Guitar Hero: On Tour
Hättet ihr damals gedacht, dass Guitar Hero eine derart große Marke werden würde? Der dritte Teil ließ auch die letzten Skeptiker zur Gitarre greifen und den Rocker in sich entdecken. Vor geraumer Zeit wurde nun auch eine Version für den Nintendo DS angekündigt ohne Gitarre, versteht sich, allerdings mit dem so genannten Guitar Grip. Auf den ersten Blick ein schlechter Trost, auf den zweiten allerdings eine köstliche Alternative. Wir durften das Ganze schon antesten. Alles Weitere lest ihr in unserer Vorschau.
Vier Finger sollt ihr sein...
Wie schon gesagt, rockt ihr auf dem DS nicht mit der beliebten GH-Klampfe, sondern mit dem Guitar Grip. Diesen Aufsatz befestigt ihr mittels einer in der Größe verstellbaren Schlaufe an eurer Hand und sorgt dafür, dass das Ganze dann im GBA-Schacht eures DS Platz findet. Das Resultat sieht dann in etwa so aus: Ihr haltet den DS wie ein Buch in eurer Hand, wir nennen diese Form liebevoll die Bibel des Rocks. Mit euren Fingern könnt ihr nun die vier am Grip angebrachten Tasten bedienen und so Noten greifen.
Erst bei den ersten Songs wird man mit der Tatsache konfrontiert, dass die Grifftechnik für ausgiebige Sessions im Gegensatz zum Konsolenpendant vorgegeben ist. Soll heißen: Wer beispielsweise gewohnt ist, die einzelnen Noten mit nur zwei Fingern, beispielsweise lediglich dem Zeige- und Mittelfinger (Ich weiß, klingt bescheuert, solls aber geben) zu spielen, wird hier arge Probleme bekommen. Habt ihr den Grip nämlich auf eurer Hand, könnt ihr nicht mit euren Fingern über die Noten wandern, sondern müsst die einzelnen Tasten mit dem dafür vorgesehenen Finger spielen. Was die Jungs vom Sägewerk wohl dazu sagen werden
Mit der Bibel in der Hand!
Auf der linken Seite der Rockbibel werden euch, wie gewohnt, die Noten eingeblendet. Auf der rechten Seite seht ihr eure Gitarre. Mittels des mitgelieferten Plektrums schlagt ihr dann die Saiten an, was ein wenig Gewöhnungszeit benötigt, da ihr euer Augenmerk ja nun nicht nur auf die Noten legen müsst, sondern auch darauf zu achten habt, dass ihr richtig anschlagt. Das Tremolo bedient ihr bei langen Noten ebenfalls über den Touchscreen. Auch Star Power ist in der DS-Variante wieder mit dabei.
Anders als in der Konsolenversion schreit oder pustet ihr in das Mikro und schon sammelt ihr Punkte ohne Ende. Auch an Linkshänder wurde gedacht: Einfach den DS umgedreht und die entsprechende Option aktiviert und schon lässt sich das auch mit der rechten Hand gut spielen. Was uns während der ersten Versuche leider negativ aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass der Grip während der Rockausschweifungen relativ leicht zu verreißen ist.
Das Bittere dabei: Verrutscht euch der Grip und löst sich aus dem GBA-Slot, hängt sich das Spiel auf und muss neu gestartet werden, weshalb ihr während des Spielens ein wenig vorsichtig sein müsst. Auf Dauer kann die die Haltung des DS und des Grips zudem noch recht anstrengend sein. Ob ihr gar Hände aus Stahl haben müsst, wird sich aber erst in unserem Test zeigen.
Die geballte Ladung Rock!
Dennoch: Guitar Hero rockt, trotz dieser kleineren Mängel, auch auf dem DS überraschend gut und bietet einen für ein DS-Spiel enormen Umfang. Neben der obligatorischen schnellen Spiele, in dem ihr euren Song auswählt und direkt loslegen könnt, gibt es noch den einen spaßigen Multiplayer- und den Karrieremodus. In Letzterem rockt ihr euch durch fünf Abschnitte mit jeweils fünf zu meisternden Songs. Hier wählt euer passendes Alter Ego aus schon bekannten Charaketeren, wie Axel Steel, Johnny Napalm und Co..
Mit Memphis Rose und Gunner Jaxon gesellen sich zudem zwei Neuzugänge in die Riege der Gitarrengötter. Richtig genial wird Guitar Hero: On Tour allerdings erst im Multiplayer, der sich in dieser Form von seinen Konsolenbrüdern abhebt. Natürlich könnt ihr alle Songs zusammen mit einem Freund im Duett spielen, der Battle-Modus, der in Guitar Hero 3 seine Premiere feierte, läuft hier aber zur Höchstform auf und nutzt die Features des DS auf die köstlichste Weise. Schafft ihr es, bestimmte Notenfolgen ohne Fehler zu spielen, sammelt ihr Power-Ups, die ihr einsetzen könnt, um euren Kontrahenten aus dem Rhythmus zu bringen. So wird dieser plötzlich einem Fan gebeten, ein Autogramm auf ein T-Shirt zu kritzeln, muss seine Saiten neu aufziehen oder seine auf einmal in Flammen stehende Gitarre mittels wilder Pusteinlagen löschen. Wilde Fluchausbrüche sind vorprogrammiert!
Da Guitar Hero On Tour, wie schon erwähnt, lediglich nur mit vier, anstatt fünf Tasten auskommen muss, ist der Schwierigkeitsgrad auch nicht so hoch ausgelegt, wie man es von Guitar Hero 3 gewohnt ist.
Der Preis ist heiß!
Die grafische Darstellung von Guitar Hero On Tour spielt verständlicherweise in einer anderen Liga, als die der Großen, allerdings sieht das Ganze für DS-Verhältnisse sehr gut aus. Gerade die Animationen der Band kann man nur als sehr gelungen bezeichnen, auch wenn man oft gar nicht dazu kommt, diese zu genießen. Dass das Songaufgebot aufgrund der geringen Speicherkapazität des DS-Moduls kleiner ausfällt, dürfte schon im Vorfeld klar gewesen sein.
Dennoch werden hier rund 100 Minuten feinsten Rocks in Form von ca. 20 Songs geboten, wobei ein Kopfhörer allerdings Pflicht sind, um diesen richtig genießen zu können. Letztlich ist noch hervorzuheben, dass das Spiel, trotz der mitgelieferten Hardware, nicht teurer sein wird, als herkömmliche DS-Titel.
Ersteindruck
Nach dem ersten Trailer war ich, ehrlich gesagt, mehr als skeptisch, dass Guitar Hero auf dem DS überhaupt Spaß machen kann. Schließlich lebt das Spiel von seinem genialen Gitarrenfeeling. Nun hab ich mir allerdings einige Songs auf dem DS um die Ohren gehauen und bin wirklich überrascht, wie gut sich das Spiel rocken lässt und wie viel Spaß das Ganze macht. Dass die Hardware dabei allerdings ihre Tücken in Sachen Komfort und Verarbeitung hat, ist schon ein nicht zu verachtendes Manko. Wer mit diesen Macken leben kann und kein Problem damit hat, sich öffentlich zum Affen zu machen, wird im Juli mit einem richtig coolen Game versorgt, welches für Rockfans, nicht nur wegen des niedrigen Preises, schon jetzt Pflicht ist.
VIDEO
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