Gesamtwertung54%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Wir erinnern uns: Mit Assassins Creed schaffte es ein überzeugendes Open World-Spiel bis an die höchsten Ränge der Charts-Listen auch die wesentlich später veröffentlichte PC-Version konnte nicht nur qualitativ, sondern auch hinsichtlich seiner Verkaufszahlen überzeugen. Okay, der Titel aus dem Hause Ubisoft Montréal war zwar nicht gerade das, was man mit dem Wort Abwechslungsreichtum verbindet, aber ansonsten konnte Assassins Creed eigentlich in jeder Hinsicht überzeugen. Und wie das mit Top-Spielen nun mal so ist, folgen früher oder später auch Handheld-Titel zur Vorlage. Nur dumm, dass solche Umsetzungen selten wirklich von Erfolg geprägt sind das beste Beispiel hierfür ist ausgerechnet die Nintendo DS-Variante Assassins Creed: Altairs Chronicles. Die dunkle Seite des hell gekleideten Meuchelmörders zeigt sich in unserem Review.
Beschmutzte Assassinen-Robe...
Und dabei beginnt das Ganze noch nicht einmal schlecht: Gut, eine Intro oder sowas in der Art hätten wir uns zwar schon gewünscht, aber man kann ja auch nicht alles haben. Optisch präsentiert sich Assassins Creed: Altairs Chronicles für einen NDS-Titel nämlich als durchaus gelungene Kost.
In relativ ansehnlichen dreidimensionalen Umgebungen bewegt sich der Recke mit ansprechenden Animationen bedacht über den Screen. Doch auf den zweiten Blick offenbaren sich bereits erste Schwächen. Die Performance des Spiels ist nie vollends flüssig, stattdessen springt und metzelt sich Altair stets leicht ruckelnd durch die pseudo-dreidimensionalen Locations.
Ruckelig ist zwar etwas ganz anderes, aber in den später schwieriger zu meisternden Jump & Run-Einlagen stört es doch schon erheblich, dass die Leistung nicht ganz mit dem Timing der Eingaben einher geht. Bewusst hat man sich für die DS-Variante dafür entschieden, den umspinnenden Plot in der Gegenwart mit Nachfahre Desmond Miles, den Konsoleros und PC-Spieler aus ihren Fassungen kennen, in der Nintendo DS-Version unter den Tisch fallen zu lassen, denn die spielt zeitlich vor den Ereignissen des großen Bruders zumindest in der Theorie.
Wir hatten jedenfalls ein komisches Déja-Vù, als wir unser erstes Opfer erlegt hatten. Tamir? Moment, haben wir nicht genau den gleichen Typen als Erstes in den normalen Assassins Creed-Versionen erlegt? Ähm, ja genau.
Lassen wir uns von diesem Logikfehler einmal nicht beirren, stolzieren wir einfach weiter durch die linearen Levels. Und wie: Altair kann im Gegensatz zu den großen Brüdern nun auch Abgründe mithilfe eines Hakens überwinden. Ansonsten hat auch der kleine Assassine alles drauf, was man aus den anderen Versionen kennt. Springen, Ducken, Fassaden hochklettern, über dünne Stege balancieren und natürlich ganz toll mit dem Schwert zuhauen. Die ungenaue Steuerung in Verbindung mit der fragwürdigen Kollisionsabfrage macht jedoch viele Kletter- und Sprungeinlagen zunichte die leicht ruckelnde Optik tut da Ihr Übriges. Altair steuert Ihr auf dem oberen Screen per Steuerkreuz durch die Szenerien, die X- und Y-Buttons dienen als Angriffe. Springen könnt Ihr mit dem B-, Interagieren mit dem A-Button.
Wird es mal wackelig auf den Holzbrettern, dient die rechte Schultertaste als Hilfe, um nicht von den schmalen Plattformen zu fallen. Klingt rein theoretisch ja schon mal schlecht aber das Thema mit der schönen Theorie und der ernüchternden Praxis hatten wir ja schon einmal. Und wieder einmal müssen wir meckern: Gilt es, auf unterschiedliche Balken von links nach rechts zu springen, passiert es des Öfteren, dass der Held in eine andere Richtung springt, als die, die wir eigentlich mit der Eingabe am Steuerkreuz wollten. Und wenn doch, dann schießt Altair nicht selten über das Ziel hinaus. Wir sind nun noch verärgerter und um einen Quickload reicher. Fairerweise muss man dabei sagen, dass das Spiel regelmäßig an kritischen Punkten abspeichert alles andere wäre bei Altairs Chronicles purer Frust!
Viel zu einfache Kämpfe!
Alles andere als Frust verspürten wir allerdings bei den Kämpfen gegen die primitiv agierenden KI-Schergen: Zwar kann Altair rein theoretisch (!) während der Klopp- und Metzeleinlagen blocken, praktisch braucht Ihr das aber nie. Einfaches Button-Smashing reicht bei den Holzköpfen locker aus, die Schlinge um den Hals des Assassinen ist somit wesentlich lockerer gesetzt als noch bei den 360/PS3- und PC-Versionen. Wäre ja noch nicht mal so schlimm, wenn es nicht der mittlere Schwierigkeitsgrad wäre, über den wir hier reden. Werdet Ihr doch einmal verletzt, genügt einfach das simple Aufsammeln roter Kugeln, die Euren Gesundheitszustand wieder aufbessern was die roten Kullern allerdings in diesem Spiel zu suchen haben, entschließt sich unseres Wissens.
Überhaupt präsentiert sich Altairs Chronicles als eine Art Assassins Creed light, was angesichts der Zugeständnisse an die Hardware zu erwarten war, aber dennoch auch hätte anders gelöst werden können.
Auf den drei anderen Plattformen war das Schleichen eines der gameplaytragenden Stützpfeiler in der Nintendo DS-Fassung ist vom Stealth-Aspekt nur noch ein mickriges Häufchen Elend übrig geblieben. Nur wer allergisch gegen Kämpfe ist, sollte sich mit der Verwendung der rechten Schultertaste, die neben dem Balancieren auch für das unauffällige Gehen zuständig ist, vertraut machen.
Alle anderen kümmert es einen Dreck, ob sie gerade verfolgt werden ein paar Hiebe mit dem Schwert und schon ist auch dieses Problem aus der virtuellen Welt der Kreuzzüge. Investigativ-Methoden wie bei den großen Brüdern werdet Ihr hier ebenfalls nicht finden. Das Höchste der Gefühle ist es, jemanden mittels Minispiel zu beklauen oder den Arm umzudrehen, um ihn Antworten zu entlocken.
Ersteres funktioniert mit dem Stylus und mündet in einer Art Wischiwaschi-Spiel, um zuerst den geschwärzten Inhalt des Beutels sichtbar zu rubbeln und danach in einer bestimmten Zeit beispielsweise einen Schlüssel rauszufischen.
Bedingung: Ihr dürft dabei keine anderen Gegenstände berühren, ansonsten fliegt Euer Diebstahl auf. Will Euch jemand keine Informationen geben, stattet Ihr dessen Rücken mit dem DS-Stift einen Besuch ab. Hierbei müsst Ihr im richtigen Augenblick Punkte mit dem Stylus berühren und danach den Verlauf einer Kugel, die den Grad des Armumdrehens anzeigt, korrekt nachziehen. Das ist gewöhnungsbedürftig, bietet aber immerhin anfangs etwas Abwechslung zum auf Dauer öden Gameplay. Lange habt Ihr übrigens nicht am Titel zu knabbern: Nach vier Stunden präsentiert sich für geübte Spieler bereits der Abspann.
Assassins Creed: Altairs Chronicles im Test.
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