Pet Alien

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Flashpoint AG
Entwickler
Shinen
Erscheinungsdatum
06/2007
Genre
Andere
Pet Alien [DS , Mag64]

Gesamtwertung

70%/10

Grafik

73%

Sound

72%

Mehrspieler

-

Bedienung

Gut

Pet Alien


Einleitung....

Ein galaktischer Zoo hört sich für's Erste gar nicht so schlecht an. Wesen aus allen Ecken der Welt würden sich in einer derartigen Einrichtung zusammenfinden - Kinder hätten größte Freude beim Betrachten der schnuckeligen Tierchen. Wenn der Hintergedanke bei diesem Projekt doch nur kein schlechter wäre und nicht gerade die Robotix hinter dem Plan stecken würden. Diese fiesen Roboterwesen haben es auf Tommy und seine Alien-Freunde abgesehen und im Nu den ganzen Haufen entführt. Ihr Ziel: Der ultimative Zoo! Leider haben die Robotix nicht damit gerechnet, dass gerade Ihr helfend einschreiten werdet und den üblen Plan abwenden wollt. Mal sehen, ob Euer Vorhaben aufgehen wird…

Menus und die Story....


"Pet Alien" vom deutschen Entwickler "Shinen" ist eines der Spiele, welches ohne großes Brimborium den Weg der Veröffentlichung geht, ohne für viel Aufsehen zu sorgen - eigentlich bedauerlich, denn das Potenzial des Titels ist nicht unerheblich und richtet sich an all diejenigen, die gerne Kombinationsaufgaben im einsteigerfreundlichen Schwierigkeitsgrad lösen.

Drei Speicherplätze stehen Euch zu Beginn des Spieles zur Verfügung, eine Prozentanzeige informiert Euch über den derzeitigen Fortschritt innerhalb des Titels. Gesagt sei, dass der Einsatz des Touchpens im eigentlichen Hauptspiel kaum zur Anwendung kommt und lediglich für den Charakterwechsel Sinn macht. Jedoch kommen Freunde des berührungssensitiven Bildschirms dennoch auf ihre Kosten. Im Hauptmenü ("Abenteuer", "Minispiele", "Galerie", "Optionen") ist es möglich, frei geschaltete Minispiele, die auf solch edle Namen wie "Rülps und Furz" hören, auszuwählen, fünf Stück an der Zahl. Diese versprühen durchaus ihren Charme, sind jedoch in keiner Weise in das eigentliche Spielgeflecht integriert und wirken demnach etwas aufgesetzt - was jedoch den Spielspaß nicht trüben sollte.

Technik und Gameplay....


Bevor wir auf das Hauptgeschehen aufspringen, wollen wir den Blick auf die Minispiele richten. Durch das Erreichen von Highscores übertrumpft Ihr Eure oder die Ergebnisse von Freunden, Extras oder dergleichen können hier leider nicht erspielt werden. So trommelt Ihr Farbreihenfolgen korrekt nach und erfreut Euch an penetranten Furz- und Rülpsgeräuschen, sucht unter diversen Fässern nach einem wertvollen Kristall, weicht mit dem Flugkünstler Flip herannahenden Steinen aus (in das Mikrofon blasen verlangsamt die Geschwindigkeit!!!) oder fangt mit Scruffy Kristalle - widerliche Gummireifen solltet Ihr allerdings meiden! Auch Dinko zeigt während eines Asteroidenrennens sein ganzes Können und sammelt mit dem Einsatz des Stylus alle Klunker des Asteroiden ein. Um keinen Schaden zu erleiden, solltet Ihr auf die gefährlichen Bomben achten, die Euch das Leben sowie den Highscore kosten könnten… Zwar sind die Spielchen in ihrem Aufbau sehr einfach gehalten, versprühen aber eine angenehme Atmosphäre und sorgen für einige Lacher während der Hauptstory.

Den Blick für das Wesentliche solltet Ihr allerdings nicht verlieren, immerhin erwarten Euch viele Dutzend Levels samt kombinatorischer Aufgaben: Jedes "Pet Alien" besitzt unterschiedliche Fähigkeiten, die Ihr im Spielfeld zum Einsatz bringen müsst. Ohne die gegenseitige Hilfe wäre die Rettungsaktion bereits nach kurzer Zeit zum Scheitern verurteilt. Fünf Aliens erfreuen Euch im Laufe des Spieles, namentlich erwähnt wie folgt: Dinko, ein grünes Etwas, das mit viel Fantasie an Yoshi erinnert und insbesondere besondere Laufeigenschaften aufweist. Schnelle Spurts sind mit dem flinken Wicht überhaupt kein Problem, Förderbänder in entgegen gesetzter Laufrichtung schlichtweg ein Klacks für das Spurttalent. Gumpers, der leicht trottelig dreinschauende Muskelprotz zermalmt unter seinen Händen vor allem brüchige Wände und frostig-kalte Eisblöcke. Leider ist sein Körpervolumen zu mächtig, um durch enge Spalten schlüpfen zu können. Scruffy hingegen ist in dieser Hinsicht ein kleines Wunder. Schmale Nischen sind für den langzungigen Köter keine Schwierigkeit. Ist selbst für ihn kein Durchkommen, gelingt es wenigstens seiner Sabberzunge, wertvolle Kristalle zu schnabolieren oder aber einen essentiell wichtigen Schalter zu aktivieren. Swanky, das blaue, recht schlaksig wirkende Alien mit den baumelnden Fühlern scheint zwar etwas träge, dennoch ist er der einzige im Bunde, dem es möglich ist Kisten zu schieben. Um Bodenschalter dauerhaft zu aktivieren, bewegt Swanky umherstehende Objekte zielstrebig auf Druckschalter und hilft der Gruppe somit erfolgreich weiter. Flip, das vogelartige Federvieh ist ein Künstler des Fluges - wenn auch nur für wenige Sekunden. Immerhin schafft er es kleinere Gefahrenzonen, wie Minen oder Förderbänder, ohne weiteres zu überqueren. Flip ist demnach ein ungemein wichtiger Geselle im fünfköpfigen "Pet Alien"-Team.

Die Einteilung der Spielwelten im Titel ist äußerst simpel aufgebaut, da sich eine Stage auf der Weltkarte an die nächste reiht. Um eine Welt erfolgreich abzuschließen und sich an den Kampf gegen den Endgegner heranzuwagen, muss eine gewisse Anzahl an Levels erfolgreich abgeschlossen werden. Je mehr Levels Ihr löst, desto mehr Galeriebildchen (Artworks) schaltet Ihr frei, ebenso komplettiert Ihr hiermit die Prozentanzeige des Spielstandes. Jedes Spielfeld besitzt eine übersichtliche Größe und kann auf Wunsch per Tastendruck mit einer Überwachungskamera "abgefahren" werden. Das Ziel der Aliens ist es, alle Kristalle eines Levels deren Eigen zu nennen, um den Warp zum nächsten Abschnitt frei zu schalten. Diverse patrouillierende Drohnen erschweren die Ausflüge in die poppig-bunten Fantasiewelten im penibel angeordneten Rechteckschema. Nur selten weicht eine Stage in ihrem Grundaufbau von den vorhergehenden ab, hier hätte man für etwas mehr Abwechslung sorgen dürfen. Lobend zu erwähnen sind die vielen bereits oben erwähnten Abhängigkeiten, die das Spiel zu seinem Vorteil ausbaut. Immer wieder müsst Ihr über ein gewisses Feld einen anderen Charakter wählen, mit welchem der nächste Schritt in Angriff genommen werden kann. So ist es im Spiel an gewisser Stelle beispielsweise nur Scruffy möglich mit seiner langen Zunge an eine rote ID-Karte zu gelangen. Gumpers hingegen muss den nun notwendigen Fußweg von blockierenden Eisbrocken befreien, bevor Flip mit seinen Flugkünsten ein Minenfeld überquert, um zum rettenden Levelausgang zu gelangen.

Trotz der Fähigkeiten der verschiedenen liebevollen Tierchen macht der Titel selbst für Einsteiger Sinn - Schwierigkeitsgrad und Anspruch sind in jeder Hinsicht fair und vorbildlich in Szene gesetzt. Profispieler werden bereits nach wenigen Stunden das Spielende zu Gesicht bekommen. Dennoch ein überzeugender Kandidat im Software-Segment, der mit Sicherheit viele Freunde finden könnte.

Grafik & Sound....


Grafisch ist "Pet Alien" vollkommen solide und erzeugt einen hübschen 3D-Effekt, der durch die "Schräg-von-oben-Perspektive" eine gelungene Ansicht vom Spielgeschehen darstellt. Die Animationen der Charaktere sind witzig, die Umgebungsgrafik farbenfroh in Szene gesetzt. Wunderbare Spiegeleffekte auf den Böden zeugen vom Können der Grafiker. Lediglich bei der Abwechslung hinsichtlich der Levelgestaltung hätte man etwas mehr Herzblut investieren dürfen.

Eingängige, unterhaltsame Sounds im Stile klassischer Unterhaltungssoftware erzeugen ein liebreizendes Gesamtbild des Titels. Sprachausgabe gibt es hingegen auch während der kurzen Zwischensequenzen nicht.

Fazit....


"Pet Alien" überraschte uns in der Redaktion wegen seines ungemeinen Charmes, ebenso aufgrund seiner spielerfreundlichen Umsetzung, die selbst Einsteiger in jeder Hinsicht belohnen wird. 80 Levels gilt es während des Hauptstorystrangs zu erkunden, jedoch werden erfahrene Spielernaturen nach einigen Spielstunden den Abspann erreicht haben. Nichtsdestotrotz macht das Spielprinzip dank der verschiedenen Alien-Fähigkeiten eine Menge Spaß. Abwechslung ist auch hinsichtlich der fünf zusätzlichen Minispiele geboten, auch wenn diese leicht aufgesetzt wirken. Als kleiner aber feiner Geheimtipp sollte man "Pet Alien" aber durchaus eine Chance geben! (mag64.de)

Pro
+ fünf Aliens - fünf Fähigkeiten
+ 80 Levels
+ technisch gute Umsetzung
+ sehr einsteigerfreundlich
+ 5 (aufgesetzte) Minispiele

Contra
- Abwechslung in Levelgestaltung
- keine Schwierigkeitsgrade
- Spieldauer für ältere Spieler

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