Dead Space

Preview
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Genre
Action
X360: Dead Space

X360: Dead Space

Kommt Euch folgendes Setting bekannt vor? Ein Raumschiff, fern in der Zukunft und noch weiter von der Erde, meldet sich nicht mehr. Man zögert in der Heimat nicht lange und schickt ein Team, um mal zu gucken, was denn los ist. Vor Ort verwandelt sich der Routineauftrag schnell in einen Albtraum, als sich die zweite Crew in einem Aliendrama gefangen sieht, für das sie nicht gerüstet ist und aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.

Alle mal die Hände heben, die jetzt gerade Ridley Scotts Klassiker „Alien“ vor dem inneren Auge haben. Zahlreiche andere Filme adaptierten das Schema, unter ihnen beispielsweise „Event Horizon“. Warum dieser Plot immer wieder aufgekocht wurde, lässt sich schnell erklären: Er funktioniert einfach. Kaum ein Ort kann fremdartiger sein als irgendwo im Weltraum. Nirgendwo ist ein Mensch verlassener. Nirgendwo anders ist fast alles möglich.

So kam auch das kleine Team von Electronic Arts Redwood Shores schnell dahinter, dass dies genau das Setting sein muss, das zu ihrer Vision des „gruseligsten Survival-Horror-Spiels aller Zeiten“ passt. Ganz so einfach machte man sich die Entscheidung aber nicht. Man schaute sich zahllose Horrorstreifen an, darunter natürlich zahlreiche mit Aliens, und lernte ein wenig aus jedem über die Natur des Horrors.

All diese Erfahrungen sollen jetzt in Dead Space einfließen. Jede einzelne Sekunde will genau das richtige Maß an Action, Grusel und Spannung bieten. Eine wichtige Erkenntnis bestand darin, kein Team ausgebildeter und vor allem ausgerüsteter Space Marines los zu schicken. Dies überließ damals auch Scott lieber James Cameron für „Aliens“ - brillanter Streifen, für die zwei unter Euch, die ihn nicht kennen. Stattdessen schlüpft Ihr in die Rolle von Isaac Clarke, einem Techniker, der an Bord des gestrandeten Bergbauschiffs Ishimura glaubt, nur ein paar Reparaturen ausführen zu müssen.

An Bord des riesigen Schiffes merkt Ihr jedoch schnell, dass hier nicht nur ein paar Sicherungen durchbrannten. Eine außerirdische Macht überfiel die Ishimura und hinterließ die Crew als mordlüsternden Haufen wahnsinniger Mutanten. Und sie sind bei weitem nicht das Schlimmste, was Euch begegnen wird...

Der offensichtliche, erste und einzig logische Gedanke heißt natürlich Flucht. Zurück zum eigenen Schiff. So weit weg wie möglich von diesem garstigen Ort. Und ratet mal was: Wie in all den Filmvorlagen wird Euch der Rückweg durch ein Unglück fürs Erste versperrt. Ihr müsst nach einem neuen Weg zurück zu Euren Kameraden und dem rettenden Schiff suchen. Und Ihr findet kein Waffenarsenal an jeder Ecke. Dies ist ein Bergbauschiff. Und Ihr seid auch kein Soldat. Ihr seid einfach nur ein Typ, der seinen Job machen wollte. Allein. In der Dunkelheit. Weit, weit weg.

Aber Aufgeben gilt bekanntlich nicht, also sucht sich Clarke als Waffe, was er findet. Und Eure besten Freunde werden Bohrer, Trennschneider, Schweißgeräte und alles andere, was man halt so für die Arbeit in der Schwerindustrie braucht. Es ist fast unnötig zu erwähnen, dass Ihr Euch die Finger schmutzig machen werdet. Keine sauberen Kills mit dem Space-Marine-MG hier. Nur der pure Überlebenswille. All das tun, was nötig ist, um die Hindernisse zu überwinden. Und wenn das bedeutet, diese Monster in Einzelteile zu zerlegen, dann sei es so.

Und genau das werdet Ihr auch teilweise tun müssen. Dead Space wird mit dem SciFi-Splatter nicht geizen. Es wird Euch knietief in den Toten stehen lassen. Die Zerstückelungen der Mutanten und Aliens geschehen aber nicht zum Spaß an der Freude, sondern weil sich diese Mistkerle einfach nicht anders aufhalten lassen!

Schießt Ihr ein Bein weg, kommen drei neue zum Vorschein; anstelle des frisch weggelöteten Arms erscheint ein Furcht einflößender Sägeapparat. Nicht einmal der Kopf, sofern sich der bei den fremdartigen Wesenheiten genau bestimmen lässt – Grundregel: da, wo die meisten Augen sitzen –, stellt eine sichere Zielscheibe dar. Ein direkter Treffer setzt plötzlich ein Rudel fleischfressender Insekten frei. Ihr werdet froh sein, wenn der Haufen vor Euch endlich aufhört sich zu bewegen. Und wo der herkam, warten noch viele mehr...

Solltet Ihr einen Blick auf die Bilder geworfen haben, könnte der Eindruck entstehen, dass es Clarke in seinem martialisch wirkenden Outfit doch eigentlich gar nicht so schlecht haben kann. Das täuscht gewaltig. Viel mehr als Sauerstoff, Schwerkraftstiefel und einen kompletten Linkfeed zum Schiff und ihm selbst, bietet er nicht. Na gut, das ist eine ganze Menge. Die Notwendigkeit für Luft in einem Schiff, das zu großen Teilen dekomprimiert ist, sollte jedem einleuchten.

Dummerweise gibt es auch lange nicht überall auf der Ishimura Schwerkraft, vor allem nicht an der Außenseite ihrer Hülle. Dort werdet Ihr Euch aber häufiger herumtreiben müssen, um Euren Weg fortsetzen zu können. Bei dem wehmütigen Blick auf die Schönheit der Sterne, solltet Ihr aber nie vergessen, dass Ihr nirgendwo sicher seid. Nirgendwo. Auch nicht im Weltraum selbst. Aber verzagt nicht. Vielleicht seid Ihr nicht so bewegungsfähig wie im Schiff selbst, die Monstrositäten haben aber mit den gleichen Problemen zu kämpfen.

Solltet Ihr es schaffen, dass eine der Wesenheiten den Halt am Schiff verliert, könnt Ihr zum Abschied noch freundlich winken. Das ist ein Lebewohl und kein Auf Wiedersehen. Bye, bye, Brute! Eure von vornherein nicht großzügig bemessene Lebensenergie wird Euch solche Heldentaten danken. Damit Ihr nicht ständig auf einem Extrascreen prüfen müsst, wie es denn um Clarke steht, zeigt Euch der Anzug dies mittels eines Leuchtens entlang der Wirbelsäule.

Der Anzug erzählt Euch aber noch viel mehr. Wir dürfen gespannt sein, wie das EA-Team die Holobotschaften der alten Crew einbaut: „Ich dachte, es heißt liberate me – Rette mich. Es heißt aber liberate tutame – Rette Dich selbst. Und es wird noch schlimmer.“. Aber auch aktiv lässt sich Eure zweite Haut gut nutzen, beispielsweise an den diversen Computerterminals des ausgefeilten Netzwerks der Ishimura.

Die Umgebung soll einen möglichst glaubwürdigen Eindruck vermitteln und um dieses Ziel zu erreichen, entzog sich das Redwood Shores Studio keiner Mühe. Besonders zum Verhalten von Objekten und auch Flüssigkeiten – wie Blut – las man zahllose Studien. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Wie in den teuren Hollywood-Vorbildern bewegt sich alles, was nicht festgenagelt ist, so wie es von seinem Bewegungsmoment getragen wird.

Auch sonst fällt es schwer zu glauben, dass dieses Spiel noch fast ein Jahr von seiner Fertigstellung entfernt sein soll. Im Inneren der Ishimura zeigen uns düstere, aber detailverliebte Umgebungen, dass hier jemand sich sehr intensiv mit fiktiven Raumschiffen auseinander setzte und platziert Euch in eine Umwelt, die Euch an das glauben lässt, was Ihr seht. Die klaustrophobische Atmosphäre des Inneren wechselt sich mit den atemberaubenden Ausflügen an die Oberfläche der Ishimura ab. Es ist wie alles in Dead Space eine gefährliche Schönheit…

Bisher gehörte die Herrschaft des Survival-Horror-Genres fest in das Land der aufgehenden Sonne. Konami und Capcom stritten allein auf weiter Flur um die Krone des schauerlichsten Grusel-Trips. Ende 2008 könnte sich das ändern und mit der EA-Redwood-Truppe ein dritter Spieler an den Tisch kommen. Es war sicher die richtige Entscheidung, das eigene Setting fernab von Horrorstädten und dem Zombieland zu wählen. Noch dazu setze man mit dem Schrecken im All auf einen sicheren Nervenkitzel. Ein Horrortrip wird es sicher werden und wie es bis jetzt scheint: Im besten Sinne!

Dead Space soll Ende 2008 für PS3 und Xbox 360 erscheinen. So vage wie sich dieser Termin anhört, solltet Ihr ihn auch nehmen.

 

 

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