Ninja Gaiden: Dragon Sword

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Team NINJA
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Ninja Gaiden: Dragon Sword [DS , looki.de]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Ninja Gaiden: Dragon Sword

Mit Ninja Gaiden: Dragon Sword erscheint der erste Teil der beliebten Schnetzel-Reihe für Nintendos DS. Einige dürften sich bei der Ankündigung des neusten Abenteuers sicherlich gefragt haben, inwiefern die teilweise ultrabrutale Darstellung der Kämpfe mit dem Image des Nintendo Handhelds zu vereinbaren wäre. Ebenso stellten sich viele andere Fragen. Wie etwa wolle Team Ninja die epische Optik der Konsolen-Brüder, wie das schnelle Gameplay und das fließende Spielgefühl auf den kleinen Bildschirm bannen? Im Großen und Ganzen hatten wir in unserem Test also herauszufinden, ob das Spielprinzip auch auf dem DS funktionieren kann.

Kleiner Handheld-Ninja...

Ein wenig Skepsis war dabei durchaus angebracht. Natürlich startet auch Dragon Sword ähnlich rasant, wie die anderen Ableger der Serie. Ohne viel Trara steuert die Story sofort auf die ersten Kämpfe zu. Kurz umrissen, kann man die Geschichte als ziemlich flach beschreiben. Mit dem bekannten Helden Ryu bekämpft ihr böse Ninja und dunkle Mächte und schützt Euren geliebten Clan. Dieser wird zu Beginn überfallen und braucht nun Eure Hilfe. Ohne zu Zögern stürzt ihr Euch in den Kampf.

Und der stellt logischerweise das Grundelement jedes Ninja Gaiden Spiels dar. Während Fans der Reihe erst einmal über die zahlreichen Änderungen, die nicht allesamt dem Nintendo DS geschuldet sind, in Staunen versetzt werden dürften, erfreuen sich alle Unerfahren an einem leichten Einstieg und einem ausgefeilten, leider aber nicht wirklich fordernden Kampfsystem. Typisch für das Genre wird der Protagonist immer gleichzeitig von ganzen Scharen an Gegnern attackiert.

Dabei muss er nicht nur schnell, sondern auch taktisch klug kämpfen. Schalte ich zuerst den Bogenschützen aus und nehme ein paar Treffer der Nahkämpfer in Kauf oder kümmere ich mich erst um letztere und versuche den tödlichen Pfeilen auszuweichen? Da die Steuerung komplett an den DS angepasst wurde, mag man meinen, dass Dragon Sword keinerlei Ähnlichkeit mit anderen Ablegern dieser Serie in Sachen Kampfsystem aufzuweisen hat. Doch falsch gedacht. Der Handheld wird einfach um 90 Grad gedreht und mit dem Stylus führt man jene Attacken aus, die sonst per Button-Smashing ausgelöst werden. Eine beliebige Taste blockt gegnerische Angriffe.

Beginnt also eine Schlacht, kann man, sofern alle Attacken freigespielt wurden, aus acht Angriffsvarianten wählen. Da sind leider recht wenige Moves, vor allem weil die ultimative Technik bereits mit ein berechnet ist.

Wie genau funktioniert das?

So zieht man beispielsweise einen waagerechten Strich über einen Gegner und Ryu setzt sich in Bewegung, um ihn mit einem Standardangriff zu attackieren. Alle anderen Moves sind abgewandelte Varianten dieser Attacke. Ein horizontaler Strich veranlasst Ryu zu springen.

Durch das Kombinieren verschiedener Strichtypen löst man Combos und andere Angriffstechniken aus. Die Spezialfähigkeit wird durch einen einfachen Druck auf deren Symbol in der linken oberen Ecke aktiviert und dann durch das Nachzeichnen eben jenes Zeichens ausgeführt. Durch das Vernichten von Gegnern lädt man die Energie, die die jeweilige Spezialattacke benötigt, wieder auf.

So kann Ryu zum Beispiel einen Feuerball beschwören, den man mittels Stylus über das ganze Kampffeld rotieren lassen kann. Nur logisch, dass selbiges dann ziemlich schnell von allerlei Gegnern gesäubert ist. Durch das Antippen eines Feindes wirft der Protagonist seine Shuriken.

Wie man sich vorstellen kann, macht das teilweise wilde Gefuchtel, dass nur von den Wenigsten tatsächlich in der effektivsten Art und Weise ausgeführt werden dürfte, eine Menge Spaß. Durch den leichten Schwierigkeitsgrad, der übrigens einen weiteren Traditionsbruch darstellt, wird die nicht gerade als übersichtlich zu bezeichnende Kampfführung allerdings unterstützt.

Während in den anderen Ablegern der Serie Bosskämpfe regelmäßig zu demütigenden Wochenaufgaben mutierten, sind diese auch in Dragon Sword noch anspruchsvoll, durch die Spezialfähigkeiten und die wenigen Angriffsvarianten aber sind kaum taktisch anspruchsvolle Fights möglich. So wird man auch einen Endgegner spätestens beim dritten Versuch erlegen. Selbst der, nach dem ersten Durchspielen zur Verfügung stehende, harte Schwierigkeitsgrad wird seinem Namen nicht gerecht und dürfte vor allem für Missmut unter den Fans sorgen.

Denn so sind die 13 Level schnell gemeistert und der Wiederspielwert hält sich in überschaubaren Grenzen. Die sechs bis acht Stunden aber, die man mit Ryu in der Welt von Ninja Gaiden verbringt, sind abwechslungsreich, voller Action und Spaß. Die recht belanglose Story wird durch zwei, drei Highlights in ihrem Wert gehoben und durch schicke Comic-Sequenzen voran getrieben. Natürlich wird uns jeder zustimmen, wenn wir sagen, dass das leider insgesamt zu wenig für einen Vollpreis-Titel ist.

Fazit

Ninja Gaiden: Dragon Sword macht vieles richtig, aber auch einiges falsch. So gelang es den Entwickler zwar das bekannte, schnelle Gameplay fast schon perfekt auf den kleinen Nintendo DS zu übertragen und die Steuerung nicht nur anzupassen, sondern besonders spaßig zu gestalten, dafür fehlt es dem Titel aber an Umfang und Wiederspielwert. Nach acht Stunden ist es mit dem Spaß nämlich vorbei und kaum einer wird ein zweites oder gar drittes Mal in die Welt von Dragon Sword zurückkehren, trotz der hübschen Grafik und des tollen Kampfsystems. Wen das nicht stört, der bekommt ein fettes und spektakuläres Schnetzel-Abenteuer für Zwischendurch. Aber eben auch nur als Vollpreis-Spiel.

Ninja Gaiden: Dragon Sword [DS , looki.de]

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