Gesamtwertung77%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Der gute alte Zeichentrickfilm scheint schon längst aus den Kinos verschwunden zu sein und Animationsfilme wie Shrek beherrschen nun die Domäne. Einem ähnlichen Wechsel wurden auch die zugehörigen Videospiele unterzogen und so geht der Trend in Film und Spiel von der zweiten in die dritte Dimension. Ab durch die Hecke bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme und so veröffentlicht Activision das Spiel zum gleichnamigen Film für den Nintendo DS. Dabei handelt es sich jedoch um kein simples Jump and Run-Spiel, wie man es vielleicht erwarten könnte...
Die Story des Spiels knüpft an die Ereignisse des Animationsfilms an. Die grausame Gladys ist in den Ort zurückgekehrt und plant, die Tiere ein für alle Mal loszuwerden. Sie will das kleine Waldstück dem Erdboden gleich machen lassen, um sich dort einen Pool zu bauen. Zum Glück hat die Tiertruppe einen genialen Einfall. Sie wollen einige bedrohte Tierarten dazu bringen sich in ihrem Gebiet niederzulassen und dadurch die niederträchtigen Baupläne verhindern. Erzählt wird die Einleitung übrigens in einer sehr schönen Videosequenz, die Erinnerungen an den Film aufkommen lässt. In Bezug auf die weiteren Entwicklungen der Geschichte muss man sich jedoch leider mit Bild und Text begnügen.
Diebische Tierchen in der Vorstadt...
Anfangs wirkt Ab durch die Hecke wie ein ganz gewöhnliches Jump and Run. So gilt es zum Beispiel in einer Art Tutorial, mit Richie Nahrungsmittel zu sammeln, wobei er kleinere Snacks ohne weiteres aufnehmen kann. Größere Gegenstände, wie zum Beispiel Chipstüten oder Kuchen, muss er hingegen zum einem dafür vorgesehenen Levelausgang tragen und diese dort abladen. Kurz nach dem ersten Level verkommt das Sammeln von Leckereien schließlich zur Nebensache, denn die bedrohten Tiere, welche Richie in den Wald holen möchte, haben hohe Ansprüche. So gilt es für den kleinen Waschbären und seine Freunde besondere Gegenstände aus den Häusern der Menschen zu klauen. Von da an entwickelt sich Ab durch die Hecke mehr und mehr zu einem Stealth-Spiel, denn die niedlichen Helden müssen sich möglichst unbemerkt durch die Häuser schleichen und auf zahlreiche Fallen aufpassen. Bestritten werden die Missionen von dem Waschbären Richie, der Schildkröte Verne und dem Eichhörnchen Hammy, von denen jeder über besondere Fähigkeiten verfügt. Hammy kann sehr hoch springen, Richie Nahrung erschnuppern und Verne sich in seinen Panzer verziehen. Gelegentlich sind die Helden auch zu zweit unterwegs, um sich mit ihren Eigenschaften möglichst gut zu ergänzen. So kann Richie beispielsweise Verne über hohe Laserschranken werfen, damit er diese anschließend deaktivieren kann.
...auf den Spuren von Solid Snake!
In der Vorstadt lauern aber auch viele weitere Gefahren. So verwenden die Menschen unter anderem als Raumerfrischer getarnte Gassprüher und mörderische Flamingo-Fallen. Sehr witzig: Eingeschaltete Fernseher und Musikanlagen lenken die drei Möchtegernagenten ab, verführen sie zu einem kleinen Tänzchen und machen sie somit zu einer leichten Beute. Als wäre das nicht schon genug, jagen Katzen, Hunde und Menschen Richie und seine Freunde, sobald sie diese erblicken. Das Kleintier-Einsatzkommando muss sich jedoch nicht allein auf die eigenen Fähigkeiten verlassen. Die drei Helden können auch einige hilfreiche Gegenstände benutzen. So setzt die Hundepfeife achtsame Köter außer Gefecht und mit einer Telefonkarte kann ein ablenkender Scherzanruf getätigt werden. Diese Gegenstände können nicht nur in den verschiedenen Gebieten gefunden, sondern später im Spiel auch bei einem Händler gegen Nahrung getauscht werden. Erfreulicherweise haben die Entwickler viel Wert auf eine gute Übersicht und eine einfache Bedienung gelegt. Die beiden Bildschirme des Nintendo DS zeigen das Spielgeschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Während der Spieler auf dem oberen Bildschirm über die Schultern des Protagonisten schaut, betrachtet er die Umgebung auf dem Touchscreen aus der Vogelperspektive. Dort sind auch die Sichtkegel der unangenehmen Menschen und deren Haustiere zu sehen. Über eine bestimmte Schaltfläche wird zudem das Mikrofon ein und ausgeschaltet. Damit kann man zum Beispiel die Menschen ablenken oder bewusstlose Freunde wieder aufwecken. Sind die kleinen Diebe im Team unterwegs, befindet sich dort außerdem ein Schalter, um zwischen den Charakteren zu wechseln.
Moderne Jäger und Sammler!
Mit einer einzigen Kopie des Spiels ist es mit Ab durch die Hecke für zwei Spieler möglich in einem Nahrungswettbewerb gegeneinander anzutreten. Innerhalb eines Zeitlimits müssen die Spieler in einem Heckenlabyrinth möglichst viel Nahrung sammeln, um das Spiel für sich zu entscheiden. Natürlich erwarten auch hier einige Fallen die hungrigen Tierchen, welche zum Teil auch durch bestimmte Druckplatten direkt gegen den Widersacher eingesetzt werden.
In optischer Hinsicht ist Ab durch die Hecke wirklich gelungen. Die dreidimensionale Grafik wird auf beiden Bildschirmen durchgehend flüssig dargestellt und sieht größtenteils sehr gut aus. Äußerst selten treten hingegen kleinere Clipping-Fehler auf, die das Gesamtbild leicht trüben. Die Hintergrundmusik und die Soundeffekte sind qualitativ gut gelungen, jedoch viel zu eintönig. Die Musik fängt schnell an zu nerven und auch die Soundeffekte sind wenig abwechslungsreich. Immerhin ist die seltene Sprachausgabe der Tiere verständlich und die Texte witzig.
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Ab durch die Hecke im Test.
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