Hatten wir bei unserem ersten Eindruck von "R.U.S.E." noch darüber spekuliert, ob die taktische Tiefe angesichts der strategischen möglicherweise etwas zu kurz kommt, muss ich mein Urteil nach einer Präsentation auf der gamescom in Köln ein wenig revidieren. Hier sahen wir die Mission "Operation Dragon" mit Zeit-Fenster und den beiden Fraktionen Deutschland sowie der USA und mussten feststellen, dass eine anspruchsvollere Karte das Echtzeitstrategiespiel gleich sehr viel spannender macht. Dieser Eindruck lag vor allem auch darin begründet, dass wir erstmals ein Multiplayer-Szenario live zu Gesicht bekamen, da beide Gegner von Menschen gesteuert wurden. Das Terrain der Map war so angelegt, dass die Basis des USA-Spielers auf der linken Seite durch zwei Berge relativ gut geschützt war. In der Mitte dagegen lag ein offenes Kampffeld und abseits auf der rechten Seite gab es genügend Möglichkeiten, den Gegner zu flankieren. So konzentrierte sich der Befehlshaber der US-Truppen anfangs auf die Mitte und spielte schnell das Ruse "Camouflage Net" auf seine Basis, wodurch der Blick darauf für die deutschen Einheiten erschwert wurde und sie nicht angreifen konnten. Satte vier Minuten hielt das Täuschungsmanöver, während in der Mitte und am rechten Rand beide Armeen ihre Einheiten platzierten. Deutlich erkennbar war auch der direkte Nutzen der Infanterieeinheiten, als sie sich auf einer Art Marktplatz in einer Stadt verschanzten und die durch eine enge Gasse fahrenden Panzer mit Haftbomben und Raketenwerfern innerhalb weniger Sekunden ausradierten. Die zusammengepferchten Stahlkolosse hatten keine Chance. Innerhalb weniger Minuten brachen auf der großen Karte kleinere Gefechte und spontane Scharmützel aus. Gekämpft wurde daher wegen der Übersichtlichkeit fast nur auf den höheren Zoom-Stufen. Und gerade diese Kämpfe waren es, die den US-Spieler zu einem geheimen Manöver verleiteten: Er baute sich oben links, abseits des feindlichen Headquarters eine Nebenbasis, produzierte Panzer und schickte diese mit einem erneuten Ruse in Richtung der feindlichen Hauptbasis. Der Feind sah die Panzer wegen der Verschleierungstaktik nicht kommen und bemerkte sie erst, als sie fast in seiner Basis waren. Entgegen unseren Erwartungen hatte er jedoch bereits damit gerechnet und fast alle anderen Kampfherde gewonnen. Der US-Spieler verlor ein sehr spannendes und turbulentes Spiel. Aber nicht nur die Dynamik war deutlich präsenter als bei unserem Besuch in Paris. Die Entwickler von Eugene Systems haben offensichtlich noch einmal an der Grafikschraube gedreht. Man hat sich einiger Feinheiten angenommen und kleine Details abgeändert, die den Kampf unserer Ansicht nach zumindest etwas übersichtlicher gestaltet haben. Andererseits ist es auch möglich, dass diese sich fraktionsabhängig unterscheiden. Nachfragen konnten wir bei dem Zeitdruck auf der Messe leider nicht mehr, aber wie immer werden wir am Ball bleiben und freuen uns schon auf die nächste, hoffentlich ausgiebige Anspielmöglichkeit. Wir vernahmen jedoch weiteres, interessantes Detail in Bezug auf die Kombination der Multiplayer-Spiele. Wie wir erfahren haben, ist hier jede Partie bis 4 vs. 4 möglich, was beispielsweise also auch die Zusammenstellung 1 vs. 1 vs. 1 umfasst.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
R.U.S.E.
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