Tales of Monkey Island: Lair of the Leviathan

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Lucasarts
Entwickler
Telltale Inc.
Genre
Andere
PC: Tales of Monkey Island: Lair of the Leviathan

Gesamtwertung

8/10

PC: Tales of Monkey Island: Lair of the Leviathan

Das Ende der zweiten Episode von Tales of Monkey Island war für Guybrush Threepwood wahrlich kein angenehmer Augenblick. Wer wird schon gerne von einer gewaltigen Seekuh verschluckt? Zum Glück für den mächtigen Piraten und seine Begleiter hat sich in dem riesigen Vieh ein regelrechtes Innenleben entwickelt – und damit sind nicht etwa die sowieso vorhandenen Organe gemeint.

Neben dem Forscher Coronado De Cava, der, wie ihr mittlerweile wissen solltet, mit der Voodoo Lady angebandelt hat, befindet sich hier auch noch seine ehemalige Crew, die es sich in den schleimigen vier Wänden gemütlich gemacht hat, da auch sie auf der Suche nach La Esponja Grande zum Häppchen für die Seekuh wurden. Im Gegensatz zu De Cava machen sie sich jedoch gar nicht erst die Mühe, einen Fluchtversuch zu unternehmen. Die drei Crewmitglieder haben stattdessen unabhängig von De Cava eine kleine Bruderschaft gegründet und lassen es sich gut gehen – jedenfalls bis Guybrush auftaucht und für allerlei Chaos sorgt.

Der will natürlich ganz und gar nicht hier verweilen und muss auf dem Weg nach draußen unter anderem ein Mitglied dieser Bruderschaft werden. Einerseits erfordert das die Zusammenarbeit mit Morgan LeFlay, die ihn zwar bewundert, eigentlich aber nach wie vor hinter Guybrush her ist. Hier bleibt ihr nun keine andere Wahl als vorerst mitzuspielen. Andererseits kommt es später zu einem Duell mit dem Anführer der Bruderschaft. Kein Beleidigungs-Schwertduell, wie man es von früher kennt, aber zumindest vom Grundprinzip her ähnelt es dem.

Im Wesentlichen geht es darum, den schreckenerregendsten Geschichtsausdruck zu fabrizieren und den Gegner zu überbieten. Bevor man den Anführer bezwingen kann, braucht Guybrush erstmal passende Vorlagen, die er von den anderen Bewohnern oder auch Statuen übernimmt.

Schlussendlich stellt man somit sein schreckenerregendes Gesicht aus drei Kategorien zusammen, die wiederum jeweils vier Wahlmöglichkeiten enthalten, beispielsweise den "Nasty lazy-eyed monkey". Um siegreich zu sein, muss man bei seinem Versuch stets die Optionen auslassen, die in der jeweiligen Runden bereits benutzt wurden.

Das jedenfalls resultiert in einigen interessanten Geschichtsausdrücken. Und auch wenn diese für ein paar Schmunzler sorgen, erreichen sie natürlich nicht die Klasse eines Beleidigungsduells. Genügend Wortwitz ist davon abgesehen aber definitiv vorhanden, insbesondere in den Gesprächen zwischen Guybrush und Morgan. Oder auch in anderen Situationen, zum Beispiel wenn der mächtige Pirat kurzfristig per Voodoozauber die Kontrolle über den Körper der Voodoo Lady auf Flotsam Island übernimmt.

Rätseltechnisch begnügt sich Lair of the Leviathan mit recht standardmäßigen Herausforderungen, die einen vor keine allzu großen Probleme stellen sollten. Wer sich genau umschaut und Gespräche sucht, stößt immer wieder auf nützliche Hinweise zur Lösung der Aufgaben, bei denen es etwa auch darum geht, eine männliche Seekuh mit einer weiblichen Seekuh zu verkuppeln. Selbige bewacht wiederum La Esponja Grande. Das heißt, dass man erst Amor spielen muss, bevor man sich den Voodoo-aufsaugenden Schwamm schnappen kann.

Klingt einfacher als es in Wirklichkeit ist. Zuvor benötigt Guybrush ein Gerät, um mit den Seekühen zu kommunizieren. Und natürlich muss er selbst auch noch die Sprache verstehen, wobei ihm der Maquis auf Flotsam Island gezwungenermaßen, aber unwissentlich behilflich ist.

Schließlich stehen ihm in dem Gespräch zahlreiche Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Es kommt darauf an, die zur Aussage der weiblichen Seekuh passende Reaktion zu finden, damit sie sich ganz ihrem Verehrer widmet. Jedenfalls ist alles mal mehr, mal weniger miteinander verknüpft. Und selbst Murray ist wieder mit von der Partie und spielt eine nicht gerade unwichtige Rolle für die Story.

Alles in allem liefert Telltale eine solide Episode zur Halbzeit der ersten Staffel ab. Lair of the Leviathan ist kurzweilig, unterhaltsam und... kurz. Zumindest bei mir war das Vergnügen nach knapp dreieinhalb Stunden schon wieder vorbei. In der Zeit kommt allerdings keine Langeweile auf, was insbesondere an den Dialogen liegt. Ich würde sogar sagen, dass Lair of the Leviathan in dem Punkt zur bislang besten Episode der ersten Staffel zählt, wozu auch Murray einen nicht ganz unwesentlichen Beitrag leistet. Die Geschichte kommt nun scheinbar richtig in Fahrt, da einige der wichtigsten Storyelemente wieder aufgegriffen werden und im Mittelpunkt stehen, etwa La Esponja Grande. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was nun als nächstes passieren wird. Die letzten beiden Teile dürfen dann aber gerne wieder ein oder zwei Stunden länger ausfallen.

Tales of Monkey Island: Lair of the Leviathan ist ab heute erhältlich.

 

 

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