Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Man nehme zehn Spinnenfüße, sechs Eidechsenaugen und vier Schlangenzungen und bringe diese in einem großen schwarzen Kessel zum kochen. Danach mit Pfeffer abschmecken und fertig ist eine ekelhafte, gepfefferte Brühe. Wer glaubt denn auch schon an Zaubertränke? Vielleicht die Entwickler von LostMagic, denn diese versuchen mit dem außergewöhnlichen Titel, die Spieler in eine magische Welt zu entführen. Was den Titel besonders macht ist, vor allem die Mischung der verschiedenen Zutaten. So hat Taito Aspekte aus Rollenspielen und Strategiespielen vermischt und dem ganzen mit etwas Touchscreen-Steuerung Würze verliehen. Wohl bekomm's!
In einer Welt voller Monster und Magie verfolgt die Diva des Zwielichts düstere Pläne. Sie will allen Weisen der Welt ihre Stäbe abnehmen und somit ihre Macht in sich vereinen. Auch der Weise des Lichtes kann sich vor ihr nicht retten. Es gelingt ihm jedoch, sie zu täuschen und vermacht seinen Stab seinem Sohn Isaac. Nun liegt die Hoffnung der Welt in den Händen eines kleinen Lehrling. Der Spieler schlüpft in Isaacs Rolle und muss die Diva des Zwielichts davon abhalten, den letzten Stab an sich zu reißen. Dabei erfährt er nach und nach weitere Geheimnise seiner Welt, erkundet die Ursprünge der Monsterplage und gewinnt neue Freunde.
Wie passen die Zutaten zusammen?
Die Welt erkundet der Spieler über eine schmucklose Weltkarte. Auf dieser kann sich Isaac von Standort zu Standort fortbewegen. Trifft an einem Ort ein besonderes Ereignis ein, so wird dieser auf der Weltkarte mit einem entpsrechenden Symbol markiert. An diesen Orten erwarten den Spieler meist kleinere Dialoge und nicht selten harte Kämpfe. Die Scharmützel werden jedoch nicht nur durch diverse Ereignisse eingeleitet, auch Zufallsbegegnungen mit Monstern sind an der Tagesordnung. Damit der kleine Held immer gut auf die bevorstehenden Kämpfe vorbereitet ist, kann der Spieler auf der Weltkarte jederzeit das Menü aufrufen. Hier kann er im Zauberbuch die bereits vom Jüngling erlernten Sprüche einsehen, dessen Ausrüstung verändern oder das Spiel speichern. Außerdem kann im Menü zwischen diversen Verbündeten gewählt werden. Diese Begleiter sind Monster, die Isaac in früheren Kämpfen mit einem entsprechenden Zauber gefangen hat.
Auf in den Kampf!
Die Kämpfe sind das Hauptelement des Spiels. In jedem Kampf gilt es, eine gewisse Siegbedingung innerhalb des gesetzten Zeitlimit zu erfüllen. So ist es zum Beispiel Isaacs Aufgabe, alle Monster auf der Karte zu vernichten oder einen besonderen Charakter zu besiegen. Während der obere Bildschirm für diverse Statusinformationen und eine kleine Übersichtskarte genutzt wird, zeigt der untere das Kampfgeschehen. Ähnlich der klassischen Strategiespielsteuerung kann der Spieler einzelne Einheiten durch simples antippen anwählen und durch eine weitere Berührung des Touchscreen den Marschbefehl geben.
Ebenso lassen sich mehrere Einheiten durch das bekannte Ziehen eines Rahmens anwählen. Etwas unpraktisch ist nur, dass dieser in LostMagic rund ist und die genaue Auswahl etwas erschwert. Über das Steuerkreuz wird der auf dem unteren Bildschirm gezeigte Kartenausschnitt verschoben und die linke Schultertaste aktiviert schießlich den Zaubermodus. Nun kann der Spieler auf dem Touchscreen bereits gelernte Runen zeichnen und mit diesen oder Kombinationen aus ihnen Zaubersprüche auslösen. Die Magie-Palette reicht von Feuerbällen und Explosionen über magische Mauern und Giftwolken bis hin zu Heilzaubern und Monsterfallen. Insgesamt lernt Isaac im Spielverlauf 18 Runen, für ein großes Repertoire an Sprüchen ist folglich gesorgt. Zusätzliche taktische Tiefe erhalten die Kämpfe durch Manasteine und Portale. Die Manasteine können von Isaac und gewissen Monstern eingenommen werden. Diese heilen dann in der Nähe befindliche Einheiten und beschleunigen die Manaregenerartion des Helden. Die Portale hingegen sind Monstergeneratoren. Diese sind nur dann inaktiv, wenn Isaac oder ein verbündetes Monster diese blockieren, also auf dem Portalfeld steht. Unglücklicherweise existiert keine Wegfindung und somit müssen die Einheiten teilweise mühsam um diverse Mauern und Hindernisse dirigiert werden. Am Ende jedes Kampfes erhalten Isaac und seine Gefährten Erfahrungspunkte und steigen somit gelegentlich im Level. Dadurch werden sie zum Beispiel ausdauernder und geschickter.
Globale Zauberduelle!
LostMagic verfügt im übrigen über einen Mulitplayermodus und unterstützt die Nintendo Wi-Fi Connection. Die Spieler können ihre Kräfte in den Modi 'Versus-Kampf' und 'Freier Kampf' messen, sofern beide ein LostMagic-Modul besitzen. Hat nur ein Spieler eine Version des Spiels, steht nur die letztere Duell-Art zur Verfügung. In einem 'Versus-Kampf' können die Konkurrenten mit ihren eigenen Charakteren und verbündeten Monstern aus dem Story-Modus antreten und prüfen, wer der Bessere ist. Im Modus 'Freier Kampf' stehen nur bestimte, festgelegte Charaktere und Monster zur Wahl. Beide Modi sind selbstverständlich auch über den kostenlosen Internetdienst von Nintendo spielbar. Somit ist es möglich, seinen kleinen Zauberer gegen Spieler aus aller Welt in den Kampf zu schicken.
Sowohl die Grafik, als auch der Sound von LostMagic lassen sich sehr treffend mit einem einzigen Wort beschreiben: zweckmäßig. LostMagic ist vollkommen zweidimensional gehalten. Die Karten und Umgebungen sind detailarm und die Zaubersprüche effektlos. Auch die Animationen sind eher steif. Ebenso schlicht sind auch die Soundeffekte und die Hintergrundmusik. Der Sound passt sich zwar gut in die gesamte Präsentation ein, ist qualitativ aber eher mittelmäßig und kaum abwechslungsreich.