Meteos
Angriff der bunten KometenZwar klingt die Überschrift stark nach einem kitschigen Science Fiction-Film der frühen 50er-Jahre, doch besser kann man die Hintergrundstory des Knobelspiels Meteos auf dem Nintendo DS eigentlich nicht beschreiben. Aus den Weiten des Alls nehmen unzählige Kometen verschiedenster Herkunft und Zusammenstellung Kurs auf den Spieler und drohen, diesen zu zerstören. Doch kampflos aufgeben? Niemals! Also schnell den Stylus-Stift in die Hand nehmen und es den galaktischen Schergen mit eigener Münze heimzahlen. Das Ziel bei jeder Partie ist recht simpel: Sobald ihr drei gleichfarbige Kometen neben- oder übereinander anordnet, zischen diese wieder in Richtung Weltall bzw. Gegner und fügen diesem Schaden zu. Hört sich einfach an? Ist es aber nicht. So dürft ihr besagte Himmelskörper lediglich auf vertikaler Ebene verschieben. Horizontale oder gar diagonale Bewegungen sind ausgeschlossen. Das bedarf anfangs einiger Eingewöhnungszeit, geht dann aber recht schnell in Fleisch und Blut über. Doch damit nicht genug: Nach der Bildung einer waagrechten Reihe düst zwar ein kompletter Block nach oben, ist aber gleichzeitig zu schwer, um komplett im Weltall zu verschwinden. Noch während die Kometenansammlung wieder nach unten schwebt, bildet ihr schnell eine weitere Dreiergruppe, um dem Komplex einen letzten Kick zu verpassen.
Nichts für Warmduscher
Zu den normalen Kometen gesellen sich noch zahlreiche Extra-Items hinzu, die jeweils bestimmte Aufgaben erfüllen. So fällt ab und zu eine Bombe vom Himmel, die ihr auf Druck mit dem Stylus-Stift zur Detonation bringt. Diese zerbröselt gleich mehrere Steine auf einen Schlag. Das sorgt für zusätzliche Abwechslung und schmeckt die muntere Knobelei mit tiefgründiger Würze ab. Egal ob ihr euch für eine schnelle Partie zwischendurch, eine Reise durch die Galaxis oder ein Spiel mit Zeitlimit entscheidet; Langeweile kommt so schnell keine auf. Das liegt vor allem am rasanten Spielgeschehen, das euch wie ein Irrwisch mit dem Stift über den Touchscreen fegen lässt. Wer eher auf gemächlichen Rätselspaß aus ist, sollte um Meteos einen großen Bogen machen. Ohne Nerven aus Stahl sowie einer guten Hand-Augen-Koordination läuft hier nicht viel zusammen. Im Klartext: Das Umherschieben der Kometen mit dem Stift unter Zeitdruck ist in der Praxis alles andere als einfach. Das zweite Mittel gegen aufkeimende Monotonie ist der Variantenreichtum der einzelnen Planeten. Jede Welt besitzt ein individuelles Thema, das sich sowohl in der Grafik als auch in der Musik manifestiert. Von treibenden Technoklängen bis hin zu skurrilen Reggae-Beats ist fast alles dabei, was die Palette an Stilrichtungen so hergibt. Einige Farbenspielereien wirken zwar etwas arg abgedreht, doch immerhin stören sie den Spielablauf nicht alles andere ist nebensächlich. Allgemein schwankt die Grafik zwischen Zweckmäßigkeit und schicken Effekten. Echte Highlights sucht ihr allerdings vergeblich in Bezug auf die Optik wohlgemerkt.
Ein Modul, vierfacher Spaß
Selbst die aufreibendsten Solo-Partien samt Bosskämpfe werden irgendwann mal etwas fad. Zwar bringt Meteos dank zeitlos genialem Spielprinzip und freischaltbarer Extras Langzeitmotivation in die Schaltkreise des Nintendo DS, doch nichts geht über eine Runde mit guten Freunden. Bis zu vier Spieler treten via kabelloser Verbindung gegeneinander an und machen sich gegenseitig die Hölle heiß. Es macht einen Heidenspaß, seinen Kontrahenten ständig mit Kometen zu bombardieren und Rachepläne für just erfolgte Attacken zu schmieden Schadenfreude inklusive. Besonders erfreulich: Dank der Download-Funktion tretet ihr gegen bis zu drei Gleichgesinnte mit nur einem einzigen Modul an. Die Optionen sind dann zwar eingeschränkt, doch lobenswert ist diese Möglichkeit allemal.
Fazit
Meteos ist ein ebenso rasanter wie herausfordernder Knobelspaß, der dank Stylus-Steuerung und Abwechslungsreichtum der Langeweilekiller schlechthin ist. Ruhige Naturen lassen lieber die Finger davon, denn ohne gute Reflexe und schnelle Kombinationsgabe flimmert schnell der Game Over-Schriftzug über den Bildschirm. Grafisch wird bis auf das hervorragende Intro nicht allzu viel geboten, was aber in diesem Genre auch keine große Rolle spielt. Die Musik weiß bis auf wenige Ausnahmen dagegen durchaus zu gefallen. Wer gepflegter Hektik lässig ins Gesicht lacht und den Stylus-Stift schneller schwingt als Luky Luke seinen Revolver zieht, sollte unbedingt zugreifen.
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