Rock Revolution

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Konami
Entwickler
Zoe Mode
Genre
Action
X360: Rock Revolution

X360: Rock Revolution

Früher war Rock´n´Roll Rebellion, große Show und gute Musik. Heute ist es Rock´n´Roll, wenn Ihr auf der Party Euer Bier über die Anlage auskippt, dann vor die Füße des Gastgebers vomiert, die Arme hochreißt, „ROCK´N´ROLL!!“ ruft und die Performance mit einem simulierten Koma abrundet. Mit anderen Worten: Eine Ausrede für so richtig schlechtes Danebenbenehmen. Und in diesem Sinne ist Rock Revolution echtes Rock´n´Roll. Und ich meine das wirklich in keinem guten Sinne.

Dabei kommt das doch von Konami. Die haben vor zehn Jahren das Genre praktisch erfunden. Sie bastelten Guitar Freaks und Drum Mania. Für ihre Zeit und als erste überhaupt waren die großartig. Schon danach verließ die Japaner allerdings der Geschäftssinn. Statt die Revolution in die Welt zu tragen, beschloss man in irgendeinem fehlgeleiteten Marketingmeeting, dass die Welt nicht bereit sei. Nun, der Rest ist Geschichte, Harmonix – dort damals für Beatmania und DDR zuständig – wechselte Land und Lager und veranstaltete eine echte Revolution. Und wenn wir schon beim Wort Revolution sind: Wer zu spät kommt, den bestraft die Konkurrenz.

Rock Revolution wirkt schon den ersten Blick wie ein Relikt vergangener Tage. Ein uninspiriertes, dröges Menü präsentiert Euch in keiner Weise den überhypten Psychedelic-Overkill der Heroes und Bands, sondern einfach nur das, was es ist: Ein langweiliges Menü. Das Konzept zieht sich durch alle Bereiche.

Es gibt eine Charaktererschaffung, sie geht aber kaum über Guitar Hero 2 hinaus. Ein Publikum steht vor der Bühne und es besteht aus tausend lobotomisierten Zombies, die unisono den Arm schwenken. Ein paar Typen stehen auf der Bühne und sie scheinen sich das erste Mal vor fünf Minuten getroffen zu haben, so viel Bandchemie gibt es da.

Nun, Grafik ist nicht alles, hier ist sowieso der Sound wichtig - und da passt ebenfalls gar nichts. Nein, stimmt nicht. Die Songauswahl glänzt bei 40 Tracks zwar nicht mit Quantität, die Qualität rockt aber vor dem Herrn. Ein so kompaktes, wohlausgesuchtes und rundes Ensemble echter Songgrößen gibt es nur selten. Hier lernt Ihr keine neuen Bands kennen, in denen der kleine Bruder des Programmierers nach seinem Talent sucht, hier werden Anthems geboten. Still of the Night, The End of Heartache, All the small Things!, Spirit of Radio, Last Resort, We’re not gonna take it!. Selbst wenn man persönlich vielleicht nicht alles mag, muss man zugeben, dass ein echtes Rock-Best-of aufläuft.

Schade, dass das keine große Rolle spielt, wenn dieses Set von Schülerbands interpretiert wird. Während man bei EA und Activision darum wettstreitet, wer die besten Sachen mit möglichst vielen Originaltracks anbietet, wer die heißesten Exklusiv-Features mit Metallica, Def Leppard und Co auffährt, wird bei Rock Revolution nicht einmal der Name der echten Band genannt. Das hätte wohl auch Geld gekostet.

Es wäre nicht ganz so wild, wenn man nur gelegentlich über nicht auf den Punkt sitzende Performances schmunzeln würde. So aber drückt sich jeder Song mit dem gleichen Ergebnis ins Ohr: Nämlich als ein eher mäßiges und alles andere als wirklich authentisches Cover eines ehemals guten Songs.

So ähnlich sieht es auch mit der Spielmechanik als Ganzes aus. Ein schlechtes Cover großer Vorbilder. Wir sind es seit nunmehr fast einem halben Jahrzehnt gewohnt, dass die Noten aus der Tiefe auf uns zulaufen, und es hat sich bewährt. Ich nehme an, dass beide großen Entwicklungsteams mit anderen Gedanken und Anordnungen experimentierten, dann bei Neversoft und Harmonix zu dem Schluss kamen, dass es so doch am besten sei. Oft genug sollte man es loben, dass ein Hersteller es mal ein wenig anders versucht, Rock Revolutions Aufbau sammelt aber keine Extrapunkte. Hier blickt Ihr auf eine zweidimensionale Ebene, auf der die Kuller, wie gehabt farblich sortiert, von oben nach unten herunterpurzeln, und es geht kurz gesagt gar nicht.

Ihr habt nie wirklich das Gesamte im Blick, müsst Euch auf normale Sichtdistanz zum Monitor immer entscheiden, ob Euch jetzt gerade der obere Teil der kommenden oder der unteren Teil der aktuell zu spielenden Farbkleckse wichtiger ist. Spätestens auf dem vierten der fünf Schwierigkeitsgrade ist es die berüchtigte Pest oder Cholera-Wahl, und wie auch bei diesen beiden führt hier alles zu Elend und Panik.

Die Anordnung der Noten selbst gelang dabei interessanterweise recht gut und würden sie aus der Tiefe heranrauschen, hättet Ihr trotz aller anderen Verfehlungen von Rock Revolution sicher gern diese Abfolgen in die Tasten gehämmert. Nur bei Revolutions Tempo plus Ansicht sorgt es nicht für Spaß, sondern sehr real fühlbare Kopfschmerzen.

Es bleibt daher auch zweitrangig, dass das Treffen der Noten sich immer und egal mit welchem Instrument ein wenig „off“ anfühlt. Es gibt Möglichkeiten zur Kalibrierung. Die wirklich richtige Einstellung scheint aber an irgendeinem mystischen Ort zu liegen, den die Regler nicht erreichen können. Man gewöhnt sich an alles, schöner wird es dadurch aber nicht. Und Dinge in der Richtung von „Ich habe doch getroffen, Du be…, drec…, verf… M…spiel“ werdet Ihr häufiger von Euch geben als Euch lieb sein kann.

Einen großen Pluspunkt sammelt Rock Revolution bei seiner Kompatibilität mit alles und jedem. Egal was Ihr als Plastikklampfe, sei es nun Guitar Hero, World Tour oder Rock Band, herumliegen habt, hier funktionieren sie ohne Murren. Selbiges gilt für die Drumsets, die Ihr auch wohlweislich und auf jeden Fall aus einem der Konkurrenzprodukte entleiht.

Es gibt ein eigenes Rock Revolution-Drumset, das dann sogar mit sieben Bahnen auf Euch hereinbricht. Leider wirkt die Konstruktion mehr als billig, verwirrt mit einer völlig unintuitiven Anordnung der Pads und spielen tut es sich, verzeiht den Ausdruck, saumäßig. Sorry, aber das bring es einfach kurz und schmerzlos auf den Punkt. Gut, dass das Ding hierzulande wohl – noch – nicht vertrieben wird, selbst mein sonst so Musikspiel-fanatischer Händler bereute den Kauf.

Inzwischen fragen sich vielleicht die Sängermeister unter Euch, wo sie denn hier bleiben. Kann ich Euch sagen: Auf den besten Plätzen, weitab von diesem Elend als Zuschauer. Eine Gesangsspur fehlt komplett und damit auch der Einsatz des Mikros. Schade, denn bei einigen der Coverversionen hätte vielleicht sogar ich es besser getroffen. Das bleibt aber nicht der einzige Unterschied zu einem vollwertigen Band / World-Tour, und einige der Abweichungen sind gar nicht mal so schlecht.

Es gibt Passagen, in denen Ihr besonders schnell loslegen müsst, um die Notenspur zu halten. Müsst mal falsche Noten ignorieren und der Multiplikator sinkt nicht sofort auf Null, solltet Ihr mal eine Note auslassen. Im Angesicht des Gebotenen nimmt man solche Kleinigkeiten dankbar zu Kenntnis.

Im Multiplayer solltet Ihr Euch auf das verlassen, was in den eigenen vier Wänden passiert. Es ist zwar irgendwie schön zu wissen, dass der ganze Server nur für einen selber da ist, nach einer Weile wird eine derartige Alleinherrschaft im weiten Onlineraum dann aber doch öde. Den Sechs-Spieler-Gitarrenmodus auszutesten, wird so ziemlich schwierig, nehmen wir also einfach zur Kenntnis, dass er da ist und dass er ausschließlich mit Gitarren gespielt wird.

Ansonsten geht es zu dritt und wunschweise auch CoOp-technisch zur Sache. Der sowieso mäßige Karriere-Modus wird dabei vollständig gekickt und Quickplay muss reichen. Sollten danach noch ein wenig Ambition und Liebe für die Revolution übrig sein, dürft Ihr Euch mit einem Remix-Studio herumschlagen, dem selbst nach einigen ernst gemeinten Versuchen nichts zu entlocken war, was auch nur vage hörenswert klang.

Die Revolution kommt ungefähr zehn Jahre zu spät und wird gnadenlos von ihren weit besseren Kindern verputzt. Hätte sich Konami vor einer Dekade entschlossen, mit Rock Revolution das Musikspielgenre zu starten, hätte man für den Start all die großen und kleinen Macken, vielleicht sogar die unterirdischen Cover und das Kopfschmerz induzierende Display verziehen. So aber winkt Ihr kurz ab und versaut Euch nicht den Abend mit dieser B-Seite. Alles was Rock Revolution jetzt noch tun kann, ist die Arme hochreißen, „Rock´n´Roll“ zu rufen und ins Koma zu fallen.

Rock Revolution ist für Xbox 360, PS3, DS und Wii erhältlich. Kosten tut es weniger als der Schnitt: Etwa 30 Euro.

 

 

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

3D Multiplayer-Games: Xblasters

Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...

Yahoo! Spiele-Forum

Rock Revolution im Test. Was halten Sie vom neuen Spiel von Zoe Mode?

Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.

Link zum Forum

Zum Games Guide-Forum · Zum Online-Spiele-Forum

 

 

 

Yahoo! Highlights:

Filmblog
Spiele Highlights
Video Suche
DFB Pokal
Autonews
Reiseplaner
Mehr...

 

Aktuelle Videospiele News:

GTA IV: Episodes from Liberty City
Computerspielsucht
X360: Weltpremiere von Halo: Reach in Kü...
PC: Supreme Commander 2 kommt im Frühjah...
PC: Neues Video zu Witcher 2 aufgetaucht
Guild Wars 2
N-Gage
PS3: Brütal Legend: Erster DLC im Novemb...
Assassin's Creed: Lineage
X360: SC: Conviction mit In-Game-Werbung
PC: Modern Warfare 2: DLC in Arbeit
PS3: Fight Night Round 4: DLC im Dezembe...
PC: Infinity Ward lehnte "lächerlich" ho...
X360: Forza 3: Drei Gratiswagen am 17.11...
X360: Left 4 Dead 2: Avatar-Awards bestä...

Weitere Spiele Reviews:

PC: Tropico 3
WII: Tiger Woods PGA Tour 10
Neopets Puzzle Adventure [DS , Mag64]
Hearts of Iron 3
Brütal Legend
Schweine Party
PC: Fallout 3: Mothership Zeta
WII: Mushroom Men: Der Sporenkrieg
WII: Wii Fit Plus
TMNT: Turtles in Time Re-Shelled
PS3: WWE SmackDown vs. RAW 2010
PC: Wolfenstein
PS3: Mini Ninjas
PSP: Monster Hunter Freedom Unite
DS: Professor Layton und die Schatulle d...

Vorschau auf neue Spiele:

E3 09: Heavy Rain - First Facts
Resident Evil: The Darkside Chronicles
PS3: The Agency
GTA IV: The Ballad of Gay Tony
PS3: Final Fantasy XIII
X360: Mass Effect 2
Command & Conquer 4
X360: Divinity 2: Ego Draconis
Twin Sector
PC: Silent Hill: Homecoming
GC09: Lost Planet 2
R.U.S.E.
Ceville
Star Wars: The Old Republic
X360: Splinter Cell: Conviction