Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Mit dem ungewöhnlich langen Namen Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift schenkt uns Square-Enix den zweiten Teil der erfolgreichen Taktik-Rollenspiel-Saga aus dem Final Fantasy Universum für Nintendo DS. Eine größere und buntere Welt, eine tiefer gehende Story und viele neue Möglichkeiten versprachen die Entwickler. Ob man ihren Aussagen Gewicht beimessen kann oder uns ein weiteres liebloses SpinOff erwartet, versuchen wir auf unserer Reise durch Ivalice herauszufinden.
Taktische Freuden?
Stop. Eigentlich sind die Zeiten der schlechten Final Fantasy-Ableger, die nicht der Hauptserie angehören, gezählt. Selbst der neuste Chrystal Chronicles Teil bot uns gute Qualität, von Revenant Wings und vor allem Crisis Core ganz zu schweigen. Man mag fast meinen, Square-Enix stecke mehr Kreativität in diese Titel, als beispielsweise in ein Final Fantasy XII. Und fehlenden Innovationsgeist kann man dem Unternehmen auch nicht vorwerfen, wenngleich der ein oder andere Traditionsbruch vielleicht als etwas übereilt bezeichnet werden darf. Zumindest was die Geschichte betrifft, beginnt auch Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift ungewöhnlich. Ein wenig erinnert der Beginn an Final Fantasy X, mal davon abgesehen, dass in Final Fantasy Tactics A2 nicht gleich die ganze Welt dran glauben muss.
Als normaler Schüler in der Gegenwart freut ihr euch einfach auf unterhaltsame Schulferien. Diese würden wohl auch unbeschwert verlaufen, würde euch euer spießiger Lehrer nicht wegen dem vielen Stören und Fehlen noch eine Zusatzaufgabe auf's Auge drücken. Bevor ihr euch nämlich endlich mit einem alkoholfreien Cocktail an den hauseigenen Strand legen dürft, muss zunächst einmal die Bibliothek aufgeräumt werden.
Dabei findet ihr einen alten Schmöker. Schlecht für den Helden, gut für euch. Denn das alte Buch katapultiert euch beim Aufschlagen doch direkt in eine komplett andere Welt. Mit einem lauten Boom landet ihr in Ivalice. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wartet auch schon ein nettes Vogelmonster auf sein Mittag. Glücklicherweise bemerkt ihr schnell, dass nicht nur das gefräßige Federvieh, sondern auch ein paar Bewaffnete anwesend sind, die dem Tierchen offensichtlich an den Kragen wollen. Schnell sucht ihr bei ihnen Hilfe. Es stellt sich heraus, dass sie alle zu ein und dem selben Clan gehören und man nur gegen den Eintritt in eben jenen vor dem Vogel gerettet würde. Welche Wahl man da wohl trifft?
Man kann sich schon denken, dass viele der Clanmitglieder später zu Freunden werden und dem armen Helden dabei helfen, die Geschichte des Buches heil zu überstehen, um letztlich, so hofft er zumindest, wieder in seine Welt zurückkehren zu können. Ganz nebenbei wird die Welt natürlich wieder von einem bösen Übel befreit.
Alles beim Alten?
Wie man es von Final Fantasy gewohnt ist, beginnt das Spiel ganz harmlos. Man lebt sich schnell ein und sucht nach Antworten. Doch am Anfang steht erstmal Arbeit an. So muss man für den Clan die ein oder andere Mission absolvieren, um Geld in die Kasse zu spülen. Alles wirkt friedlich und einfach. Logischerweise bietet das Spiel ein umfangreiches Tutorial, aber die ersten Stunden können gänzlich als Eingewöhnungszeit betrachtet werden, in der man sich spielend leicht mit allen wichtigen Gameplayelementen vertraut machen kann, ohne Gefahr zu laufen, zu oft zu sterben.
Dabei präsentiert sich das elementare Kampfsystem nur leicht überarbeitet, dafür an den richtigen Ecken und Kanten. Alles wirkt flüssiger und harmonischer. So beginnt eine Schlacht, wie immer, mit dem taktischen Aufstellen euer Kämpfer. Dabei sollten Heiler und andere Magier natürlich eher im Hinterfeld, die Kriegerklassen eher im vorderen Teil postiert werden. Daraufhin erscheint ein Richter, der gewisse Kampfeinschränkungen ausspricht. Diese sorgen zwar für eine weitere taktische Komponente, sind aber manchmal ziemlich störend, weil fehlerhaft. So gibt es etwa die Anweisung: Stelle dich neben einen Feind. Wenn sich der Gegner aber neben euch stellt, gilt das Gesetz als gebrochen. Nervig. Werden diese Missachtet, kann man weder wieder belebt werden, noch einen Kampfvorteil nutzen, den man nach der Ansprache des Richters auswählen kann.
Diese können etwa das Angriffstempo beschleunigen oder die Verteidigung stärken. Danach beginnt die Runden basierte Schlacht auch schon. Das Ganze darf man sich wie ein Spielbrett vorstellen, das in quadratische Felder gegliedert ist. Je nachdem welcher Klasse der angewählte Charakter angehört, hat er dann die Möglichkeit sich zunächst einmal eine gewisse Anzahl von Feldern zu bewegen. Daraufhin kann er entweder normal angreifen oder eine Spezialfähigkeit aus dem Hut zaubern. Vor allem Magie kann dabei auch über größere Distanzen einschlagen.
Leider kann man weder zoomen, noch das Spielfeld drehen. Durch unterschiedliche Höhenverhältnisse, sowie genügend Versteckmöglichkeiten werden viele taktische Möglichkeiten aufgeboten. Was sich am Anfang noch als sehr leicht darstellt, wird im späteren Spielverlauf immer fordernder. Nicht nur die richtige Positionierung der einzelnen Krieger zum Feind, sondern auch die korrekten Attacken, sowie gut eingesetzte Spezialfähigkeiten entscheiden letztlich über einen möglichen Sieg.
Angreifer von mehreren Seiten, starke Bossgegner oder andere ausgefallene Missionsziele sorgen für Abwechslung. Wer hier nicht auf der Hut ist, wird schnell viele Frustmomente erleben. Und dabei ist es durchaus nicht einfach, die Komplexität des Titels richtig zu erfassen, auch wenn die Menüs übersichtlich und die Erklärungen logisch sind. Satte 56 unterschiedliche Klassen und sieben verschiedene Rassen bietet Final Fantasy Tactics A2. Dabei können manche Rassen besser mit einem jeweiligen Job, als andere. Darauf gilt es genauso zu achten, wie auf die beschränkte Fähigkeitszahl, die man einem Charakter zuweisen kann. Jeder kann zwar so gut wie alles erlernen, der eine schneller, als der andere, aber nur eine Handvoll davon kann auch im Kampf eingesetzt werden. Da man vielfältige begabte Kämpfer benötigt, wird man auch nie mit sechs Kriegern auf dem Feld stehen, sondern immer eine bunt gemischte Truppe vor sich haben. Und das ist auch gut so. Natürlich müssen die Charaktere auch ständig mit neuen, besseren Waffen und Rüstungen ausgestattet werden. Wie man es aus dem Vorgänger gewohnt ist, kann man die Gegenstände aber nicht einfach kaufen, sondern muss sie selbst schmieden.
Dazu benötigt man gewisse Rohstoffe, die meist von besiegten Gegnern fallen gelassen werden. Geht es um besonderes Material, so erhält man dies meist am Ende von bestimmten Aufträgen als Prämie. Ist ein Gegenstand erst einmal geschmiedet, kann man ihn in den aller meisten Fällen immer wieder beim Händler kaufen und seine Riege damit ausrüsten. Man kann sich vorstellen, dass man eine Zeit lang gut zu tun hat, will man die bestmögliche Formation für den Kampf austüfteln. Neben den knapp 25 Storymissionen, die sich ziemlich strecken, aber nicht langweilen, bietet der Titel mehr als zehn mal so viele Nebenmissionen.
Dabei muss man nicht immer Monster aus dem Weg schnetzeln, man führt auch das ein oder andere Interview, geht auf die Suche nach vergrabenen Schätzen und führt Botengänge aus, die dann manchmal auch in einem anderen Quest größerer Bedeutung münden. In Ivalice gibt es immer etwas zu tun. Und da sich die Story gewohnheitsmäßig prächtig entwickelt, wird es auch nie langweilig, zumal die Kämpfe, wie gesagt, immer fordernder werden. Dabei ist das Spiel übrigens überraschend gut ausbalanciert. Extrem schwere Strecken, wie etwa in Final Fantasy XII, die sich mit zu leichten Passagen abwechseln, gibt es nicht.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
FF Tactics A2 : Grimoire of the Rift im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Square Enix?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.