Gesamtwertung88%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Ihr habt schon fast alles gesehen und gespielt, seid eben richtig abgebrühte Zocker? Ihr denkt, dass Euch so schnell kein frisch vorgestelltes Spielkonzept aus den Latschen haut? Dann passt mal auf! Ein recht simples und etwas unauffälliges Spiel reicht nämlich, um uns kurzerhand zu zeigen, dass wir eben doch noch längst nicht alle Szenarien durchlebt und alle Genre-Kombinationen durchexerziert haben. Puzzle Quest: Challenge of the Warlords heißt das Spielchen und kombiniert, wie der Name vielleicht erahnen lässt, Rollenspielelemente mit einem Puzzler. Liebe Leser, entrümpft die Nasen angesichts dieser merkwürdigen Verquickung und macht euch bereit einer neuen Sucht zu verfallen.
Perlen vor die Zombies
Ein mächtiger Oger versperrt den Höhleneingang und will den tapferen Recken partout nicht an seine wertvollen Schätze lassen. Jetzt heißt es Streitaxt beiseite legen und einen Haufen bunter Perlen zücken, denn nur mit diesen kann man den Unholden in Puzzle Quest ordentlich den Latz versohlen.
Also Perlen raus, Grips an, auf in den Kampf und die Streitaxt nicht vergessen, da sie und andere Ausrüstungsgegenstände nette Boni bringen.
Nun erscheint der Kampfbildschirm, ein rechteckiges Feld, dass vornehmlich mit besagten Manaperlen vier verschiedener Sorten gefüllt ist. Abwechselnd führen die Kontrahenten nun ihre Spielzüge auf dem Feld aus. Indem sie, ganz im Stil vom Klassiker Bejeweled, zwei benachbarte Perlen tauschen und somit mindestens drei Kugeln der gleichen Art in eine horizontale oder vertikale Reihe bringen, lassen sie diese verschwinden und füllen somit ihren Manavorrat.
Auf gleiche Weise lassen sich auch die weiteren Symbole aktivieren, seien es nun Goldmünzen, Erfahrungspunkte oder Schadenspunkte für den Gegner. Die magische Energie wiederum wird selbstverständlich für Zaubersprüche und Spezialfähigkeiten genutzt, mit denen zum Beispiel Mana getauscht, ganze Reihen oder Spalten aufgelöst und starke Angriffe durchgeführt werden können.
Schafft man es in einem Zug vier oder fünf Symbole miteinander zu verbinden, erhält man übrigens einen weiteren Spielzug. Auf diese Weise lassen sich mit ein wenig Glück und etwas Verstand verheerend lange Spielzüge realisieren. Das ist auch ein Grund, warum man genau darauf achten sollte, welche Möglichkeiten man seinem Gegner eröffnet Nicht nur für Denksportler sind somit spannende Gefechte vorprogrammiert.
Von Quest zu Quest
Jetzt mag man sich fragen, was das nun mit einem RPG zu tun hat, scheint es sich hier nur um ein erweitertes Bejeweled zu handeln. Die Antwort liefert all das, was um die Kämpfe herum geschieht. So streift Ihr mit Eurem Charakter von Ortschaft zu Ortschaft, erfüllt Quests, kauft neue Ausrüstung und werdet Teil einer mystischen Geschichte um dunkle Magier und untote Horden.
Die Entwicklung, die ihr dabei mit Eurem Charakter durchlauft, ist beachtlich und die vielen Möglichkeiten, die sich nach und nach bieten, infizieren Euch mit einer Puzzle Quest-Sucht.
Anfangs sind es vor allem die Erfahrungsstufen, die den Helden mächtiger machen und Euch von Quest zu Quest treiben. Über die unterschiedlichen Fertigkeiten steigen nämlich nicht nur die Manavorräte, auch ein neuer Zauberspruch winkt nach jeder erlangten Stufe. Doch schon bald spielt auch das Geld eine entscheidende Rolle. Das darf man nämlich nicht nur in Gegenstände, sondern auch in eine eigene Zitadelle investieren. Der Ausbau dieser bringt gleich einen ganzen Haufen neuer Optionen mit sich.
Hat man reichlich Geld in die Burg gesteckt, darf man Monster gefangen nehmen und ihre Fähigkeiten erlernen, eigene Gegenstände mit gefundenen Runen schmieden, Reittiere ausbilden und durch die Entwicklung von Belagerungswaffen sogar weitere Städte einnehmen.
Spätestens dann wird das kleine Abenteuer zu einer epischen Geschichte, die Euch nicht mehr loslässt. Dann nimmt man noch schnell einen Auftrag an, erfährt in der nächsten Stadt die neuesten Gerüchte, bringt einen neuen Ort unter die eigene Kontrolle, quetscht einen bösen Magier über seine Zaubersprüche aus und ehe man sich versieht sind wieder einige Stunden vergangen.
Ich fordere Dich zum Duell
Doch auch wenn der Schwierigkeitsgrad später recht hoch ist und Euch eventuell sogar das Pech plagt (ganz ohne ein wenig Glück geht es nun einmal auch nicht), bleibt Puzzle Quest stets fair. Ein vermasselter Kampf darf immer wieder wiederholt werden und gesammelte Erfahrungspunkte gehen durch die Niederlage auch nicht verloren. Sollte man dennoch nicht auf einen grünen Zweig kommen, darf man auch freie Kämpfe außerhalb der Kampagne mit dem eigenen Recken bestreiten und ihm somit zu mehr Gold und vielleicht auch einem Levelaufstieg verhelfen.
Ähnlich geht es bei den Auseinandersetzungen im Multiplayer von statten, in dem die Kontrahenten ebenfalls ihre eigenen Helden aufs Schlachtfeld führen. Um einen Levelunterschied zwischen den Kämpfern auszugleichen, erhält der schwächere dabei zusätzliche Fertigkeitspunkte, die er noch vor dem Duell frei verteilen darf.
Da man allerdings stets mit den Charakteren antritt, benötigen beide Spieler eine eigene Version des Spiels, Download-Play wird nicht unterstützt. Noch schmerzhafter ist jedoch der Mangel eines Online-Modus. Der hätte dem Spielerlebnis sicherlich die Krone aufgesetzt.
Puzzle Quest im Test.
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