Mawashite Koron

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Taito
Entwickler
Taito
Erscheinungsdatum
10/2006
Genre
Andere
Mawashite Koron [DS , Mag64]

Gesamtwertung

74%/10

Grafik

66%

Sound

74%

Bedienung

Gut

Mawashite Koron


Einleitung....

Japanische Spielkonzepte schaffen es erfahrungsgemäß relativ selten nach Deutschland. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber häufig doch nachvollziehbar. Japanische Spiele sind häufig abgedreht und gehen mit den spielerischen Erwartungen europäischer Spieler nur selten konform. Außerdem ist die sprachliche Hürde gewaltig, oftmals lohnt sich eine Übersetzung ins Deutsche nicht. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Anschaffung japanischer Software - Geheimtitel mit hohem Potenzial will man sich immerhin nicht entgehen lassen. Auch "Mawashite Koron" ist solch ein Titel, der Geheimpotenzial beinhaltet - leider bleibt europäischen Spielern der Inhalt fremd…

Menus und die Story....


Nachdem Ihr "Mawashite Koron" gestartet habt, erwartet Euch ein komplett japanisches Menü. Durchbeißen ist also angesagt. Neben spielrelevanten Einstellungen dürft Ihr einen Blick auf die Highscores werfen. An anderer Stelle könnt Ihr Euer Spielgefährt nach Euren Wünschen gestalten. In "Mawashite Koron" steuert Ihr ein kugelartiges Gefährt unterschiedlichen Gewichts. Was für Auswirkungen die einzelnen Gewichtsklassen haben, konnten wir - aufgrund der japanischen Schriftzeichen - leider nicht feststellen. Jedoch lassen sich die Gewichte von einer Tonne bis hin zu acht Tonnen nach Belieben abändern. Auch die Möglichkeit mit bis zu drei Kontrahenten über Nintendos drahtlose Wifi-Connection zu spielen, wurde in die Software integriert. Das Herzstück von "Mawashite Koron" ist jedoch der Einzelspieler-Modus, der sich insgesamt über sechs Kurse erstreckt. 50 Levels wollen von Euch gemeistert werden. Zum Ende des Spiels hin steht Ihr vor einer wahren Herausforderung - also nichts für schwache Nerven!

Technik und Gameplay....


Bevor Ihr Euch in das Einzelspieler-Abenteuer stürzt, steht die Wahl Eures zu steuernden Vehikels an. Im Laufe des Spiels schaltet Ihr eine Menge neuer kreisrunder Kugelgefährte frei. Mit diesen bahnt Ihr Euch Euren Weg zum Zielpunkt innerhalb der Levels. Von Langeweile kann an dieser Stelle keine Rede sein - zahlreiche ins Spieldesign integrierte Features bereichern das Erlebnis ungemein. Doch wenden wir uns zunächst dem eigentlichen Spielprinzip zu: Die Levelumgebung steuert Ihr mit den Schultertasten Eures Nintendo DS. Im Grunde genommen dreht Ihr die Levels 360° in der Ebene - wohlgemerkt nicht im Raum! Euer Gefährt unterliegt der Erdanziehungskraft, so dass es sich selbstständig nur nach unten bewegt. Dementsprechend bewegt Ihr die Umgebung, so dass unser technisches Wunderwerk den Weg bis an's Ziel finden kann. Im Allgemeinen weisen Euch kleine grüne Pfeile einen ungefähren Weg. Folgt Ihr diesen, kommt Ihr in der Regel beim gewünschten Punkt an. Ab und an benötigt Ihr aber auch gewisses Fingerspitzengefühl, um Abkürzungen oder dergleichen ausfindig zu machen - anderen Falles könnte die vorgegebene Level-Zeit nicht ausreichen.

Apropos Zeit: In jedem Level bekommt Ihr einen Timer vorgesetzt, der schonungslos nach unten rattert. Nähert Ihr Euch dem Ziel, kann es durchaus sein, dass das zeitliche Limit arg strapaziert wurde und die Schweißproduktion an den Handinnenflächen zunehmend stärker wird. Intensiviert wird das Ganze insbesondere durch einige Raffinessen innerhalb des Spieles. Solltet Ihr auf quadratische rote sowie blaue Blöcke treffen, gilt es diese auf jeden Fall zu meiden. Immerhin stibitzen sie zwei, beziehungsweise fünf wertvolle Sekunden Eures Punktekontos. In späteren Levels kann das tatsächlich entscheidend sein.

Die Levelumgebungen sind häufig aus verschiedensten Gebieten entlehnt. So durchquert Ihr beispielsweise das Logo des Entwicklers "Taito" oder begebt Euch in vertrackte Labyrinthe. Die großzügig verteilten grünen Pfeile helfen Euch aber immer aus der Patsche, um weiterhin auf dem korrekten Pfad zu bleiben. Da Euer Fortbewegungsmittel der Schwerkraft unterliegt, nimmt es auch erst durch diese richtige Fahrt auf. Zerstörbare Blöcke werden dadurch in ihre Einzelteile zerlegt. In Kombination mit der "X"-Taste versetzt Ihr das Gefährt in einen wahren Wirbelwind, der ziemlich alles zerstört, was ihm in den Weg kommt. Durch regelmäßige "X"-Knopf-Einsätze entwickelt die "Kugel" ein elektrisierendes Feld um ihren Körper, dass in lilafarbene Explosionen übergeht und nun alles im Weg Liegende in Schutt und Asche zerlegt. Speziell in unüberschaubaren Levelabschnitten solltet Ihr diese Fähigkeit nur bedingt einsetzen, da Ihr auch Zeitabzug-Blöcke aktivieren könntet. Die Zeit-Blöcke addieren entweder zusätzliche Sekunden (drei, fünf Sekunden) auf Euer Punktekonto oder subtrahieren das wertvolle Gut (drei, fünf Sekunden). Daher kann es also entscheidend sein, Euch ein prall gefülltes Konto anzulegen, um noch rechtzeitig am Zielpunkt anzukommen.

"Mawashite Koron" belohnt Highscore-Jäger mit zusätzlichen Fortbewegungsmitteln. Beendet Ihr einen der insgesamt sechs Kurse ohne ein Leben gelassen zu haben, geht Eure benötigte Zeit direkt in die Highscore-Liste über. Auch einzelne Level-Zeiten werden von der Software für die Ewigkeit gespeichert. Die letzten Kurse sind beinahe nicht ohne Lebensverlust zu meistern. Vertrackte Streckenanordnungen und haufenweise Gefahren gestalten das Vorankommen zu einem regelrechten Höllentrip. Desto schneller ein Level beendet wird, umso mehr Punkte landen auf Eurem Punktekonto. Zusätzlich gibt es für den Einsatz der Spezialfähigkeit sowie für das Berühren von 500er-Blöcken Bonuspunkte. Eigens gekennzeichnete Quadrate stoppen kurzfristig die herunter tickende Uhr und frieren die Zeit für einige Sekunden ein. Nutzt diese Situation aus, da Ihr beachtliche Strecken ohne Zeitverlust zurücklegen könnt!

Pulsierende Pfeile, die in jede der vier Himmelsrichtungen zeigen, drängen Euch von der Ideallinie ab und erschweren Euch somit das Vorwärtskommen. Durch den Einsatz der durchschlagenden Fähigkeit überwiegt kurzfristig die Schwerkraft innerhalb der kraftvollen Pfeilfelder. Mit etwas Geschick entdeckt Ihr auf diese Weise verborgene Abkürzungen und nähert Euch dem Zielpunkt ohne Umwege. "Go"- und "Stop"-Barrieren behindern teilweise die Streckenführung, nach wenigen Sekunden wechselt allerdings der Schriftzug, so dass Euch der Durchlass gewährt wird. Eine Minimap der aktuellen Levels gibt Euch Orientierung und zeigt Euren Aufenthaltspunkt sowie das Ziel des Levels.

Um im Spiel erfolgreich zu sein, ist es wesentlich die Levelumgebung um Eure "Kugel" zu drehen. So bahnt Ihr Euch Euren Weg und das macht auch das eigentliche Spielgefühl aus. Logisch, dass alle Bewegungen auch mit dem Stylus durchführbar sind, hier fehlt aber ein wenig die Präzision - und diese ist teilweise essentiell wichtig, um durch schmale Lücken und enge Passagen hindurch zu kommen. Auch wenn das Spielprinzip auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, entpuppt sich bereits nach kürzester Zeit ein süchtig machendes Stück Software.

Grafik & Sound....


Grafisch erweist sich der Titel als zweckmäßig, bietet aber keine Raffinessen in diesem Sinne. Die im Raum schwebenden Levels finden vor netten Hintergründen statt, die neben einem blauen Sommerhimmel auch die Tiefen des Alls widerspiegeln. Oder - very strange - einen Politiker vor einem Rednerpult (?). Was man sich bei den Entwicklern dabei gedacht hat, werden wir wohl niemals erfahren.

Poppige Stücke mit deutlichem Beat unterstreichen die Atmosphäre des Spielprinzips, muten teilweise aber etwas seltsam und sehr hektisch an. Dennoch haben sie während des Testzeitraums gefallen und das Abenteuer rund um die "Kugel" zusehend bereichert.

Multiplayer....


Dass es einen Mehrspieler-Modus gibt, ist offensichtlich. Per Download sollte man das Spiel an bis zu vier Nintendo DS-Systemen gleichzeitig spielen können. Bei unseren mehrmaligen Tests konnte das Zweitsystem zwar den Nintendo DS mit "Mawashite Koron" orten, der Download war aber selbst nach zehn Minuten noch nicht abgeschlossen. Die Ursachen konnten wir bis dato nicht ausfindig machen. Für Anregungen sind wir aber jederzeit aufgeschlossen (siehe meine e-Mail- Adresse!). Daher auch keine Multiplayer-Wertung!

Fazit....


Abschließend lässt sich "Mawashite Koron" durchaus als Geheimtipp betiteln. Zwar ist der Spielumfang nicht besonders groß, dafür können Spielsüchtige auf Highscore-Jagd gehen - Belohnungen inklusive. Auch bei mehrmaligem Spielen verbreitet der Titel noch Lust und Laune, was vielleicht auch an dem erfrischend anderen Spielprinzip liegen könnte. Dass es derartige Ideen nur selten nach Deutschland schaffen, ist zwar schade. Wir können aber darauf hoffen, dass angesichts des Erfolgs des Nintendo DS auch Software-Raritäten den Weg nach Deutschland finden werden. (mag64.de)

Pro
+ erfrischend anderes Spielprinzip
+ innovatives Steuerungsprinzip
+ motivierender Sound
+ Highscore-Jagden
+ Bonusinhalte

Contra
- zu kurze Spielzeit
- japanische Sprachzeichen
- einiges bleibt ungelöst

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