Die Hardware
Hat man den Handheld erst einmal aus dem Karton gefischt, merkt man sofort, dass man nicht mehr länger nur einen Daddelkasten für Kinder in den Händen hält, sondern ein hochmodernes und elegantes Produkt. Aufgrund seiner Größe liegt das Gerät nun auch bei Erwachsenen gut in der Hand, da die Schultertasten nicht mehr zu nahe sind, wie es noch bei den beiden GBA-Versionen der Fall war. Dank guter Verarbeitung hinterlässt der Nintendo DS einen stabilen Eindruck.
Auf der Vorderseite des Handhelds befindet sich der Regler für die Lautstärke, ein Slot für GBA-Spiele sowie eine Anschlussmöglichkeit für Kopfhörer, während gegenüberliegend die Karten der NDS-Spiele samt Stylus ihren Platz finden. Direkt daneben befindet sich der Anschluss für den Netzstecker zum Aufladen des Lithium-Ionen-Akkus, der nach einer Ladezeit von etwa vier Stunden eine Spielzeit von knapp neun Stunden ermöglicht.
Im aufgeklappten Zustand sticht einem gleich das Herzstück des Nintendo DS ins Auge: Die zwei Monitore, die jeweils etwas größer sind als der des Gameboy Advance. Hierbei dient der obere meist als Hauptbildschirm, neben welchem sich die Lautsprecher befinden. Laut Nintendo soll bei bestimmten DS-Titeln sogar Surround-Sound möglich sein.
Beim unteren Bildschirm handelt es sich um einen Touch-Screen, der je nach Spiel andere Aufgaben, wie etwa das Anzeigen einer Übersichtskarte, übernimmt. In Minigames, die via Stylus oder über das Thumb Pad am Trageband des DS gesteuert werden, fungiert dieser auch mal als Hauptbildschirm.
Das Steuerkreuz auf der linken Seite ist in der gewohnten Plusform gehalten und ermöglicht eine gute Steuerung der Spiele.
Einen Analogstick wie bei der PlayStation Portable gibt es zwar nicht, für eine besonders genaue analoge Steuerung kann jedoch in manchen DS-Spielen auch der Touch-Screen benutzt werden. Zu den A- und B-Tasten gesellen sich nun auch die X- und Y-Tasten, um für Spiele aller Art gerüstet zu sein. Außerdem sind die Schultertasten L und R wieder mit von der Partie, die, wie bereits erwähnt, nun wesentlich besser erreichbar sind.
Die Software
Ich gebe zu, es war schon etwas ungewohnt, als beim ersten Start des Nintendo DS sämtliche Informationen auf beiden Bildschirmen verteilt angezeigt wurden.
Nach kurzer Zeit hat man sich jedoch daran gewöhnt und kann sein Exemplar personalisieren. Nickname, Lieblingsfarbe, Datum, Uhrzeit und das Geburtsdatum können zu Anfang eingestellt werden, später kann man diese Konfigurationen selbstverständlich auch ändern und noch weitere Einstellungen, wie etwa die Wahl des Displays für GBA-Spiele, machen.
Weiterhin findet man im Hauptmenü die Unterpunkte: DS-Spiel Starten, PictoChat, DS-Download-Spiel, GBA-Spiel Starten, Displaybeleuchtung, Einstellungen und einen Wecker. Weniger schön: Hat man sich für einen Unterpunkt entschieden, gibt es kein Zurück mehr ins Hauptmenü - nur ein kompletter Systemneustart hilft weiter. Dies gilt auch, wenn man nur das Programm PictoChat oder die Einstellungen schließen möchte.
Wie bereits erwähnt ist die Chat-Software PictoChat in den Nintendo DS integriert. Hierfür stehen vier Chaträume zur Verfügung, in denen sich maximal 16 Chatter tummeln können. Neben der eingeblendeten Tastatur könnt ihr dabei auch mit dem Stylus schreiben bzw. zeichnen.
Selbst die Übergabe von Tastencombos ist dank vieler Chaticons möglich. Dort findet ihr nämlich neben Smilies und verschiedenen Symbolen auch Abbildungen der einzelnen DS-Tasten.
Da wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur einen einzigen Nintendo DS zur Verfügung haben, können wir leider noch keine Angaben zur WLAN-Übertragung sowie zum Service DS-Download-Spiel machen.
Fest steht aber, dass Dank letztgenannter Option heiße Gefechte im Multiplayer auch dann möglich sind, wenn ihr nur ein Exemplar des jeweiligen Spiels habt. Eure Mitspieler laden sich die einzelnen Levels dann einfach von euch runter.
Grafik, Sound, Gameplay
Kommen wir endlich zum wichtigsten Punkt: Der Spielbarkeit. Hierfür haben wir uns mit Super Mario 64 DS und der Demo von Metroid Prime Hunters: First Hunt mitten ins DS-Vergnügen begeben. Erfreulicherweise konnten wir feststellen, dass die Grafik sogar etwas besser ist als das erwartete N64-Niveau.
Schöne Wassereffekte verzaubern die Welt von Mario und Yoshi, während Metroid Prime Hunters mit hübschen Lichteffekten und einer flüssigen Optik aufwartet. Sehr löblich auch, dass die Weitsicht in Super Mario 64 DS stark verbessert wurde und der NDS ein insgesamt klareres Bild liefert, als es das N64 damals noch tat.
Etwas schlechter schneidet jedoch der Sound in den Spielen ab. Dieser blieb weit hinter den Möglichkeiten zurück, die der Nintendo DS bieten soll. Zögerlich wagten wir uns dann noch an den Touch-Screen, welcher aber wider Erwarten voll überzeugen konnte.
Die Minispiele des Mario Remakes sorgten durch die Verwendung des Stylus samt neuartiger Spielideen für jede Menge Spaß, lassen sich aber nur schwer in Bus und Bahn spielen, da man hierfür ein ruhiges Händchen braucht.
Dank eines kleinen Rucklers tippt man schon mal das falsche Symbol an. Etwas ungewohnt zwar, dafür nach einiger Zeit aber umso besser, steuerte sich Samus Aran Dank des Touch-Screens: In einer Steuerungsvariante werden das Steuerkreuz zum Laufen und das Touch-Screen in Verbindung mit dem Thumb Pad zum Umschauen oder Springen benutzt, während mit der L-Taste Schüsse abgefeuert werden können.
So gut hat sich bisher noch kein Ego-Shooter ohne Maus gesteuert. Freunde der bekannten GameCube-Variante müssen sich jedoch umstellen: Ein Lock-On System gibt es diesmal nämlich nicht. Während wir positiv anmerken können, dass das Touch-Screen auch auf leichte Berührungen reagiert und somit nicht so leicht zerkratzt, fiel uns indes ein kleiner Pixelfehler im Display negativ auf. Diesen rebellischen kleinen Pixel sieht man jedoch nur bei dunklen Hintergründen und stört auf Grund seiner minimalen Größe nicht wirklich beim Spielen.
Launchtitel
Super Mario 64 DS
Metroid Prime Hunters: First Hunt
Wario Ware Touched!
Pokémon Dash
Polarium
Project Rub
Spider-Man 2
Zoo Keeper
Tiger Woods PGA Tour
Die Urbz: Sims in the City
Rayman DS
Asphalt Urban GT
Mr. Driller: Drill Spirits
Robots
Ping Pals
Fazit
Grafisch kann der Nintendo DS vielleicht nicht ganz mit Sonys PlayStation Portable mithalten, und auch die Multimedia Unterstützung dürfte einigen fehlen. Dafür hat Nintendos Jüngster eines ganz besonders: Innovationen!
Vor allem der Touch-Screen hat es uns angetan und eröffnet den Entwicklern viele neuartige Möglichkeiten. Wer auf puren Spielspaß steht und auf Videos etc. verzichten kann, der wird kaum um den NDS herum kommen. Interessant wird dabei allerdings sein, ob die neuartigen Steuerungsmöglichkeiten nur anfangs Laune machen, weil sie eben neu sind, oder ob sie auch nach längerer Zeit noch überzeugen können. Die Vorlage hat Nintendo mit dem NDS jedenfalls gegeben, die Entwickler müssen nur noch das Tor machen.
Nintendo DS im Test.
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