James Pond: Codename Robocod

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
HMH
Entwickler
HMH
Erscheinungsdatum
12/2006
Genre
Andere
James Pond: Codename Robocod [DS , Mag64]

Gesamtwertung

61%/10

Grafik

70%

Sound

66%

Mehrspieler

-

Bedienung

Gut

James Pond: Codename Robocod


Einleitung....

Ein Geheimagent mit Hang zum weiblichen Geschlecht und der Anziehungskraft actionreicher Manöver war James Bond schon immer. Aber siehe da: Seit Neuestem lümmelt sich der britische Charmebolzen also auch auf Nintendo DS herum? Betrachtet man die Sache etwas genauer, stellt man fest, dass es sich doch nicht so verhält, wie zuvor angenommen wurde… "James Pond - Codename RoboCod" hat rein gar nichts mit dem britischen Frauenschwarm gemein, außer vielleicht den ähnlich buchstabierten Namen. Als auf einer Schwanzflosse laufender Fisch begebt Ihr Euch in ein kunterbuntes Abenteuer voll skurriler Levels.

Menus und die Story....


Als typisches Jump `n Run konzipiert, ist der grundsätzliche Aufbau von "James Pond - Codename RoboCod" gelungen. Von einer übergeordneten Ebene aus, vor einer riesigen Spielzeugfabrik, bewegt Ihr den Protagonisten zu Toren, die jeweils einige Unterlevels beinhalten. So erkundet Ihr die überdimensional, weit in den Himmel reichende Fabrik und schaltet Ebene für Ebene frei. Doch bevor es losgeht, solltet Ihr Euch im Hauptmenü ("Neues Spiel", "Spiel laden", "Weiter", "Bestenliste" , "Optionen") für einen von fünf freien, batterieinternen Speicherplätzen entscheiden. Hier wird der Fortschritt nach erfolgreichem Abschluss eines mehrteiligen Levels gesichert. Leider dürft Ihr nicht manuell abspeichern, so dass einzelne Abschnitte häufig mehrmals wiederholt werden müssen. Dass ist auch das größte Problem, dass den Titel gehörig Wertungspunkte kostet. Aber dazu später mehr...

Es ist kurz vor Heilig Abend, um genau zu sein der 23. 12. . Die Spielzeugfabrik, die von S. Claus (handelt es sich dabei vielleicht um den Weihnachtsmann? ;-) ) geleitet wird, wurde infiltriert. S. Claus Elfen, die ihm jederzeit hilfsbereit zur Seite stehen, wurden geknebelt und mit Sprengstoff bestückt. Eine falsche Bewegung und Weihnachten hat den Charakter eines friedlichen Festes verloren. Eine Zeitspanne von 48 Stunden bleibt Euch, in Form von James Pond, um die Elfen vor ihrem Exodus zu bewahren. Euer Ziel: Rettet S. Claus Elfen und bringt den Frieden zurück in die Spielzeugfabrik!

Technik und Gameplay....


Während der folgenden Infiltration der örtlichen Spielzeugfabrik wird James Pond bestenfalls neun groß angelegte Rettungsmissionen bestreiten, wobei diese wiederum in einige aufeinander folgende Unterlevels gegliedert sind. Die Welten sind höchst unterschiedlich konstruiert, teilweise sogar abstrus in ihrem Aufbau. Während des Abenteuers geht es in eine Badespielzeugfabrik, vorbei an cholerischen Blumen, aberwitzigen Autos, die Eigenleben entwickelt haben, bis in die kunterbunte, pappsüße Süßwarenfabrik, in welcher es vor Keksen, Kuchen und Kamelle nur so wimmelt. So weit, so gut. Wäre da nicht die begrenzte Anzahl an James Pond Extraleben. Im linken unteren Teil des Spielbildschirms (wahlweise dürft Ihr Spiel- und Übersichtskartenbildschirm tauschen) erkennt Ihr das Konterfei von James Pond. Seine rechte Hand zeigt die restlichen zur Verfügung stehenden Leben an, die linke signalisiert die Batterien für den "Expandoanzug". Pro Berührung mit einem Feind verliert Pond eine seiner Batterien. Sind diese alle aufgebraucht, verscherzt der fischige Geheimagent eines seiner Leben. Das Problem an der Sache ist, dass mit einer neu begonnenen Rettungsmission der Speicherstand gesichert wird und somit auch die Anzahl der restlichen Leben. Leider sind die Missionen teilweise relativ lang, so dass man kaum um Feindberührungen herumkommt und somit schnell das eine oder andere virtuelle Leben einbüßen muss. Daher stellt es sich im späteren Spielverlauf beinahe als unmöglich herau ein Level unbeschadet zu überstehen, geschweige denn erfolgreich zu beenden.

Denn das eigentliche Spielprinzip und der Aufbau des Titels sind wirklich gelungen und hätten der Umsetzung bei der Wertung mit Sicherheit gut getan, wenn das Problem mit den virtuellen Wiederholungen nicht wäre. Das waschechte Jump `n Run gestaltet sich als sehr zugänglich. Zwar sind die Levels relativ linear, dennoch gibt es des Öfteren Abzweigungen, die Ihr einschlagen könnt. Letztendlich kann ein Level aber nur dadurch beendet werden, wenn Ihr alle mit Sprengstoff versehenen Elfen befreit und somit den Levelausgang aktiviert. Über eine zuschaltbare Übersichtskarte erfahrt Ihr alles Wesentliche über die Spielinhalte. So verschafft Ihr Euch einen Überblick über James Pond' Leben, den Füllstand seiner Batterie, Bonus-Geschenke, sowie die verbleibenden Glocken und Elfen. Letztere dürften Euch bereits bekannt sein, die Glocken hingegen schalten Bonusräume im Spiel frei. Habt Ihr drei dieser Objekte eingesammelt, geht es ab in einen Extraraum, in dem Ihr vor allem Bonuspunkte ergattert. Überhaupt ist das Punkte-Feature ein wichtiger Bestandteil des Titels, da eventuelle Highscores in der "Bestenliste" vermerkt werden - daher ist das Einsammeln diverser herumliegender Gegenstände eine der Huptaufgaben. Auf Grund der armseligen Menge an Leben, sowie den sehr dürftig verteilten Zusatzleben (Goldener Ankh), ist eine Erstürmung der Highscore-Liste alles andere als einfach. Etwas häufiger anzutreffen sind hingegen Energiesterne, welche die Batterie um einen Balken anfüllen. Da häufig unübersichtliche Stellen im Spiel zu Berührungen mit Widersachern führen, sind die Spielleben schnell verbraucht. Gut, dass es kugelsichere Rüstungen gibt, die kurzzeitigen Schutz gewähren. Im Endeffekte kommen derartige Goodies aber viel zu selten zum Einsatz. Innerhalb der Welten ist die Feinddichte vergleichsweise hoch, jedoch dürfen die meisten witzig gestalteten Bösewichte mit einem herzhaften Stampfer geplättet werden. Herumlaufende Hände, grimmig schauende Straßenflitzer oder fliegende Spielkarten-Vögel werden versuchen die wertvolle Batterieladung Eures Anzugs so schnell wie möglich zur Neige zu bringen.

James Pond' Steuerung ist instinktiv sehr schnell erlernbar und kann daher auch ohne spielerische Hürden angewendet werden. Neben dem Springen darf sich der Geheimagent auch in die Höhe strecken und somit einige Meter gutmachen. Oben angekommen kann sich Pond ohne weiteres festhalten und über gefährliche Abgründe oder stachelige Ebenen hinweg hangeln. Diese Fähigkeit macht durchaus Sinn und wurde geschickt in das Spielgeschehen integriert. Sollte einmal der Überblick fehlen und scheinbar riskante Stellen im Spiel nicht einsehbar sein, kann sich James Pond mit der "R"-Taste umsehen.

Grafik & Sound....


Grafisch ist "James Pond - Codename RoboCod" eine hübsch designte Abwechslung zum Jump ´n Run-Einerlei. Die Welten sind ohne Ausnahmen kunterbunt gestaltet und passen zum Thema einer Spielzeugfabrik wie die Faust auf's Auge. Vor allem die hübsch inszenierten Gegner-Charaktere können gefallen - auch wenn der Anspruch sie zu besiegen nicht sonderlich herausfordernd ist.

Dudelige Stimmungsmusik ohne wesentliche, heraus stechende Merkmale summt durch die Soundausgänge des Nintendo DS. Passend zu der witzigen Umgebungsgrafik versprühen sie im Gesamtbild uneingeschränkt Charme, dennoch fehlt der Ohrwurm-Charakter, den beispielsweise Spiele wie "New Super Mario Bros." vorweisen können.

Fazit....


Obwohl der Umfang von "James Pond - Codename RoboCod" in Ordnung geht, war es uns nicht möglich den Titel durchzuspielen. Trotzdem es im Mag'64 unser Vorsatz ist, Titel bis zum Abspann zu testen, verwehrte uns das ungeschickte System der Lebenspunkte die Endsequenz zu begutachten. Nach einer gewissen Zeit und mehrmaligen Levelwiederholungen sollte in der Regel eine Welt zu beenden sein. Wegen der notdürftigen Extraleben-Verteilung im Spiel beschert dieser Malus dem Titel aber einige Wertungsabzüge. Der grundsätzliche Aufbau der Welten, hübsch kreierte Charaktere und Einfälle wie das "Strecken"-System können hingegen überzeugen. So stellten die Entwickler dem eigenen Produkt ein Bein, so dass es über den Durchschnitt an Jump ´n Runs leider nicht herauskommt. Das Potenzial hätte der Titel dennoch! (mag64.de)

Pro
+ viele Levelebenen
+ witzige Feinde
+ durchgeknallte Umgebungen
+ nette Goodies,...

Contra
- kein Multiplayer
- Modus
- ...die kaum zum Einsatz kommen
- dilettantische Verteilung von Zusatzleben

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