Gesamtwertung71%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Shoot 'em ups kommen wohl nie aus der Mode. Immer wieder erscheinen Emporkömmlinge des Genres auf den unterschiedlichsten Konsolen. So massentauglich wie früher scheinen die Titel jedoch nicht mehr zu sein, dabei hat sich seit dem Urvater Space Invaders aus dem Jahr 1978 nicht viel am Spielprinzip geändert. Das deutsche Entwicklerunternehmen Shin'en versucht nun mit Nanostray für den Nintendo DS neues Leben in die Shooter-Gattung zu bringen.
Wie in zahlreichen anderen Genre-Vertretern steuert der Spieler in Nanostray einen Raumjäger, mit dem Ziel, sich bis zum Endgegner der Stage durchzukämpfen. Dazu sind aber zuerst etliche Feinde zu eliminieren, die sich dem virtuellen Piloten in den Weg stellen. Das Spielgeschehen wird auf dem oberen Bildschirm dargestellt, während der Touchscreen hauptsächlich als Statusübersicht dient. Lediglich der Waffenwechsel wird mit Hilfe des unteren Bildschirmes vollzogen.
Zur Vernichtung der gegnerischen Schiffe und Drohnen verfügt der Jäger über vier Waffensysteme.
So existieren neben dem geradeaus feuernden Impuls eine seitlich vom Raumschiff aus feuernde Waffe, ein Laser mit zielsuchenden Projektilen und ein Blitzstrahl, der sich an den Gegner anheftet. Jedes der Systeme verfügt zusätzlich über einen sekundären Feuermodus, der lediglich eine stärkere Schussversion des jeweiligen Waffensystems darstellt. Dafür benötigt der sekundäre Feuermodus, im Gegensatz zum primären, jedoch zusätzliche Energie. Durch Einsammeln von blauen Energiepaketen, lässt sich diese während einer Mission wieder auffüllen. Energiepakete werden abgegeben, wenn man eine Welle von Feinden komplett zerstört hat. Hilft auch der sekundäre Feuermodus nicht, um gegen die Gegnermasse anzukommen, kann der Spieler noch auf die Smartbombe zurückgreifen. Smartbomben fegen gleich den gesamten Bildschirm leer und sind somit die mächtigsten Waffen im Spiel. Davon lassen sich aber lediglich drei Stück pro Mission einsetzen.
Story? Wer braucht schon eine Story?
Dass sich Spiele wie Ikaruga oder Gradius nicht gerade durch eine komplexe Storyline mit ausgeklügelten Wendungen auszeichnen, sollte jedem bekannt sein. Dennoch verfügen die meisten Shooter wenigstens über eine gewisse Hintergrundgeschichte, mag sie noch so simpel sein. Wer beim Start von Nanostray auf ein einleitendes Intro wartet, wird enttäuscht. Weder im Spiel, noch in der Anleitung ist auch nur ein einziges Wort zu den Hintergründen der Geschehnisse im Spiel zu finden. Da hat es sich Shin'en doch ein wenig zu einfach gemacht, dabei würde es selbst eine 08/15-Story tun. So kommt das Gefühl auf, man habe ein unfertiges Produkt gekauft.
Wer sich jedoch die Mühe macht und die offizielle Website des Spiels besucht, erhält zumindest einen Hinweis. Dort erfährt man, dass der Pilot nach einem Treffer an seinem Schiff aufwacht und offensichtlich sein Gedächtnis verloren hat.
Tolle Grafik contra Designschwächen
Wenn schon nach wenigen Stunden Spielzeit der Abspann auf dem Bildschirm erscheint, drängt sich dem Spieler erneut der Gedanke auf, mit Nanostray ein unvollständiges Spiel erworben zu haben. Gerade einmal acht Stages gilt es zu bewältigen, um das Hauptspiel abzuschließen. Immerhin gibt es noch den Prüfungenmodus. Jeder dieser zusätzlichen Missionen schickt den Spieler mit gewissen Vorgaben in eine der bekannten Stages. So gilt es zum Beispiel, eine festgelegte Anzahl an Punkten zu erreichen, steht nur ein Leben zur Verfügung oder es dürfen keine Smartbombs verwendet werden. Dieser Modus ist stellenweise so schwer, dass selbst absolute Profis daran zu knacken haben sollten. Jedoch nagt der Schwierigkeitsgrad und der Mangel an neuen Stages recht schnell an der Motivation.
Mit einem einzigen Modul können sich zwei Spieler im Multiplayermodus messen. Abhängig vom Spielmodus gewinnt der Spieler, der in einer gewissen Zeitspanne die meisten Punkte sammelt, als erster eine gewisse Anzahl an Punkten erreicht hat oder nach Ablauf der Zeit mehr Münzen eingesammelt hat. Außerdem gibt es den so genannten 'K.O.-Modus', in dem der Spieler gewinnt, der länger überlebt. Der Multiplayermodus ist zwar nett gemeint, kann jedoch nicht wirklich überzeugen. Die Möglichkeit zu einem kooperativen spielen des Hauptspieles wäre vermutlich angebrachter gewesen.
Eines muss man Nanostray aber in jedem Fall lassen, die Grafik ist spitze. Dabei ist die grafische Darstellung fast ausschließlich in schickem 3D gehalten. Trotzdem läuft das Spiel vollkommen flüssig, so dass die hohe Geschwindigkeit des Spiels nicht gebremst wird. Gelegentlich wird das ganze auch durch hübsche Waffeneffekte oder Ähnliches aufgepeppt. Auch der Soundtrack braucht sich nicht zu verstecken. Die Lieder sind zwar keine wahren Ohrwürmer, unterstreichen aber die Atmosphäre angemessen und können qualitativ überzeugen. Gleiches gilt für die Soundkulisse, nur hätten die Klänge der Waffen ein wenig abwechslungsreicher ausfallen können.