Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
In einem relativ regelmäßigen Rhythmus nimmt die Zahl der erwerbbaren Sportspiele deutlich zu, nur um dann wieder rapide abzufallen. Die Sinuskurve schlägt natürlich immer kurz vor den Olympischen Spielen in höchste Höhen aus. Und da sich der Nintendo DS auch noch wunderbar für Button-Smashing-Spiele eignet, war klar, dass wir in diesem Jahr von einer Flut solcher Titel erfasst werden würden. Eher ungewohnt ist hingegen die Qualität der bereits erschienenen Spiele. So konnten uns Sonic und Mario genauso begeistern, wie Asterix und Obelix. Doch ein ganz besonderes Leckerli wartet bereits in den Startlöchern, um nicht nur der Konkurrenz das Fürchten zu lehren, sondern auch jede Menge Nostalgie auf den kleinen Handheld zu zaubern. Die Rede ist natürlich vom New International Track and Field. 25 Jahre nach dem Erscheinen der Automaten- und NES-Versionen des Originals hat sich Konami der großen Aufgabe angenommen, das fällige Remake zu basteln. Mehr Disziplinen, mehr Sportler, mehr Gimmicks. Doch wer das Spiel aus dem Jahre 1983 kennt, der weiß, wie schwer es sein dürfte, ähnlichen Spielspaß auf den DS zu zaubern. Ob das gelungen ist, klären wir für euch auf den nächsten Zeilen.
Lauf, mein Jung!
Der Startschuss fällt, unser spindeldürrer Afroamerikaner rennt los, die dazugehörige Frisur, die zusammen mit seinem Kopf den Großteil des Körpers darstellt, wackelt niedlich im virtuellen Wind. Hektisch bewegen wir den Stylus so schnell wir können über den Touchscreen und unser Athlet nimmt Fahrt auf. Wir sprinten nur 100 Meter, doch danach fühlen wir uns, als hätten wir diese Strecke tatsächlich und nur mit unserem Daumen und Zeigefinger zurückgelegt. Immerhin können wir uns über den ersten Platz freuen.
Die anderen drei Pfeifen haben wir locker abgehängt. Bei ihrem Anblick bricht in uns aber nicht nur Schadenfreude, sondern auch das Verlangen zu Lachen aus.
Alle acht Charaktere, die uns von Beginn an zur Verfügung stehen sind so wunderbar überzeichnet, dass man nur ins Schmunzeln kommen kann. Dabei setzt unser Sportler mit seinem gigantischen Afro, den er etwa beim Turmspringen unter einer quietschgelben Badekappe versteckt dem Ganzen nur die Krone auf. Genauso gelungen ist das Balancing selbiger. Während der eine auf Grund seiner Muskelmasse bei Disziplinen, wie dem Gewichtheben die Nase zumindest auf dem Papier vorn hat, so wird ein anderer ihn auf der 100 Meter Bahn zumeist abhängen können.
Vor allem im Multiplayer ist daher die Wahl des Charakters wichtig. Besonders große Unterschiede, die das Spiel auch im Singleplayer maßgeblich beeinflussen würden, muss man aber nicht befürchten. Im Gegensatz zu den meisten Sportspielen, die auf das Button-Smashing-Prinzip vertrauen, bietet Track and Field einen sehr motivierenden Einzelspielermodus.
Man darf sich zwischen der so genannten Karriere, einigen Herausforderungen und dem Absolvieren von Einzeldisziplinen entscheiden. Wie man sich vorstellen kann, bietet Ersterer den tiefgreifensten Inhalt. Zudem ist seine Absolvierung die Voraussetzung für alle, die sich nicht mit den ersten vier Disziplinen zufrieden geben. Als etwas merkwürdig ist der Modus in seinem Aufbau dann aber doch zu bezeichnen. So muss man sich zu Beginn einen der Charaktere auswählen und dann vier Disziplinen erfolgreich abschließen. Dadurch schaltet man die nächsten Vier frei. Klingt einfach, stellt sich aber als teilweise recht knifflig heraus. Das mag zum einen am recht rasant steigenden Schwierigkeitsgrad, zum anderen aber vor allem an dem System liegen. Denn wenn man nur in einer der vier Disziplinen versagt, darf man komplett von vorn beginnen, egal, ob man in einer, die davor an der Reihe war, den Weltrekord geknackt hat. Das kann manches mal zu Frust führen.
Auch das nicht jede der 24 Sportarten wirklich sauber zu steuern ist, trübt das Bild ein wenig. Alles in allem sind die Disziplinen aber abwechslungsreich gestaltet und wissen deshalb zu gefallen. Spaß macht eigentlich jede, vom Hürdenlauf, über das Skeet-Schießen bis hin zum Pferdebock. Und vor allem die, die auch von der Bedienung her ausgereift sind, fordern manches Mal das Geschick des Spielers in mehreren Bereichen.
Nehmen wir zum Beispiel den Dreisprung zur Hand. Zunächst muss durch das schnelle Hin- und Herbewegen des Stylus eine gewisse Geschwindigkeit aufgebaut werden, dann muss man durch das exakt getimte Drücken eines Knopfes rechtzeitig und möglichst nah an der Markierung abspringen, um im folgenden ebenso exakt zwei weitere Absprungpunkte und gleichzeitig Absprungwinkel zu treffen.
Gerade solch eher komplexe Bewegungsabläufe sorgen für Langzeitspaß. Die Herausforderungen haben wenig mit dem eigentlichen Spiel zu und sind eine kleine, aber lustige Minispielsammlung, die, genau wie die zehn anderen Charaktere, erst frei gespielt werden müssen. Wie es derzeit üblich scheint, sind diese nicht wirklich welche, die man erwarten würde, sondern Ableger anderer Games. So dürft ihr, wenn ihr eine gewisse Punktzahl durch gewonnene Events erreicht habt, alsbald mit Solid Snake die Aschebahn unsicher machen. Herrlich!
Himmlicher Multiplayer
Noch viel genialer präsentiert sich der Multiplayermodus. Erstmals ist es für DS-Besitzer möglich, ein solch motivierendes Spiel auch online zu daddeln. Und das nicht etwa just for fun gegen vier zufällig ausgewählte Gegner. Nach einer kurzen Registrierung auf der offiziellen Seite kann man Freundeslisten anlegen, Turnieren beitreten oder Planen und Weltranglisten aufrufen. Übrigens kann man sogar gezielt nach Gegnern suchen, die in etwa gleich gut sind. Und das beste daran: Alles läuft lagfrei! Dies bietet eine unglaublich große Bereicherung, so dass der Titel so schnell nicht in der Versenkung verschwinden wird. Auch offline kann das Spiel mit bis zu drei Gegnern gedaddelt werden. Diese sind dann zwar nur eure Freunde und keine Profis aus Mosambik oder Taiwan, aber dafür benötigen diese wiederum nicht einmal das Originalspiel. Ein einfacher Nintendo DS reicht aus, um gegen den Eigner zu spielen. Besser gehts kaum. So steht der süchtig machenden Rekordjagd absolut nichts mehr im Wege.
New International Track & Field im Test.
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