Gesamtwertung8/10 |
Jubiläen müssen gefeiert werden. Das dachten sich scheinbar auch die Entwickler von Simbin, den meisten bekannt durch ihre GTR-Rennsimulationen. Die schwedischen Kreativköpfe nahmen sich das 50. Jubiläum der Caterham Cars Ltd. zum Anlass, eine Erweiterung für ihr aktuelles Spiel RACE - The official WTCC Game anzufertigen. Damit erweitert sich jedoch nicht nur die Palette der bereits verfügbaren Fahrzeuge im Spiel um diese klassischen Modelle, auch einige andere Detail-Änderungen wurden vorgenommen. Die gute Nachricht: an dem gewohnt guten Gameplay ändert all das nichts.
Im Gegenteil - Fans werden die Anpassungen und Neuerungen sicherlich begrüßen. Doch was wird eigentlich geboten? Im Mittelpunkt stehen natürlich die schon erwähnten Klassik-Boliden aus dem Hause Caterham, von denen drei verschiedene Modelle zur Verfügung stehen. Insgesamt wurden diese in 60 Designs integriert, sodass auf den ersten Blick eine recht ansehnliche Anzahl neuer Fahrzeuge den Fuhrpark bereichert. Bei näherer Betrachtung konnte zumindest mein Laien-Auge – mal abgesehen von der Farbe – keine großen Unterschiede feststellen.
Setzt man sich allerdings hinter das Steuer eines solchen Caterham, treten die Unterschiede zu den "normalen" Vehikeln des Fuhrparks ziemlich rasch zu Tage. Die Steuerung ist wesentlich direkter ausgerichtet und die Wagen scheinen im Vergleich auch ruhiger auf dem Asphalt zu liegen. Dabei entsteht fast der Eindruck, man sitze in einem Rennkart - was wiederum einen viel intensiveren Kontakt zur Strecke vermittelt.
"Vom Feeling her hat man also ein gutes Gefühl", wie einige Fußballer wohl sagen würden. Dieser Eindruck wird durch die Wendigkeit der Gefährte untermauert, was sich gerade in schnellen Kurven positiv bemerkbar macht. Wer aber glaubt, er könne jetzt wie in gewissen Arcade-Racern ohne Rücksicht auf Verluste über die Strecke rasen, hat sich mächtig getäuscht.
Nach wie vor legen die Entwickler großen Wert auf eine wirklichkeitsgetreue Renn-Simulation. Die Einhaltung von Regeln gehört dabei genauso zum Standard, wie eine möglichst korrekte Ansteuerung der Kurven. Übertreibt man es mit dem Gaspedal und landet neben der Strecke, hat man schlechte Karten. Der Kies bremst Euch so weit ab, dass Ihr bei einem solchen Malheur locker zehn Sekunden verliert. Wer zu hart in die Eisen steigt, riskiert, dass sein Wagen ausbricht, ins Schleudern gerät und an der nächsten Leitplanke, Mauer oder in der Karosserie des Nebenmannes landet.
All das ist nicht empfehlenswert, wenn man gewinnen möchte. Fahrfehler verzeiht das Spiel also genauso wenig, wie zuvor - es sei denn, man schaltet einige der zahlreichen automatischen Fahrhelfer hinzu, die es auch Anfängern leicht machen, das eine oder andere Rennen oder gar Meisterschaften zu gewinnen.
Apropos Helfer: Die Caterham-Erweiterung bringt auch eine ganze Reihe neuer Konfigurationsmöglichkeiten, die beispielsweise die Möglichkeit bieten, die Performance des Spiels noch besser an den eigenen Rechner anzupassen. Falls Euer PC-System höhere Einstellungen bei den Umgebungsdetails verträgt oder die Darstellung insgesamt hochgetunt werden kann, wählt Ihr das entsprechend angebotene höhere Grafikniveau so lange an, bis Euch keine Rückmeldung mehr dazu auffordert. Diese bessere Skalierbarkeit erlaubt es auch, auf älteren Kisten mit einer durchaus ansehnlichen Optik und stabilen Framerate über die Parcours zu rasen.
Aufgebohrt wurde zudem die Unterstützung für eine Vielzahl neuer Gamepads und Lenkräder. Ab sofort wird zum Beispiel ein Preset für das Xbox 360-Pad von Haus aus mitgeliefert und das Handling mit solchen Peripheriegeräten verbessert. Insgesamt wurde die Palette an Steuerungsmöglichkeiten deutlich erweitert, sodass nun Pfeiltasten-Liebhaber die Kontrolle über die Fahrzeuge auch mit Maus/Tastatur-Kombinationen detaillierter konfigurieren können.
Race-Veteranen können sich darüber hinaus auf zwei neue Rennstrecken freuen, die mithilfe von GPS-Vermessung detailgetreu den Weg ins Spiel gefunden haben. Zum einen wurde die portugiesische Traditionspiste "Estoril" integriert, die mit zwei schwierigen Spitzkehren und einer besonders langen Gerade für die Caterhams wie geschaffen ist. Zum anderen rast Ihr ab sofort auch über den Asphalt einer italienischen Legende: Imola.
An den spannenden Wettbewerben hat sich durch das Addon allerdings nicht viel geändert. Nur eine Neuerung dürfte Freunde kurzweiliger Rennaction erfreuen: Der FIA-Standard bei WTCC-Cups von zwei Rennen hintereinander auf ein und derselben Strecke wurde gelockert, sodass Ihr nun auch bereits nach einem Sieg erfolgreich aus einem Event hervorgeht. Diese Anpassung ist zwar nicht weltbewegend, wer aber gerne einmal einen Wettbewerb zwischendurch einlegt, wird sich über diese kleine Zeitersparnis freuen.
Optik und Sound befinden sich übrigens nach wie vor auf einem recht hohen Niveau, hier wurden schließlich im Vergleich zum Hauptspiel keine Änderungen vorgenommen, sodass unsere Anmerkungen aus dem dazugehörigen Testartikel
weiterhin ihre Gültigkeit behalten.
Für alle, die sich nicht erst durch den langen Text lesen wollen: Die Entwickler legen abermals viel Wert auf die optische Darstellung der Boliden und des Asphalt-Geschehens, zeigen sich in Bezug auf die Umgebungsdetails jedoch weniger engagiert. Abgesehen von den Bäumen agiert die Kulisse in einem äußerst sterilen Bereich, die wenigen Zuschauer wirken allesamt wie Pappaufsteller – ein Teil der gelungenen Atmosphäre geht somit flöten. In punkto Sound schöpft RACE – The WTCC Game: Caterham hingegen wieder aus den Vollen. Wie auch schon im Hauptprogramm klingen die Motorengeräusche kernig, Ihr hört den rasselnden Kies unter den Gummis, lauscht quietschende Reifen und vernehmt deutlich die Schaltgeräusche – all das ist zudem häufig abhängig von der Wahl der Perspektive.
Die mit der Caterham-Expansion eingeführten Neuerungen sind durchaus sinnvoll und erlauben neben einem verbesserten Tuning der Grafikeinstellungen, auch ein Handling der Vehikel mit einer größeren Zahl von Peripheriegeräten. Interessant ist zudem die Renn-Erfahrung mit den Caterham-Klassikern, die aufgrund ihrer kompakten Bauweise fast schon Kart-Feeling entwickeln und sich damit deutlich von den bisherigen Modellen unterscheiden. Allen in allem macht die Erweiterung so mit den beiden neuen Strecken und der Möglichkeit, Events auf ein Rennen zu beschränken, einen guten Eindruck, ohne das bereits bekannte und für gut befundene Gameplay des Hauptspiels nennenswert zu verändern.
Solltet Ihr "RACE - The official WTCC Game" bereits besitzen, könnt Ihr die Expansion per Steam herunterladen. Bei einem Preis von 4,95 US-Dollar (umgerechnet so 4 Euro) erhaltet Ihr einen guten Gegenwert für Euer Geld. Alle anderen können Hauptspiel und Add-On im Paket erwerben, wobei der Preis laut Eidos bei ca. 30 Euro liegt. Kleine Anmerkung: Wer sich die Erweiterung diese Woche (vom 18. bis zum 22. Juni) herunterlädt, erhält sie umsonst. Nach der Woche wartet der zuvor erwähnte Preis.
Die Caterham für RACE – The official WTCC Game ist ab dem 22. Juni erhältlich.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
RACE - The WTCC Game: Caterham im Test.
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