Grand Theft Auto IV: The Ballad of Gay Tony

Preview
Vertrieb
Rockstar Games
Entwickler
Rockstar North
Genre
Andere
X360: Grand Theft Auto IV: The Ballad of Gay Tony

X360: Grand Theft Auto IV: The Ballad of Gay Tony

In Liberty City liegt mal wieder Ärger in der Luft. Der russische Gangster Rodislav Bulgarin möchte gerne einen Eishockeyclub übernehmen, doch dessen Besitzer ist von dieser Idee alles andere als angetan. Sein Pech, denn ein „Nein“ akzeptiert Bulgarin keineswegs. Genau der richtige Job also für Luis Lopez, rechte Hand und Bodyguard des namensgebenden Gay Tony. Luis soll dafür sorgen, dass der Besitzer seine Meinung doch noch ändert – Überzeugungsarbeit mit bleihaltigen Argumenten, wenn man so will.

Gemeinsam mit einem von Bulgarins Handlangern macht man sich auf den Weg zum Bürogebäude, in dem besagter Eishockeyclubbesitzer residiert. Allerdings nicht über die gewöhnliche Route. Da am normalen Eingang zu viele Sicherheitsleute postiert sind, geht die Reise per Helikopter vonstatten. Sobald dieser eine ausreichende Höhe erreicht hat, hüpft Luis hinaus und segelt still, leise und vor allem unbemerkt per Fallschirm auf das Dach des Hochhauses. Zumindest momentan noch, denn das ändert sich schnell.

Schon kurz nach Betreten des Gebäudes bekommt es Luis mit den ersten Wachleuten zu tun, die seiner schnellfeuernden und durchschlagskräftigen P90 – nur eine der neuen Waffen – nichts entgegenzusetzen haben. Dennoch sollte er sich lieber beeilen, denn das Scharmützel hat den Feueralarm aktiviert und damit das restliche Sicherheitspersonal auf ihn aufmerksam gemacht. Bis die Beschützer aber ganz oben ankommen, dauert es ein Weilchen. Genug Zeit, um sich durch die Gänge voranzubewegen, Gegner über den Haufen zu schießen und schlussendlich ein Büro zu betreten. Darin wartet schon der Eishockeyclubbesitzer, dessen letztes Stündlein geschlagen hat. Mit einem Volltreffer erwischt ihn Luis, woraufhin er in Folge des Treffers durch die Fensterscheibe geschleudert wird und hinunter in die Tiefe stürzt.

Genau der richtige Augenblick, um selbst auch die Beine in die Hand zu nehmen. Anstatt sich jedoch bis nach unten durchzukämpfen, hüpft Luis kurzerhand aus dem Fenster und fällt nach unten. Für eine gewisse Zeit jedenfalls, denn er hat ja noch immer seinen Fallschirm. In aller Ruhe setzt er einige Sekunden später auf dem Heck eines Trucks auf und braust unbeschadet davon.

Nur eine der Missionen, die Rockstar Games letzte Woche bei einem Besuch vorführte. Und vielleicht bemerkt ihr dabei auch schon den Ansatz der zweiten Download-Episode für Grand Theft Auto IV. The Ballad of Gay Tony soll in punkto Action überzogener rüberkommen als The Lost and Damned und auch das Hauptprogramm. Man spricht von insgesamt drei unterschiedlichen Perspektiven auf Liberty City, die man durch GTA IV und die beiden DLCs erhält. The Ballad of Gay Tony besteht demnach nicht nur aus Glanz und Glitter, wie es die Trailer vermuten lassen, sondern bringt auch eine zusätzliche Portion „Schmutz“ mit ein. Was den Umfang anbelangt, will man sich hingegen nicht genau auf eine Spielzeit festlegen, da ja jeder GTA IV auf seine Art und Weise spielt. Die Zahl der mit The Lost and Damned verbrachten Stunden soll aber mehr oder weniger dem entsprechen, was man in The Ballad of Gay Tony serviert bekommt.

Nach der Vorführung von Luis' kleinem Büroausflug konnte ich dann auch noch selbst Hand an drei weitere Missionen anlegen, zum Beispiel „For the man who has everything“. Die machte gleichzeitig nochmals deutlich, dass man es mit der „überzogenen Action“ wirklich ernst meint. Ein arabischer Immobilieninvestor sucht für seine kleine Privatsammlung noch ein nettes Schmuckstück. Genauer gesagt den Antriebswagen einer U-Bahn von Liberty City, den er sich schnappen möchte – während der Fahrt. Und während Luis darauf rumklettert. Muss er nämlich auch, um das Gerät für den Abtransport vorzubereiten. Mit dem Auto fährt man daher anfangs erstmal zu einer Brücke und wartet, bis die Bahn darunter vorbeirauscht. Kleiner Sprung und schon sitzt man auf dem Dach. Hier kann man sich langsam nach vorne bewegen und gleichzeitig zielen, was auch bitter nötig ist. Schnell kreisen die ersten Polizeihubschrauber durch die Gegend eröffnen das Feuer. Zum Glück hat Luis seine mächtige Wumme eingepackt und bringt die fliegenden Verfolger mit wenigen Schüssen zur Explosion, woraufhin sie als Feuerball vom Himmel fallen.

Da der Fahndungslevel somit natürlich schnell ansteigt, machen ihm schon alsbald Militärhelikopter das Leben schwer. Selbst die stellen für sein Schießeisen aber kein Problem dar. Während man die Vertreter des Gesetzes zwischenzeitlich immer wieder vom Himmel holt, marschiert man langsam nach vorne zum Antriebswagen und muss dann eine gewisse Zeit darauf verweilen. Kleiner Zufall beim zweiten Anlauf der Mission (beim ersten Mal hätte ich mich an einer Stelle schneller ducken sollen): Einer der explodierten Helikopter ist auf den Gleisen gelandet und wird nun von der Bahn mitgeschleift, während an der Seite weiter Flammen empor schlagen.

Nach kurzer Wartezeit und einigen Heliwracks später naht auch schon die Rettung. Ein Lastenhubschrauber setzt sich auf dem Antriebswagen fest, während Luis nach unten klettert und die Verbindung zum restlichen Teil des Zuges löst. Ist das getan, hebt der Pilot mitsamt Beute ab, setzt Luis auf einer nahegelegenen Wiese ab und verschwindet dann langsam aber sicher in Richtung der gleißend strahlenden Sonne.

Überhaupt kommt die Action in The Ballad of Gay Tony keineswegs zu kurz, was anschließend einmal mehr die Cops spüren müssen. Ein paar korrupte Bullen wollen in konfiszierten Wagen gefälschte „Beweise“ unterbringen, damit man gegen Luis' Auftraggeber vorgehen kann. Dummerweise bekommt der davon Wind und will seinerseits die Polizisten aus dem Weg räumen. Und zwar gleich mitsamt der beschlagnahmten Fahrzeuge. Also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, mit den neuen Mini-Sprengsätzen nichts einfacher als das. Selbige kann man ganz normal vor sich platzieren oder auch mit einem beherzten Wurf an Vehikeln, Wänden oder was auch immer befestigen. Die explosiven Gerätschaften reagieren dann entweder per Bewegungsmelder oder lassen sich per Fernzündung in die Luft jagen. In dem Fall vertraue ich lieber auf letzteres. Sobald Luis und Begleiter sich hinter einem anderen Auto in Deckung gebracht haben, kommen auch schon die Cops in die Tiefgarage, in der besagte Objekte stehen.

Jetzt nur noch den richtigen Moment abwarten, den Knopf drücken und schon geht der teure Fuhrpark mitsamt der umstehenden Gesetzeshüter in Flammen auf. Die Überlebenden der Explosion versorgt man im Anschluss daran noch mit einer Ladung Blei aus dem Maschinengewehr. Die gleiche Behandlung bekommen weitere Polizisten, die herbeieilen, bevor man sich seinen Weg aus der Garage freigekämpft hat und im nächstbesten fahrbaren Untersatz das Weite sucht.

Noch mehr Explosionen bietet schlussendlich die Mission „Sexy Time“. Hier steht mal wieder ein Helikopter im Mittelpunkt. Der Auftrag lautet, per Schnellboot zu einer Yacht zu düsen und den darauf befindlichen, brandneuen Kampfhubschrauber zu klauen. Klingt knifflig, ist aber wesentlich einfacher als gedacht. Sofern man das Begleitboot geschickt umgeht, kann man die Yacht ungehindert über das Heck besteigen, in aller Ruhe nach oben gehen und das teure Spielzeug entführen. Während man nun schon wieder auf dem Rückweg nach Liberty City ist, meldet sich der Auftraggeber per Handy und will, dass man die Yacht in kleine Stücke sprengt. Also dreht man auf halbem Wege nochmal um und macht mit Hilfe von Maschinengewehren und Raketen Kleinholz aus dem Schiff. Zu guter Letzt zerlegt man dann auch noch die drei Begleitboote, die sich aus dem Staub machen wollen, fliegt in die Metropole und setzt den Heli vorsichtig auf einem Hochhaus ab. Ein weiterer Job erledigt und noch mehr Geld landet auf Luis' Konto.

Beim Lesen dieser Zeilen habt ihr wahrscheinlich schon selbst bemerkt, dass die „überzogene Action“ ein zentrales Element von The Ballad of Gay Tony darstellt. Die gespielten Missionen hinterließen jedenfalls einen kurzweiligen, rasanten und unterhaltsamen Eindruck, machen zugleich Lust auf mehr. Bei der all der Action vergisst man sogar manchmal, auf die Unterhaltungen zu achten, etwa während man zum nächsten Einsatzziel fährt. Hier werden in gewohnter GTA-Manier jede Menge Kraftausdrücke verwendet und es wird ordentlich geflucht. Und natürlich sind auch so einige Kommentare mit dabei, die einem mindestens ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Die generelle Story von The Ballad of Gay Tony lässt sich anhand dieser kurzen Ausschnitte aber nur schwer beurteilen. Berücksichtigt man die Qualität der Vorgänger-Episode, dürfte hier vermutlich nichts schiefgehen. GTA-IV-Fans sollten sich daher den 29. Oktober rot im Kalender anstreichen.

Grand Theft Auto: The Ballad of Gay Tony ist ab dem 29. Oktober als Download über den Xbox Live Marktplatz zu haben und kostet 1.600 Microsoft Punkte. Ebenso bildet The Ballad of Gay Tony zusammen mit The Lost and Damned die Episodes from Liberty City. Die Disc enthält beide Download-Episoden, die dann auch ohne GTA IV laufen, und erscheint ebenfalls am 29. Oktober.

 

 

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