Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit einem starken Gorilla, einer Schönheit namens Pauline und einem heldenhaften Retter fing damals alles an. Unser Held erklomm fleißig diverse Leitern und wich rollenden Fässern aus. Inzwischen ist Mario eine Kultfigur und hat in Mario vs. Donkey Kong 2: Marsch der Mini-Marios eine eigene Firma mitsamt Vergnügungspark. Bei der feierlichen Vorstellung eines neuen Spielzeugs, dem aufziehbaren Mini-Mario, ist die schöne Pauline als Ehrengast eingeladen. Zwar verstehen sich Donkey Kong und Mario inzwischen gut, doch als der Affe die Schönheit erblickt, gehen die Gefühle mit ihm durch und er entführt die Dame. Eine Verfolgungsjagd durch das Firmengebäude beginnt.
Wer meint, Mario selbst müsse wieder einmal sein Geschick unter Beweis stellen, irrt. Dieser schickt nämlich seine neueste Kreation, die unzähligen Mini-Marios, aus. Die kleinen Spielzeughelden sind aber auf etwas Hilfe angewiesen, wenn sie unbeschadet das Ende der einzelnen Level erreichen sollen. Mit dem Stylus kann man ihnen deswegen ein paar Befehle erteilen. Zieht man sie nach links oder nach rechts, marschieren sie tapfer in die entsprechende Richtung.
Zum Stillstand kommen sie jedoch nur, wenn man sie mit dem Touchpen antippt. Sieht man die Spielzeuge blindlings herumwandern, muss man unweigerlich an den Klassiker Lemmings denken. Der Vergleich liegt nahe, denn es gilt bei Mario vs. DK 2, möglichst allen Mini-Marios den Weg zum Ausgang zu zeigen und zu sichern. Dennoch hebt sich das Spiel aus dem Hause Nintendo in vielerlei Hinsicht von besagtem Spiel ab.
Eins, zwei, drei, ganz viele
Mario verfolgt Donkey Kong über alle neun Etagen des Firmengebäude, auf denen es jeweils neun Level zu bewältigen gilt. Jede Etage ist einem Thema gewidmet und wartet mit neuen Hidernissen und Gegnern auf. Im ersten Stock geht es beispielsweise mit Wasser und Krabben tropisch zu, im dritten aufgrund von Fließbändern und magnetischen Oberflächen eher industriell. Die Kurse sind folglich mit einer Vielzahl von Tücken bestückt. Sprungfedern schleudern die Marios empor, Schalter aktivieren Tore und Brücken und Röhren befördern die Spielzeuge quer durch den Level. Besondere Blöcke lassen sich übrigens vom Spieler aufnehmen und an anderen, dafür vorgesehenen, Stellen einfügen. Dadurch sind nicht nur Abgründe überbrückbar oder Mauern erstellbar, sondern es können auch Gegner eingesperrt werden. Letztere sind nicht ausschließlich schädlich für die Mini-Marios. Manche von ihnen dienen als bewegliche Plattformen über gefährliche Untergründe oder schleudern die kleinen Marios in die Höhe. Der richtige Umgang mit Krabben, Tintenfischen und Affenrobotern will dennoch gelernt sein. Gelegentlich helfen Power-Ups dabei, mit den Schergen fertig zu werden. Hämmer oder die berühmte Feuerblume verleihen den Minis kurzzeitig die Fähigkeit, hinderliche Roboter aus dem Weg zu räumen.
Sind das nun kleine Marios oder doch Lemminge?
Es genügt zwar einen einzigen Mini-Mario ins Ziel zu bringen, um einen Level zu bestehen, viele Punkte erhält man aber nur, wenn jeder möglichst schnell und unversehrt aus dem Kurs findet. Zusätzliche Punkte bringt das Einsammeln von Münzen und das Bilden von Ketten. Letzteres bedeutet, dass zwei oder mehrere Spielzeuge das Ziel in einem kurzen Abstand zueinander erreichen. Wer in die höchsten Ränge aufsteigen will, sollte sich den Nonstop-Bonus sicher. Dieser winkt, müssen die Minis während des Levels nicht vom Spieler angehalten werden. Eine gute Planung hat hier oberste Priorität. In jedem Level befindet sich zusätzlich eine Karte, die es einzusammeln gilt. Alle neun Karten eines Stockwerkes schalten ein Minispiel frei. Den Abschluss eines Stockwerkes bildet immer ein Bosslevel. In diesem wird eine Kanone über den Touchscreen bewegt, um damit den wütenden Donkey Kong zu treffen. Die Munition sind jedoch Mini-Marios, die durch Hindernisse oder von Donkey Kong geworfene Gegenstände zerstört werden können. Da nur eine begrenzte Anzahl der Blechknirpse verfügbar ist, sollte gut auf sie Acht gegeben werden.
Ich fordere mich heraus!
Was darf bei einem ordentlichen Puzzlespiel nicht fehlen? Richtig, der Leveleditor. Dieser fällt bei Mario vs. Donkey Kong 2 sehr komfortabel und umfangreich aus. Sobald ein Stockwerk im Hauptspiel abgeschlossen wurde, steht das entsprechende Set im Editor zur Verfügung. Dabei kann man selbstverständlich auf alle Elemente und Hindernisse zurückgreifen, um eigene Kurse zu gestalten. Bis zu acht selbsterstellte Level können auf dem Modul gespeichert werden. Für diejenigen, die gerne ihre Kreationen weitergeben möchten, unterstützt der Titel auch die Nintendo Wi-Fi Connection.
Über diese oder einfach über ein lokales Netzwerk lassen sich felißig Level tauschen. Aufgrund des Baukasten-Looks darf man von Mario vs. Donkey Kong 2 keine grafischen Meisterleistungen erwarten. Das Spiel ist zwar aufgrund seines Stils knuffig anzuschauen, dennoch wenig spektakulär.