Gesamtwertung31%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Als waschechter Multiplattform-Titel ist es nicht verwunderlich, dass King Kong The official Game of the Movie auch für den Nintendo DS erscheint. Auf den Heimkonsolen hat King Kong mitunter hervorragende Wertungen eingeheimst. Jetzt scheint es so, als wolle Ubisoft beweisen, dass es auch anders geht. Die Version für den Nintendo DS wird jedenfalls dem gängigen Klischee der qualitativ schlechten Lizenzspiele mehr als gerecht.
Inzwischen kennt vermutlich jeder die Story von King Kong nur zu gut. Eine Filmcrew macht sich zu einer geheimnisvollen Insel namens 'Skull Island' auf, um dort einen Film zu drehen. Zu diesem Zweck hat der Filmemacher Carl Denham die schöne aber verarmte Schauspielerin Ann Darrow engagiert. Das Drehbuch zu besagtem Film stammt aus der Feder von Jack Driscoll, der selbstverständlich an der Expedition teilnimmt. Auf der Insel angekommen wird die Schauspielerin schon nach kurzer Zeit von den Ureinwohnern der Insel entführt. Diese opfern die junge Frau einem gigantischen Affen, um diesen zu besänftigen. Der Affe verschleppt Ann und so machen sich Carl und Jack auf, den Star ihrer Produktion zu retten.
Langweile dich als Jack!
Einen Großteil des Spiels bestreitet man im Stil eines Ego-Shooters, aus Sicht von Jack Driscoll. Während der obere Bildschirm das Spielgeschehen zeigt, kann man sich durch das Bewegen des Stylus auf dem unteren Bildschirm umschauen. Auf dem Touchscreen befinden sich außerdem die Anzeigen bezüglich der Munition und die Schaltflächen fürs Nachladen und Ranzoomen. Eine Lebensenergieanzeige gibt es nicht. Wird der Charakter verletzt, leuchtet der Bildschirm rot auf. Über das Steuerkreuz wird Jack durch die Levelabschnitte gesteuert und durch einen Druck auf die linke Schultertaste schießt er. Dieses Steuerungsprinzip ist vermutlich vielen aus der Demo von Metroid Prime: Hunters bekannt. Leider funktioniert die Steuerung in King Kong nicht so flüssig, wie in besagter Demo. Da die Sensitivität des Touchscreens eher gering ist, ist ein schnelles umschauen kaum möglich. Außerdem hält der Blickrichtungswechsel kurzzeitig an, wenn der Stylus in den Randbereich des Screens kommt. Das erschwert die Dinosaurierjagd unnötig. Zudem kann Jack unglücklicherweise nur eine Waffe gleichzeitig tragen. Das Handbuch erklärt, dass diese Einschränkung aus Gründen des Realismus vorgenommen wurde. Sonderlich schmerzlich ist der Verlust jedoch nicht, da es ohnehin nur fünf verschiedene Waffentypen gibt, die zufälligerweise immer an den Orten zu finden sind, an denen sie auch benötigt werden. Am meisten kommen dabei die Schrotflinte, das Maschinengewehr und das Präzisionsgewehr zum Einsatz. Die Pistole wird nur für sehr kurze Zeit am Anfang des Spiels benötigt und Speere lassen sich ständig auftreiben.
Ein Fadenkreuz gibt es übrigens nicht. Es reicht, ungefähr in Richtung Gegner zu zielen und abzudrücken. Ab und an gilt es, Hebel zu finden, um Tore zu öffnen. Diese Hebel kann man, ebenso wie Waffen, durch doppeltes Tippen auf dem Touchscreen aufnehmen. So ist es auch möglich seinem Begleiter, sofern vorhanden, Befehle zu erteilen. Diese sind in der Lage, auf niedrige Anhöhen zu klettern und somit unerreichbare Schalter oder ähnliches zu betätigen. Komisch nur, dass Jack selber weder springen noch klettern kann. Die Level sind extrem linear, es gibt im gesamten Spiel keine einzige Möglichkeit, von der vorgegebenen Route abzuweichen. Vom angestrebten Realismus ist hier nichts zu merken. Auch bei den Gegnertypen bleibt die dringend notwendige Abwechslung aus. Es gibt nur fünf unterschiedliche Gegner, die alle stupide auf den Spieler losgehen.
Langweile dich als Kong!
Nur wenn der Spieler gelegentlich in Kongs Rolle schlüpft und mit ihm aus der dritten Person den Dschungel unsicher macht, wird das eintönige Spielprinzip ein wenig aufgebrochen. Der Gorilla lässt sich ebenfalls über das Steuerkreuz bewegen, während er per Druck auf die A- und X-Knöpfe einen Schlag, beziehungsweise einen harten Schlag ausführt. Mit Ausnahme des so genannten V-Rex, kann Kong alle Gegner, die sich ihm in den Weg stellen mit einem einzigen Schlag besiegen. Der V-Rex steckt hingegen einige Schläge ein, bevor er zu Boden geht. Anschließend muss er noch durch wiederholtes Drücken des Y-Knopfes niedergestreckt werden. Dennoch sind selbst diese etwas größeren Kämpfe sehr leicht zu bewältigen.
Kämpfen ist ja schön und gut, aber was wäre ein Affe, der sich nicht durch den Dschungel schwingen kann? So muss sich auch Kong häufig über diverse Schluchten schwingen. Durch einen einfachen Druck des B-Knopfes springt er automatisch an einen sich in der Nähe befindlichen Baum. Es verwundert, dass man dabei nichts falsch machen und abstürzen kann und dass diese kleinen Bäume tatsächlich das Gewicht des Riesenaffen tragen. Auch als Kong erwartet den Spieler kaum Abwechslung und keine Herausforderung. Wenn man am Ende doch wenigstens in New York wüten dürfte...
Die Grafik ist wirklich lausig. In manchen Teilen der Levels wird die Sichtweite stark begrenzt und die Texturen sind trist und langweilig. Man fragt sich, warum man sich ständig in irgendwelchen Schluchten oder Ruinen befindet und wundert sich, dass nicht einmal die Charakter- und Monstermodelle gut aussehen. Die Animationen sind stellenweise grauenhaft. Jacks Begleiter scheinen zu rennen, bewegen sich aber tatsächlich kaum vom Fleck, Gegner erscheinen häufig quasi aus dem Nichts und das Mündungsfeuer der Waffen sind äußerst hässliche Sprites.
Als wäre das noch nicht genug, wird King Kong an manchen Stellen enorm langsam und oft erscheinen weiße Linien zwischen den Polygonen. Grafikfehler dieser Art sind vermutlich das letzte, das man Spielern zutrauen sollte. Der Soundtrack ist übrigens genauso wenig abwechslungsreich, wie der Rest des Spiels. Immerhin ist wenigstens die Hintergrundmusik qualitativ gut. Die Soundeffekte der Waffen und Gegner sind im Gegensatz dazu schlichtweg dürftig. Außerdem wird die Story lediglich in, mit Bildern begleiteter, Textform erzählt. Nur ein kurzer Teil der letzten Zwischensequenz wird in der Spielgrafik gezeigt. Alles in Allem scheint es so, als hätte Ubisoft keinen Wert auf eine halbwegs ordentliche Präsentation gelegt.
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