Unreal Tournament 3

Preview
Vertrieb
Midway
Entwickler
Epic Games
Genre
Shooter
PS3: Unreal Tournament 3: Titan Pack

PS3: Unreal Tournament 3: Titan Pack

Unreal Tournament musste in seiner langen, abwechslungsreichen Geschichte schon so einige mehr oder minder erfolgreiche Updates überstehen. Es wurden neue Spielmodi ausprobiert, zwei erfolgreiche Grafik-Upgrades durchgezogen und versucht, mit Fahrzeugen das alte Schiff wieder auf Erfolgskurs zu führen. Ursprünglich als Quake 3-Konkurrent angetreten, muss sich der Opa unter den Ego-Shootern inzwischen gegen Taktik-Shooter a la Call of Duty und sogar gegen Konkurrenz aus dem eigenen Hause behaupten.

Mit der gleichen Engine ausgerüstet, trifft Epics Xbox 360 exklusive Metzelsaga viel besser den Trend der Zeit. Statt schneller 1on1 Gefechte kämpfen sich kleine Teams durch taktische Auseinandersetzungen mit neumodischem Kram, wie Deckung und Taktik-Elementen. Das Ergebnis: Auf der Xbox 360 blieben Unreal Tournament 3 die Käufer weg. Sechs Monate Verspätung und zu viel hochwertige Alternativen wurden dem Spiel trotz frischer Karten und Splitscreen-Modus zum Verhängnis. Eine Entwicklung, die sich nun im Titan Pack niederschlägt.

Das gewaltige Addon-Package wird exklusiv für PS3 und PC veröffentlicht. Kostenlos! Ein Paket, das dem Titel wieder neues Leben einhauchen soll. Satte 16 Maps, davon einige alte Bekannte aus den Vorgängern und ein paar aus der Xbox 360 Fassung, zwei neue Spiel-Modi, ein Splitscreen-Modus, zwei neue Charaktere, zwei neue Waffen, zwei neue Spezialwaffen und vor allem das Titan-PowerUp versprechen Unreal-Action der alten Schule.

Ein besonderer Anlass also, zu dem uns Epic und der etwas angeschlagende Publisher Midway extra in die USA flog. Zusammen mit anderen Journalisten durften wir nicht nur mit Mark Rein essen und Lead Design Steve Polge mit Fragen löchern – Interview folgt -, sondern vor allem den neuen Content ausprobieren, der für einige Überraschungen sorgte.

Wie gewohnt wurden wir dazu mit acht weiteren Journalisten aus aller Welt in ein dunkles Loch aka Zimmer eingeschlossen und jagten uns auf den neuen Karten Raketen hinterher, verarschten gleich mehrmals unsere Team-Kameraden bei „Betrayal“ und erfreuten uns an 5 bis 10 Meter großen Spielfiguren, die mit viel Wumms und einem prächtigen Nahkampf-Angriff die ganze Spielbalance auf den Kopf stellten.

Diese ungewöhnliche, namensgebende Neuerung kommt natürlich nicht bei jedem Spiel-Modus zum Einsatz. Beim Deathmatch würden die Giganten den Spielspaß zerstören. Deutlich sinnvoller sind sie dagegen bei taktischen Varianten. Da sie keine Schädel, Flaggen oder Bomben tragen können, fungieren sie hier als monströser Blockadebrecher. Um sie zu aktivieren und einen Eurer Kameraden in solch ein durchschlagkräftiges Biest zu verwandeln, gilt es, jede Menge Kills zu sammeln.

Beim nagelneuen „Greed“ ein Nebenprodukt des Missionsziels, müsst Ihr bei dieser Variante Gegner abschießen und anschließend ihren Schädel in die Basis zu schleifen. Erledigt Ihr einen Feind mit Trophäe, werden daraus zwei und so weiter und so fort. Wurden genug Kills erzielt, kann sich einer Eurer Kameraden in einen Titan verwandeln.

Dazu wird er auf 5 Meter Größe aufgebläht, erhält einen bombastisch Raketenwerfer und eine mächtige Nahkampfattacke, die jeden Gegner in der Nähe mit einem Treffer in Brei verwandelt und selbst auf weiter Entfernung Schaden anrichtet. Gelingt es erneut, genug Kills zu sammeln, bläht sich das Monster auf 10 Meter auf und wandelt wie ein Gott über das Schlachtfeld. Anfangs erscheint das Ungetüm als übermächtig, doch nach einer Weile entwickelt man Taktiken, um die Gefahr zu meistern.

Richtig spaßig wird es, wenn beide Teams über ein solches Monster verfügen. Gemeinsam mit seinen Kollegen gilt es dann, den gegnerischen Riesen zu Fall zu bringen. Nach einem minutenlangen Austausch von Feuerkraft wird das Ende des Koloss mit einer mächtigen Explosion quittiert, die alles in seiner Umgebung in Mitleidenschaft zieht. Ein wirklich herrliches Getümmel, das dem Gameplay eine geradezu epische Note verleiht und eine gehörige Portion Anarchie versprüht.

Noch chaotischer geht es bei „Betrayal“ zu. Jeder Abschuss erhöht hier gleichzeitig den eigenen Killcount und ein Gruppenkonto. Befördert Ihr anschließend mit Eurer Instagib-Waffe (jeder Treffer tötet!) einen Teamkollegen über den Jordan, bekommt Ihr die angesammelten Kills gutgeschrieben. Ihr müsst also ständig auf der Hut sein, dass Ihr beim Kampf gegen das gegnerische Team nicht einen Schuss in den Rücken gejagt bekommt. Mit der Weile entwickelt man so eine hübsche Paranoia und zerlegt schnell mal auch ohne dickes Konto einen Kollegen, um Rache-Gelüste zu befriedigen.

Viel wichtiger für echte Fans dürften aber die neuen Karten sein. Leider konnten wir nur einen kurzen Blick darauf werfen, doch das Ergebnis war wie immer beeindruckend. Zu den Highlights zählte zum Beispiel die CTF Karte „Morbid“. In dem engen Labyrinth aus Gassen und Mauern lassen sich bestimmte Türen nur durch einen Titan öffnen. Schon dieses Monster ragt weit über die Architektur hinaus, wirklich grotesk wird es dagegen bei einem Behemoth. Der Koloss nimmt einen großen Teil der Karte ein und wird innerhalb von Sekunden zur Zielscheibe des kompletten gegnerischen Teams.

Auch die restlichen Karten beweisen erneut die qualitative Dominanz des Epic Teams. Jede Karte bietet ein eigenes Thema und wurde nahezu perfekt auf die Bedürfnisse des Spielmodus zugeschnitten. Einige Karten wie Cold Harbor versprühen sogar etwas Battlefield-Feeling und entpuppen sich als angenehme Abwechslung zu den klassischen Science-Fiction-Szenarios.

Ihr taucht mit "Ocean Relic" unter, besucht bei "Confrontation" schicke Canyons und stattet Na Pali bei "Hostile" einen unerwarteten Besuch ab. Außerdem gibt es auch das Widersehen mit einigen alten Bekannten wie Turbine zu feiern, auf der Ihr Euch im Deathmatch gegenseitig den Hintern versohlen dürft. Die beiden neuen Waffen empfehlen sich dagegen vor allem in den Taktik-Varianten. Das Stinger-Turret feuert Raketen ab und der Erdaicator fungiert als Artillerie.

Die zwei neuen weiblichen Charaktere sind ganz hübsch, die Spezialwaffen X-Ray-Field (Gegnerwerden durchsichtig und nehmen mehr Schaden) und Link Station praktisch und das Update der KI überfällig. Dazu noch das lange vermisste Demo-Recording, ein neuer Server-Browser und Trophies für PS3, schon macht Epic mit dem Titan Pack den Patch-Meistern von Criterion die Support-Krone streitig und befördert das gute, alte Unreal Tournament 3 wieder auf die Tagesordnung.

Auch wenn viele PS3-Besitzer wohl lieber eine Runde mit der Kettensäge drehen würden, kann man vor dem Titan Pack nur den Hut ziehen. In einer Zeit, in der Publisher für kleine Downloads schon eine Menge Geld verlangen, ist so ein gewaltiges, kostenloses Update eine absolute Rarität.

Fans der alten Schule dürfen also ihren Raketenwerfer entstauben, die Gatling-Gun anwerfen und mit frischem Elan den Kill-Count auffrischen. Wer bei der schnellen Action keine Kopfschmerzen bekommt und den Klassiker noch nicht sein Eigen nennt, sollte spätestens jetzt zuschlagen. Epic macht mit dem Titan Pack seinem Namen alle Ehre und verwandelt Unreal Tournament 3 in ein absolutes Content-Monster.

Das Unreal Tournament 3 Titan Pack erscheint am 5. März für PS3 und PC.

 

 

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