Guild Wars: Eye of the North

Review
Plattform
PC
Vertrieb
NCsoft
Entwickler
ArenaNet
Genre
RPG
PC: Guild Wars: Eye of the North

Gesamtwertung

8/10

PC: Guild Wars: Eye of the North

Der Ablauf ist ja bekannt: Wer in World of WarCraft, EverQuest 2 oder sonst wo auf Erkundungstour gehen möchte, braucht meist zwingend eine Gruppe. Also stellt man sich erstmal in die Gegend und hält minutenlang nach Leuten Ausschau, die gerne mitkommen würden. Wem das genau so wie mir schon immer etwas auf den Keks ging, der wird sich wahrscheinlich - ebenso wie ich - seinerzeit über Guild Wars gefreut haben.

Endlich alleine durch die Gegend ziehen, die mühsam zusammengestellten menschlichen Kollegen werden in Sekundenschnelle durch clevere KI-Mitstreiter ersetzt. Herrlich.

Natürlich funktioniert es auch mit Menschen als Begleitern, aber für eine schnelle Runde zwischendurch ist Guild Wars einfach ideal. Vielleicht gerade deshalb ist das Spiel mittlerweile so beliebt. Und mit Eye of the North liefert NCsoft schon wieder Nachschub in Form der ersten echten Erweiterung.

Nach den Ausflügen in Richtung Cantha (Factions) und Elona (Nightfall) führt Euch Eye of the North wieder zurück zu dem Ort, an dem vor zwei Jahren alles begann: Tyria. Wie der Name des Add-Ons schon verrät, treibt Ihr Euch im hohen Norden und dementsprechend größtenteils in den kälteren Regionen der Welt herum. Da Eye of the North den Besitz eines der bisherigen Kapitel voraussetzt, könnt Ihr nicht direkt vor Ort loslegen, sondern müsst vorher eine Aufgabe erledigen.

In Factions marschiert Ihr dazu beispielsweise ins Zentrum der Stadt Kaineng und anschließend in den Untergrund der Stadt. In den Tiefen unterhalb der Metropole zerlegt Ihr erstmal einige bekannte Gegner, bevor Ihr auf eine Gruppe von Zwergen und den Asura Vekk trefft.

Für ein ausführliches Kaffeekränzchen bleibt jedoch keine Zeit, denn zahlreiche Monster – von den Zwergen einfach nur „Zerstörer genannt - befinden sich im Anmarsch. Da diese den Trupp kurzerhand in kleine Stücke zerhacken würden, nehmen die Jungs und Mädels lieber die Beine in die Hand und machen sich auf den Weg zu einem nahen Portal, das sie wiederum in den hohen Norden von Tyria führt. Damit die Verfolger nicht ebenfalls die Passage durchqueren, sprengt Vekk kurzerhand den Durchgang, weswegen Ihr vorerst dort verbleiben müsst. Ist aber kein Problem, schließlich gibt es hier jede Menge zu tun.

Unmittelbar nach der Ankunft in den neuen Gefilden teilt sich die Hauptstory des Add-Ons in drei verschiedene Zweige auf. Jeder davon widmet sich einer speziellen Rasse: Zwerge, Norn und Asura. Die beiden letzteren sind übrigens brandneu und werden im kommenden Guild Wars 2 spielbar sein. Eye of the North führt Euch damit bereits an beide Völker heran. Auf neue Klassen oder weitere Slots für Eure Charaktere müsst Ihr im Gegenzug aber verzichten.

Bevor Ihr richtig los legt, dürft Ihr übrigens noch ein Helden-Tutorial absolvieren, sofern Ihr das wollt. Zumindest die Nightfall-Spieler können darauf getrost verzichten, schließlich sollten sie mit den Helden bereits gut vertraut sein. Eye of the North übernimmt dieses Feature und hat auch insgesamt zehn neue Helden zu bieten, deren Fähigkeiten und Ausrüstungen sich wieder individuell anpassen lassen.

Abseits der primären, storyrelevanten Quests erwarten Euch zusätzlich allerlei Nebenaufgaben von diversen NPCs. Da sich Eye of the North an Spieler mit Level 20 richtet, fallen die Belohnungen ein wenig üppiger aus als normalerweise. Soll heißen: Ihr erhaltet mehr Gold, Gegenstände oder erhöht Euren Ruf beim jeweiligen Volk. Zu Anfang verbietet man Euch beispielsweise den Kauf von Rüstungen oder Waffen, bis Ihr einen bestimmten Rang erreicht habt.

Die Quests sind insgesamt recht abwechslungsreich ausgefallen und immer wieder mit scmucken Sequenzen oder Gesprächen garniert. In einer Solo-Mission der Zwerge lauft Ihr etwa nur mit Schlagringen bewaffnet durch die Gegend und vermöbelt alle auftauchenden Feinde in bester Bud Spencer-Manier. Etwaige Gegner verprügelt Ihr darüber hinaus in einigen neuen Mini-Spielen, allen voran im selbsterklärenden „Zwergenboxen“.

In einer weiteren Herausforderung entscheidet Ihr Euch vor dem Gefecht für drei Kreaturen, die dann gegen die Viecher eines KI-Kollegen antreten. Jeder der Kämpfer bringt eigene Fähigkeiten mit sich und bietet somit unterschiedliche Stärken und Schwächen. Die Mini-Spiele sind keinesfalls nur schmuckes Beiwerk, sondern locken mit lukrativen Belohnungen.

Neben Gegenständen fallen zudem auch neue Fähigkeiten ab, für die Ihr allerdings schon zahlreiche Gefechte gewinnen müsst. Und bis zur jeweiligen Stufe dauert es ein Weilchen. Die mächtigsten Fertigkeiten dürfen übrigens nur in PvE-Gefechten eingesetzt werden, weswegen PvP-Spieler nicht zwingend so viel Zeit zu investieren brauchen.

Eine weitere große Neuerung von Eye of the North sind die Dungeons. Insgesamt haben die Entwickler satte 18 Stück davon in der Welt verteilt. Dabei handelt es sich keinesfalls um generische Abschnitte, sondern um sinnvoll und vor allem stimmige Schauplätze. Die Dungeons erstrecken sich meist über mehre Ebenen hinweg und sind mit zahlreichen Fallen und Rätseln gespickt. Trotzdem verbringt Ihr mit der Erkundung nicht den halben Tag, womit sie natürlich ebenso in den Augen der Gelegenheitsspieler interessant werden.

Eye of the North bietet eigentlich genau das, was man von einem Add-On erwarten kann. Massig neue Quests, Gegenstände, Schauplätze, Dungeons und Helden. Das Fehlen von weiteren Klassen oder spielbaren Völkern lässt sich in dem Falle locker verschmerzen. Eine nette Idee ist zudem die Halle der Monumente, in der man seine Rüstungen, Waffen oder andere Dinge zur Schau stellt und sich damit Boni für Guild Wars 2 verdient.

PvP-Spieler könnten von Eye of the North jedoch etwas enttäuscht sein, denn in diesem Bereich bieten die Entwickler vergleichsweise wenige Neuerungen. Insgesamt gesehen ist Eye of the North somit eine gelungene Erweiterung ohne große Innovationen. Hauptsächlich auf PvP fokussierte Zocker sollten sich den Kauf jedoch lieber zweimal überlegen.

Guild Wars: Eye of the North ist bereits im Handel erhältlich. Für Neueinsteiger bietet NCsoft auch eine Platinum-Edition mit dem ersten Guild Wars-Teil und Eye of the North an.

 

 

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