Polarium

Review
Plattform
Nintendo DS
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Polarium [DS , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Ausreichend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Polarium

Nintendo beansprucht für sich, den Handheldsektor mit dem Nintendo DS zu revolutionieren. Passend zum Launch der 'Revoluzzer'-Konsole erschien nun „Polarium“: Ein Spiel, das mit frischen Ideen bereichert eine Alternative zu Tetris sein will, den technischen Gegebenheiten des Nintendo DS angepasst ist, und das derzeit auf keiner anderen Plattform so gespielt werden kann, wie auf dem DS.

Ähnlich wie der Urahn Tetris kommt Polarium auch nur mit wenigen Farben aus. Grundsätzlich gibt es nur drei Dinge: Weiße Tafeln, schwarze Tafeln und einen grauen Rand. Ziel ist es, mit einem Zug möglichst viele der Farbtäfelchen so umzukehren, dass eine horizontale Linie aus nur einer Farbe entsteht. Die „Züge“ werden dabei ausschließlich mit dem Stift gemacht. Ohne abzusetzen fährt man mit dem Stylus über die Tafeln und kann dabei auch den unveränderlichen Rand des Spielfelds nutzen, um möglichst sinnvoll zu markieren. Seid ihr mit dem Markieren der Klötzchen fertig, genügt ein kurzes Tippen auf die letzte Tafel und aus den schwarzen Feldern werden weiße und umgekehrt. So wie man bei Tetris die Lücken in den Linien schließen musste, müssen bei Polarium andersfarbige Tafeln eliminiert werden, damit sich die Reihe auflösen kann.

Die Modis

Im „Aufgaben“-Modus befindet sich der Spieler in einer Tetris-ähnlichen Umgebung. Von oben herab fallen stets meist mehrere Reihen auf einmal um immer schneller werdend den Spieler ordentlich unter Druck zu setzen. Je mehr Reihen dabei durch geschicktes Einsetzen des Stiftes mit einem Zug aufgelöst werden können, desto mehr Punkte gibt es natürlich - und die werden gebraucht, um den Highscore zu knacken. Passte Tetris noch ohne Probleme auf einen Bildschirm, macht Polarium natürlich vom Double-Screen-Konzept des NDS Gebrauch. Damit das Ziehen einer Linie nicht zur nervigen Fummelei wird, sind die Tafeln entsprechend groß. Deshalb wird das Spielfeld im „Aufgaben“-Modus über beide Bildschirme verteilt. Die Probleme, die dadurch entstehen, sind klar: In der Praxis zeigt sich, dass man sich immer nur auf einen der beiden Bildschirme konzentrieren kann. Außerdem ist ja auch nur der untere Screen berührungsempfindlich - und da das Spiel ausschließlich auf Stifteingaben reagiert, kann praktisch nur der Touch-Screen des Nintendo DS zum Spielen genutzt werden. So schnell wie die Reihen sich stapeln, so schnell steigt auch der Frust des Spielers. Wer im Laufe der Zeit auf dem unteren Bildschirm einen Schweizer Käse entstehen lässt, den er immer nur Reihe für Reihe auflösen kann, hat schnell verloren, weil der obere Spielfeldrand erreicht wurde. Und das obwohl auf dem oberen Bildschirm viele horizontale Linien mit einem Schwung auflösbar wären, wenn man dort den Stylus einsetzen könnte.

Im Taktik-Modus gilt es, in 100 Level je ein Puzzle zu lösen: Mit einem einzigen Zug müssen alle Linien gleichzeitig aufgelöst werden. Angeboten werden die Rätsel immer im Zehnerpack: Sind 1-10 erledigt, kann man sich an 11-20 wagen, usw. Ein generelles Problem der 100-Level-Spiele wie zum Beispiel auch Lemmings ist, dass der Schwierigkeitsgrad recht stark variiert. Hat man einen Level erst nach dem zwanzigsten Versuch geschafft, kann es trotzdem sein. dass die folgenden drei gleich beim ersten Mal erledigt sind. Vom vorletzten Levelpaket trennte mich nach ca. zwei bis drei Stunden Spielzeit nur noch der vermaledeite Level 77. Während 78-80 schnell erledigt waren, werde ich für die 77 wohl noch etliche Versuche brauchen.

Damit der Spieler nicht ganz hilflos im Taktik-Modus versumpft, gibt es die Möglichkeit, sich vom Spiel Tipps geben zu lassen. So könnt ihr euch auf dem oberen Bildschirm zum einen den „Weg“ eures letzten Versuchs anzeigen, zum anderen aber auch Start- und Endpunkt der Musterlösung einblenden lassen.

Multipolarium

Per Funkverkehr könnt ihr eine Demo auf den DS eines Freundes, der Polarium nicht besitzt, übertragen. Dem Gegenüber stehen dann die Anleitung, zehn Taktiklevel und ein Kampfmodus zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst erstellte Puzzle per Funk zu versenden.

Der „Kampf“-Modus stellt dabei den Zwei-Spieler-Multiplayermodus dar. Eine Besonderheit ist, dass ihr für ein Multiplayerspiel den DS vertikal halten müsst. Gespielt wird wieder auf dem Touch-Screen, der andere Bildschirm, der sich nun rechts neben eurem Spielfeld befindet, zeigt euch das Spielfeld des Gegners. Wie im Aufgabenmodus prasseln auch hier wieder zahlreiche Linien auf euch ein. Die Besonderheit ist dabei, dass jede aufgelöste Tafelreihe eurem Gegner zugesandt wird. Gewonnen hat, wer als Erster alle Linien aufgelöst hat oder nach Ablauf der Zeit die wenigsten unfertigen Reihen vorweisen kann. Zusätzlich sind in den herabfallenden Blöcken auch Bonus-Items versteckt, mit denen man dem Gegner ordentlich zusetzen kann. So werden damit urplötzlich die Farben vertauscht oder für eine kurze Zeit die Benutzung des Spielrahmens untersagt.

Fazit

Von der Metroid Prime Demo einmal abgesehen, ist Polarium das bisher einzige Spiel, das ich für den Nintendo DS besitze. Nach etlichen Stunden Spielzeit begeistert es noch immer, so dass ich mir im Augenblick gar kein neues Spiel kaufen will. Zwar bin ich der Meinung, dass das Spielprinzip auf einem PDA viel besser aufgehoben wäre, da ein solcher ja über einen viel größeren Touch-Screen verfügt und man dort das ganze Spielfeld auf einem Bildschirm darstellen könnte. Dennoch ist Polarium definitiv eines der besseren Spiele, die man derzeit für den Nintendo DS bekommen kann. Ich bezweifle zwar, dass das Spiel allein den Kauf eines DS rechtfertigt, aber für rund 30 € ist die Knobelei mit den schwarz-weißen Tafeln während der Pause oder der Mathematikvorlesung eine echte Abwechslung zum farbigen Alltag.

Polarium [DS , Justgamers]

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