Gesamtwertung84%/10 |
GrafikBefriedigend SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Dass winzig kleine Lebewesen, auch als Plankton bezeichnet, in den Ozeanen unserer Erde ihr Unwesen treiben wissen wohl alle von uns, oder? Mit Sicherheit haben aber bisher die wenigsten zur Kenntnis genommen, dass diese mikroskopisch kleinen Organismen auch musikalische Eigenschaften besitzen. Zumindest trifft das auf das Plankton in der Vorstellung des japanischen Medienkünstler Toshio Iwai zu. Dieser ist nämlich für die Entwicklung von Electroplankton für den Nintendo DS verantwortlich und verbindet dort, wie auch in vielen anderen seiner Arbeiten, Klang und Bild zu einem stimmigen und fesselnden Ganzen.
Lass dich treiben
Vorneweg soll gesagt sein, dass es sich bei Electroplankton um kein Spiel im herkömmlichen Sinne handelt. Eine Storyline, die Möglichkeit Highscores zu erzielen oder eine andere Art von starr geregeltem Spielverlauf sucht man bei dem Titel vergebens. Das ist aber in keiner Weise ein Nachteil. Stattdessen kann man in Electroplankton beliebig mit den zehn unterschiedlichen Planktonarten herumexperimentieren. Diese sind im weitesten Sinne als Spielmodi zu verstehen. Schon die Namen der Mikroorganismen lassen darauf schließen, dass jeder von ihnen außergewöhnlich ist. Da tummeln sich Wesen namens 'Nanocarp', 'Luminaria' und 'Hanenbow' im virtuellen Wasser. Doch bevor es losgeht, erscheint beim Spielstart zunächst ein sehr überschaubarer Optionsbildschirm. Neben zwei unterschiedlichen Soundeinstellungen, welche die Tonausgabe je nach Nutzung der Lautsprecher oder von Kopfhörer optimieren sollen, besteht hier die Wahl zwischen den Modi 'Aufführung' und 'Zuhörer'. Als 'Zuhörer' kann man das Spiel getrost sich selbst überlassen, da das Plankton selbstständig agiert. Dennoch ist es möglich in das Geschehen einzugreifen und somit die Klang- und Bildwelt zu beeinflussen. Wesentlich ansprechender ist jedoch die 'Aufführung', da der Spieler hier nach Herzenslust frei mit den unterschiedlichen Organismen herumprobieren und musizieren kann. Dabei nutzt Electroplankton die Features des Nintendo DS geschickt aus, denn sowohl der Touchscreen, als auch das Mikrofon kommen zum Einsatz.
Sphärische Töne
Nun aber zu den unterschiedlichen Spielmodi. Da gibt es zum Beispiel 'Tracy'. Hier gilt es, mit dem Stylus Linien auf dem Touchscreen zu zeichnen. Fünf kleine Organismen mit verschiedenen Klängen sind jeweils einer Linie zugeordnet und bewegen sich an dieser entlang. Dabei machen sie Geräusche, die abhängig sind von der Form der Kurve und der Geschwindigkeit mit der diese gezeichnet wurde. Je steiler die die gezeichnete Linie nach oben, verläuft, desto tiefer ist beispielsweise der entsprechende Ton. Des Weiteren gibt es 'Hanenbow'. Diese winzigen, kaulquappenähnlichen Wesen werden aus dem Wasser geschleudert und treffen daraufhin auf die Blätter von in der Nähe befindlichen Pflanzen. In Zusammenhang mit dem Ort des Aufpralls und der Anordnung der Blätter ergeben sich daraus unterschiedliche Klänge, die sich wiederum verändern, wenn die Blätter sich durch häufige Zusammenstöße verfärben. Der Spieler kann hier sowohl die Blätter an den Ästen verdrehen, als auch bestimmen in welchem Winkel und in welchem Takt das Plankton aus dem Wasser geschossen wird. Außerdem sind fünf verschiedene Schauplätze wählbar, bei denen die Pflanzen jeweils anders angeordnet sind. Das 'Rec-Rec'-Plankton nutzt hingegen das Mikrofon. Zu einem von sieben Rhytmen bewegen sich vier dieser Organismen immer wieder von rechts nach links über den Bildschirm. Wird einer von ihnen angetippt, so zeichnet er bei seinem nächsten Durchlauf über das Mikrofon auf und gibt die Geräusche daraufhin bei jedem weiteren Durchlauf wieder. Zudem lässt sich über das Steuerkreuz die Geschwindigkeit der Hintergrundmusik und die der Organismen von rasend schnell bis extrem langsam regulieren. Besonders spaßig ist das Musizieren mit den 'Beatnes'. Diese länglichen Dinger erzeugen Geräusche, wenn sie mit dem Stylus berührt werden. Während ihr Kopf einen besondere Sound abspielt, bildet der restliche Körper eine Art Tonleiter. Die Tonreihenfolgen, die man auf einem von ihnen spielt, werden abgespeichert und in vier weiteren Durchläufen erneut abgespielt. Natürlich können in der Zwischenzeit neue Folgen eingespielt werden, die wiederum wiederholt abgespielt werden. Vier Soundsets gehören zum Repertoire der 'Beatnes', die sich im Übrigen alle an den Sounds des guten alten NES orientieren. Auch die anderen der insgesamt zehn Lebewesen basieren auf ungewöhnlichen Ideen und nutzen Touchscreen und/oder das Mikrofon.
Ein wahres Klangwunder
Die Optik besticht durch einen sehr simplen und kindlichen Grafikstil. Dabei wurde vor allem viel Wert darauf gelegt, dass Bild und Klang möglichst gut harmonieren. Darum fällt die Grafik sehr schlicht aus. Die Sounds sind qualitativ sehr gut und vor allem in Bezug auf die Unterwasseratmosphäre größtenteils sehr stimmig. Hervorzuheben ist außerdem, dass selbst das gröbste Experimentieren selten zu unharmonischen Klangbildern führt. Hier wurde beim Design ganze Arbeit geleistet.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Electroplankton im Test.
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