Grand Theft Auto IV

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Rockstar Games
Entwickler
Rockstar Games
Genre
Racing
X360: Grand Theft Auto IV

Gesamtwertung

10/10

X360: Grand Theft Auto IV

Es fällt mir schwer, die letzten 72 Stunden in Worte zu fassen. Immer nur kurz unterbrochen durch unruhige Schlafphasen, hab ich mich auf ein Abenteuer eingelassen, das fast nichts mehr mit einem normalen Videospiel zu tun hat. Grand Theft Auto IV ist ein Biest. Allein seine Kampagne weit über 25 Stunden lang. Es ist ein episches Meisterwerk, das den Begriff „Spiel“ neu definiert. Ein Quantensprung, wie zuvor der dritte Teil der Serie.

War die Revolution damals durch den Wechsel von 2D zu 3D gleich auf den ersten Blick sichtbar, sind die Unterschiede diesmal deutlich subtiler. Statt einer riesigen, aber sterilen Spielwiese, bietet Euch Rockstar eine lebendige, atmende Welt, die sich nur schwer in ein Wertungssystem pressen lässt. Nahezu jedes Detail entpuppt sich als ein gut geöltes Rad in einer monströsen Maschine, die nur dazu erschaffen wurde, Euch für viele Stunden aus der Realität zu entführen.

Dabei ist der Einstieg eher enttäuschend. Während andere Titel wie Epics Kettensägenmassaker den Spieler - mit viel Action und Grafik-Overkill - vom ersten Moment an bei den Eiern packen, geht Grand Theft Auto IV deutlich bedächtiger vor. In der ersten Stunde ist man sich noch nicht mal sicher, ob all die Vorschusslorbeeren berechtigt waren. Denn als der serbische Ganove Niko Bellic nachts mit einem Schiff in Liberty City ankommt, ist nur wenig von der Größe der vor ihm liegenden Reise zu spüren.

Es ist stockdunkel, Cousin Roman geht Euch tierisch auf den Keks und das erste Auto steuert sich katastrophal. Ihr fühlt Euch fremd und verloren. Es fehlt der Glanz, die Richtung und die Freiheit. Rockstar nimmt Euch zu Beginn fest an der Hand, damit Ihr in der gigantischen Stadt nicht die Orientierung verliert. Es gibt nur wenige Aufträge, Figuren und Erlebnismöglichkeiten.

Ihr müsst Euch mit Rowdies herumschlagen und einfache Fahrdienste erledigen. Ihr werdet also ähnlich enttäuscht sein wie Niko, als er feststellen muss, dass sein Verwandter kein Millionär, sondern ein abgehalfterter Taxi-Unternehmer ist.

Immerhin bekommt Ihr im ersten Tageslicht schon mal etwas von der grafischen Brillanz zu spüren. GTA IV wirft nicht mit verschwenderisch detaillierten Texturen oder abgefahrenen Effekten um sich, sondern schafft es mit einem fantastischen Tag- und Nacht-Zyklus und geschickt eingesetzten Filtern, jede Tageszeit und jedem Viertel eine ganz eigene Atmosphäre zu verpassen.

Wenn Ihr zum ersten Mal mit einem Sportwagen in den Sonnenaufgang fahrt und Ihr im Hintergrund die Skyline aus dem Nebel auftauchen seht, wird Euch bewusst, was Rockstar hier aus dem Boden gestampft hat. Diese Welt wirkt so real, ist aber doch perfekt durchgestylt und Ihr spürt auf jedem Quadratzentimeter die kreative Hand, die der Stadt offenbar ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt hat.

Ob Passanten, Fahrzeuge oder Häuserschluchten, kein Modell stammt aus dem Baukasten. Jeder Straßenzug wirkt glaubwürdig, gespickt mit einmaligen Details. Selbst nach 10, 20 oder 30 Stunden Spielzeit gibt es immer wieder Momente, in denen Ihr mit offenem Mund da sitzen werdet und die wunderschöne Szenerie bestaunt.

Doch die Grafik ist nur ein kleiner Teil der Faszination. Rockstar hat diesmal wirklich fast alles richtig gemacht. Den Anfang macht hier das geniale GPS, das Euch zielsicher von Auftrag zu Auftrag führt. Einfach nur das Ziel eingeben und das Gerät berechnet automatisch den richtigen Weg. Kein langwieriges Suchen der richtigen Auffahrt mehr, keine langen Umwege, weil Ihr Euch auf einmal auf einer Schnellstraße befindet. Was bei den Vorgängern oft in Frust ausartete, läuft diesmal reibungslos und verwandelt die zum Teil recht langen Wege in einen Spaziergang.

Prinzipiell müsst Ihr nicht mal alle Strecken per Auto zurücklegen. Schon nach kurzer Zeit steht Romans Fahrservice zu Eurer Verfügung. Einfach einen Wagen bestellen und Euch direkt zum Ziel bringen lassen. Alternativ könnt Ihr die Fahrt sogar überspringen und so innerhalb weniger Sekunden die halbe Stadt durchqueren. Dadurch verpasst Ihr aber nicht nur die witzigen Dialoge mit dem Fahrer, sondern auch die wunderbare Aussicht. Als dritte Variante könnt Ihr auch die U-Bahn benutzen, die Euch ähnlich komfortabel an Euer Ziel bringt.

Für echte GTA-Fans sind das aber keine wirklichen Alternativen. Dank der schicken neuen Physik-Engine, der prächtigen Grafik und dem detaillierten Schadensmodell macht es einen Heidenspaß, selbst durch die Häuserschluchten zu heizen. Anfangs werdet Ihr dabei allerdings auf einige Probleme stoßen.

Speziell in der Außenansicht macht Euch die weiche Federung der Fahrzeuge einen Strich durch die Rechnung. Da die Kamera sich nicht mit dem Fahrzeug dreht, fällt es schwer, die Lenkung richtig zu dosieren. Ganz anders sieht es mit der neuen Motorhauben-Perspektive aus. Direkt auf dem Blech bekommt Ihr ein hervorragendes Geschwindigkeitsgefühl vermittelt und das Manövrieren durch den dichten Verkehr wird zu einem Kinderspiel.

Und schnappt man sich eine der schnellen Rennmaschinen, macht sich das Gefühl breit, statt GTA IV eine Art Project Gotham Racing vor Augen zu wissen. Das Adrenalin pumpt nur so durch Eure Adern, wenn Ihr Euch bei den jederzeit aktivierbaren Straßenrennen durch die Blechlawine von Checkpoint zu Checkpoint schlängelt. Würde man nur diesen Modus herausschneiden, mit ein paar Extras anreichern und auf eine DVD pressen, würde er als vermutlich auch als Rennspiel Traumwertungen einfahren.

Ein weiterer, zentraler Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist das Handy. Das Gerät fungiert als Kommunikations- und Organisations-Zentrale. Es speichert Eure Kontakte, liefert den Zugang zu speziellen Funktionen und dem Multiplayer. Gleichzeitig erinnert es Euch an Termine und ermöglicht einen Neustart der Missionen. So könnt Ihr Eure Kontakte pflegen und Euch einen Freundeskreis aufbauen.

Niko ist nämlich nicht allein, sondern in ein soziales Netz eingebunden, das ihm neben Aufträgen auch Unterstützung bietet. Macht er sich zu einem gefährlichen Treffen mit der russischen Mafia auf, begleitet ihn sein Rasta-Freund Little Jacob. Sein Kumpane Brucie besorgt ihm indes Straßenrennen und Playboy X-Frauen. Er kann sich eine Freundin zulegen, das Verhältnis mit seinem Cousin vertiefen oder sich kleine Jobs an Land ziehen. Aber diese Freunde können ihn auch hintergehen.

Gerade noch seid Ihr mit einer Person einen Trinken gegangen, habt Euch gemeinsam ein Theaterstück angesehen oder Poolbillard gespielt. Der Mensch ist Euch und Niko ans Herz gewachsen, Ihr vertraut ihm und ahnt nichts Böses. Und schon im nächsten Moment erfahrt Ihr, dass diese Person für die Gegenseite arbeitet. Sie verrät Euch und Ihr werdet gezwungen, Dinge zu tun, die Ihr nicht wollt. Geschickt werdet Ihr in die Geschichte hinein gezogen, werdet überrascht und gefesselt. Rockstar spielt mit Euch und macht die Storymissionen damit zu einer weiteren treibenden Kraft dieses einmaligen Titels.

Wie der Rest des Spiels ist auch die Geschichte auf Realismus getrimmt. Ihr werdet am Ende nicht mit einem Kampfflugzeug Eure Gegner beharken oder als Drogenbaron die Stadt regieren. Niko möchte einfach nur überleben und ein wenig Geld verdienen. Er wird, mal wieder, durch die Geschehnisse dazu gezwungen, Dinge zu tun, die er nicht will. Außerdem ist er auf der Suche nach jemand, der ihm in seiner dunklen Vergangenheit etwas Böses angetan hat.

Diese Ereignisse ziehen Euch dank der abgefahrenen, aber glaubwürdigen Charaktere in ihren Bann und lassen Euch fast die geniale Spielwelt vergessen. Während Ihr früher oft mehr Spaß mit dem Spielen im Sandkasten hattet, bietet die Geschichte diesmal eine gelungen Alternative. Oft ist man hin und her gerissen zwischen dem Drang, neue Dinge zu entdecken und der spannenden Geschichte zu folgen.

Leider können die Missionen nicht ganz mit dem Rest des Spiels mithalten. Bei einer stattlichen Anzahl von 90 Aufträgen ist es natürlich schwer, immer etwas Neues zu bieten. Manchmal fehlen aber Handlungsalternativen, die Möglichkeit, das Missionsziel eben nicht nur schlicht umzulegen, sondern vielleicht einen anderen, weniger brutalen Weg zu gehen. Viel zu oft holt Ihr Euch nur die Aufgabe ab, erreicht den Zielort, metzelt dort alle Gegner nieder und flieht dann vor der Polizei.

Nur in wenigen Aufträgen werdet Ihr vor eine Gewissensfrage gestellt: Tötet Ihr Euren Gegenüber oder lasst Ihr ihn laufen? Ein weiterer Schwachpunkt: Während den Missionen wird nicht gespeichert. Versagt Ihr, müsst Ihr wieder von Vorne anfangen, was bei ein paar Ausnahmen recht anstrengend sein kann. Zum Ende hin wird das Spiel nochmal richtig schwer, die letzten zehn Missionen schafft Ihr nur mit einer großen Portion Sitzfleisch. Außerdem gibt es zwei alternative Enden, die sogar einen zweiten Durchgang sinnvoll machen.

Dass die vielen Feuergefechte aber trotzdem so viel Spaß machen, liegt an dem neuen Kampfsystem. Ähnlich wie bei Resident Evil schwenkt die Perspektive beim Zielen in die Schulterperspektive. Zieht Ihr den entsprechenden Schalter komplett durch, wird das Auto-Aiming aktiviert. Übt Ihr nur wenig Druck aus, könnt Ihr frei mit dem rechten Stick zielen. Zusätzlich könnt Ihr nun per Knopfdruck in Deckung gehen, blind darüber hinweg feuern und so blitzschnell Gegner ausschalten. Das funktioniert nicht immer perfekt, vor allem weil das Auto-Aiming zu lange an toten Gegnern hängenbleibt, trotzdem ist die Verbesserung gegenüber den Vorgängern phänomenal.

Das Waffenarsenal umfasst die üblichen Verdächtigen: Schrotflinten, Scharfschützen- und Sturmgewehre, zwei Maschinenpistolen, Handgranaten und natürlich ein Raketenwerfer. Fast jede Waffe erfüllt dabei einen besonderen Zweck.

Handgranaten erzeugen fantastische Explosionen, räuchern die Gegner auch hinter einer Deckung aus und können während der Fahrt als Überraschung für die Verfolger aus dem Fenster geworfen werden. Die Maschinenpistolen sind zwar weniger durchschlagskräftig als ein Sturmgewehr, können dafür aber auch aus dem Auto heraus eingesetzt werden. Der Rest erklärt sich von selbst, ist wenig spektakulär, passt aber gut zu dem realistischen Szenario.

Von der KI dürft Ihr während der Kämpfe nicht zu viel verlangen. Während Eure Mitstreiter in den größeren Missionen recht gut austeilen können, sind die meisten Bösewichte nur Kanonenfutter. Immerhin nutzen sie fleißig vorhandene Deckungsmöglichkeiten und fallen Euch in manchen Situationen sogar in den Rücken. Spannend wird es, wenn Ihr Euren Fahndungslevel nach oben treibt und das Sondereinsatzkommando heran rollt. Die Jungs sind nämlich extrem hart und nehmen Euch geschickt in die Zange. Nur mit einem mächtigen Waffenarsenal in der Hinterhand solltet Ihr Euch mit den Kerlen anlegen.

Apropos Fahndungslevel: Auch hier gibt es ein paar sinnvolle Änderungen. Musstet Ihr früher fast immer eine der Spray & Paint-Werkstätten aufsuchen, um der Polizei zu entkommen, gibt es diesmal einen farblich markierten Suchradius. Je nachdem, wie viel Chaos Ihr angerichtet habt, wird dieser immer größer, und falls Ihr auf Eurer Flucht einem Polizeiauto begegnet, zentriert er einfach wieder auf die aktuelle Position. Wart Ihr Euch früher unsicher, wann und wie Ihr Euren Häschern entkommt, könnt Ihr diesmal Eure Flucht planen.

Kompliziert wird es nur, wenn ab dem dritten Level Polizeihubschrauber dazu kommen. Sie verfolgen Euch gnadenlos und verlieren Euch nur selten aus den Augen. Ab Level 4 rückt dann ein SWAT-Team an, der Suchradius reicht fast über die gesamte Insel und Straßensperren schränken Euren Bewegungsradius ein. Den letzten Fahndungslevel konnte ich bis zum Ende des Spiels nicht erreichen, die Staatsgewalt vermochte es, mich immer vorher zu überwältigen. Eine Aufgabe, die Ihr wahrscheinlich nur im Multiplayer lösen könnt.

Denn was anfangs nur wie eine lieblose Alternative zum gewaltigen Erlebnis der Einzelspieler-Kampagne wirkt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als einmaliger Motivationsfaktor, der das Spiel locker über die 100-Stunden-Marke befördert. Hinter dem einfachen Menüpunkt Multiplayer steckt nämlich ein Parallel-Universum, das neben sinnvollen Spezialszenarien auch einen freien Spielmodus bereit hält. Hier könnt Ihr Euch mit bis zu 16 Leuten in der gesamten Stadt austoben, Chaos stiften und Euch gegenseitig um die Ecke bringen.

Zusätzlich stehen diverse Deathmatch und Taktikvarianten auf dem Programm, bei denen Ihr gegnerische Gang-Reviere einnehmt, gemeinsam Aufträge für einen Mafia-Boss ausführt oder schlicht in einem Rennen antretet. Vom kurzen Spaß zwischendurch bis hin zu komplexen Coop-Aufgaben steht hier eine breite Palette zur Verfügung, die Euch für viele Wochen beschäftigen kann. Selbst das einfache Deathmatch bekommt durch den optionalen Einsatz der Polizei und die komplexe Spielwelt eine ganz besondere Note.

Ob Ihr Euch gemeinsam ein Auto schnappt und den Gegner in Grund und Boden rammt oder Euch harte Stellungsgefechte auf einem Parkplatz liefert, das Spielgefühl entscheidet sich deutlich von der Konkurrenz. Besonders beeindruckend sind Coop-Missionen wie Bombenanschlag, in denen Ihr gemeinsam im Team einen Transporter überfallen müsst, dann eine Bombe klaut, um sie anschließend einer rivalisierenden Bande in das Hauptquartier zu schmuggeln. Besonders auf dem höheren Schwierigkeitsgrad muss Eure Gang perfekt zusammenarbeiten, um hier einen Erfolg zu erzielen.

Vor jeder Partie könnt Ihr neben dem Schwierigkeitsgrad auch noch diverse Einstellungen vornehmen. So könnt Ihr das Auto-Aiming abschalten, die Polizei deaktivieren oder die Teamgröße definieren. Rockstar hat also auch beim Multiplayer keine halben Sachen gemacht und liefert ein Mehrspieler-Erlebnis, das die geniale Einzelspieler-Kampagne sinnvoll ergänzt. Selbst Multiplayer-Schwergewichten wie Halo 3 oder Call of Duty 4 könnte GTA IV damit gefährlich werden. Mal abwarten, wie viele Fans sich für den umfang- und abwechslungsreichen Multiplayer begeistern können. Mich hat er auf jeden Fall voll und ganz überzeugt.

Mit dem Aufzählen der Feature-Liste, der diversen Radiosender, ein Fake-Internet mit Partner-Vermittlung, der Nebenjobs und den vielen kleinen Details könnte man noch mehrere Seiten füllen. Grand Theft Auto IV bietet den gleichen Umfang wie die Vorgänger, auch wenn komplett durchgeknallte Sachen angesichts des deutlich realistischeren Szenarios wegfallen. Erwähnenswert ist die Arbeit als Verbrechensbekämpfer, bei der Ihr einen Polizeiwagen stehlt und im Polizeicomputer nach gesuchten Verbrechern und aktuellen Straftaten fahndet.

Auch das detaillierte Wettersystem, das sich sogar auf den Wellengang auswirkt, ist mehr als ein nettes Gimmick. Zusammen mit dem wohl schönsten Wasser der Spielgeschichte macht es jede Bootsfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis und setzt der einmaligen Atmosphäre die Krone auf.

Zu guter Letzt kommt man nicht drumherum, auf die Unterschiede zwischen den beiden Versionen einzugehen. Kurz zusammen gefasst: Es ist Geschmackssache, für welche Variante man sich entscheidet. Während auf der Xbox 360 die Farben etwas kräftiger sind, Kanten und Texturen etwas klarer wirken und Ihr im Herbst mit zusätzlichen Episoden rechnen könnt, liefert die PS3 minimal kürzere Ladezeiten, etwas weniger Pop-Ups und klarere Schatten – dafür müsst Ihr das Spiel 5 Minuten lang installieren. Ich weiß, klingt in Anbetracht der Spielzeit etwas lächerlich. Da der aktive Filter und die Tageszeit einen gewaltigen Unterschied machen, fällt es recht schwer, ein finales Urteil zu treffen. Unterm Strich werdet Ihr auf beiden Konsolen glücklich, nur die exklusiven Episoden könnten für Hardcore-Fans einen Unterschied machen.

Die Vorgänger waren für mich immer nur abgedrehte Spielwiesen, auf denen ich meine chaotische Ader ausleben konnte. Die Kampagne habe ich nur so weit verfolgt, bis das gesamte Stadtgebiet freigeschaltet war. Orientierung und Bedienungskomfort waren nur mittelmäßig und die vielen kleinen Mängel haben mir das einmalige Spielerlebnis vermiest. Bei Grand Theft Auto IV ist alles anders. Die Geschichte ist so gelungen, dass ich den eigentlichen Star des Spiels, die Spielwelt, erst einmal links liegen lasse.

Selten hab ich so einen charismatischen Hauptcharakter wie Niko getroffen, der mir mit seinem trockenen Humor und seiner stoischen Art sofort ans Herz gewachsen ist, selten konnten mich so viele Teilbereiche einer Spielwelt in ihren Bann ziehen und selten war ich so davon überzeugt, dass ein Titel 10 Punkte verdient hat.

Klar, auch Grand Theft Auto IV ist nicht perfekt. Ob die schwammige Federung der Fahrzeuge, die zum Teil etwas einfallslosen Missionen, das nicht immer perfekte Auto-Aiming oder das seltsame Speichersystem in den Missionen, wer meckern möchte, findet auch hier genug Angriffsfläche. Natürlich wäre es noch schöner, wenn man alle Gebäude betreten und man mit einer Rakete zum Mars fliegen könnte. Angesichts der gewaltigen Aufgabe, die Rockstar hier gemeistert hat und der Qualität des Endergebnisses, sind das aber alles Kleinigkeiten. Grand Theft Auto IV ist ein Meilenstein! Punkt. Aus. Ende!

Grand Theft Auto IV steht ab morgen im Laden. Greift zu!

 

 

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