kürzlich veröffentlichte Beiträge
- Mühsam nährt sich das Mischa
- Sport ohne Joypad?! Ich bitte Dich!
- "Spielwiese – Gelassen durch digitale Welten
Folge 6: „Medienzeit für alle, aber bitte in Grenzen!"" - "Spielwiese – Gelassen durch digitale WeltenFolge 5: Papa Staat und seine Spiele"
- "Spielwiese – Gelassen durch digitale Welten
Folge 4: Datenmüll - oder: ich pfeife auf Pfeiffer!"
Ich also rein in den Text. Anfangs glänzte die SZ-Autorin Annette Ramelsberger noch mit der Binse, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich und mehrheitlich von Games fasziniert sind. Dann aber wurden Ihre Ausführungen zunehmend abenteuerlicher: Da nicht alle sofort die neuesten Spielgeräte besäßen, so ihre These, stürmten die derart Benachteiligten kurzerhand die Warenhäuser der Nation, um ihr Handicap an den dort aufgestellten Konsolen spielend auszugleichen. Und da dieses Kaufhaus-Gezocke viel interessanter als der Erdkunde- oder Englischunterricht sei, behauptete die SZ-Kollegin, könnten Eltern vormittags oft ganze Trauben von Jugendlichen im Handel vor den Rechnern beim Daddeln beobachten. Eine Erfahrung, die ich zwar nicht teilen kann, obwohl ich relativ häufig in deutschen Handelshäusern unterwegs bin, aber vielleicht habe ich schlichtweg keine Augen für jugendliche Trauben. Und abgesehen davon: Welche Eltern haben normalerweise die Zeit, sich vormittags in den Kaufhäusern herumzulümmeln? Aber im Ernst: Was tun gegen diese Traubenbildung?
Gott sei Dank gibt es im Hamburger Innensenator Udo Nagel einen wahrenVolksvertreter und Elternversteher, der in Sachen Computerspiele immer mal wieder für eine Antwort gut ist. Der soll, wie der „SZ" zu entnehmen war, seinen Innenministerkollegen sogar vorgeschlagen, darauf zu drängen, dass Kaufhäuser die Computer erst nach Schulschluß anschalten dürfen. Na, das ist doch mal eine Maßnahme, dachte ich. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Doch dann wurde mir sehr schnell klar, dass dieser Vorschlag viel zu kurz greift. Denn was macht das schon für einen Unterschied, ob die Trauben nun vormittags oder nachmittags an den Konsolen rumhängen? Sollte der Nachmittag nicht für die Hausaufgaben genutzt werden? Was tun? Meine Empfehlung wäre, dass alle Kaufhäuser die Spielgeräte erst nach Ladenschluss, also nach 20 Uhr anstellen sollten. Auf diese Weise wäre die schulische Karriere der Kinder nicht länger gefährdet, die drohende Gefahr der Abhängigkeit vom Computer gebannt und der Erdkunde- oder Englischunterricht gerettet. Was will denn die geplagte Elternseele mehr?
Meine samstägliche Ruhe zum Beispiel! Die kehrte jedoch erst wieder, als Kollegin Ramelsberger erwähnte, dass die Innenministerkollegen dem Vorstoß des hanseatischen Senators eine schnelle Abfuhr erteilt hätten. Schließlich könne man ja nicht alles verbieten, was die Kinder von der Schule ablenken könnte. RECHT haben sie! Trotzdem habe ich noch eine ganze Weile darüber nachgedacht, was ich alles verbieten lassen würde, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Ich will das hier jetzt nicht im Detail ausbreiten, aber da waren, ganz ehrlich, schon einige ziemlich schräge Sachen dabei.
Und Sie? Was würden Sie denn, wenn Sie an die heutigen Medien denken, am liebsten verbieten lassen wollen? Und warum?
Andrea M. Hesse und Harald Hesse sind die Authoren des Buches "Computer und Videospiele - Alles, was Eltern wissen sollten", ein umfassender Ratgeber zur altersgerechten Nutzung von Computer- und Videospielen. Vom Jugendschutz über eSport und LAN-Partys bis zum Medienvertrag zwischen Eltern und Kindern erklären die Autoren Fachbegriffe wie Xbox 360 und EyeToy oder "Jump 'n' Run" und "Ego-Shooter". Der anschauliche Ratgeber beschreibt das Thema leicht verständlich, sodass auch Neueinsteiger sich zurechtfinden können und gibt pädagogische Tipps und Empfehlungen zum Umgang mit Spiel- und Lernprogrammen und einem Erste-Hilfe-Extra zur Erkennung von Spielsucht.
Harald Hesse
Diesen Artikel kommentieren
Bitte Anmelden um den Artikel zu kommentieren.
Benutzer Kommentare
Kann man so oder so sehen. Natürlich sind selektive Verbote keine Lösung, denn wenn Spielautomaten in Kaufhäusern verboten werden, dann müsste alles verboten werden, was Jugendliche vom Lernen abhält - überambitionierte Elternzum Beispiel, die aus ihren Kindern Sports-, Musik- oder Tanzkanonen machen wollen, um eigene Misserfolge zu kompensieren. Oder Abendvorstellungen im Kino, damit die Kinners auch genügend Schlaf bekommen. Oder Spielzeug im Kinderhort, damit sich die Kleinen auf's Wesentliche konzentrieren und erst gar keinen Spieltrieb aufbauen können... Wie wäre es denn, wenn unsere lieben Herrn und Damen Politiker grundsätzlich über den Schulunterricht Gedanken machen und darüber welche Flachpfeifen zum Teil die Erlaubnis bekommen, unsere kinder zu unterrichten ... und ein Stückweit zu erziehen...
Posted by: spieleversteher on Mi 23 Apr 11:03AM | Missbrauch melden