich. Einfach auf den Screen drücken und den Stift in die Richtung schieben, in die man Luft ablassen will. Das Geschehen geht somit recht locker von der Hand und stellt Euch in keiner Situation vor ernsthafte Steuerungsprobleme.

Es wäre natürlich ein wenig zu simpel, wenn man lediglich nur den Behälter durch die Gegend bewegen müsste. Dementsprechend wollen auf dem Weg durch die Levels zahlreiche Hindernisse überwunden werden. Etwa Grünzeug, in dem sich die Blase verfängt. Oder Eulen, die sich das gute Stück greifen wollen. Aber die sind kein Problem. Tippt die Gegner mit dem Stylus an und schon segeln sie wie ein abstürzendes Flugzeug zu Boden. Hier und da hat man es mit starkem Gegenwind zu tun, an anderen Stellen erschweren hinabstürzende Felsen den Weg.

Im schlimmsten Fall kann die Blase platzen, wodurch die Seelen frei in der Luft rumschwirren. Nun sollte man sich beeilen und schnell einen neuen Transportbehälter zeichnen, ansonsten sind sie futsch. Das funktioniert in Sekundenschnelle mit der Vogelmaske. Das digitale Steuerkreuz nach oben drücken und einen Kreis um sie herum malen. Schon schwebt die neue Blase durch die Lüfte. Die benötigt man mitunter auch, um Sternenstaub – der den Weg zum Ziel weist – abseits des erreichbaren Weges einzusammeln oder verschiedene Schalter zu aktivieren.

Insgesamt stehen drei solcher „Verkleidungen“ zur Verfügung. Mit Hilfe der Elefantenmaske entlüftet man beispielsweise die Behälter, um sie bis zu einem gewissen Punkt zu verkleinern. Was aber wiederum auch vom Inhalt abhängt. Je mehr drin steckt, desto größer ist die Blase. Wer jedoch länger daran saugt, erhöht den Druck immer mehr, wodurch sie schließlich platzt und den Inhalt freigibt. Solche Fähigkeiten benötigt man öfter mal bei diversen Rätseln. Ein Feuer blockiert den Weg? Kein Problem! Blase im Wasser erstellen, zu den Flammen führen und löschen.

Mit am häufigsten verwendet man die Tigermaske. Diese dient dazu, Dinge durchzuschneiden. Grünzeug oder andere Sachen, in denen sich die Blase verfangen kann. Oder die Zungen von Fröschen, die daran festkleben. In vielen Fällen muss aber auch der Transportbehälter selbst in mehrere Teile zerlegt werden. Zum Beispiel, um Engstellen zu passieren. Oder sich an spitzen Stacheln vorbeizuschleichen, die eine große Blase ansonsten platzen ließen. Dazu drückt man die rechte Taste des Steuerkreuzes und zieht den Stylus über die jeweilige Stelle. Die Steuerung ist also zweifelsfrei kinderleicht und idiotensicher.

Aber was ist nun eigentlich das Besondere an Soul Bubbles? Ziehen wir dazu mal kurz Boulder Dash: Rocks (eurogamer.de)als Negativbeispiel heran. Nach einem relativ gemächlichen Beginn wurde das Spiel schnell herausfordernder und dank knapp bemessenem Zeitlimit sowie kniffligen Levels regelrecht frustrierend.

Ganz anders sieht das bei Soul Bubbles aus. Hier erfreut man sich an einer stetig steigenden Lernkurve. Anfängliche Levels gehen locker von der Hand und sind meist in gut fünf Minuten zu bewältigen. Später braucht man teilweise mehr als zehn, manchmal sogar bis zu 20 Minuten für eine Passage. Wichtig ist allerdings, dass die Levels zu keinem Zeitpunkt unfair oder demotivierend wirken, sondern stets nachvollziehbar gestaltet wurden und klar ersichtliche sowie ohne größere Schwierigkeiten erreichbare Lösungswege bieten.

Ebenfalls nicht zu verachten ist die Art und Weise, wie man bei Laune gehalten wird. In manch anderen Spielen setzt man Euch schon recht früh alle Fähigkeiten und Herausforderungen vor die Nase. Mit Soul Bobbles offeriert Entwickler Mekensleep hingegen zahlreiche erstklassige Ideen, die man großzügig über das gesamte Spiel hinweg verteilt hat. In jeder Welt warten neue, sich anders verhaltene Gegner, unterschiedliche Hindernisse, Rätsel und neue Möglichkeiten auf Euch. Später muss man sich mit seiner Blase sogar ernsthaft gegen Widersacher zur Wehr setzen. Dazu verbindet man in den Levels auffindbare Blüten mit dem Transportbehälter und kann anschließend für begrenzte Zeit mit den Geschossen in eine Richtung feuern.

Um das zu erreichen, drückt man auf die Blase und zieht den Stylus in die gewünschte Richtung. Es lässt sich sogar ein wenig die Flugrichtung beeinflussen, wodurch man selbst Gegner oder Schalter um Ecken herum erwischt. Neben solch gewöhnlicher „Munition“ stehen zudem noch weitere Varianten zur Verfügung. Lilafarbene Kugeln prallen von Wänden ab, blaue Projektile teilen sich auf und können so mehrere Gegner oder Objekte treffen.

Unterstützt wird das Geschehen auf dem Bildschirm durch eine zauberhaft niedliche, bunte und abwechslungsreiche Optik. Jeder der einzelnen Welten hat man nämlich ein eigenes Thema gewidmet. So treibt man sich zum Beispiel im Dschungel, einer Wüstenregion, im kalten Eis oder einer asiatisch angehauchten Gegend herum. Einen großen Teil zum Spielspaß trägt indes die gelungene Physik-Engine bei. Die Blase verhält sich realistisch, quetscht sich nicht durch zu kleine Engstellen und wird von starkem Gegenwind davongeschleudert. Es ist schlicht eine Freude, dieser kunterbunten Welt zuschauen und mit ihr interagieren beziehungsweise experimentieren zu können.

Wie ich zu Anfang des Artikels bereits sagte, hatte ich Soul Bubbles bis vor knapp einem Monat überhaupt nicht auf der Rechnung. Nun, nachdem ich den Titel durchgespielt habe, zählt er für mich zu einem der besten DS-Spiele, die jemals im Cartridge-Slot meines Handhelds steckten.

Soul Bubbles ist niedlich, motivierend, unkompliziert zu steuern und zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd frustrierend. Eben einfach schön und dank der tollen Optik sowie der beruhigenden Hintergrundmusik regelrecht entspannend. Hier stimmt von vorne bis hinten praktisch alles. Und da soll nochmal jemand behaupten, Dritthersteller würden sich nicht so viel Mühe wie Nintendo selbst geben. Mekensleep und Eidos beweisen mit diesem erstklassigen Titel locker das Gegenteil.

Genau für solche Spiele ist der Nintendo DS gemacht!

Soul Bubbles ist bereits im Handel erhältlich, hat aber weder „lizenzierte Rennautos, postapokalyptische Soldaten, Elfen, Orks, Magier oder Gang-Kämpfe“ zu bieten.

 

 

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