Gesamtwertung56%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Idee den Nintendo DS auf eine besondere Art und Weise als Musikinstrument zu nutzen ist nichts Neues. Man denke nur an das eigenartige Electroplankton. Neu ist es hingegen, ein Musikinstrument mit dem DS nachzuempfinden. Genau das macht nämlich Jam Sessions und verwandelt den Handheld in eine vereinfachte Gitarre. Als vollwertiges Spiel kann man diesen Titel mit Sicherheit nicht beschreiben, Spaß darf Jam Sessions dennoch machen, oder?
Pack die Klampfe weg
Die Bedienung ist im Prinzip simpel. Auf dem Touchscreen ist eine virtuelle Saite abgebildet. Diese ist mit dem Stylus anzuschlagen, wobei man zwischen Auf- und Abschlag unterscheidet. Aber es ist nicht nur wichtig, von welcher Seite man anschlägt, sondern auch an welcher Stelle man dies tut. In der Mitte der Saite haut man am festesten rein. Je weiter man mit dem Touchpen nach außen kommt, desto sanfter zupft man am virtuellen Instrument. Das alleine reicht noch nicht zum fröhlichen Musizieren. Damit der richtige Klang erschallt gilt es schließlich noch, den gewünschten Akkord zu wählen. Das geschieht über das Steuerkreuz, wobei jeder der acht Richtungen ein Akkord zugewiesen werden kann. Um die Palette noch etwas zu erweitern, lässt sich die Belegung über eine Schultertaste mit einer zweiten Belegung auswechseln. Die Kombination aus Steuerkreuz drücken und gleichzeitig den Stylus gezielt über den unteren Screen zu bewegen kann durchaus eine etwas längere Einarbeitung erfordern. Wichtig ist eine gute Koordination.
Fast wie Karaoke
Ein kurzes Tutorial erleichtert den Einstieg ungemein, indem es alle nötigen Grundlagen erläutert. Das Rhytmusgefühl wird dadurch jedoch nicht trainiert. Ein Glück, dass es den Modus Aufwärmen gibt. Hier bauen drei verschiedene Übungen aufeinander auf und vermitteln den Umgang mit Steuerkreuz und Touchscreen. Hier sind jedoch einige Hilfsmittel aktiviert, um den Einstieg zu erleichtern. So wird beispielsweise genau gezeigt, welcher Akkord wie angeschlagen und wie lange er gehalten werden soll. Ohne diese Hilfen wird auf dem oberen Screen lediglich ersichtlich, welcher Akkord gerade an der Reihe ist. Auf Wunsch lässt sich zudem ein Metronom einschalten und auf eine beliebige Frequenz einstellen. Kann man das Übungslied mehr oder weniger locker nachspielen, sollte der Schritt zum Modus Songs gewagt werden.
Und jetzt mit Verzerrer
Jam Sessions bietet insgesamt 20 verschiedene Lieder aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Auch in Bezug auf die Aktualität ist die Palette bunt gemixt. Hier findet man zwischen Amy Winehouse und Avril Lavigne auch diverse Klassiker von Jimi Hendrix, Bob Marley oder Johnny Cash. Der Songs-Modus funktioniert im Prinzip, wie die letzte Stufe des Aufwärmens. Mit anderen Worten, man spielt den vorgegebenen Song nach. Auf Wunsch besteht auch hier die Möglichkeit die gebotenen Hilfsmittel hinzuzuziehen. Zudem kann man sich den Song komplett oder stellenweise vorspielen lassen. Vor allem bei unbekannten Liedern ist das äußerst nützlich. Schade, dass diese zusätzliche Unterstützung nur bei der Hälfte der Stücke angeboten wird. Die ganz musikalischen können sich natürlich auch im Modus Freies Spiel austoben und nach Lust und Laune rumschrammeln. Praktischerweise darf man bei Jam Sessions auch seine musikalischen Leistungen dokumentieren. Mit der Aufnahme lassen sich ganze Sequenzen aufzeichnen, speichern und wieder anhören. Bis zu fünf Speicherplätze stehen für die Sicherung der eigenen Aufnahmen zur Verfügung.
Damit man den Sound seinen eigenen Vorlieben und Ideen anpassen kann, gibt es bei Jam Sessions im Übrigen eine Menge Klangverzerrer. Bis zu zwei von diesen lassen sich gleichzeitig anwenden und nach den Vorstellungen des Spielers einstellen. Dann darf es ruhig auch ein wenig nach E-Gitarre klingen. Wer keine Ahnung von solchen Dingen hat, braucht sich dennoch keine Sorgen zu machen. Zum einen gibt es eine kleine Auswahl an Voreinstellungen und zum anderen führt auch wildes ausprobieren zu interessanten Soundeffekten. Die eigenen Einstellungen sind selbstverständlich speicherbar und finden beim Musizieren auf Knopfdruck Anwendung. Die optische Präsentation des Titels ist eher minimalistisch. Zur Begrüßung gibt es ein schmuckloses Menü und das anfängliche Design ist relativ karg. Immerhin darf man sich eines von vielen Hintergrundbildern aussuchen, um etwas mehr Farbe ins Spiel zu bringen.