Mahjong

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
DTP Young Entertainment
Entwickler
Kritzelkratz 3000
Erscheinungsdatum
05/2007
Genre
Andere
Mahjong [DS , Mag64]

Gesamtwertung

70%/10

Grafik

41%

Sound

28%

Mehrspieler

-

Bedienung

Gut

Mahjong


Einleitung....

"Classics to go"! Nein, hierbei handelt es sich etwa nicht um Nintendos neue Klassikerserie zum Budget-Preis, sondern um eine spezielle Neuauflage bekannter Spielprinzipien aus dem Hause "dtp young entertainment". Mit "Mahjong" erscheint bereits der zweite Titel der "Classics to go"-Serie, mit "Schach" brachte man bereits eine gelungene Variante des Königssports auf den Nintendo DS. Umso mehr freuten wir uns auf den fernöstlichen Vertreter, dessen Ursprung wahrlich im Klassiker-Bereich anzusiedeln ist - das aus dem alten China überlieferte Brettspiel begeistert die Menschheit seit vielen Jahrhunderten, auch hierzulande kommen Spieler nun auf ihre Kosten. Ob Groß, ob Klein, "Mahjong" ist für jedes Alter leicht erlernbar, aber wie so oft schwer zu meistern - wenigstens auf höheren Schwierigkeitsgraden.

Menus und die Story....


Um in den Genuss des chinesischen Brettspiels zu kommen, muss man nicht unbedingt viel Geld ausgeben: "Mahjong" ist günstig in der Anschaffung: Mit weniger als 30 Euro seid Ihr dabei. Ebenso hat das Spiel eine ganze Menge zu bieten, 96 Levels wollen innerhalb der "Kampagne" erledigt werden, durch zwölf übergeordnete Welten bahnt Ihr Euch während des Spielverlaufs Euren Weg. Freunde eines schnellen Spiels für Zwischendurch freuen sich über das "Einzelspiel", in welchem sie nach Belieben einen von drei Schwierigkeitsgraden (leicht, mittel, schwer) wählen, sich für ein Steinmotiv entscheiden und einen Level aus drei Themenbereichen erküren. "Götter", "Fabelwesen" und "Kaiser" sind vertreten, wobei hier letztendlich die Spielumgebung immer eine andere ist. Ebenso lässt sich ein weiterer, vierter Themenbereich frei schalten. "Mahjong" wird vom Stil mit Sicherheit nicht jedem Europäer gefallen - chinesisch angehauchte Locations und schrullig wirkender Sound wollen anfangs so gar nicht in den westeuropäischen Gehörgang passen. Im Laufe der Zeit freundet man sich allerdings mit der grafischen Darstellung an. Obligatorische "Optionen", eine "Highscore"-Liste, sowie die "Credits" der deutschen Entwickler "Kritzelkratz 3000" (nein, das ist kein Witz!!!) sind weitere anwählbare Menüpunkte im Spiel. Hervorzuheben sei an dieser Stelle noch die "Anleitung", die Euch auf 15 Seiten innerhalb des Spieles alle wesentlichen Elemente näher bringt.

Technik und Gameplay....


"Mahjong" steuert sich - wie es sich für einen Nintendo DS-Titel gehört - komplett mit dem Touchpen. Doch bevor wir uns um Spielinhalt an sich kümmern, wollen wir uns die Spielregeln des Klassikers näher ansehen. "Mahjong" ist ein Brettspiel aus maximal 144 Spielsteinen bestehend. Die ersten Levels innerhalb der "Kampagne" fallen vom Spielstein-Umfang noch recht überschaubar aus, später im Spiel werdet Ihr allerdings mit einem vollen Bildschirm an Steinen zu tun bekommen, die es paarweise abzuräumen gilt. Abhängig vom jeweiligen Motiv leert man langsam aber sicher das Spielfeld. Da die Steine in gewissen Formaufbauten angeordnet sind, kann es sein, dass relevante Steine überdeckt sind oder aber teilweise überlagert werden. Auch wenn sie von Nachbarsteinen links und rechts "belagert" werden, können einzelne Steine nicht abgeräumt werden. Somit müsst Ihr immer zuerst dafür sorgen, dass höhere Schichten abgebaut werden, um verdeckte Steine freizulegen.

In der "Kampagne" besucht Ihr im Laufe der 96 Stages die verschiedensten Orte Chinas. Nach jedem Level speichert das Spiel automatisch, allerdings besitzt Ihr anfangs drei virtuelle Versuche, wobei bei einem misslungenen Brett ein Leben subtrahiert wird. Dies geschieht dann, wenn es nicht mehr möglich ist, gemeinsame Steinpaare vom Feld zu nehmen oder die Zeit abgelaufen ist. Sind alle Wiederholungen futsch, ist auch die Welt verloren. Da jede der zwölf Welten aus acht Levels besteht, kann es also sein, dass Ihr im achten Level scheitert und alle Bretter dieser Welt daher erneut spielen müsst. Leider speichert das Spiel derartige Fortschritte nicht ab, so dass Frust seitens des Spielers an der Tagesordnung stehen dürfte. Wenn Ihr jedoch erfolgreich seid, erwarten Euch Extras, abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad. Was genau, solltet Ihr dagegen selbstständig herausfinden ;-) .

Überzeugend waren für uns im Testzeitraum die möglichen Zusatz-Aktionen im Spiel, die Euch zwar Zeit kosten und daher zu brenzligen Situationen führen können, dennoch aber sehr sinnvoll erscheinen und Nervenzusammenbrüchen vorsorgen könnten… So dürft Ihr auf Knopfdruck ein auflösbares Steinpaar anzeigen lassen, was aber 10 Sekunden auf Euer Zeitkonto hinzuaddiert. Auch unter einen Stein zu lugen, ist eine Möglichkeit, wahre Profi-Spieler werden sie selbstverständlich aber nicht in Anspruch nehmen. Die über alles erlösende Spielaktion allerdings ist das Mischen der auf dem Brett noch vorhandenen Steine. 40 Sekunden kostet Euch das zwar, jedoch werden so ungünstige Spielsteinanordnungen aufgelöst und neu angeordnet.

Je nach persönlichen Vorlieben dürft Ihr vor jedem Spiel die Motivsets der Steine wählen: klassische Steinchen mit chinesischen Schriftzeichen, Kartenspielmotive, sowie Natur-Bildchen mit allerhand verschiedenen Motiven (Schmetterlinge, Käfer, Blätter, etc.). Abhängig vom Steinpaar regnet es Punkte auf Euer Konto. So sollten vor allem Profis einen Blick darauf werfen, wo am meisten Punkte abzustauben sind. Alle anderen werden sich erstmal damit beschäftigen, das Spielbrett komplett zu leeren. In späteren Levels hat man selbst damit reichlich zu tun!

Grafik & Sound....


"Mahjong" ist in seiner Darstellungsweise mit Sicherheit alles andere als ein Überflieger, macht seine Sache aber "o.k.". Nicht mehr und nicht weniger. Hübsch anzusehen sind die Hintergründe, welche die Umgebungen ein wenig aufhübschen, vielmehr wird allerdings nicht geboten. Grafische Effekte Fehlanzeige, aber - auch wenn wir uns in unseren Tests wiederholen - der Zweck des klassischen Spielprinzips wird auch hiermit bestens erfüllt. Insbesondere die vielen Motive unterschiedlicher Themengebiete sorgen für Abwechslung auf den Steinen.

Die Musik: eine echte Gewöhnungssache! Den Soundstil des Titels zu beschreiben, fällt schwer. Fernöstlich ist er allemal, abgedreht irgendwie auch. In's Ohr geht er dagegen gar nicht, zu disharmonisch sind für unsere Ohren die Klänge. Nach einer Dauerbedudelung nerven die klingenden Töne und tönenden Klänge. Eine Logik in der Klangabfolge ist ebenso wenig zu finden, daher kann das China-Experiment für westeuropäische Ohren auch nicht gut gehen. Wobei andererseits gesagt werden sollte, dass ein anderer Sound zu vorliegendem Spielprinzip schwer vorstellbar wäre.

Fazit....


Die "Classic to go"-Serie von "dtp young entertainment" ist unserer Meinung nach eine gelungene Neueinrichtung, da sie bewährte Spielprinzipien zu einem vernünftigen Preis auf den Markt bringt. Anspruchsvoll und dennoch leicht zu verstehen. Zwar ist der Suchtfaktor eines "Mahjong" nicht ganz so hoch wie bei "Schach", dennoch kann man dem Titel eine dauerhafte Anziehungskraft nicht absprechen. Zwar ist der Sound nicht jedermanns Sache, die Dauerfaszination für klassische Brettspieler sollte dieses Manko aber überflügeln. Und dank des Klassiker-Bonus schafft es der umfangreiche Titel letztendlich auch zum 70er-Kandidaten - vor allem aufgrund der vorbildlichen Funktionen, die Verzweifelnden das Spiel wesentlich erleichtern werden. (mag64.de)

Pro
+ "Mahjong" - ein Klassiker!
+ günstiger Anschaffungspreis
+ 96 Levels auf zwölf Stationen
+ viele Steinmotive
+ spielinterne Anleitung

Contra
- Rücksetzpunkte
- nervender Sound
- zweckmäßige Grafik
- Zielgruppentitel

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