Gesamtwertung68%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit Top Spin 2 bekam Nintendos DS bereits ein erstes Tennisspiel spendiert. Besagter Titel litt jedoch unter einigen Ungereimtheiten, wie gelegentlichen Rucklern, und bediente sich nicht den besonderen Features des Handhelds. Rafa Nadal Tennis von Codemasters soll nun zeigen, wie es besser geht und gleichzeitig den Grundstein für eine neue Videospielreihe legen. Ob der Titel diesen hohen Ansprüchen gerecht wird und wie innovativ das neue Steuerungskonzept ausfällt, zeigt der Test.
Auf den ersten Blick wirkt Rafa Nadal Tennis, wie ein herkömmliches Tennisspiel. Es spielt sich jedoch anders als bisherige Titel. Das Steuerungskonzept stützt sich dabei stark auf den Touchscreen und lässt den Spieler nur drei Knöpfe bedienen. Durch ein Tippen bewegt sich der virtuelle Sportler zum gewünschten Punkt und das Ziehen von Linien führt zu Schlägen. Abhängig von Richtung und Länge der Linie wird der Ball kurz oder lang, nach rechts oder nach links gespielt.
In Kombination mit einem Knopfdruck lassen sich so auch Lob-, Top Spin- oder Spezialschläge ausführen. Das Konzept ist stark gewöhnungsbedürftig und ist auch mit einiger Übung schwer zu meistern. Vor allem das Bewegen des Spielers zwischen den Schlägen führt häufig zu Problemen.
Wer sich nicht mit der Touchscreen-Steuerung anfreunden kann oder will, hat glücklicherweise die Möglichkeit auf das konventionelle Konzept mit Steuerkreuz und Aktionsknöpfen zurückzugreifen.
Vor- und Rückhand mit dem Stylus
Der Meisterschaftsmodus von Rafa Nadal Tennis erlaubt es, in die Fußstapfen des Namenspaten zu treten und vielleicht sogar über diese hinaus zu schreiten. Der Emporkömmling, den man auf diesem Weg begleitet, kann nach den eigenen Wünschen erstellt werden. Auf einer Weltkarte lassen sich die Informationen zu den verfügbaren Turnieren einsehen. Neben Angaben bezüglich der Anzahl der Spiele und dem Preisgeld, findet man hier meist eine Zusatzaufgabe. Wird diese im Laufe des Turniers erfüllt, winkt ein besonderer Pokal und der Rekord wird selbstverständlich festgehalten. Man muss sich für lange Wettbewerbe übrigens keinen Tag freinehmen, schließlich ist der Stand nach jedem Spiel speicherbar. Neben dem Preisgeld erhält man für Siege zudem Erfahrungspunkte, die frei auf die Attribute des Spielers verteilbar sind. Dadurch wird der virtuelle Sportler schneller und seine Schläge stärker. Das gesammelte Geld lässt sich für den Kauf von Kleidungsstücken und neuen Tennisschlägern verwenden. Letztere sind jedoch nur Accessoires, beeinflussen die Werte des Spielers also nicht.
Vom Unbekannten zu einer wahren Größen
Wer sich außerhalb des Meisterschaftsmodus mit Freunden messen möchte, erhält mit dem Mehrspielermodus von Rafa Nadal Tennis die Möglichkeit dazu. Bis zu vier Spieler sind in der Lage, an einem Match teilzunehmen und das, dank der Option für ein DS-Download-Spiel, mit nur einer Cartridge.
So können auf unterschiedlichen Plätzen Turniere im Einzel oder Doppel bestritten werden. Verfügen alle Spieler über eine Rafa Nadal Tennis-DS-Karte, besteht zusätzlich die Möglichkeit, das Aussehen des eigenen Spielers zu bestimmen und weitere Tennisplätze stehen zur Auswahl. Ansonsten muss man mit einer Auswahl an vorgefertigten Spielern vorlieb nehmen. Besondere Spielvariationen gibt es leider nicht.
Wer hat die Zuschauer versteckt?
Die Grafik des Titels ist nett anzuschauen und die Bewegungsabläufe der Tennisspieler sind sehr flüssig. Nur bei Nahaufnahmen, zum Beispiel vor dem Spiel oder nach einem Satz, mangelt es an Details. Dann wirkt das Geschehen pixelig und die Stadien meist kahl. Diese gähnende Leere stimmt jedoch nicht mit dem lautstarken Applaus der Zuschauer überein, welcher aus den Lautsprechern ertönt. Egal, ob man auf einem heruntergekommenen Platz in Detroit oder in einem riesigen Stadion spielt, die Zuschauer klingen immer gleich begeistert. Während der Sätze muss man übrigens auf Musik verzichten. Das ist zwar authentischer, gleichzeitig aber auch langweiliger. Nur in den unterschiedlichen Menüs erklingt der leicht rockige Soundtrack.