Assassin's Creed: Altair's Chronicles
Assassins Creed war das Überraschungsei 2007. Mit Spannung erwartet und mit vielen Geheimnissen im Gepäck, die vor dem Release nur marginal den Weg ins Internet gefunden hatten, sorgte Ubisofts neues Franchise für freudige Wochen des Wartens, bis es dann im November endlich soweit war. Und das Abenteuer von Altair spielte sich flott, unkompliziert und kam mit einer spannenden Story daher. Leider geriet das Missionsdesign zu eintönig, so dass im Endeffekt einige Fans ein wenig enttäuscht von Altairs Abenteuer waren. Ein Fehler, den man mit der Nintendo DS Version, die im März erscheint, wettmachen kann. Ob das gelingt? Nach den ersten Spielstunden in der Vorabversion sind wir guter Dinge und sagen: Ja, es wird!
Gegenwart adé!
Der Reihe nach: Assassin's Creed: Altair's Chronicles spielt vor den Geschehnissen der Konsolen-Versionen und schließt zum Ende hin an den Anfang jener an.
Dementsprechend fällt der Spielanteil, der in der Gegenwart stattgefunden hat, komplett weg. Der Animus, das Gerät mit dem Desmond durch seine Erinnerungen zu Altair im Jahr 1191 wurde, ist weit und breit nicht zu sehen, so dass ihr vollkommen auf die Geschehnisse des dritten Kreuzzuges im heiligen Land fixiert seid. Lediglich die Sync-Leiste erinnert an das komplexe Storygewebe aus Vergangenheit und Gegenwart, dient aber auch hier nur als Gesundheitsleiste. Aufgabe von Altair ist es, den heiligen Abendmahlskelch aus den Händen der Templer zu stehlen, bevor diese damit großes Unheil anrichten können. Klar, dass dieses wichtige Unterfangen über Leichen geht. Viele Leichen...
Zu Beginn des Spiels lernen wir Altairs alte und neue (es gibt u.a. einen Greifhaken) Fähigkeiten kennen. Das Spiel wird nur wenig über den Touchscreen, der nur bei Minigames zum Einsatz kommt, gesteuert.
Mit Hilfe des Digi-Kreuzes rennen wir durch die Gegend, benutzen die R-Taste zum Gehen, B zum Springen, A zum Interagieren sowie X und Y zum Austeilen mit der Waffe nach Wahl. Unnütz ist der Touchscreen im Spielverlauf dennoch nicht. Für den vollen Überblick liefert uns dieser eine Umgebungskarte auf der außerdem wichtige Punkte, Passanten, Wachen, Verbündete und Anschlagsziele verzeichnet sind. Ohnehin kann man sich in der DS-Fassung nicht verlaufen.
Ein Pfeil zeigt uns stets den Weg, den wir nehmen müssen. Dieser ist außerdem von blauen Kugeln geebnet. Wir sammeln die Kugeln durch diesen Umstand größtenteils automatisch ein und können jene jederzeit gegen Upgrades im Bereich Waffen und Gesundheitsleiste eintauschen.
Ist das Tutorial überstanden, reiten wir nach Aleppo um Oberhaupt Al-Mualiam Bericht zu erstatten. Im Gegensatz zu den Konsolen-Brüdern geschieht das Reiten automatisch. Im weiteren Spielverlauf verschlägt es uns außerdem in die bekannten Städte Damaskus, Akkon und Jerusalem sowie zusätzlich nach Tyros.
Linearität statt Abwechslungsarmut
Bekannte Ecken aus Damaskus, Akkon und Jerusalem finden wir in ähnlicher Form natürlich nicht wieder. Zu groß ist der hier der Plattformunterschied. Assassin's Creed: Altair's Chronicles spielt sich dadurch auch weit anders. Wir können uns in den Städten nicht frei bewegen und bekommen nur den durch die Umwelt begrenzten Levelabschnitt geladen, der für das Erledigen des Auftrags nötig ist. Altair's Chronicles spielt sich wie ein Sidescroller, gibt euch aber die Möglichkeit, ein wenig in die Tiefe zu gehen.
Aussichtstürme zum Erkunden des Gebietes gibt es ebenso wenig wie Nebenmissionen. Das Spiel nimmt euch an die Hand, führt euch zu den wichtigen Punkten der Story und bietet nur wenig Platz zur eigenen Entfaltung. Im Endeffekt ist das weniger schlimm, da durch die Linearität der abwechslungsarme Teil der Konsolen-Fassungen entfällt. Außerdem bedeutet das nicht, dass wir keine Informationen sammeln müssen - nur dass diese vorgegeben werden. Aber auch dieser Teil des Spiels entpuppt sich als angenehm erfrischend. Wollen wir jemanden bestehlen, gilt es zunächst mit Hilfe des Stylus den Touchscreen und somit auch die Sicht auf die Tasche freizurubbeln. Nun heißt es den Schlüssel oder das wichtige Objekt vorsichtig zum Taschenausgang zu ziehen. Berühren wir dabei ein anderes Objekt oder den Rand der Tasche, werden wir erwischt. Diebstahl setzt nun mal ein geschicktes Händchen voraus. Gleiches lässt sich beim Verhör wichtiger Personen beobachten.
Mit dem Stylus in der Hand treffen wir zum richtigen Zeitpunkt verschiedene Druckpunkte am Körper des Opfers und bringen dieses somit zum Reden.
Dank der hübsch designten Areale weiß vor allem die Grafik des DS-Titels zu gefallen. Selten bekam man auf dieser Plattform so schöne dreidimensionale Welten zu sehen wie hier. Hübsche Charaktermodelle sowie gelungene Effekte und Animationen runden den positiven Gesamteindruck ab. Kleine Fehler bei der Darstellung und Kollisionsabfrage gilt es allerdings noch zu beseitigen. Weniger erfreulich waren außerdem die sich oft wiederholenden Soundeffekte. Aber das kennt man ja von Assassin's Creed...
Ersteindruck
Ich bin überrascht. Wie oft gab es zu guten Heimkonsolen-Spielen eine schlampige DS-Umsetzung? Anders Assassin's Creed: Altairs Chronicles. Das Spiel wirkt einen Monat vor der Veröffentlichung ausgereift, technisch anspruchsvoll und vor allem eins: spaßig. Wir mussten nicht neun Mal die gleiche Herangehensweise benutzen, um unseren Opfern den Garaus zu machen. Alles spielt sich erfrischend anders, unterhaltsamer, wenn auch - natürlich - nicht in dem enormen Umfang. Einen Monat haben die Entwickler von Gameloft noch Zeit, kleinere Fehler zu entfernen, um somit ein sehr gutes Produkt abzuliefern. Wir sind gespannt, ob dies gelingt und sich die Story nach weiteren Spielstunden als ebenso spannenden herausstellt, wie es auf Xbox 360 und PlayStation 3 der Fall war. Nächsten Monat wissen wir mehr.

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